Wandern, Trekking Tavolara zu gefährlich für Ungeübte

Bisso

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Klettern in Tavolara einstellen, zu viele Unfälle durch unerfahrene Kletterer
Anordnung des Bürgermeisters von Olbia nach Bewertung der Gefahren an den Hängen
OLBIA, 14. Mai 2025, 13:05

Es hat zu viele Unfälle gegeben, die das Leben von improvisierten Wanderern in große Gefahr gebracht haben, da sie nicht über eine angemessene Ausrüstung verfügten.

Aus diesem Grund hat der Bürgermeister von Olbia, Settimo Nizzi, eine Verordnung erlassen, die das Klettern auf der Insel Tavolara vor der Küste der Gallura verbietet.
Die für das Gebiet zuständige Behörde hat eine Risikobewertung vorgenommen und die Bedingungen für Erdrutsche auf Tavolara untersucht, die an allen Hängen eine „hohe und sehr hohe“ Gefährdung ergab.

Die Analyse der Karten des Hydrogeologischen Strukturplans zeigt außerdem, dass es auf der Insel viele aktive Erdrutsche gibt und dass die Anfälligkeit für Erdrutsche allgemein sehr hoch ist.
Der letzte Unfall in zeitlicher Reihenfolge ereignete sich vor einigen Tagen, am 3. Mai, als sich ein Wanderer bei einem Spaziergang auf der 'Ferrata degli Angeli' verletzte“, erklärte Nizzi, “aufgrund der besonderen Beschaffenheit des Ortes, der unwegsam und hoch gelegen ist, waren an den Rettungsmaßnahmen 14 Bergwachttechniker der Stationen Olbia, Sassari und Nuoro, ein Patrouillenboot der Hafenbehörde und ein medizinisches Team beteiligt, das mit dem Rettungshubschrauber Areus aus Alghero eintraf.
Wenn man davon ausgeht, dass im Sommer die Zahl der Touristen, einschließlich der Sonntagswanderer, stark zunehmen wird, würde sich die kritische Situation im Hinblick auf die Rettung verschärfen und die zu helfenden Personen könnten in größere Schwierigkeiten geraten“.
Die Schönheit der Orte und die atemberaubende Aussicht, die man vom Gipfel der Insel aus genießen kann, verleiten sehr oft Menschen ohne jegliche Erfahrung oder psycho-physische Fähigkeiten zu dem Versuch, den Gipfel zu erreichen, auf dem die berühmte Madonnina-Statue steht. „Es ist unsere Pflicht, die Sicherheit der Menschen zu schützen. Wir haben daher beschlossen, eine Verordnung zu erlassen, die diese Art von Aktivitäten auf Tavolara verbietet, mit Ausnahme von Personen, die im Besitz einer Qualifikation als Bergführer und Sportkletterer sind, und zwar ausschließlich zu Studien- und wissenschaftlichen Zwecken. Die Maßnahme wurde auch zum Schutz unseres natürlichen und kulturellen Erbes erlassen“, betonte der Bürgermeister von Olbia.

 
Ich kann das Verbot verstehen. Bei uns gehen die Leute auch ohne Ausrüstung (z.B. richtige Kleidung und WanderSchuhe- keine Sneaker) in die Berge und rufen dann die Bergwacht. Die Bergwacht darf sich dann für solche verantwortungslose Leute gefährden.
 
@Bisso

toll, da wird es wohl nicht mehr lange dauern, bis evtl. auch der Zugang zur 'Su Gorropu-Schlucht' o.ä. völlig eingeschränkt wird. Der abschließende Satz von diesem Nizzi, "Die Maßnahme wurde auch zum Schutz unseres natürlichen und kulturellen Erbes erlassen", kann vielfach, läßt sich vielerorts und kann annähernd für alles & jedes herangezogen werden.
 
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wir können von unserer Terrasse die Hubschrauber sehen und wenn wir mal mit Besuch nach Tavolara fahren,stellen sich mir die nackenhaare zu Berge ,wenn ich die Flipflop Wanderer sehe :mad: Von Picknick Müll wie Wasserflaschen und Energy Riegel und Tempo Taschentücher mal ganz abgesehen,das ist in den Schluchten leider nicht anders .es ist wie mit den Campern,die vernünftigen Menschen leiden unter den assis ,die weder Respekt und Achtung vor der Natur und der Bevölkerung haben und noch dazu an unsäglicher Selbstüberschätzung leiden. Dazu kommen im Juli-August noch die freizeitkapitäne ,die ohne Ahnung der Regeln um Tavolara brausen!!die Tauchcenter hier( und die haben ihr teure Genehmigung )haben alle Mühe ihre Taucher zu schützen .solange es mehr.. mir gehört die Welt Menschen gibt ,müssen hat leider schmerzhafte Regeln her .
 
@beate-maria

am sichersten wäre es ja dann sicherlich für das ganze Tavolara Gebiet, wenn man grundsätzlich dort das Boot fahren und auch das Tauchen verbieten würde.
So eine Maßnahme käme dann dem Schutz des natürlichen und kulturellen Erbes Sardiniens wohl recht nahe?
 
Das ist doch in jeder gebirgigen Gegend so.

Man sollte sich dringend mal überlegen, das Baden und Schwimmen im Meer zu verbieten, wo es deutlich mehr Unfälle und Tote gibt als beim Klettern.

Den Äusserungen des Bürgermeisters in einem Interview ist übrigens zu entnehmen, dass die beschränkten ärztlichen Kapazitäten ein Rolle spielen, was ebenfalls für ein Badeverbot spricht oder dafür, Olbia incl allem, was dazugehört, aufgrund dieser Situation dringend zu meiden.

