Ferienunterkünfte anders betrachtet

HansP1

Sehr aktives Mitglied
Ich muss euch ehrlich sagen, mich haben die Bungalows, obwohl an den Hang geschmiegt, egal wo jetzt gestört. Im Oktober kein Mensch mehr da, aber die Dinger stehen da rum und verschandeln die Landschaft. Setzen wir mal ganz frech einen Campingplatz dagegen, kein Mensch mehr da, steht auch fast nix mehr rum und das was rumsteht, sieht man nicht auf den ersten Blick, Ausnahmen wird es geben. Wir hatten die Ehre von Holger und Heike eingeladen zu sein und konnten ihr Haus von oben bis unten und den Garten anschaun. Ja das ist eine perfekte Lösung, da wird alte Bausubstans zu neuem Leben erweckt und wenn das dann ein halbes Jahr leersteht, stört das nicht, weil nicht sinnlos in die Pampa gebaut. Auch den Aktivitäten von unserem lieben Api möchte ich hier Respekt zollen, baut selber rum an dem alten Glump und lässt es leben mit ganz viel Herzblut. Entschuldigt ihr anderen Restauratoren, eure Anwesen kenne ich nicht, kann auch nix dazu sagen, solltet ihr vielleicht selber tun, würde gut hierher passen.

Euer Hans
 
Lieber Hans,

ich bin auch der Meinung, wir haben in den Dörfern genug Leerstände, die wir beleben können.
Wir brauchen keine neuen Anlagen, die die Strände verschandelt.
Einige unserer Stammgäste habe sich inzwischen ein Häuschen in Magomadas gekauft und restauriert.
Das bringt den ortsansässigen Handwerkern Arbeit und nicht irgendwelchen Gesellschaften mit Subunternehmern aus YX

Aber da gibt es immer wieder die Urlauber, die das Ferienhaus, in Alleinlage, direkt am Strand, mit Pool suchen
und das auch noch, fußläufig zu erreichen Restaurants und Geschäfte!:confused:

Bei uns am Ortsausgang Bosa in Richtung Alghero bei Compultitto wollten sie eine Golfanlage in direkter Strandlage,
30.000 Kubik umbauten Raum bauen.
Zum Glück wurde vorher die Panoramastrasse zwischen Bosa und Alghero unter Weltkulturerbe gestellt.
Natürlich auch zum Schutz,der vom aussterben bedrohten Gänsegeier.


Liebe Grüße
Bea2
 
Servus Bea,
ich gehe mal davon aus, auch ihr habt in den Altbestand investiert. Hat diesmal nicht sollen sein, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben, wir kommen wieder.
Es lebe der Westen!
Auch liebe Grüße
Hans
 
Ja lieber Hans,
mein Zeitfenster, war leider sehr eng, aber der Mohnkuchen hat auf euch gewartet.


a presto
Bea
 
und eines sag ich dir Hans,.....die Bea die kann backen....haste was verpasst!

Thema Ferienhaus anders, warste auch in Torre dei corsari? Da findet man nach der Saison nur noch Handwerker die reparieren, auch so in Pistis.
die Siedlungen fallen auf, auf den Hügeln nah des Strandes, verschandeln tuen die jetzt nicht so wirklich in meinen Augen, aber sie wirken trist und leer, gleich wie ein Skilift im Sommer. sie sind da, sie dienen einem temporären Zweck, der dem täten die Bewohner alle mit Wohnmobil kommen auch kein anderer wäre. Leben ist da natürlich nicht, eher ein aufbrausen. Ich persönlich geniesse die Stille wenn alle wieder weg sind, schaue vom Strand aus auf die Silouette und denke mir "Nö - brauch ich nicht, ich bin glücklich in meinem kleinen Bergdorf inmitten der Hügel, wo der Nachbar seine Trauben knatternd heimfährt nicht ohne mir einen Gruß zu zu werfen, der Hund der Ape hinterher bellt, die Kirchturmglocke die Zeit anschlägt. ein Haus am Strand !?, ja schön, aber einsam!

