Flug Flughafen Tortolì vor der Wiedereröffnung?
Der Flughafen Tortolì in der Ogliastra ist seit 2011 nicht mehr in Betrieb, möglicherweise wird er wieder belebt. Eine kleinere schwedische Fluggesellschaft plant nun, Tortolì anzufliegen. Vielleicht ziehen dann ja andere Gesellschaften nach, früher gab es ja auch Flüge der Meridiana vom Festland (mit Turboprop-Maschinen). Für die verkehrstechnisch "abgehängte" Ogliastra wäre das eine positive Entwicklung.
 
Das wäre ein Wunder und zu schön, um wahr zu sein. Hatte zuletzt vor 10 Jahren Aero-Llloyd und Laudaair auch versucht.

Anfliegen wollen bedeutet ja wohl nicht, den Flughafen wieder instand zu setzen. Auf dem Rollfeld grasen die Esel und Schafe, die Feuerwehr und Tankfahrzeuge rosten vor dem Hangar, die anlagen verfallen und ab und an führen die EI eine militärische Übung dort durch.

Kann mir kaum vorstellen, dass eine Fluggesellschaft die dazu notwendigen Sanierungskosten tragen will. Und Herrn Mazella scheint es auch nicht zu motivieren, Geld in die Hand zu nehmen, um seine Ferienclubs besser beschicken zu können. Dazu genügt ein Bustaxi zu den beiden bestehenden Airports. Wer also soll auf den Zug aufspringen?

Der Flughafen wurde lange von der Region zur Pacht angeboten. Warum bisher noch keiner angebissen hat, dürfte angesichts des Zustandes und ohne massive Subventionen klar sein. Und was passiert, wenn Subventionen nicht dauerhaft kommen, zeigt das Beispiel des Airports in Alghero.

Für die Ogliastra ist das ganze traurig, wird sich aber bestimmt nicht so schnell ändern, wie es notwendig wäre.
 
Ich habe jetzt extra mal gegoogelt, 1h45 von Tortolì bis Elmas. Puh, wenn das "abgehängt" ist, was soll dann Südtirol sagen, von wo man teils bis ins Ausland fahren muss, um diese Zeit zu halten? Selbst im reichen (Nieder-)Bayern dürfte es Gegenden geben, die ähnlich "abgehängt" sind und die Leute in Hof und dem südlichen Thüringen bekommen auch schon wieder feuchte Augen und wollen, dass Lufthansa Luft aus Frankfurt zu ihrem Flughafen bringt, sonst war da ja nix drin in den Maschinen.

Hier beklagen sich alle, dass es Sardinien schlecht geht, dass kein Geld da ist, dass nichts voran geht. Und dann kommt als einzige Antwort, dass eine luftfahrttechnisch mit drei Flughäfen völlig saturierte Insel in ihrer am dünnsten besiedelten Region noch einen weiteren Flughafen braucht, der im Sommer ein paar tausend Touristen bringt, aber das ganze Jahr über betrieben werden muss? Vor ein paar Monaten wurde sich hier (zurecht) der Kopf über Alghero zerbrochen, das immerhin den zweitgrößten Ballungsraum der Insel versorgt - und selbst darum wäre es dank der besseren Straßen- und sogar Schienenverbindungen inzwischen nicht mehr schade. Und jetzt soll der Zombie Tortolì wieder ausgegraben werden? Was steht noch auf dem Wunschzettel? Fenosu für die Costa Verde? Quirra für den Sarrabus? Auch da wollen sicher fünf Touristen hin! Im Coghinas-Delta könnte man auch noch etwas bauen, liegt es doch genau zwischen Alghero und Olbia.

Wer glaubt, immer neue Flughäfen seien die Lösung für irgendetwas, der blicke nach Spanien oder auch nur nach Kassel. Immer die gleichen konstruierten Argumente, immer die gleichen Bauchlandungen. Nur, weil dort ein Flughafen ist, verdient der noch lange kein Geld, ganz egal, ob jemand und wer von dort fliegt. Wäre die Nachfrage tatsächlich so groß, würde sich zumindest Onorato garantiert erbarmen und ein paar Fähren mehr nach Arbatax schicken.

Reißt den Mist in Tortolì ab, setzt die angesprochenen Feuerwehren in der Waldbrandbekämpfung ein und baut meinetwegen eine Ecolodge dafür hin, bestenfalls im Besitz lokaler Unternehmer. Endgültiger Ausbau der SS125 zwischen Tertenia und Quirra dazu und es geht noch schneller nach Cagliari. Damit wäre der Region und den Menschen vor Ort bedeutend mehr geholfen als mit drei Flügen am Wochenende nach Mailand, Rom und Wien. Einen anderthalbstündigen Transfer bekommt man schon organisiert, wenn sich das Ziel lohnt. Auf die Landschaft vor Ort trifft das garantiert zu. Was den Rest angeht, hört man ja eher gemischte Urteile.
 
Tolle Worte. Wohnst du in der Region?

Grundsätzlich gebe ich dir sogar Recht, dass es unsinnig ist, den Flughafen zu sanieren.

Aber nur unter der Voraussetzung, dass dafür die eingesparten Gelder in den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur zuegig fließen.

Der Ausbau der 125 zwischen Bari Sardo und Tortoli duempelt seit Jahren herum und die Verbindung zwischen Villagrande und Tortoli ist ebenfalls verbesserungsbedürftig.

Wie du selbst schreibst, ist Ogliastra dünn besiedelt, im Sommer aber touristisch stark nachgefragt , wenn da nicht für viele die vergleichsweise lange Anreise von den Flughäfen Cagliari und Olbia wäre. Wer mit dem Camper oder mit der Fähre kommt, für den ist das meistens kein Problem, aber fuer den Fluggasttouristen offenbar schon.

Man braucht denn nur hier im Forum zu lesen, dass manche Urlauber nach ihrer Ankunft bereits 30 Minuten Fahrzeit vom Airport zum Quartier als zu viel empfinden aber gleichzeitig mit dem Mietwagen in einer Woche Tausende von Kilometern über die Insel gondeln wollen.

Ogliastra lechzt nach stabilen Arbeitsplätzen und dies auch im Tourismussektor, so dass ich gut nachvollziehen kann, wenn sich viele Sarden Hoffnung auf den immer wieder diskutierten Neuanfang am Flughafen machen und die damit verbundenen Jobs.

Ob das gut oder schlecht ist, sei dahin gestellt, Fakt ist, dass die Ogliastra ggue. den übrigen Provinzen Sardiniens verkehrstechnisch benachteiligt, sozusagen abgehängt ist und damit auch von der Beschäftigung..

Fakt ist auch, dass viele Fördergelder in Infrastruktur auch heute noch an der Ogliastra vorbei fließen, die der Region und der Bewohner gut täten. Den Touristen übrigens auch.
 
Ja @qwpoeriu das sehe ich auch so....
Das ist doch eigentlich gerade der Reiz und das Besondere der Region, dass sie nicht so direkt erreichbar ist.
Dass es eine gewisse Anstrengung braucht, um dorthin zu kommen,
die viele, die nur einmal kommen oder ausschließlich am Strandurlaub interessiert sind,
nicht auf sich nehmen wollen oder dann erst bei wiederholten Besuchen.
Dass sie nicht so stark touristisch erschlossen und bebaut ist wie zB die direkte Olbia Umgebung und
das bleibt hoffentlich so...
 
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