Sardinien in den 60er und 70 er Jahren
Autor: bo-ju
Datum: 17.06.10 16:25

Lieber Marco,

Das deutsche Fernsehen ist auch nicht besser.

Heut Nacht hab ich mich in den Schlaf gelacht, von wegen "es ist nicht angebracht den Ortspfarrer zu erschlagen." Solche Begebenheiten tun in der Seele gut, zu lesen, daß die Welt irgendwo noch in Ordnung ist. Zumindest in der Ordnung die man kennt und liebt.

Mein Kopf ist leider voller Wut über die Zeiten, die immer unsicherer werden. Mich hat man bisher 3 mal beraubt, das trägt nicht zum Seelenfrieden bei.Das erste mal in Afrika (selbst Schuld. Was müssen wir reichen Europäer auch in armen Ländern zelten.) Das 2. mal auf der italienischen Autobahn (was mich ein für alle mal von meiner Hilfsbereitschaft bei anderer Leuts Pannen kuriert hat) und das 3. mal direkt vor meiner Haustür in meinem kleinen 6000Seelen Dorf in Deutschland. Und der junge Mann hat etwas Unverzeihliches getan: er hat mir die Sicherheit in meiner gewohnten Umgebung genommen.

Wir haben ein Grundstück auf Sant Antioco, wo wir viele Jahre mit unserem VW Bus geschlafen haben. Heute hätte ich dabei ein mulmiges Gefühl, denn es kommen ab und zu "clandestini" von Afrika an Sardiniens Küsten. Sie werden meist am nächsten Tag schon aufgegriffen, die Küstenwache ist ganz auf Zack.Aber eine Bootsladung Verzweifelter, die nachts vor unserem Auto stünden u. um Wasser u. Nahrung bäten, würde mich inzwischen einfach überfordern. Einziger Trost: bei uns hats hohe Steilküste, sie ziehen flache Strände vor.

Warum erzähl ich das eigentlich alles? Ach so, nicht alles haben wir nur aus dem Fernsehen. LG Ju
 
Autor: Feuerpferd
Datum: 17.06.10 21:47

Hallo Zusammen,
hallo Peter,

mein Angebot steht: Ich kann die "schönsten" Geschichten gerne in einem Dokument zusammenfassen, damit sie nicht "verloren gehen". Du kannst Sie dann hier im Forum hinterlegen. Vielleicht könnte mir dann der ein oder andere Erzähler das passende Foto dazu mailen, welches ich dann an entsprechender Stelle einfügen kann.

Grüße aus dem Ruhrgebiet,
Michaela
 
Autor: daisyno
Datum: 17.06.10 23:05

Hallo Peter,

es wäre schön, wenn Du Michaelas Idee und Angebot aufgreifen könntest.

Sicher genießen viele von uns diese "Rückblicke" und Erinnerungen, die auch immer wieder Bezüge zum heutigen Sardinien herstellen lassen.

Ich jedenfalls hoffe auf viele weitere Geschichten.

Gruß - Daisy



Nachricht bearbeitet (17.06.10 23:07)
 
Autor: Sandokan
Datum: 20.06.10 02:45

Hallo Daisy,

ich kenne Sardinien seit 1974, da war ich ein kleiner Bub von 7 Jahren und kam mit der damals schon veralteten Tirrenia aus Civitavecchia an und kann mich an diese nächtliche Kakophonie an Geräuschen, den schlecht ausgeleuchteten Fluren und Kabinen und diesen Stolperfallen überall erinnern.

Als ich am nächsten Tag in der Costa Smeralda ankam, wunderte ich mich über diese unglaubliche Ruhe, die Stille und diese Gerüche überall. Für mich ist und bleibt Sardinien die Insel des Riechens und ich freue mich jeden morgen über einen anderen Geruch, der mir um die Nase weht. Im Moment blüht überall der Jasmin und es riecht sehr stark danach.

Fotografien meines Großvaters von Blumen hängen im Haus und darunter der Satz: "wer Sardinien im Frühjahr noch nicht gesehen hat, der hat noch nicht gelebt". Ohja, wie wahr.

Buona notte.

