Das hört sich ja fast so an, als ob man am besten gar nicht mehr bei Sarden buchen sollte oder gleich zu Hause bleiben soll. Nein.
Immerhin bringt der Tourismus auch wichtige Umsätze und schafft Arbeitsplätze.
Wenn jemand unrenoviert und Sperrmüll mit landestypischer Einrichtung verwechselt, sollte man ihm das deutlich machen, auch wenn es ungeschickt formuliert ist. Wie man sich Zuhause einrichtet, da sind die Geschmäcker einfach sehr verschieden. Es stehen doch immer Menschen dahinter, keine pauschalen Stereotypen, es gibt immer solche und solche. Nur muss man im Urlaub nicht das Gleiche erwarten wie zu Hause. Es gibt in jedem Land landestypische Besonderheiten.
Das hat gar nichts mit einer defekten, verschimmelten oder unsauberen Wohnung oder "Bruchbude" zu tun, das sollte man besprechen. Letztlich hat aber doch jeder die Freiheit, nach dem Ausschau zu halten, was ihm wichtig ist, was zumindest etwas in eine Richtung geht, die ihm gefällt. Eigentlich kann man das meiste und einen grundsätzlichen Eindruck oft schon gut auf Bildern erkennen oder sonst nach weiteren fragen. Ob die Einrichtung am wichtigsten ist, der Nächste sucht deutsches Fernsehen oder eine Unterkunft unbedingt fußläufig zum Strand oder zum Ort, mit Klimaanlage etc. pp Das Angebot und die Gegebenheiten vor Ort oder auch letztlich der Preis werden die Realisierbarkeit zeigen.
Man sollte nur bedenken, private Häuser sind nach dem Geschmack der jeweiligen Besitzer eingerichtet und der kann weniger oder sehr stark vom eigenen abweichen und ist nicht unbedingt mit deutschem vergleichbar, teils auch was den Standard betrifft.
Dunkelbraune Einbauküchen sind dabei verbreitet, ebenso wie buntgeflieste Bäder, braune oder beige Bodenfliesen, Betten ohne Lattenrost, das Bett besteht aus einem Metallgitterrost auf Füßen, sardische Wandteppiche, auch hinter den Betten, oder Vorhänge, standardmäßig eine Espressomaschine, Gartenmöbel sind oft aus Plastik, Liegestühle nicht überall vorhanden...
Wie immer findet man oft nicht alles auf einmal und muss überlegen, wobei man bereit ist, Abstriche zu machen.
Es gibt unterschiedliche Angebote für Fewos, aber es gibt, auch was die Einrichtung betrifft, genauso landestypische "ansprechendere", "nettere", gut ausgestattete, was immer man darunter versteht, und das ohne dass das gleich elitär, luxuriös oder sehr teuer wäre, meist rustikaler, dabei im sardischen Stil oder mit Stilelementen.
Komplett weiß gestrichene Häuser mit weißen Bädern, weißen Küchenzeilen supermodern eingerichtet oder designed wird man dagegen in der Tat selten von einheimischen Sarden finden und auch sonst kaum, es hat auch in Ferienanlagen oft sardischen Stil und gerade letztere sind häufig nur mit dem Allernötigsten oder spartanisch ausgestattet, beispielsweise kaum Kochutensilien, im Gegensatz dazu viele gut ausgestattete private, selbstgenutzte Unterkünfte, oft mit persönlichem Kontakt vor Ort mit dem Vermieter.
Ich habe gerade mal kurz geschaut. Auf Mallorca findet man tatsächlich sofort sehr viele, sehr moderne Unterkünfte auf "normalem" Preisniveau.
Das liegt aber wohl eher daran, dass das wohl meist keine Unterkünfte von Einheimischen sind, sondern hauptsächlich von Agenturen, Investoren, Bauträgern, Ausländern o.a. und etliche neu gebaut in reinen Touristenghettos , die Landschaft, die Küste extrem dicht mit höheren Betonklötzen zugepflastert. Massentourismus.
Wollen wir das für Sardinen, will Sardinien selbst das? NEIN!
Trotzdem können Neulinge nicht unbedingt wissen, wie die Gegebenheiten und Hintergründe auf Sardinien sind, Mitlesende gibt es so viele hier.
Ich hoffe, dass Sardinien einen verträglichen Mittelweg im Tourismusbereich findet , der eher von in die "sardische Seele" einblickenden Einheimischen, in gewisser Weise auch mit der nötigen Aufgeschlossenheit für die Bedürfnisse der Touristen, gestaltet wird, als von außenstehenden ausschließlich profitgierigen Investoren.
Hier mal noch ein anderes Beispiel ....
http://casa-orosei.com