Sardinien in den 60er und 70 er Jahren
So hübsche Damenmode habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Das ist ja eine Augenweide.
 
So hübsche Damenmode habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Das ist ja eine Augenweide.

Ju, beim unserem nächsten Besuch scannen wir welche von Deinen alten Fotos ein. Ich bin mir sicher, dass es von Dir auch so schicke Fotos gibt.
 
Kannst Du die interssanten Fotos datieren? Die FS-Fähre, mit der ich 1982 von Civitavecchia übergesetzt bin, sah ähnlich aus, u. mein Auto wurde mit dem Kran aufs Vorderdeck gehievt.
Meines wissens gab 1982 in Civitavecchia nur die Ferrovie della Stato nach Golfo Aranci (RoRo Fähre) und die Tirrenia nach Cagliari (RoRo) und die Tirrenia nach Olbia per Kranverladung. Das Schiff oben ist die Torres der Tirrenia.
 
Frage: Kann man eigentlich auch gerahmte Dias ins Forum stellen?
Papierfotos hab ich nur wenige, aber Dias etliche. Das war halt damals letzter Schrei.
 
dazu müsstest du jemanden finden, der sie dir digitalisiert . Dann hast du jedes Dia als Datei. Vielleicht gibts ja im forum jmd., der dazu bereit wäre zumindest einen Teil deiner sicher sehr umfangreichen Sammlung zu digitalisieren.
Ich kann mir vorstellen, daß da tolle Bilder dabei sind !! lG A.
 
Hallo Karl,
als ich im Sept. 1982 mit der FS übersetzte, war diese alte Fähre, zumindest für die Pkw, noch keine RoRo. Mein Auto wurde, wie auf dem Foto von Maria (#212), vom Kran mit an den Radkästen eingeklinkten Seilen hochgezogen. Aufs Vorderdeck, u. weil die See stürmisch war, waren die Scheiben meines Saab 96 am Morgen mit Salz verkrustet, Gott sei Dank war mein Eiskratzer noch im Handschuhfach.

Ju, bitte her mit den Fotos!

Günther
 
Zuletzt geändert:
Hier noch 2 Fotos vom selben Tag. Ganz hinten steht eine Tirrenia für nach Cagliari.
@JU.... für Dias gibt es in unregelmäßigen Abständen sogenannte Diascanner bei Aldi und co für relativ wenig Geld.
@Günther... schreiben wir über die gleiche Gesellschaft? FS ...Ferovie Stato ( Eisenbahnfähre ) Darüber gibt es sogar ein Buch
"Eisenbahnfähren in Westeuropa" , davon sind einige Seiten der FS gewidmet. Civitavecchia-Golfo Aranci wurde 1962 eingerichtet. Für damailge Verhältnisse und dauer der Überfahrt, wurde sie mit einer kleinen Kreuzfahrt verglichen.

img276.jpg
Poeti Civitaveccia.jpg
 
Civitavecchia zwischen 1970 und 1980. Die Tyrsus der FS auf Reserve liegend. Am Heck der Tyrsus ist das Heck der Fähre nach Olbia zu erkennen. Das war einer der letzten Routen die per Kranverladung fungierten. Die Fähre hinten, Tipo Poeti fuhr nach Caglari.

city.jpg
 
Meine Eltern und ich sind mitte der 60 er regelmäßig aus NRW mit dem Liegewagen nach Genua gefahren.
6 Liegeplätze in Form von Stockbetten.
Die Zöllner liefen damals an den Grenzen durch die Abteile um die Ausweise zu kontrollieren.
Ankunft in Genua Stazione P.P , Koffer zur Gepäckaufgabe um dann den ganzen Tag in Genua zu verbringen.
Am späten Nachmittag ging es mit dem Taxi zum Hafen.
Abfahrt der Fähren gegen 20.00 h
Meine Eltern hatten immer die große Sorge , dass gestreikt wird und die Fähren nicht fahren.
Nicht immer hatten wir eine Kabine und somit schlugen wir unser Nachtlager in der Bar oder auf den Gängen auf.