Marco
 
Autor: daisyno
Datum: 20.06.10 21:34

Hallo Marco,

die Tirrenia kenne ich aus Griechenland, wo wir in den 70ern mit Rucksack zwischen diversen Inseln unterwegs waren.
Auch ich kann mich gut an die beunruhigenden Geräusche, den Rost und den überall herumliegenden Schrott auf diesen Fähren erinnern sowie die Angst mit diesen Totenschiffen nirgendwo anzukommen.

Sardinien kenne ich erst seit 1993 und Ende August sind wir wieder für 3 Wochen dort unterwegs.

Aber nächstes Jahr werden wir es endlich und zum ersten Mal schaffen, die Insel auch im Frühling zu sehen!

Gruß - Daisy
(HH: seit Tagen max. 16° Tagestemperatur, Regen satt, Garten am Absaufen)
 
Autor: P1
Datum: 21.06.10 07:01

Hallo Daisy,
Temperaturen zwischen 16 und 23° finde ich optimal zugegeben 16 sind an der unteren Grenze aber 30° + X sind für mich sicher nicht angenehmer.

Als wir 2009 im Frühlig auf Sardinien waren, haben wir mit 16° und Regen angefangen, kein Problem für mich, es war wunderschön.

Grüße Hans



Nachricht bearbeitet (21.06.10 08:26)
 
Autor: bo-ju
Datum: 01.07.10 16:28

Manches ist ja tief in der Erinnerung begraben und kommt nur zufällig wieder hoch wenn man drauf gestossen wird. Gestern abend las ich in Peters Reiseführer von S. Pietro di Sorres (S.342) Da fiel es mir wieder ein:

1962 machten wir von Borore aus kleine Ausflüge in die Umgebung. So auch nach Borutta u. S. Pietro di Sorres. Unser Freund Pietro redete mit den Mönchen (wir Deutschen verstanden ja damals noch kein Wort). Es muss ungefähr so gewesen sein: so, so, Deutsche sind deine Reisebegleiter, na dann seht mal her! Damit hob einer der Mönche seine schwarze Kutte hoch bis zur Brust, aber bevor ich erschrocken sein konnte, las ich, was auf seiner Gürtelschnalle geschrieben stand: "Gott mit uns". Ein guter deutscher Wehrmachtsgürtel mit Koppelschloss. Er sagte, den hätte er nach dem Krieg irgendwo gefunden.

Das fand ich nun eine sehr schöne Art, Kriegsüberreste einfach ins Alltagsleben zu integrieren und einer sinnvollen Zweckbestimmung zuzuführen. Ju
 
Autor: Feuerpferd
Datum: 09.10.10 08:27

Guten Morgen Zusammen,

da ich heute seeeeehr früh aufgewacht bin - und der frühe Vogel fängt ja bekanntlich den Wurm - bin ich fertig mit der Zusammenfassung dieser Beiträge, bzw. der "Highlights". Ich habe dazwischen auch ein paar passende Fotos eingefügt. Wenn ich alles "schön" gemacht habe, werde ich das Dokument zunächst den "Hauptautoren" zur Abnahme vorlegen. Aber gerne könnt ihr verhindern, dass ich damit "fertig bin", indem Ihr - hauptsächlich Ju, Antonietta, Sardinista - noch ein bisschen in Eurem Gedächtnis kramt.

Da wir ja auch nicht päpstlicher sind, als der Papst, kann das "Büchlein" natürlich auch ein weiteres Kapitel mit kurzen Geschichten aus späteren Jahren bekommen. Das sardonische Lachen von Ju und die Orangen-Klau-Geschichte von Sandokan habe ich ja auch schon mit aufgenommen. Wenn sich also jemand an eine besondere Geschichte erinnert, die schon mal an anderer Stelle im Forum geschrieben wurde, so gebe er mir bitte den entsprechenden Hinweis.

Also: Los geht´s!!!

Grüße aus dem Ruhrgebiet,
Michaela

Nachricht bearbeitet (09.10.10 10:19)
 
Autor: bo-ju
Datum: 10.10.10 22:24

Liebe Michaela,

Danke dir, dass du sir so viel Mühe gemacht hast. Mir fällt aber jetzt grade garnichts mehr von früher ein. Der September mit seinen Erlebnissen samt der Tatsache, daß ich auf der großen Hochzeit 5 von den noch lebenden 9 Geschwistern wiedergesehen habe und wir versuchten, die Kontakte neu zu knüpfen und von "heute" zu sprechen, hat mich irgendwie in die Gegenwart zurückgeholt. (Weiß nicht, ob ich mich verständlich ausdrücken kann.)

