Wandern, Trekking Wandern in den Bergen Sardiniens

Georgie

Sehr aktives Mitglied
Aus Respekt vor der Vermissten im Mont'Albo aber dennoch im Zusammenhang mit dem Unglück möchte ich ein neues Thema erstellen.

Die Einheimischen haben allgemein sowie auch im aktuellen Fall überhaupt kein Verständnis dafür, dass man sich alleine auf Wanderung in die sardischen Berge begibt und deshalb evtl. große Suchaktionen gestartet werden müssen. Die Berge, so auch der Mont'Albo bergen vielerlei Gefahren in sich, tiefe Löcher und Spalten, in die man stolpern und abrutschen kann, Stürze, die ein Weiterlaufen unmöglich machen, Tiere, die angriffslustig sind, wenn sie Junge haben, und vor allen Dingen sich verlaufen. Handy Empfang gibt es nicht überall, auf Wanderzeichen soll man sich nicht verlassen.
Also, 1. Regel: Wandere NIE ALLEINE, mindestens zu zweit oder noch besser in einer Gruppe mit einem ortskundigen Führer.
 

Sbodeschuh

Sehr aktives Mitglied
Und das gilt natürlich nicht nur für Sardinien. Im gebirgigen Gelände, gerade wenn Mobilfunknetze löchrig sind - und das gibt's hier in Bayern auch -
niemals alleine gehen!
 
Aus bisheriger Forums-Erfahrung habe ich mich bisher dazu nicht geäußert. Aber wer alleine ohne präzise Ortskenntnisse und Erfahrungen in quasi alpinen Gebirgszügen, dazu noch aus Kalkgestein, sich auf den Weg macht, handelt leichtfertig.
 

Bea2

Sehr aktives Mitglied
Gästen von uns, haben die komplette Orientierung bei einer Wanderung nah Arzachena verloren.
Sie haben sich dann auch noch getrennt,.
Der Ehemann und Vater, der alleine Hilfe holen wollte, hat sich den Fuß verstaucht, die Frau und Kinder, sind dann in irgendeinem Dorf gelandet und dann musste der Vater gesucht werden.

Bea2
 

peko

Sehr aktives Mitglied
hui...

ich dachte ohne GPS geht heut so gut wie niemand mehr vor die Haustür?

Nur zur Erklärung für Nicht-Navi-Benutzer: die allermeisten nützen ein Navi(gationsgerät). Diese Geräte bzw Handy-Apps sind zum allergrößten Teil straßengebunden, was bedeutet, dass man damit Routen von A nach B fahren/gehen kann, aber eben nur auf öffentlichen Straßen. Je nach Gerät sind mehr oder weniger strade bianche im Kartenmaterial enthalten, also Feldwege, aber selbst wenn sie im Programm drin sind, blenden sie die meisten User (zur Schonung ihrer Ölwanne und sonstiger aufsitzgefährdeter Teile) aus. In Gebieten ohne öffentliche Straßen, also im freien Gelände, nützt so ein Navi überhaupt nichts.
Dazu kommt, dass die "Navis" bei Autos jüngerer Produktion normalerweise bereits ins Fahrzeug integriert sind und nicht zu Fuß mitgenommen werden können.
"GPS" (Global Positioning System/USA, daneben gibt es noch Glonass/Russland, Galileo/Europa und noch ein paar Exoten) ist lediglich das Satelliten-System, auf dem die meisten "Navis" basieren.

Und dann wird GPS auch von echten "GPS-Geräten", zB Garmin oder Magellan, genützt, die, entsprechendes Kartenmaterial vorausgesetzt, auch im freien Gelände den Standort auf ca 20m genau bestimmen und anzeigen. Solche Geräte werden, auch aus Kostengründen (sind nicht billig), überwiegend von Alpinisten und sonstigen Outdoor-Spezialisten verwendet. Bei Herrn & Frau Normaltourist findet man sie normalerweise nicht.

peko
 

Afon Ogwen

Aktives Mitglied
Und solche Alpinisten und sonstige Outdoor-Spezialisten sind auch noch ganz anders auf die Herausforderungen vorbereitet, sie wissen vorher, ob ein Berg im Wege steht und haben entweder das passende Material dabei, ihn zu erklimmen,oder in derr Vorbereitung entdeckt, ob der Weg rechts herum oder links weiterführt.....
 

corona niedda

Sehr aktives Mitglied
und noch ne laienhafte Frage....
bei jedem Smartphone gibts doch irgendwo im Menue die Entscheidungsfrage:"meinen Standort senden", kann aus- oder angemacht werden, das.