Trotz der anstregenden Stunden im Zug und den langen Tag in Genua überwog die Vorfreude am nächsten morgen endlich wieder auf der Insel zu sein.
Es wird hell , man sieht das erste Land und die Möven fliegen umher.
Nähert man sich der Insel Asinara ist es nicht mehr weit zum Hafen von Porto Torres.
Man spürt an Deck die Sonne intensiver, an der Bar werden die Warteschlangen wieder länger Cappuccino und Kaffee wird in Tassen serviert.
Lotsenboot und Schlepper mit Spannung zu beobachten...
Die schon am Kai wartenede Familie als erster zu entdecken .....


Gab es nicht auch die Schiffe mit dem Känguru ?
 
Ja, es gab die Liniee Canguro. Diese Fähren waren damals immer die schnelleren.
Wir liefen mit der Tirrenia (Kranverladung) zuerst aus. Liniee Canguro kam trotzdem früher an. Die Zugverbindungen kenne ich auch noch. Der Zug nach Ventimiglia. Ich weiß gar nicht mehr wirklich von wo der kam. Wir sind in Duisburg zugestiegen. Es gab auch mehrere Verbindungen. Ich bin auch schon mal in Genua umgestiegen und von dort weiter nach Civitavecchia gefahren.
 
Und ich bin 1984 mit meiner PK50-Vespa im Nachtzug von Mainz Richtung Civitavecchia gefahren (die Vespa galt als Fahrrad u. kostete für den Transport um 9 DM (!). Und dann rauf auf die Tirrenia nach Olbia.
 
@ Günther, habe dein Zitat jetzt erst gesehen. ich denke das die Aufnahmen von 1975 oder 1976 sind.
 
Eins der Schiffe war die "Hermea". Wie hiessen die 3 anderen? Danach fuhren die "Gennargentu" und die "Gallura"

Thyrsus ( sofern richtig geschrieben, war die 4. Fähre ) In der Hochsaison wurde schon mal die Rosalia aus Sizilien geordert. Es gibt auch ein Buch darüber. Für damalige Verhältnisse waren die FS gut. Als kleine Kinder haben wir in Golfo Aranci 2 Tage auf eine Überfahrt gewartet. Mein Vater sagte: Morgen kommt die Rosalia, die nimmt alle mit.

Irgendwann kam dann noch die Logudoro (https://it.wikipedia.org/wiki/Logudoro_(traghetto)), mit der und der Gennargentu hatte ich das (bei letzterer damals Ende der 80er wohl schon eher zweifelhafte) Vergnügen. Generell bevorzugten meine Eltern die Tirrenia, meine Mutter hatte bei früheren Abfahrten eine starke Abneigung gegen die FS entwickelt, die Schiffe seien "dreckig, insbesondere die Toiletten", ich kann mich nicht mehr daran erinnern. Mein Vater setzte dafür seinerseits durch, dass wir von Civitavecchia nach Olbia fuhren, dort sei das Ankommen "einfach schöner" als in Torres (heute muss ich sagen: recht hat(te) er!), Mehrkilometer hin oder her. Ich machte mir als Kind mehr Sorgen, das Schiff würde untergehen und schaute nachts oft bang aus dem Fenster. Schaukelnde Wellen fand ich hingegen schon damals ganz wunderbar. Später war dann SF ab Livorno, erst recht als sie dann nach Golfo Aranci übersetzten, erste Wahl ... mein Bruder war ein weit weniger geduldigeres Autofahrkind und jeder Kilometer mehr war einer zu viel. Mir bescherte das mehrfach schreckliche Tagesüberfahrten mit der Sardinia Nova, die 9(?) Stunden, die sie damals tagsüber brauchte waren eine wirklich große Qual - gerade wenn das Meer spiegelglatt war und absolut nichts passierte. Ein Rückzug in die Kabine war jedoch auch keine Option, dort quängelte sich mein Bruder die Seele aus dem Leib, auch das Schifffahren war und ist nicht seins.

Kennt oder besitzt jemand den im Wikipediaartikel angesprochenen Film "L'ultima corsa"? Die Kurzbeschreibung klingt ja ganz interessant und bei youtube und Co. wurde ich (bei oberflächlicher Suche) leider nicht fündig.

