Wer mehr als eine Sprache spricht, altert langsamer

Georgie

Sehr aktives Mitglied
Eine neue, groß angelegte Studie liefert nun erstmals deutliche Hinweise darauf, dass Menschen, die mehr als eine Sprache sprechen, tatsächlich langsamer altern.


Wir haben das Glück, dass auf Sardinien Hochitalienisch gesprochen wird, abgesehen von Sardisch, eine großartige Möglichkeit, italienisch zu lernen und zu sprechen.
 
@Georgie

als alter Mehrsprachler kann ich nur sagen:
"Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr!", soll heißen:

wenn Du meinst, erst im Alter mit der Fremdsprachenausbildung anfangen zu müssen, dann ist es in der Regel fast zu spät. Leider setzt beim Menschen schon ab dem Alter von ca. >ab 20-25 die allgemeine Hirnatrophie ein, was dazu führt, daß gerade Fremdsprachenausbildung mit zunehmendem Alter immer schwerer wird (natürlich nicht wirklich komplett unmöglich!).

Nimm Dir ein Beispiel an den alten Sarden. Zwar nicht sonderlich Fremdsprachen begabt, aber sie werden trotzdem recht alt, wobei deren Fremdsprachenkenntnisse sich oftmals entweder auf "durch die Nase" oder auch "einfach nur über andere Leute" zu sprechen, beschränkt.
 
Zuletzt geändert:
@robbie-tobbie

für Menschen, die beim Aufwachsen direkt eine Zweitsprache erlernt haben, da manifiestiert sich dann egentlich das Sprachvermögen dauerhaft lebenslänglich. Inwieweit die sich dann jünger fühlen bzw. als jünger von der Umgebung wahrgenommen werden, darüber kann ich allerdings nicht wirklich eine Aussage treffen.
 
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Also da muss ich dir entschieden widersprechen @Beppe.
Ich bin bilingual aufgewachsen D/E.
Dann musste ich mich durch 5 Jahre Französisch in der Schule quälen mit einem unterirdischen Lehrer. Spreche ich bis heute nur noch grad soviel, dass ich nicht vom Weg abkomm und nicht verhunger.

Mit Italienisch habe ich (bis auf ein paar Worte) erst hier im Alter von 56 Jahren angefangen und bin heute nach 3 Jahren gut genug für differenzierte Diskussionen mit den Behörden, meinem Autoschrauber und meinem Kardiologen, dem ärztlichen Direktor der Uniklinik Sassari. Bei unserem ersten Termin fragte er, ob ich einen Übersetzer brauche, am Ende des Termins fragte er mich, ob ich evtl. mal beim Übersetzen helfen könnte.
Da ich aber untertags oft zwischen D/E/I sprachlich hin- und herpendle, gebe ich zu, dass ich ab und zu altersgerechte Wortfindungsstörungen habe,wenn es um dezidierte Fachtermini geht :)

Ergo ... Man kann das keineswegs generalisierten mit der (Un) Fähigkeit, Ü 50 noch in eine Sprachwelt einzutauchen. Es bedarf allerdings dem Willen, der Disziplin und der Notwendigkeit.
 
Das ständige Switchen von einer Sprache in die andere, auch wenn man diese nicht perfekt beherrscht, ist ein enormes Gehirntraining. Genau das machen wir doch als Residenti und Teilresidenti. Wir pendeln zwischen deutsch und italienisch. Sardinien hält jung!
 
wenn Du meinst, erst im Alter mit der Fremdsprachenausbildung anfangen zu müssen, dann ist es in der Regel fast zu spät. Leider setzt beim Menschen schon ab dem Alter von ca. >ab 20-25 die allgemeine Hirnatrophie ein, was dazu führt, daß gerade Fremdsprachenausbildung mit zunehmendem Alter immer schwerer wird (natürlich nicht wirklich komplett unmöglich!).
es gibt Hirnforscher (z.B. Gerald Hüther), die tendenziell eher zu optimistischeren Ergebnissen kommen.
 
@Piri

ich habe das nicht generalisiert und auch nicht gesagt, daß es nicht möglich ist, sondern gesagt, daß es "mit zunehmendem Alter immer schwerer wird und in der Tat "natürlich auch nicht wirklich komplett unmöglich!" ist.

Jedenfalls scheinst zumindest Du mal eine der leuchtenden Ausnahmen zu sein. Generell hast Du absolut Recht mit: "Es bedarf allerdings dem Willen, der Disziplin und der Notwendigkeit."

Das größte Hindernis hierbei bei vielen, was mir in all den Jahren aufgefallen ist:
dass diese vielfach nicht mal wirklich die eigene Grammatik vollumfänglich in der Muttersprache beherrschen bzw. verstanden haben (was natürlich auch immer eine Bildungsfrage ist). Aufgrund dieses Mankos ist für diese auch das Eintauchen in die Grammatik und Syntax einer Fremdsprache äußerst schwierig.
 
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@Georgie

kann es sein, daß diese ominöse Studie von einer Sprachschule / Sprachinstitut lanciert wurde?
Ähnliche Aussagen lassen sich genauso zu einer Unzahl beliebiger Aktivitäten und/oder Verhaltensweisen aussprechen, wie z.B.:

Wer mehr als eine Sprache spricht, altert langsamer.
Wer mehr Sport treibt, altert langsamer.
Wer weniger raucht, altert langsamer.
Wer weniger Alkohol trinkt, altert langsamer.
Wer weniger Fett ißt, altert langsamer.
Wer mehr Sex hat, altert langsamer.
Wer mehr Schach spielt, altert langsamer.
Wer mehr feiert, altert langsamer.
Wer mehr Bücher liest, altert langsamer.
Wer mehr wandert, altert langsamer.
Wer einen Hund hat, altert langsamer.
u.v.w.m.
 
Zuletzt geändert:
Inwieweit die sich dann jünger fühlen bzw. als jünger von der Umgebung wahrgenommen werden, darüber kann ich allerdings nicht wirklich eine Aussage treffen.
Die Firma, in der ich arbeite, ist über ganz Deutschland verstreut. Wenn wir dann alle Jubeljahre mal eine "Zusammenkunft" haben, ist der meistgehörte Satz: "ich hab Dich jünger in Erinnerung." Also scheint´s bei mir nix gebracht zu haben :p
 
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