"Die Architektur von Santa Teresa di Gallura, wo wir für zwei Nächte in einem angenehm geheizten Hotel logieren, überrascht mit ihrem südamerikanischen Charakter."

Was haben die Leute denn da gesehen?
 
"vom winde verweht" ? (naja, geht zumindest mal richtung süden in amerika)
 
"... Die Wegart erinnert an die Alpen ..."

So, so, es gibt sie also doch, die sardischen Dolomiten ... - wenn das jetzt schon die Neue Züricher Zeitung schreibt ... whistling
 
"Die Architektur von Santa Teresa di Gallura, wo wir für zwei Nächte in einem angenehm geheizten Hotel logieren, überrascht mit ihrem südamerikanischen Charakter."

Was haben die Leute denn da gesehen?


... vielleicht haben sie nach dem 5. Glas Vermentino noch mal nach draussen gesehen..... oder auch nach dem einen oder anderen Mirto....
 
..die Häuser sind ja vielfach in unterschiedlichen Pastellfarben gehalten, und die Strassen im 'Schachbrettmuster' angelegt, vielleicht war auch das ein Grund für das 'südamerikanische'...
 
Hm, wir werden es nicht rausfinden, es sei denn, jemand der schon mal in Südamerika war, gibt den entscheidenden Hinweis. :cool:
@peko ?!?
 
So, so, es gibt sie also doch, die sardischen Dolomiten ... - wenn das jetzt schon die Neue Züricher Zeitung schreibt ... whistling

Dieser "Dolomiten-Vergleich", den wir hier schon einmal am Wickel hatten, beruht schlicht auf einem Missverständnis. Dolomit-Gestein (der Name "Dolomit" ist nach einem französischen Geologen benannt) ist ein Kalkgestein, aus dem viele Gebirgszüge bestehen, z.b. die Dolomiten in den ital. Alpen, aber u.a. auch Gebirgszüge auf Sardinien, vornehmlich im Osten der Insel bis zum Supramonte u. der Gennargentu-Bergkette. Auch der Mont'Albo, auf den ich hier täglich blicke, besteht aus Dolomit, daher der Name, "weißer Berg". Wenn also irgendjemand mal von "sardischen Dolomiten" gesprochen hat, war damit sicherlich nicht die Ähnlichkeit von Bergmassiven in der Form gemeint, sondern die Gesteinsart. Viele nützliche Infos zum Gestein im Internet.

Günther
 
Ja, Dieter, wenn ich in den Ferien bei meinen Verwandten in Niersbach (Post Speicher) gewesen bin, sind wir manchmal nach
Gerolstein gefahren. Das Mineralwasser konnte man sich umsonst an einem Hahn zapfen.

Günther
 
Hallo Günther,
das ist aber schon lange her. Nix mehr mit kostenlosen Wasser. Die Leute haben aber auch übertrieben und haben sich kastenweise bedient.

LG

Dieter
 
jo, da gehn wir dann besser mal nach san leonardo oder san antonio oder so...
 
Hm, wir werden es nicht rausfinden, es sei denn, jemand der schon mal in Südamerika war, gibt den entscheidenden Hinweis. :cool:
@peko ?!?

Definiere "Südamerikanisch"! Ist das ein ähnlicher Stil wie der "europäische", der "asiatische" oder der "amerikanische"?
Aber abgesehen von derlei Gemeinplätzen könnte ich bei Sta Teresa vielleicht noch eine Ähnlichkeit mit manchen Orten in Mexico sehen - das allerdings, als ich das letzte Mal dort war, noch in Mittelamerika lag ...
Wenn man schon vergleichen muss, dann noch am ehesten die Dörfer im sardischen Landesinneren mit Dörfern in den Anden von Ecuador, Peru oder Bolivien. Mag sein, dass die ähnliche Lebensweise der Bauern und Hirten hüben wie drüben unter ähnlichen Bedingungen zu einer ähnlichen Bauweise geführt hat: Baumaterial aus dem nahen Umfeld, Zweckmäßigkeit geht vor Ästhetik, Geld für Dekoration als Selbstzweck gibt's kaum. Also schlichte Steinbauten, wo kein Stein, da Adobe (ungebrannte Lehmziegel), aus Kosten- wie auch sozialen Gründen mehrere Generationen unter einem Dach, der wichtigste Besitz - das Vieh welcher Art auch immer - oft in für uns unvorstellbarer Nähe. Und die Leut' im Schnitt kaum größer als 1 Meter 60.

Das andere Gesicht "Südamerikas" - die Wolkenkratzersilhoutten der Megastädte (allein in Mexico City leben mehr als 12mal soviele Menschen wie auf ganz Sardinien, nämlich über 20 Millionen!) - sieht man auf Sardinien GottseiDank ebensowenig wie die riesigen Slums; obwohl die Landflucht, Ursache der meisten lateinamerikanischen Favelas, auch auf Sardinien durch immer mehr verlassene Bauernhäuser von Jahr zu Jahr deutlicher sichtbar wird. Aber das wird die Autorin des Reise-/Wanderberichts wohl nicht gemeint haben - weder die Wokenkratzer-Skyline im Centro Storico noch die Barrios aus Karton und Wellblech am Stadtrand von Sta Teresa...

peko
der kein Freund von Vergleichen um jeden Preis ist, nur um publikumswirksame Schlagworte (südamerkanischer Charakter, Karibik-Flair etc) in seinem Text unterzubringen
 
Schon klar, Michaela, ich meinte nicht Dich damit, sondern die Autorin dieses Artikels. Südamerika ist ein riesiger Subkontinent, es ist also absurd von einem "südamerikanischen Charakter" zu reden. Amazonien, das Pantanal, Nordanden, Südanden, Feuerland, die Atacama, Quechua, Aymara, Shipibo, Auca, Nahuatl, Maya, da gibt's so viele Kulturkreise, Ethnien, Religionen, Sprachgruppen usw. Ich kenne nur einige kleine Bereiche Süd- und Mittelamerikas, die z.T aber recht gut. Nur weil irgendwo zwei Kleinstädte überwiegend aus einstöckigen Häusern, weiß angefarbelt, bestehen, gleich eine "Charakterähnlichkeit" zu sehen, ist für mich eine derbe Oberflächlichkeit des Autors. Nach dieser Betrachtungsweise hat Sta Teresa auch einen "burgenländischen Charakter" (das Burgenland ist das südöstliche Bundesland Österreichs, hart an der Grenze zu Ungarn. Und da die Ungarn ebenfalls eine hervorragende Salami herstellen, könnte man in Ungarn ja auch einen "sardischen Charakter" sehen...)

Du kennst ja Isola Rossa, Michaela, nehm ich an. Weit und breit kein Haus, dafür erinnert das Wasser ans Tote Meer? Solche Beschreibungen, auch wenn sie den Enthusiasmus des Autors/der Autorin wiederspiegel wollen, sind einfach nicht seriös - da hab ich dann ein berufs(ehre)bedingtes Problem damit. So wie eben auch mit dem "südamerikanischen Charakter" Sta. Teresas.

LG
peko
 
Es könnte die Gruppierung der teilweise etwas farbigen Häuser um den Platz sein. Eine gewisse Ähnlichkeit mit einem mexikanischen oder südamerikanischen Zoccalo (Platz) könnte der Grund dieser Aussage sein, es fehlt aber die Kirche.
Sardinienfans
 
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