Wenn das an bleibt müsste doch das Gerät leicht zu orten sein, Netz vorausgesetzt?
Hab gelesen irgendwo dass auch bei Wha..sapp jetzt der eigene Standort automatisch eine gewisse Zeit bekanntgegeben wird.... im Prinzip wissen doch dann eh fast alle wo wer grad ist?

öhh, ich hab ein altes Nokia und bin glücklich damit, daher die unprofessionellen Fragen :D
 

peko

Sehr aktives Mitglied
bei jedem Smartphone gibts doch irgendwo im Menue die Entscheidungsfrage:"meinen Standort senden", kann aus- oder angemacht werden, das.

Wenn das an bleibt müsste doch das Gerät leicht zu orten sein, Netz vorausgesetzt?

Genau. Netz vorausgesetzt.
Und selbst dann kann nur die "Mobilfunkzelle" eruiert werden, wo man gerade eingeloggt ist (= bloß der "Antennenmast", an dem das Handy funktechnisch gerade hängt). Mit einem Spielraum von bis zu mehreren Kilometern rundum. Manche modernen Handys können auch den GPSbasierten (wesentlich genaueren) Standort auf Anfrage versenden, aber das muss, zB über eine Notruffunktion, separat aktiviert werden.
Der Mast, bei dem ich meinen Internet-Anschluss mithilfe meiner Richtantenne einlogge, ist mehr als 4 Kilometer von unserem Haus weg.
Und was ein paar hundet/tausend Meter in unserer Landschaft bedeuten, auch wenn man die ungefähre Richtung kennt, weisst Du selber, glaub ich.

peko
 

bo-ju

Sehr aktives Mitglied
Es ist das allgemeine Missverständnis, dass man mit dem Handy, Smartphone oder GPS überall geortet werden kann. Im Prinzip ja......aber.
Habe mich bisher hier rausgehalten, weil ich nicht dauernd den ucello di malaugurio spielen will. Aber bitte versucht mal zu verstehen, was in Sardinien so besonders anders ist.

Die Insel gleicht an VIELEN Stellen, besonders dort, wo früher Bergbau betrieben wurde, einem Schweizer Käse. Von normalen, so wie so schon gefährlichen Felsspalten und Löchern abgesehen, gibt es diese vielen Versuchsbohrungen, unendlich tiefe Löcher, die nicht immer eingezäunt sind und oft schon fast zugewachsen sind. Wer dort hineinfällt und sich nicht gleich das Genick bricht, mit Freude das Handy aus der Tasche zieht, hat ganz schlechte Karten. Dort unten hat er keinen Empfang. Und wird möglicherweise nie gefunden.

Eine alte Frau, die mittags aus dem Haus ging um schnell einen Arm voll Holz zu holen, kam nie zurück (vor nun ca. 30 Jahren) und wurde nie gefunden. Ein Pilzsucher suchte unter einem Felsvorsprung und fand statt Pilzen das Skelett eines seit 25 Jahren Verschwundenen. (Bei Santadi). Irgendwann gab man eben die Suche nach ihm auf, denn er glitt aus auf dem Felsen und fiel unterhalb desselben in eine halb überwucherte Felsspalte, wo man ihn nicht sah.

Deshalb meine Bitte: Geht NIEMALS alleine in die Berge und Wälder!! Ich weiss, was ich sage, denn ich bin beim Mineraliensammeln (was man damals noch unbegrenzt durfte), selbst fast in so ein Loch gefallen und habe es nur vermeiden können, weil ich schnell genug war, mich rechtzeitig zurückfallen zu lassen. Danach warf ich einen Stein runter und mir wurde schlecht, weil es so elend lange dauerte, bis er unten aufschlug.

Zur Orientierung: Das war oberhalb des Dörfchens Gonnesa in einer romantischen und friedlichen Gegend, garnicht weit vom Meer entfernt.
 