...abgesehen davon wär das Strandhaus viel zu teuer und tät im Vergleich genau so viel Arbeit machen wie die Renovierung meines garnicht so kleinen alten Dorfhauses, welches in über 100 Jahren immer wieder mal um einen Raum gewachsen ist, Stück für Stück, mit einer kleinen Geschichte zu jedem Raum und einer großen zum Haus. Mein Haus hat viel erlebt und lebt dank mir weiter.
 
Ja mein Bester, genau das meine ich, ist doch schön, wenn wir in diesem Posting mal die andere, die gut Seite betrachten.
Torre dei corsari, ja, ist ja grausam, Martin wollte da unbedingt hin weil so schön im Reiseführer beschrieben, der war wohl auch schon 2 Tage alt.
Ich war mal so 6Tage in Torre Chia, aua.
Nebenbei hab ich mir gedacht, schaust Dir mal die ganzen geilen Strände an. Zugegeben der Tueredda, Cala Cipolla, sa Colona und der große dazwischen, die könnten superschön sein, aber das war mir im Oktober noch zu voll, ich will garnicht wissen , wie es da zugeht, wenn die Parkplätze alle voll sind.

Hans
 
Zuletzt geändert:
Die "Anlage" von Filices (Torre Dei Corsari) ist nicht grausam und wo sollen Sie den Wohnen und leben? Du/Ihr seht die Anlage. Die Ihr dort habt gesehen wie sie arbeiten - Sie wohnen auch dort. Sie bringen von dort Ihre Kinder zur Schule (Arborea) und holen sie wieder ab. Und weil ab Oktober so gut wie keiner kommt, fährt der eine Ehemann (von 3) - nei er fliegt nach Mailand (Cagliari und dann mit der Bahn und von dort mit Auto) um dort 10 tage durch zu arbeiten - hat dann 5 Tage frei und die verbringt er dann bei seiner Familie, am Hang.......

Bitte nicht alles bewerten wenn man es nur von einer Seite kennt.


Servus con piancere,

die wenigsten hier bewerten alles von einer Seite und die wenigsten wollen den Sarden etwas schlechtes. Ich schließe mit HansP1 aber an, die Anlage ist grauenvoll. Torre dei Corsari ist einer jener Orte auf Sardinien, die ich seit Jahren meide wie die Pest. Stintino ist auch so ein Fall.

Das heißt nicht, dass ich oder Hans sich freuten, wenn die Sarden arbeitslos sind. Nur beschreibst du ja selbst, welche Arbeit dort entsteht: Arbeit, für die die Leute ihre angestammten Wohnungen verlassen müssen/mussten, Arbeit, die die Familien drei Monate im Jahr ernährt und danach zum Verlassen der Insel zwingt. Ich bin nicht informiert, wem die Anlage in TdC gehört ... es sollte mich aber sehr wundern, wenn es ein Sarde wäre. Sprich ein norditalienischer/französischer/... Konzern oder "Investor" klotzt in Sardinien die Landschaft voll, lässt die Sarden für ihn buckeln ... und wenn die Saison vorbei ist, gehen die Lichter aus und niemand interessieren die Leute vor Ort mehr. Ich weiß, dass Sardinien nicht Bayern ist und viele Leute nach dem Motto "hauptsache irgendeine Arbeit, egal wie scheiße" verfahren müssen. Trotzdem werde ich das nicht gutheißen.

Was aber bleibt, wenn die Arbeit vor Ort im Oktober nicht mehr existent ist und die Männer in Norditalien sind, die Kinder jeden Tag 20 Kilometer pro Weg in die Schule fahren und sich sonst in einer Geisterstadt langweilen? Eine durch diese Siedlung verschandelte Landschaft, die wiederum andere Touristen einen großen Bogen um diese Ecke (und irgendwann, wenn der Trend so weiter geht, ganz Sardinien) machen lassen. Und wir geben auch Geld aus, keine Sorge.

Diese Kombination, schlechte Arbeit für die Sarden und die Verschandelung der Landschaft in Kombination, zwingt mich, mein Urteil von oben zu revidieren. Torre dei Corsari ist nicht grauenvoll. Es ist schlichtweg eine Frechheit für alle Beteiligten.
 
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