Allerdings handelt es sich bei diesem Verbot in meinen Augen wahrscheinlich eher um einen "Eine Hand wäscht die andere"-Deal. Tavolara ust teilweise in privater Hand, der Besitzer will seit Langem so ein Verbot.
 
@Beppe ,mit dem Boot fahren gebe ich dir recht !,die Tauchboote,es sind derer nur 3!! Haben eine Lizenz ,geben auch an,wenn im Wasser irgendetwas nicht in Ordnung ist,haben also auch eine Überwachungs Funktion,vor allem das Tavolara Diving Center..die Sommer Freizeitkapitäne haben in dem Naturschutzgebiet eigentlich nix zu suchen,deren Schmutz wird vom Tauchcenter im Herbst herausgeholt .@Maren,nur ein winzig kleiner Teil ist privat Besitz und denen wird gerade auch Feuer unterm Hintern gemacht,wegen Schwarzbauten etc.es wird sich gewehrt !die Kapazität der Hilfeleistung ist wirklich begrenzt und wenn’s im Sommer noch brennt ,…dass die Sanitäter und und ..,nen Hals bekommen bei soviel Unvernunft ,ist nachzuvollziehen. Ihr wisst wieviel Badeseen in Deutschland gesperrt sind oder nur bestimmte Teile geöffnet sind,dann mit Bademeistern und vielen Reglementierungen,Nordsee ,Ostsee ,für die Regelungen der insel sollen dann andere Maßstäbe gelten???kann ich leider nicht nachvollziehen.
 
da wird man wohl um diese "Nizzi-Tavolara-Regelung" und dieses Kletterverbot noch etwas länger streiten müssen. Der Aufschrei der Betroffenen ist jedenfalls groß.

Heute in der Nuova:
"Tavolara, Aufstand gegen Kletterverbot: „Bürgermeister soll Verordnung zurückziehen!"

Quelle:
 
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Ich verstehe diese Regelung bestens! Unvernünftige Leute die sich selber überschätzen und dann passiert ein Unfall.........die Retter müssen sich dann selber in Gefahr bringen, nebst dem so eine Rettung meist auch sehr teuer ist.......
Leider aber werden solche Orte (überall) noch mit Filmlis beworben.........so dass dann viele Touris glauben, sie können sowas auch!
 
nur ein winzig kleiner Teil ist privat Besitz und denen wird gerade auch Feuer unterm Hintern gemacht,wegen Schwarzbauten etc.es wird sich gewehrt !
Woher hast Du die Info, dass es ein „winziger Teil“ sei? Tavolara war ja zuerst ohne Einwohner, dann wurde sozusagen ein König von Tavolara ausgerufen, dieser Familie gehört heute nur noch ein kleiner Teil, der grosse Teil gehört einer anderen Familie (Marzano). Wie sich das allerdings in Italien gestaltet ist mir nicht klar, in der Schweiz jedenfalls dürfen zB Wanderwege über Privatgrundstücke führen (womit natürlich nicht der Vorgarten in einem Einfamilienhaus gemeint ist).

Feuer unter dem Hintern: Dieser Fall ist doch längst abgeschlossen, Freispruch – nach den einen Quellen wg Verjährung, nach den anderen da alles den gesetzlichen Normen entsprechen würde.

Kosten: Dann sollte sich Sardinien vielleicht mal überlegen, Rettungskosten partiell auf die Verursacher abzuwälzen, wie das in sehr vielen anderen Regionen Italiens der Fall ist, wenn sie zB beim Klettern verursacht werden.

Was Sperrungen von Gebieten aufgrund eines durch Instagram und Co verursachten Massenansturms mit einem Verbot auf Tavolara zu tun haben soll, erschliesst sich mir leider nicht.

Ebenfalls schleierhaft ist mir, wo da ein Zusammenhang mit der Sperrung von Badeseen in D sein soll, die aufgrund schlechter Wasserqualität (meist verursacht durch Fäkalbakterien oder Blaualgen) sein soll. Das ist ja auch auf Sardinien jeweils der Fall, gewisse Meeresabschnitte werden gesperrt aufgrund schlechter Wasserqualität. Tatsächlich ist es aber so, dass auf Sardinien andere Regelungen gelten: Ein Bürgermeister kann irgendwelche Verbote für seine Gemeinde aussprechen, einfach mal so. Das wäre in D so nicht denkbar, ist aber eben Demokratie auf Italienisch. Aber gut, es gibt auf Sardinien genug andere Kletterregionen, die haben Lösungen gefunden.

@Beppe – die Einsprüche werden kaum was bringen, hat man ja schon gesehen, als derselbe Bürgermeister sozusagen über Nacht den Markt von San Pantaleo verboten hat. Wie dort betrifft das auch im Fall von Tavolara bloss einen kleinen Teil von Leuten, den meisten in Olbia wird diese Massnahme egal sein. Es ist einfach interessant, wenn man die ganze Vorgeschichte mal anschaut, Tavolara-Besitzer Marzano hat ja auch schon geklagt, wurde abgewiesen. Er selbst wurde angeklagt, Fall abgeschlossen - während diese Klage noch lief, 2022, hat Bürgermeister Nizzi Marzano die Ehrenbürgerschaft verliehen wegen diverser Verdienste, die bestimmt nicht von der Hand zu weisen sind; in der Berichterstattung dazu: Marzano beantwortete einige Fragen und bekräftigte seine feste Position in Bezug auf unregulierte Wanderaktivitäten auf seinem Privatgrundstück auf der Insel Tavolara.
Es liegt mir vollkommen fern, daraus irgendwelche Schlüsse zu ziehen, aber dass da hinter den Kulissen sicher nicht nichts stattgefunden hat ist ja beim besten Willen nicht vorstellbar.
 
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