A

Ausgetretenes Mitglied 1976

Gast
Und dann wird GPS auch von echten "GPS-Geräten", zB Garmin oder Magellan, genützt, die, entsprechendes Kartenmaterial vorausgesetzt, auch im freien Gelände den Standort auf ca 20m genau bestimmen und anzeigen. Solche Geräte werden, auch aus Kostengründen (sind nicht billig), überwiegend von Alpinisten und sonstigen Outdoor-Spezialisten verwendet. Bei Herrn & Frau Normaltourist findet man sie normalerweise nicht.

peko

Wenn wir neue Wege suchen, haben wir immer 2 GPS -Gerät dabei! Wenn wir anschließend unsere Tour auf Google Earth anschauen, stellen wir sehr oft fest, daß die Geräte immer wieder ohne Empfang waren. Selbst wenn man den selben Weg zurück geht, erkennt man diesen ohne GPS nicht wieder.
In diesem Sommer wurden auch hier im Sulcis mehrere Personen erst nach zum Teil mehrtägigerSuche wieder gefunden.
Ciao, Jürgen
 

sardegnaorange

Sehr aktives Mitglied
Aus Respekt vor der Vermissten im Mont'Albo aber dennoch im Zusammenhang mit dem Unglück möchte ich ein neues Thema erstellen.

Die Einheimischen haben allgemein sowie auch im aktuellen Fall überhaupt kein Verständnis dafür, dass man sich alleine auf Wanderung in die sardischen Berge begibt und deshalb evtl. große Suchaktionen gestartet werden müssen. Die Berge, so auch der Mont'Albo bergen vielerlei Gefahren in sich, tiefe Löcher und Spalten, in die man stolpern und abrutschen kann, Stürze, die ein Weiterlaufen unmöglich machen, Tiere, die angriffslustig sind, wenn sie Junge haben, und vor allen Dingen sich verlaufen. Handy Empfang gibt es nicht überall, auf Wanderzeichen soll man sich nicht verlassen.
Also, 1. Regel: Wandere NIE ALLEINE, mindestens zu zweit oder noch besser in einer Gruppe mit einem ortskundigen Führer.

@Georgie - du sprichst mir aus dem herzen. mein mann wollte vor jahren mit unserem sohn eine wanderung zu einem alten köhlerhafen machen. ich bestand darauf, dass sie noch eine 3. person mitnahmen (was mir einige "du hast ja n vogel" einbrachte). zwar war der 3. mann dann das größte problem (engländer, wanderausrüstung eher so mau), aber trotzdem war ich froh, denn wilde tiere gab es dort genug (ein angeschlagenes wildschwein z.b.), keine wege im sinne von: hier gehts lang. zum glück war mein mann schon mehrmals dort und alles ging gut, aber immer, wenn diese tour ansteht, mache ich mir so meine gedanken (und nein, ich gehe da nicht mit, auch wenn das ziel wirklich traumhaft ist - zuviele höhenmeter ;) )

lg anke
 

Padriesi

Aktives Mitglied
Moin zusammen,

ich bin ja recht häufig, meist alleine, in der sardischen Natur unterwegs. Allerdings laufe ich nie in mir unbekanntem Terrain solo. Außerdem spreche ich vorab mit Freunden/Bekannten/Familie über mein Vorhaben und zeige ihnen in welcher Ecke ich mich aufhalten werde und sage, wann ich wieder zurück bin. Mit dabei habe ich immer mein altes Garmin Outdoor Navi, mit dem ich mich wunderbar orientieren kann. Sehr nützlich ist die Funktion einen Track aufzuzeichnen. Das ist sowas wie eine Brotkrumenspur - man kann sehen wo man gestartet ist und welchen Weg man gegangen ist. Für Smartfons sollte es sowas als App geben.

All das schützt einen natürlich nicht davor, abzurutschen oder von einem Stier angegriffen zu werden oder sich den Fuß zu brechen und damit nicht mehr weiter zu kommen. Auf der anderen Seite frage ich mich gelegentlich, ob wir mit unserem Sicherheitsdenken nicht auch ein wenig übertreiben. Eine Fahrt mit dem Auto, hier über den Kölner Autobahnring, ist zumindest für die Nerven schierer Mord.
 

corona niedda

Sehr aktives Mitglied
Leben is halt immer lebensgefährlich.... aber sooo schön. Und absolut kein Grund nur noch ängstlich unterwegs zu sein...

wenn ich denk wo ich/wir früher rumgekommen sind, ohne Handy, in den Hochalpen, per Fahrrad und Zelt in den Abruzzen und weiter rauf und runter, aufm tiefsten Land in Frankreich, schon mal 20 km kein nennenswerter Ort erreichbar,

war superschön und total selbstverständlich. Heut geht kaum noch jemand ohne Handy vor die Tür. Will nicht sagen das sei generell sinnlos. Aber vielleicht etwas verkrampfter als früher und etwas verkrampfter als nötig.

