Sardische/Italienische Friedhofskultur
Georgie
Sehr aktives Mitglied
Ein Besuch auf einem sardischen Friedhof, sei es zum Anlass einer Beisetzung oder auch um das Grab eines lieben Verstorbenen zu besuchen, hat für mich was ganz Besonderes, ganz verschiedene Gefühle kommen in mir hoch – Ehrfurcht und Staunen über das Fremdartige und auch Beklemmung. Hier spürt man hautnah, wie anders die Sarden mit dem Tod umgehen, mein Gefühl der Beklemmung vielleicht weil der Tod bei uns eher ein Tabuthema ist und nicht wie hier ins Leben gerückt wird. Die hausähnlichen Gruften der reicheren Familien, fast monumental, zeigen die Bedeutung der Familie für jedermann nach außen sichtbar und demonstrieren gleichzeitig eine familiäre Vertrautheit und Verbundenheit, wie zu Hause das Wohnzimmer, wie mitten im Leben der Familie. So ähnlich habe ich das verstanden. Außerdem gibt es die Erdgräber wie bei uns, oft mit großen Engelsskulpturen und ähnlichen, für unseren Geschmack etwas übertrieben groß. Was ich ganz befremdlich finde, sind die Schiebegräber. Allen Grabstätten gemeinsam sind die aufgestellten Fotos von den Verstorbenen, die immer liebevoll berührt werden. Ich weiß nicht, welches Gefühl bei mir auf den sardischen Friedhöfen überwiegt, Nähe mit den Verstorbenen und gleichzeitig Distanz, Gewissheit, dass der Tod mitten im Leben ist, Scheu, Beklemmung in den engen Gassen zwischen den Gruften, Staunen über die fremde Kultur?
Wie sind eure Begegnungen und Gefühle?
Wie sind eure Begegnungen und Gefühle?
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