Vom September auf der Insel gäbe es reichlich zu berichten, leider hat das aber mit damals nichts mehr zu tun.

Antonietta vermisse ich sehr. Schade, daß sie sich garnicht mehr meldet. LG Ju
 
Autor: daisyno
Datum: 07.12.10 20:14

liebe forianer,

wenn frau in dieser vorweihnachtlichen winterlochzeit mal von den threads absieht, in denen eher dampf abgelassen und aufeinander losgeschrieben wird, statt informationen und meinungen auszutauschen und diese vielleicht auch kontrovers - aber konstruktiv - zu diskutieren, vermisse ich im forum das, was mich einmal dazu veranlasst hat, mich hier aktiv zu beteiligen.

in dieser zeit hätte ich großes vergnügen, noch mehr erfahrungsberichte aus den 60ern und 70ern zu lesen.

ju, der september ist schon weit weg (s.o.) ...

gruß - daisy

..... und michaela würde noch mehr stoff für ihre zusammenfassung all dieser interessanten geschichten bekommen



Nachricht bearbeitet (07.12.10 20:16)
 
Autor: P1
Datum: 08.12.10 09:15

Hallo Daisy, ist doch alles wieder im grünen Bereich.
Ich möchte auch alte Geschichten lesen.

Hans
 
Autor: Anjeska
Datum: 08.12.10 18:59


Anstatt zu arbeiten bin ich hier in diesem Thread versunken und hab mich gerne mitnehmen lassen auf eine virtuelle Reise nach Sardinien. Diese sehr lebendig erzählten Geschichten waren total spannend und sehr unterhaltsam. Vielen lieben Dank dafür!

Jetzt mag ich auch nicht mehr arbeiten, kümmere mich jetzt lieber ums Abendessen...

schönen Abend allerseits!
LG Anjeska
 
Autor: Sandokan
Datum: 09.12.10 15:42


Costa Smeralda

Zwischen Baja Sardinia und Poltu Quatu ging früher die Hauptstraße zunächst über einen Hügel um dann mit "avec" durch eine Schlucht zu fahren, indem ein Bach verlief. 1981 wurde eine Brücke darüber gebaut aber bis dahin war das nicht so.

Um nach Porto Cervo zu fahren standen wir immer oberhalb des Hügels vor Poltu Quatu und liefen hinab zum Bach um zu sehen, ob man die Straße mit Anlauf überqueren könne und wie alle, hatten wir einen Abschleppseil im Auto und warteten so lange, bis der nächste am Hügel stand.

So ist es oft passiert, daß wir mit unserem schon damals alten gammeligen VW-Käfer der die Schlucht passiert hatte auf der anderen Straßenseite standen um dann irgendeine Nobelkarosse über dem Bach zu helfen.

Es war ein Begegnunspunkt. Jeder hatte Angst diese Stelle zu überqueren und es war eigentlich völlig egal, wer wem gerade half - es war eine Selbstverständlichkeit und heute geht da eine Brücke darüber.

Und noch immer grinse ich innerlich, wenn ich die Brücke überquere und auch daran, wen ich dort kennengelernt habe.

So einfach war das.

Marco
 
Autor: daisyno
Datum: 09.12.10 20:33

das ist eine schöne geschichte marco,

habe versucht, mir die situation bildlich vorzustellen.

aber andeutungen, die bei mir zu unerfüllten erwartungen führen, mag ich überhaupt nicht :)).

also erzähl weiter:
W E N hast du kennengelernt?

 
Autor: Feuerpferd
Datum: 09.12.10 21:35

Jaaaa, ich will es auch wissen. Ich will eine gaaaaanz tolle Liebesgeschichte hören.

Grüße aus dem Ruhrgebiet,
Michaela
 
Autor: Mario
Datum: 09.12.10 21:51

Los Marco, rück schon raus damit, ich wills auch wissen!!!

Komm jetzt aber nicht mit ner Geschichte, wie Du Berlusconi über den Bach geholfen hast!!!

Grüssle, Mario!!!
 
Autor: daisyno
Datum: 09.12.10 22:02

berlusconi ende der 70er als mafioso am hügel vor poltu quatu?

das wär´ doch auch eine interessante story, oder?