Klar, die nötige Vorsicht in den Bergen ist obligatorisch.
 

Maren

Sehr aktives Mitglied
"Die Einheimischen haben allgemein sowie auch im aktuellen Fall überhaupt kein Verständnis dafür" - welche Einheimischen? Man schaue sich mal die FB-Site der Orte in der Gegend an, da kriegt man ein ganz anderes Bild.

Dass auf Sardinien viele Leute kein Verständnis haben ist schon klar, wäre andernorts auch so - doch in Gegenden, wo Wandern etwas ist, was eigentlich eh nur Touris machen, findet man sowas halt eigenartig (alkoholisiert Autofahren zB geniesst da mehr Akzeptanz).

Fürs Gebirge hält man sich überall am besten an dieselben Regeln bzw. Vorsichtsmassnahmen, es gibt auch in den Alpen Gegenden, in denen man nicht wirklich Handy-Empfang hat.
 

peko

Sehr aktives Mitglied
Sehr nützlich ist die Funktion einen Track aufzuzeichnen. Das ist sowas wie eine Brotkrumenspur - man kann sehen wo man gestartet ist und welchen Weg man gegangen ist. Für Smartfons sollte es sowas als App geben.

Gibt es. Eines davon heisst OZIEXPLORER und wurde von einem Australier entwickelt, wo es bekanntlich genug Gegend zum Verlaufen gibt.
Kostet ein paar €, und ist jeden davon wert, auch die PC-Version.
Da es sich dabei um ein sogen. Rasterkartenprogramm handelt, braucht man dafür allerdings Karten des Gebietes, in dem man sich rumtreibt. Solche Karten kann man kaufen oder auch "finden" im Internet.

Sollte sich jemand dafür interessieren, kann ich bezügl. Karten evtl helfen. Ich hab mir zB offizielle IGM-Karten 1:25.000 (Wanderkartenmaßstab) von ganz Sardinien digitalisiert und kalibriert.

peko
 

Georgie

Sehr aktives Mitglied
welche Einheimischen? Man schaue sich mal die FB-Site der Orte in der Gegend an, da kriegt man ein ganz anderes Bild.
Was meinst du damit, Maren? Ich bin nicht im FB. Erkläre das doch bitte.

Wenn Hubschrauber 7 Tage lang über das Dorf zum Mont'Albo fliegen, um nach der Vermissten zu suchen und wenn man weiß, dass zig professionelle und freiwillige Helfer an der intensiven Suchaktion beteiligt sind, kann man das Unverständnis nachvollziehen.
Es geht hier nicht darum, dass Einheimische Wandern sowieso eigenartig finden.

Allgemein gesprochen hast du recht. Ich habe aber auch schon kleine Wanderungen mit einer Gruppe von jungen Einheimischen mitgemacht, sind in Höhlen geklettert, Nuraghe erklommen, sie waren alle begeistert. Die größte Begeisterung galt aber dem Essen nach der Wanderung :D Die junge sardische Generation ist im Wandel und nicht mehr so naturverbunden wie ihre Eltern und Großeltern. Sie machen gerne mal Ausflüge und Wanderungen in die Natur mit, genau so wie sie jetzt ans Meer gehen und es den Touris gleich machen.

Ciao
Georgie
 
Zuletzt geändert:

Maren

Sehr aktives Mitglied
Hi Georgie

Es gab etliche Posts, in denen Mitefühl geäussert worden ist, negative Kommentare habe ich keine gesehen.

In einer Kommentarspalte einer Zeitung hatte allerdings auch jemand geschrieben, dass das unmöglich sei, weil es Kosten verursache und es wurde die Frage gestellt, wie das in anderen Ländern gehandhabt würde diesbezüglich. Ich weiss nun nicht, inwieweit in Italien Bergungskosten in Rechnung gestellt werden...

