Tourismus-Krise auf Sardinien?
Wo entlang geht der "Sentiero" von Teulada? Stichworte genügen. LG Ju
 
Ich schließe mich Jürgen (amichetto) an. Sardinien hat bereits einige Ressourcen (in Natur, Kultur, Archäologie ...), aber viele liegen brach, vor allem, weil es an Informationen fehlt. Ich nenne nur zwei Beispiele aus meiner Umgebung: Das Naturschutzgebiet Usinavà (mit Gian Brama-Ghiniperaglia-Tepilora) und die Bergwerke im Mont'Albo zwischen Siniscola und Lula.

Im Naturschutzgebiet Usinavà gibt es eine einzigartige Flora und Fauna, Gesteinsformationen u. fantastische Ausblicke in die Natur, z.b. auf den Lago di Posada. Es gibt vier angelegte Wanderwege zwischen 4,5 und 8,5 Km Länge, die zu Fuß, zu Pferd oder mit dem Geländewagen zurückgelegt werden können. Eine gut gemachte Broschüre informiert über alle Aspekte des Naturparks ("Guida alla Foresta Demaniale Usinavà", herausgegeben um das Jahr 2000, noch erhältlich bei der Foresta Demaniale Nuoro, Via Trieste 44, Tel. 0784-35730). Aber wer kennt diese Broschüre, wer hat je schon einmal von Usinavà gehört geschweige ist schon dort gewesen? Viele Infos hier: http://www.sardegnaambiente.it/j/v/1189?v=2&c=7216&s=11984
(italienisch)

Die Reste der historischen Bergwerke sind durch Wanderwege verbunden, die sich von den ehemaligen Verladestationen der Mineralien am Meer bis in den Mont'Albo erstrecken. Die Region Sardinien hat ein Projekt finanziert, um diese Region aufzuwerten und auch Touristen zugänglich zu machen. Eine bebilderte Mappe (Miniere di Mare) beschreibt ausführlich sechs Wanderwege, auch mit einer vorzüglichen deutschen Übersetzung. Aber wer kennt diese Mappe, wer kennt eines dieser alten Bergwerke im Mont'Albo? Wir haben die Mappe zufällig im Rathaus von Siniscola gefunden.

Über ein weiteres, noch im Entstehen begriffenes Projekt in der Baronia "La via del Sardo", hatte ich hier informiert. Die Via del Sardo soll sich von Usinavà bis nach Bitti ertsrecken.
http://www.sardinienforum.de/threads/tourismus-projekt-la-via-del-sardo-in-der-baronia.9872/


Günther
 
Zuletzt geändert:
…. Aber dennoch ist jedes einzelne neu entstandene Projekt eins mehr und alleine, wenn ihr und andere hier davon berichten, sind es doch einige Interessierte, die das hier deutschsprachig lesen. In der Hoffnung auf entsprechende Fortführung in die "richtige" Richtung, immerhin ein kleiner Teil und Anfang, so wie vieles andere auch, das auch hier im Forum zur Sprache kommt, vorgestellt wird oder diskutiert wird, danke dafür !

Petra
 
es läuft was :)
war heut laufen in meinem Lieblingswald, und hab die Gruppe Waldarbeiter getroffen, die ich gut kenne, dieses Mal mit capo. Wir kamen auch auf Wanderwege zu sprechen, deren es in dieser Ecke viele gibt, er plant GPS-Routen zu veröffentlichen in genau diesem wunderbaren Wald zwischen Meer und Montiferru, wartet nur noch auf Wanderwegetafeln, die vom italienischen Alpenverein finanziert und hergestellt werden und auf das Ok selbiger Organisation. Kann dauern, aber ist in der Mache ;-)
In jedem Falle freu ich mich über den Kontakt von heut, über so einige bodenständige Leute, die die aufgelassenen Olivenhaine ihrer Grosseltern wieder in Arbeit nehmen, die stolz sind, auf dieser wunderbaren Insel zu leben, auch wenn manches klemmt hier, die naturverbundene tolle Menschen sind.
 
Noch eine nachträgliche Bemerkung von mir. Die mit Tourismus befassten Standes-Organisationen u. Politiker auf der Insel haben schon eine m.E. völlig falsche Ausgangsperspektive - ihnen geht es nur um Quantität, also Anwerbung von mehr Touristen durch Projekte wie "All Inclusive" etc. Das kann auf der Insel nicht funktionieren, dazu sind die Hotelkapazitäten viel zu gering: 107 Tsd. Betten, davon ganzjährig höchsten 25 % verfügbar. Die Auslastung der traditionellen Beherbergungsbetriebe (so heißt das im Jargon) ist also sehr dürftig, wie das die Hoteliers-Verbände ja auch immer wieder bestätigen. Die Regionalregierung bastelt im Moment an einem sog. "Tourismus-Gesetz", wo es im Kern nur darum geht, den Hotels die lästige Konkurrenz der B&B, Agriturismi u. anderer Katergorien des Turismo rurale vom Hals zu halten.