 
Autor: Feuerpferd
Datum: 09.12.10 22:15

Dann würde Marco sich aber wohl heute noch ärgern, dass er ihn nicht hat absaufen lassen, oder?

Grüße aus dem Ruhrgebiet,
Michaela
 
Autor: antonietta
Datum: 09.12.10 22:37

Ja, Marco, das wüsste ich auch gerne...


Es gab schon skurrile Gestalten in unserer Straße, besser gesagt im oberen Teil der Straße, wo wir wohnten. Männlein wie Weiblein, jung und alt.
Uns gegenüber wohnte eine Frau, sie hieß zia Giovannica, war ein Jahrgang mit meiner Mutter u. ihre Tochter war (ist) so alt wie ich ( wir spielten auch immer zusammen ). Jedenfalls war sie ziemlich frustriert u. unzufrieden.

Ihr Mann ging im Morgengrauen aus dem Haus u. arbeitete bei den Bauern in den Bergen u. kam erst in der Abenddämmerung zurück, und das stets zu Fuß. Ich sah diesen Mann jedenfalls immer nur abends oder mal am Sonntag. Ein sehr ruhiger Mann, der seinen Pflichten nachging.

Sobald er zuhause war, ging das Gezeter los. Zia Giovannica schrie u. wütete auf ihn ein, was sie denn alles den Tag über erlebt hatte u. mit wem sie sich hatte rumärgern müssen. Er sei ja schließlich nicht da u. würde nicht mitbekommen, was sie alles zu ertragen hätte ...usw...
Und das ganze so lauthals, dass alle Nachbarn es hörten - u. er sagte keinen Mucks. Hat wohl alles in sich reingefressen. Die Leute sagten auch stets: der arme Kerl, das hat er nicht verdient...
Wenn sie mit meiner Mutter sprach, sagte sie: du glückliche (beata te), du hast 6 gesunde Kinder u. das letzte sogar noch in Germania bekommen. Und mein Mann hat es gerade mal geschafft, mir eins zu machen!!
Da dämmerte es mir: sie war wohl so frustriert, weil sie ihr einziges Kind erst nach über zwanzig Jahren Ehe mit 41 J. bekam u. gab ihrem Mann die Schuld dafür...
Auch war sie sehr sehr geizig, feilschte stets mit jedem herum u. wollte am liebsten alles umsonst haben..
Um so verwundert war ich, dass sie ihrer Tochter wohl ein kleines Vermögen hinterlassen hat, so dass diese sich auf dem Nachbargrundstück ein 2-stöckiges Haus bauen konnte. Meine Mutter sagte stets, die ist nicht arm, sie hat ihr Geld unterm Kopfkissen versteckt.. Wohl wahr..
Mit ihrer Tochter Mariapaola habe ich bis heute ein herzliches Verhältnis.
Sie hat ihr Elternhaus nicht abgerissen, sondern hat daneben gebaut..
Es steht alles noch so da wie früher..

Eigentlich wollte ich euch die Geschichte mit den Katzen erzählen, jetzt war ich so versunken in Gedanken.

Also, zia Giovannica hatte zwei Katzen, die hatte sie angebunden an sehr langen Leinen auf ihrem Grundstück. Sie wollte nicht, dass die Katzen frei rumlaufen u. womöglich trächtig nach Hause kommen oder Flöhe mitbrachten. Sowas hatte ich vorher noch nie gesehen!!
Es kam, wie es kommen musste: da hatte sich doch nachts ein oder mehrere Kater aufs Grundstück geschlichen u. es war passiert!
Sie war sehr wütend u. was mit den Katzenbabys passiert ist, das könnt ihr euch ja denken...

Und ihre Tochter hält es heute noch genauso mit den Katzen, angebunden auf dem Grundstück!! Es ist unglaublich - aber wirklich wahr!!
Die Nachbarn sinds gewöhnt - sagen nix mehr dazu.

Ist so ein Verhalten nun anerzogen oder vererbt - ich weiß es nicht...
Auf jeden Fall skurril - wie ich finde..

Saluti antonietta
 
Autor: Sandokan
Datum: 10.12.10 14:07

Um es vorneweg zu sagen - Berlusconi wohn nicht in der Costa Smeralda, auch wenn das so von Zeitschriften und Boulevardblättern gerne niedergeschrieben wird - er wohnt in Porto Rotondo und ist eben nicht die Costa Smeralda. Außerdem ist er wie auch Briatore ein Phänomen der 90er Jahre und beide werden von den Bewohnern dieser Gegend weitestgehendst ignoriert.