Technische Ausrüstung, wie hier empfohlen, ist ja gut und recht: Man wird dann gefunden. Aber gerettet muss man je nachdem trotzdem werden (und hat dann hoffentlich eine gute Versicherung für solche Fälle). Ich frage mich manchmal, ob diese Ausrüstung nicht dazu beiträgt, dass man meint, überall durchlaufen zu können. Ich finde auch, dass man es übertreiben kann mit dem Sicherheitsdenken. Gleichzeitig finde ich, dass der Mensch ja nicht überall rumwandern muss, vielerorts nimmt das ja mittlerweile Ausmasse an, die ich persönlich einfach übel finde (glücklicherweise nicht auf Sardinien).

Lg, Maren
 

bo-ju

Sehr aktives Mitglied
Wir haben damals ausrangierte italienische Militärkarten benutzt, die SEHR genau und für unsere Zwecke ausreichend waren.
Sie wurden in der Libreria Dessi in Cagliari verkauft. Aber die existiert , glaube ich in der Zeitung gelesen zu haben, nicht mehr. Sie hatten eine riesengroße Schublade voll davon, wo man sich die gewünschten raussuchen konnte.
 

Radko

Neues Mitglied
Inzwischen gibt es ja von Kompass auch Wanderkarten von Sardinien. Die sind sogar recht genau, das Dumme ist nur, dass gar nicht all die Pfade und Wege eingezeichnet werden können, die teilweise kreuz und quer durch die Landschaft verlaufen.
Dass man sich in den Bergen nicht auf dauerhaften Handy-Empfang verlassen kann, sollte eigentlich klar sein. Ein weiteres Problem bei längeren Touren sind die Akku-Laufzeiten...

Wir nehmen bei Touren immer ein GPS-Gerät (Garmin e-trex 30) mit, inkl. Erstazbatterien und trotzdem eine Karte und einen Kompass.
Als Kartenmaterial für das GPS kann ich die Karten von http://www.freizeitkarte-osm.de/ empfehlen. Die basieren auf openstreetmap und werden ständig aktualisiert. Es sind zwar auch hier nicht alle Wege verzeichnet, aber man kann sich ja Wegpunkte setzen, damit man wenigstens zurück findet.

Verbandszeug sollte eigentlich auch selbstverständlich sein aber das scheint sich kaum durchzusetzen. Sehr vorteilhaft sind die Rettungsdecken aus dem Kfz-Verbandskasten. Die wiegen fast nix und schützen zumindest mal für eine Nacht ganz gut vor Kälte, Wind und Regen.
 
Wir haben ein Garmin. Wenn wir irgendwo wandern wollen, haben wir dann normalerweise die Topo-Karten dabei. Außerdem gibt es bei Rother schon seit Jahren die Möglichkeit die in den Büchern angegebenen Touren als Track runterzuladen. Hilft auch recht gut bei der Orientierung.
 

leerotor

Sehr aktives Mitglied
Hallo
bin jetzt schon seit jahren allein auf Sardinien unterwegs. idr treffe ich pro tour ca 1,2 leute( wenn mir mal ein holl. paar über den weg läuft bin ich halt auf den nächsten 5 touren alleine). das liegt nicht unbedingt daran dass ich so gerne alleine bin sondern auch daran, das alle (fast alle 2 ausnahmen) Sarden nur zur Jagd oder zum schwammerlsuchen sich nicht weiter als 200 meter von ihren heissgeliebten macchinas entfernen.sowie 95% der ausländischen touristen zur Kategorie " extreme arschbräuning" gehören. was dann noch übrig bleibt, gibt spätestens dann auf wenn die 5 Abzweigung ohne Markierung/ Ausschilderung passiert wird.
also noch mal langsam zum mitschreiben: monte limbara, sette frattelli, Porto Conte( punta giglio), in diesen gebieten haben forrestales die wanderrouten gut bis sehr gut(limbara) markiert.
überall anders fehlen diese durchgängigen Markierungen vollständig oder sätestens in 0.5 h Entfernung ab Parkplatz.