Mir ginge es nicht um Quantität (das kann man auch nicht regulieren, das entscheiden Angebot u. Nachfrage), sondern um qualitative Tourismus-Förderung durch bereits weitgehend vorhandene Strukturen und Projekte (siehe oben). Und diese können bei der Vielfalt der Möglichkeiten auf der Insel nie flächenübergreifend, sondern nur lokal/regional bezogen sein.

Soll heißen: Anstatt als "SardInnen" verkleidete Tourismus-StudentInnen bei der Ankunft der Kreuzfahrtschiffe auf der Mole von Olbia herumtanzen zu lassen (war wirklich so), sollten sich die Region u. die lokalen Institutionen um eine Bestandsaufnahme der bestehenden Angebote u. die Gründung neuer, bedürfnis- u. zielgruppenorientierter Projekte kümmern. Geld ist ja da, auch von der vielgescholtenen EU.

Und wichtig: Warum separate Projekte für Touristen, und nicht für alle? Alles andere wäre Abschottung und das Gegenteil von interkulturellem Austausch.

Aber für die Realisierung sehe ich schwarz. Ebenso wie meine früheren, mit der Materie befassten KollegInnen an der Uni Sassari.

Günther
 
Wenn es so einfach wär'... sollte 'All-in' in ganz Europa, auf der ganzen Welt, 'verboten' werden!!!!!!! es ist eine sehr dumme, einseitige Art Urlaub zu machen, ohne jeglilchen Nutzen für ein Land/ eine Region - sicher selbsterklärend, aber man kann es nicht oft genug sagen und dagegen arbeiten!! mich macht das richtige aggressiv, wenn ich Reportagen darüber - egal zu welchem Urlaubsziel - im TV sehe - unglaublich dann noch, wenn sich Urlauber über mangelnde Qualität (Essen, Service etc) beschweren!! und letztlich wird mit 'All-in' eine schlimme Mehr-Klassen-Gesellschaft weiterhin gefördert!!

Ich hoffe so sehr, dass Sardinien NIEMALS so eine Art von 'Urlaubsziel' wird!!!!!!!
 
Sabine, ich stimme dir voll und ganz zu, aber solange es diese "Geiz ist geil" Mentalität gibt, wird AI im Angebot und für viele attraktiv bleiben :(f
 
solange es diese "Geiz ist geil" Mentalität gibt
Und wer schürt diese Mentalität? Wer erfindet diese Slogans? Wer macht sie gesellschaftsfähig?
Es sind die Mächtigen der Wirtschaft, die auch mit Massen an Billigwaren satte Gewinne einfahren können - anstatt mit Qualität. AI ist dafür das Beispiel im Reisesektor. In anderen Branchen ist es auch nicht anders, was alles andere an zuversichtlich stimmt, dass man AI auf lange Sicht auf Sardinien klein halten könnte.
Sardinien brauchte eine geschlossene Front an Befürwortern der traditionellen Werte und Qualitäten der Insel, um sich dagegen zu stemmen.
sollten sich die Region u. die lokalen Institutionen um eine Bestandsaufnahme der bestehenden Angebote u. die Gründung neuer, bedürfnis- u. zielgruppenorientierter Projekte kümmern
Wir haben die Mappe zufällig im Rathaus von Siniscola gefunden.
Es sieht nur leider so aus, als sei es mit der Kooperation derer, die etwas bewirken könnten, nicht weit her.

LG, Karin
 
Es sieht nur leider so aus, als sei es mit der Kooperation derer, die etwas bewirken könnten, nicht weit her.LG, Karin

Kooperation wäre vielleicht da, wenn man wüsste was der Andere tut. Es fehlt eher jemand, der die ganzen Fäden zusammenführt, damit es ein grosses Ganzes wird.

Das Thema AI sehe ich für Sardinien gelassen, da diese Urlaubsform überwiegend im Badetourismus zu finden ist. Machbar wäre das ab Ostern bis ca. Mitte Oktober. Der Rest ist tote Hose. An eine Subvention der Hotels in den schwach ausgelasteten Zeiten glaube ich nicht, das würde die anderen Regionen auf den Plan treiben, die dann ebenfalls Zuschüsse einfordern.

Falls doch einige AI-Bunker aus dem Boden gestampft werden, man muss ja nicht dort seinen Urlaub verbringen. In diesem abgeschotteten Bereich werden einige Saisonarbeitskräfte von der Insel beschäftigt sein. Ansonsten profitiert Sardinien nicht davon, weil wahrscheinlich alles vom Festland herbeigekarrt wird. Die Wertschöpfung bleibt bei den großen Tourismuskonzernen.
 
Hallo boju. ...und alle anderen.

Der "Sentiero di carbonai" (Köhlerweg) beginnt (und endet) direkt auf der Passhöhe (SS195) zwischen Domus de Maria und Teulada. Er ist ca 7 km lang und gut angelegt. Der 2. Sentiero beginnt an der Kirche San Isidoro, zwischen Teulada und Porto Teulada.
Viel Spaß beim Wandern,
Jürgen
 
...oder: Investitionen in das Wasserversorgungssystem!....glaube kaum, dass die kürzlich in alle Haushalte geflatterte Rechnung zur Sanierung eben dieses Systems ausreichen wird...
Immer schlechtere Trinkwasserqualität, wie in vielen Gemeinden der Fall, animiert nicht gerade zu Ferien auf Sardinien...