Man muß zweierlei wissen: Die Costa Smeralda wurde 1961 auf dem Reißbrett von Karim Aga Khan entworfen, der viele junge Architekten aus der ganzen Welt dazu animiert hat Häuser zu entwerfen - einzig und allein sollten sie die Natur nicht beeinträchtigen, im mediterranen Stil gehalten werden und so wenig auffällig wie möglich sein. Noch bevor die Häuser gebaut wurden, wurden Kanalisationen angelegt, Kläranlagen gebaut und Stromleitungen unterirdisch verlegt - für die damalige Zeit eine unerhört fortschrittliche und ökologische Idee.

Wer gerne einen kleinen Einblick über die Häuser haben möchte, kann sich beispielsweise folgende Seiten anschauen:

http://www.couelle.com/
http://www.scacchetti.com/amoras.html

Zum anderen muß man sich auch den Kontext der 60er und 70er Jahre vorstellen. Viele Prominente wie George Harrison, Romy Schneider, Alain Delon, Agnelli, Niarkos, Marlene Dietrich, König Juan Carlos und viele andere auch. Die Liste wäre end- und uferlos. Die allermeisten von Ihnen fallen kaum auf - man muß schon zweimal hinschauen um sie zu erkennen und so saß ich selbst schon zwei Stunden neben Peter Gabriel und hatte keine Ahnung, wer das ist (ich hatte noch so ein Bild von einem jungen Mann mit Mäcki-Haarschnitt im Kopf und neben mir saß stattdessen ein alter Mann mit Haarkranz, Bart und trug ausgelutschte Sandalen).

Sie sind hier gerne unter sich und scheuen die Presse (anders als Briatore und Berlusconi, die sich gerne im Blitzlichtgewitter sonnen und sich gerne in Friseurzeitschriften wiederfinden)....

Für die Neugierigen unter Euch: Ich habe Jon, Jim, Peter, Hans und Umberto, aber auch Dorothee, Daniela und Eva kennengelernt *g.
 
Autor: antonietta
Datum: 10.12.10 15:24

Wow, Marco, du hast zwei Stunden neben Peter Gabriel gesessen u. hast ihn nicht erkannt!
Er wollte auch wohl nicht ERKANNT werden ! Du hast recht, er hat sich sehr verändert in den letzten Jahren, ist halt älter geworden. Ich hab mal ein Konzert von ihm besucht, 1992 in der Westfalenhalle Dortmund. Dann hab ich vor ca. einem Jahr mal was von ihm im Fernsehen gesehen - ich hab ihn nicht wiedererkannt...

Aber das macht Sardinien auch so besonders: Leute, die unerkannt werden wollen, bleiben es meist auch.
Ich hatte auch mal so ein Erlebnis, ist noch gar nicht so lange her.
2006 im August hatte mich ein Freund aus Kindertagen mit seinem kleinen Motorboot auf eine Spritztour entlang der Küste mitgenommen. Am kleinen Strand Zafferano, der nur per Boot zu erreichen ist, machten wir Halt u. ich nahm ein kurzes Bad im Meer. Der Strand war menschenleer, nur ein Pärchen lag da u. sonnte sich.
Nach der Rückkehr, als wir schon wieder im Hafen von Teulada waren, fragte er mich, ob ich denn den jungen Mann am Strand nicht erkannt hätte. Ich sagte nein..
Es war Fabio Cannavaro, ital. Nationalspieler.

Mein Freund meinte, er sei öfter hier, immer wenn er seine Ruhe haben möchte...

Ja, so ist das....aber Marco.......wem hast du denn damals über den Bach geholfen.......

Gruß antonietta
 
Autor: P1
Datum: 10.12.10 17:52

Peter Gabriel? wer ist das denn.
Aber ich garantiere euch 2 Stunden neben Mario, den erkennt ihr auch wenn ihr nicht wisst wie er aussieht, auch ohne Schnufferanzug.