Voraussetzung : ein gps mit kartendarstellung(kein autonavi und schon gar kein Smartphone dass auf empfang angewiesen ist.)
ein richtiges gps funktioniert unabhängig von jeglicher netzabdeckung.
mein Garmin 62 mit der osm karte freizeitkarte Italien(besser wie die Sardinien karte). zeigt auch sehr viele Wanderwege an.
es gibt auch wanderführer mit gps Daten: mmverlag Sandra lietze, rother iwersen, hike line.
ein gps ist auch sehr beruhigend, wenn man weiss dass die aktuelle hauchzarte pfadspur der richtige weg ist.

wandern auf Sardinien ist wandern im Gebirge und kein heia popeia rumgegelaufe d.h. Rucksack mit 2 Liter/Person ,biwacksack,apotheke,mütze Handschuhe,gore tex jacke, faserpelzjacke/pulover, lange hose(faserpelz erlaubt ein hochziehen der beine bei kratzfreiem weg).
ein Sonnenhut und guter Sonnenschutz gehören dazu, ein Handy( mit der Hoffnung auf empfang im falle eines falles) und ein satz ersatzbatterien fürs gps gehören dazu. Die hauptgefahrenquelle auf Sardinien ist Dehydrierung .hier heisst es die anzeichen zu kennen und umkehren nicht auf irgendwelche quellen hoffen. wer mit leerer drinkflasche noch weitergeht gehört schon der katz.
wer will kann auch eine der neuen kompasskarten mitnehmen, sind nicht so gut wie die osm karte am gps aber schön bunt und ganz nett am gipfel um die hugel zu identifizieren. wenn an einem Parkplatz eine Schautafel mit karte hängt: fotografieren das sind die besten karten die es gibt .die eingezeichneten Wanderwege sind leider oft science fiction (ausnahme limbara). selbst mit perfekten Sprachkenntnissen frag nie einen einheimischen nach einem Wanderweg. das ergebniss ist ähnlich wie in Tirol wo die einheimischen im Hochsommer vor Lawinen warnen die es ausserhalb des Wirtshauses geben soll.
noch eine Warnung zum schluss: manche wanderführer stehen kurz vor der Einbürgerung und fahren somit mit ihren Mietwagen über die rumpeligsten strada Bianca kilometerweit bis zum ultimo. d.h besonders für womos bleiben einige touren unereichbar.

Das ewige Dogma nie alleine möchte ich hiermit mal etwas relativieren:
1; nach 40jahren im alpinen Hochgebirge und ca 1 000 000 höhenmeter weiss man was man tut und was geht und was nicht oder man gehört den geiern
2; die Konzentration ist um Klassen besser wie in Begleitung von dauerquasslern.
3; geführte Wanderungen: wer einmal erlebt hat wie die asi ihre kunden auf die wanderer-misshandlung fuili Luna schickt....statt sisine Luna..... mille grazie
gruss felix
 

Otus Scops

Aktives Mitglied
Hallo,
ich komme gerade aus meinem diesjährigen Sardinienurlaub zurück und war dort wie meist alleine wandern. Nachdem ich bei einigen Urlauben einen unhandlichen Garmin-Klotz mitgeschleppt hatte, habe ich seit letztem Jahr ein Smartphone, auf dem ich alle Touren aus den Wanderführern speichere. Man kann sie sich in dem sehr nützlichen Wandernavigationsprogramm Locus anzeigen lassen. Locus gibt es als kostenlose Version, die bis auf die etwas lästige Werbung völlig ausreichend ist. Man kann dazu kostenlose vektorbasierte Karten aus dem Internet laden, so dass man unterwegs vom Empfang, den es ja sehr oft nicht gibt, unabhängig ist. Man hat die Karten mit den meisten Wegen auf dem Handy gespeichert. Per GPS kann man sich dann immer anzeigen lassen, wo man gerade ist. Als zusätzliche Stromquelle nehme ich eine Powerbank mit, die mir ca. 3 bis 4 zusätzliche Akkuladungen zur Verfügung stellt. Man kann übrigens mit Locus auch Routen aufzeichnen und sich bestimmte Wegpunkte, sogar mit Foto, speichern.

Und etwas habe ich auch noch gelernt, vielleicht wissen das alle, die auf Sardinien wandern. Aber vielleicht interessiert es ja doch noch jemanden: Wenn der Weg mit dem selben Zeichen markiert ist, kann es sich trotzdem um eine andere Strecke handeln. Man muss zusätzlich auf die Nummer achten und genau auf dem Navi schauen, ob man noch auf der gewünschten Strecke ist.
Auf dem Weg zum Monte Tiscali bin ich die falsche Abzweigung gegangen (auf dem Bild den linken Weg), weil ich die Markierung gesehen habe und dachte, das wäre der richtige... aber man beachte die Nummer, sie ist auf dem Felsen zu sehen. Die rechte Abzweigung wäre richtig gewesen und die Nummer sieht man an dem Baum.
Wobei am Ende war mit Hilfe des Navis der Weg zwar 2 Stunden länger, aber dennoch viel schöner als der "richtige".