LG Verena
 
Früher war alles besser, als noch jede Commune sich um ihr Wasserversorgungsnetz kümmerte.
Da gab es hier einen Mitarbeiter, der sofort, wenn es ein Leck gab, intervenierte.
Den konnte man auch fragen, sag mal weißt du wo vor dem Haus der Abwasserkanal läuft.

Abanoa, soll pleite sein, manchmal dauert es Tage, gar Wochen eh jemand kommt, um ein Leck im Rohr so flicken, dass Wasser läuft munter auf die Strasse.Ich bin mir sicher, das Wasser wird auf die nächste Rechnung der Anlieger verteilt.

Bea2
 
Was Giuseppe Marceddu, Unternehmer, unter Tourismus-Förderung versteht, steht in der "La Nuova" vom 1. Juni: Er will im Nationalpark Asinara, mitten an der Cala d'Oliva, ein 5-Sterne-Hotelkomplex mit 709 Betten hochziehen! Da kommt es gelegen, dass der Nationalpark seit 3 Monaten ohne Direktor ist, weil die Regionalregierung es versäumt hat, einen neuen zu ernennen.
Mir sträuben sich die Haare! Marceddu ist übrigens ein Exponent des PD.

Günther
 
@Su Corvu: Na, da haben wir doch schon ein "prächtiges" Beispiel, worauf dein eingangs genannter Artikel der Nuova vorbereiten sollte... :mad:

LG, Karin
 
Und jetzt lese ich gerade, dass dieses Luxus-Hotel-Projekt in kürze präsentiert werden soll vom ... Umweltminister (!) der Region.
Vorgesehen sind im einzelnen 286 Zimmer, 3 Restaurants, 1 Wellnesszenrum, 1 Einkaufszentrum, 3 Bars. 2 Schwimmbäder (!), Spiel- u. Sportplätze.

Der genannte G. Marceddu ist PD-Politiker in Porto Torres u. von seiner Partei beauftragt worden, einen Plan zur touristischen Entwicklung von Asinara auszuarbeiten. Welch "wunderschöne" Illustration dessen, was diese Kreise (u. wohl nicht nur diese) unter "Tourismus-Entwicklung" verstehen!

(Ich kenne diese wunderschöne Bucht Cala d'Oliva mit Blick auf einen Sarazenturm noch von einer Exkursion zum Hochsicherheitsgefängnis u. Gesprächen mit den Gefangenen u. Mitarbeitern im Jahr 1994).
 
Zuletzt geändert:
dann hoffe ich mal, dass die mühlen dieses mal besonders langsam mahlen, man die trockenen tücher nicht findet und das projekt im sande verläuft (wäre ja nicht das 1. mal und ein hoffnungsschimmer)

lg anke
 
Zuletzt geändert:
Die wären doch dann bezüglich der Geschichte Asinaras dort genau richtig aufgehoben.Natürlich müsste man dann in Anlehnung an Panama noch ein paar Briefkästen aufhängen;)
 

Anhänge

  • _DSC7142.JPG
    _DSC7142.JPG
    94 KB · Aufrufe: 8
.. Cayman Islands lassen grüssen - bei so einem 'Projekt'!! ;)(.)(.):p

Ich hoffe auch mehr als sehr, dass diese Anlage niemals verwirklicht wird, unfassbar!

Etwas möchte ich noch zu den 'jungen Leuten' der Insel sagen: ich habe hier auch sehr sehr gute Erfahrungen gemacht, zB im Korkmuseum in Calangianus, dort hatten wir im Juni 15 eine wunderbare Führung eines jungen Sarden, auch mit guten Englischkenntnissen, und wir werden jetzt im Juni wieder hinfahren!!! Dann auch im Nuraghen Prisgiona - klasse und spannend war die dortige - auch englische - Führung eines jungen Mannes! Für mich sehr gute Beispiele, dass es auch so geht! Und mein Gefühl war auch, dass es alles mit viel Herz und eigenem Interesse an der Ausstellung und dem Nuraghen / der Geschichte angeboten wurde, nicht einfach touristisch!!

salve
Sabine
 
Da sind wir ja rechtzeitig von der Insel gekommen. Das wird ja immer schrecklicher.

Da habe ich dann doch eine gute Nachricht. Ein kleiner Busunternehmer von hier, macht jährlich eine Busrundreise durch Sardinien. Dieses Jahr war das vom 10.05. bis 17.05. Mit erweiterten Frühstück und Abendessen, in kleineren Betrieben.
- Nordküste mit Maddalena,
- fehlen darf natürlich nicht die Costa Smeralda,
- Alghero
- Corso Garibaldi
- Orgololo
- Olbia

Zum Insel kennen lernen eine gute Gelegenheit. Der Preis 699 Euro.

Diese ( AI ) Reisen finde ich gut. Man lernt die Insel kennen und das Geld bleibt auch auf der Insel.

LG

Dieter
 
Anzeige

Heutige Geburtstage

Themen mit ähnl. Begriffen

Top