Hans
 
Autor: antonietta
Datum: 10.12.10 18:18

Hallo Hans,
das mit Mario, da stimme ich dir voll zu, da hätte ich kein Problem, den zu erkennen, ob mit oder ohne Schnuferanzug, den würd ich glatt an der Stimme erkennen.. (eher an seinem Dialekt).
Peter Gabriel ist ein bekannter Solo-Musiker - find ich gut -!
Er war früher Frontmann bei Genesis, und Phil Collins saß am Schlagzeug, sagt dir vielleicht was, eigentlich war er der Kopf der Band, hat sich irgendwann aufgelöst, dann hat er alleine weitergemacht. Hab aber auch länger nix von ihm gehört. Aber das Konzert war sehr schön...

ich grüß dich.....a..
 
Autor: daisyno
Datum: 10.12.10 20:27

aha mario,

"... jon, jim, peter, hans, umberto ..."

standen also alle zum kennenlernen am hügel vor poltu qatu?!

enttäuschten gruß - daisy

 
Autor: Sandokan
Datum: 10.12.10 21:58

Naja Antonietta,

ja, wir saßen beide vor einem sardischen Spezialitätengeschäft und ich kam gerade von einer ausgedehnten Motorradtour zurück und nölte die Eigentümern an, sie solle mir doch ein Brötchen schmieren, weil ich ja doch arg so hungrig sei. Nach langer Bettelei und weil Sie mich ja doch ganz kennt und ich sie um den Verstand gejallert hatte, sagte sie zu mir: "Marco, jetzt halt endlich den Mund und setz Dich draußen zu dem Engländer hin, der wartet auch gerade auf sein Brot".

So saß ich nun neben ihm und habe mich vorgestellt und er sprach mit mir auf italienisch mit einem starken englischen Akzent nicht wissend, daß ich Brite bin. Wenn ein Eingländer spricht, hört es sich für mich so an, als würden Stan Laurel und Oliver Hardy sich mit mir auf italienisch unterhalten - es ist entzückend (Stan und Laurel sprachen alle Filme die in Italien gesendet wurden selbst auf italienisch und sind hier deswegen Kult).

Als die Dame dann endlich mit dem Brot ankam, sagte ich zu ihm: "by the way, I'm british" worauf er schallend lachte, sich mit mir seit einer Viertelstunde angestrengt nach Worten suchend auf italienisch zu reden und antwortete: "and by the way, I'm Peter Gabriel", worauf mir die Zwiebelringe im Hals vor Lachen stecken blieben.

Die Szenerie war zugegebenermaße recht absurd, aber wir haben uns köstlich amüsiert.

Peter Gabriel lebt ja hier und veranstaltet schon seit Jahren seine Sylvesterkonzerte auf dem kleinen Gemeindeplatz von Arzachena. Da die Sarden so klein sind macht es mir nichts aus irgendwo in der hintersten Ecke zu stehen - ich sehe ihn immer noch sehr gut.

Freue mich auf kommendes Sylvester, vielleicht singt er ja wieder.

Marco

Cannavaro würde ich wahrscheinlich an seinen Augen erkennen und er ist ja öfters hier in Liscia di Vacca und Porto Cervo Marina mit Gattuso unterwegs.
 
Autor: Feuerpferd
Datum: 01.06.11 17:24

Hallo Zusammen,

ich hatte ja angeboten, einige der Geschichten in einem Dokument zusammenzufassen und zu bebildern, was ich auch gemacht habe. Gerade habe ich entdeckt, dass Peter das Dokument nun im Hauptforum auf der linken Seite unter "Sardiniengeschichten" eingestellt hat.

Grüße aus dem Ruhrgebiet,
Michaela

Nachricht bearbeitet (01.06.11 17:25)
 
Autor: daisyno
Datum: 01.06.11 18:50

danke, dass du dir die arbeit gemacht hast!
ich hab aus zeitmangel erst nur einen ganz kurzen blick ´reingeworfen, freu mich aber schon, diese so schön mit fotos angereicherten geschichten nun "en bloque" lesen zu können.

lieben gruß - daisy

... ich melde mich demnächst bei dir


 
Autor: bo-ju
Datum: 01.06.11 21:35

Danke dir, Michaela, dass du dir die Mühe gemacht hast und Dank auch an Peter, dass er die Geschichten links hingestellt hat.
Vielleicht interessiert sich jemand für die alten Geschichten. Mir jedenfalls hat es grossen Spass gemacht in den Erinnerungen zu kramen. Das Paradies, aus dem man nicht vertrieben werden kann. GLG Ju
 
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