20180329_171637.jpg

20180329_171655.jpg

20180329_171714.jpg
 

leerotor

Sehr aktives Mitglied
hallo
das Smartphone wäre eigentlich eine gute Sache.....wenn die dinger nicht so unhandlich gross wären und die Displays nicht beim leisesten Windhauch zerspringen würden und nicht nur bei guter netzabdeckung funktionieren würden. ein "gps gerät" dass in watte verpackt tief im Rucksack steckt....
führt dann zu..... vgl oben.
Da ein notrufgerät zur wesentlichen sicherheitsausstattung gehört, kann man auf ein Handy(mit gps als backup) nicht verzichten.
ein ganz wesentlicher Vorteil ist die abfrage der wettersituation.

mein Garmin gps 62 bleibt weiterhin meine erste Wahl, da unabhängig von der netzabdeckung.....kleinere stürze/aus der Hand rutscher keinen totalschaden darstellen und das ding an einem Karabiner in den rucksacktragegurt eingehängt immer sofort griffbereit ist. zusammen mit der kostenlosen osm karte freizeitkarte Italien.

PS was ich an obigem Beispiel besonders fiess finde ist nicht das Problem mit den nummern, sondern dass der beschriftete gut lesbare Wegweiser tiscali auch genau nach links zeigt.......die mafia der geführten touren hat da mal wieder zugeschlagen(?). leider gehört das auch zum "wanderparadies" Sardinien. das überprüfen vgl oben jeder Abzweigung gehört nun mal dazu.
mfg felix
 

Sabina

Sehr aktives Mitglied
Es stimmt, man sollte wirklich nicht einfach so allein drauflos, leider, denn es kann ja auch sehr schön sein, so allein mit sich und der Natur! ich mag das zumindest....
aber wenn ich meine Wanderungen in der Toscana und auf Sardinien vergleiche, dann kann ich nur sagen, auf Sardinien ist man wirklich schnell einsam und allein, auch ohne Empfang und ohne über längere Strecken jemanden zu treffen; in der Toscana, so wie ich sie kenne, trifft man immer mal jemanden unterwegs, oder es liegt hier und da ein einsamer, aber bewohnter Hof, es sind auch mehrere Wanderer unterwegs, oder Mountainbiker etc;
ein Beispiel einer Wanderung vom bekanntermassen sehr belebten San Pantaleo aus fällt mir gerade ein; da sind wir zu zweit los - ich ganz bewusst nicht allein, musste meinen Partner dazu 'zwingen', der arme Mann :cool::p
und es war wirklich wunderbar in die Berge zu wandern, weitgehend durch ein ausgewaschenes Flussbett, schon das war sehr anspruchsvoll, dazu ein sehr heisser Tag, ich hatte den Wanderführer gut studiert und auch die Beschreibung mit, verlaufen in dem Sinn konnte man sich nicht, da dazu die Berge hier zu markant sind und eine gute Orientierung bieten, aber mich hat die Einsamkeit und die Stille fasziniert, in den ganzen Stunden sind uns nur 2 junge Leute, Schweden glaube ich, entgegengekommen; wenn ich mir dann vorstelle, wie wild und einsam andere Ecken der Insel sind (und dann noch die oben beschriebenen Gefahren der Löcher und Spalten).. nein, ich würde es nicht allein unternehmen, auch keine Wanderung von 'nur' 3 oder 4 Stunden;
 

bonzinib60

Sehr aktives Mitglied
Smartphone und Netzabdeckung: hier scheint es Missverständnisse zu geben.
Man kann auch auf ein Smartphone Karten herunterladen. Danach braucht man keine (Mobilfunk-)Netzabdeckung mehr, genau wir bei den "richtigen" Wander-GPS-Geräten.
Smartphones haben nur 2 Nachteile: empfindlich und schwache Akkuleistung. Den 2. Nachteil kann man durch externe Akkupacks ausgleichen.
 
Anzeige

Themen mit ähnl. Begriffen

Top