Und: Wenn man Eure Stories so liest, könnte man fast ein bisschen wehmütig werden, gerade, was die persönliche Begrüßung so angeht. Da fällt mir spontan die Schilderung von HansP1 von der Fahrt mit der Moby Wonder ein ... unsereins sieht kein Hafenbüro mehr von innen und wenn es zum Kontakt mit dem Personal kommt, dann in Form von Gebrüll oder aber, wenn sie Kohle im (schlechten) Restaurant haben möchten :rolleyes:
 
Die Fotos waren eine der letzten Fahrten mit meinen Eltern. 75 u 76 . Danach die Jahre bin ich alleine mit dem Zug gefahren, und dann mit der Tirrenia nach Cagliari. Mit der Logudoro bin ich nicht mehr gefahren. Eine Kabine hatten wir bei der FS nie bekommen. Es gab auch nur sehr wenige Kabinen. Bei meinen Eltern hat damals der Preis gezogen. Die FS war da wohl unschlagbar. Die FS sollen auch als erstes ein Selfserviceresturant gehabt haben. Wir haben alle in Schlafsäcken auf Deck geschlafen. Die öffentlichen Toiletten waren wirklich sehr schmutzig. Aber im Vergleich zu heute. waren die Schiffe überschaubarer.
 
Im letzten Jahr hatten wir die Gelegenheit, einige Stunden die "nonna " sardischer Freunde beim Brot backen zu begleiten. Was sie uns aus ihrer Kindheit auf der Insel erzählte war hochinteressant und ich hätte ihr Stunden weiter zuhören können . Sie ist 1940 geboren und es ist schier unfassbar, unter welchen Bedingungen sie aufwuchs ( ohne Strom. kein Wasser im Haus, kein WC , keine Schuhe!......). . Ihr ganz persönliches Fazit : wir hatten eigentlich nichts und doch waren wir zufrieden und "reich", hatten mehr , als die Jugendlichen heute ( im Sinne von Gemeinschaft und Zufriedenheit)
Vielleicht hat der ein oder andere hier noch Eltern,Großeltern, die sich erinnern und uns teilhaben lassen?.
 
Zuletzt geändert:
Schön, aus den alten Zeiten zu hören (und zu sehen). Wir sind erst Mitte der 90er Jahre das erste Mal nach Sardinien gefahren - vorher immer nur Kontinent.
 
Hallo
Ich habe von 1963 bis 1967 in Cagliari gelebt. Mein Vater war bei der Bundeswehr und wollte das italienische Leben kennenlernen. Also zogen wir, meine Eltern und Brueder, in die Stadt. Mein älterer Bruder und ich gingen in einen italienischen von Nonnen geführten Kindergarten. Als mein Bruder schulpflichtig wurde, gründeten meine Vater und ein paar andere Deutsche eine Grundschule in Poeto. Dort gab es eine Villa, die zwar von Sarden geführt, aber ein Treffpunkt für Deutsche waren, die dort lebten. (Kanadier, die auch auf der Insel einen Stützpunkt hatten, hatten dort ebenfalls eine Villa). Das Lido, früher gab es nur eines, war mein Freibad. Wir fuhren mit der alten Bahn, die noch quer durch die Stadt fuhr dorthin. Ich konnte schon sehr früh schwimmen und die dortigen Bademeister waren immer regelrecht in Panik wenn wir rausschwommen. Sie begleiteten uns immer mit dem Rettungsboot. An den Wochenenden fuhren wir entweder nach Chia oder Villasimius. Wobei bis Villasimius war es ein Abenteuer, da die Straße lebensgefaehrlich war.
Mein Vater hat sich im letzten Jahr unseres Aufenthaltes einen himmelblauen Mercedes aus Deutschland gekauft und es kam ständig zu einen menschenauflauf, wenn das Auto mit dem Kran auf die Faehre gehoben wurde. Aber auch sonst wurde dieses Auto auf der Insel und in der Stadt bestaunt. Dazu kamen 3 hellblonde Kinder, die fließend sardisch sprachen. Wir hatten aus heutiger Sicht eine paradiesische Kindheit auf der Insel.
Mittlerweile sind auch meine Kinder Fan von der Insel und für mich ist es immer noch, als würde ich nach Hause kommen. Heute hat sich vieles verändert. Sicher gibt es manches was nicht schön ist, aber ich bin Anfang April eine Woche über die Insel gefahren und bin begeistert, dass es das Sardinien immer noch gibt und ich bin davon überzeugt, dass auch die Sarden mittlerweile erkannt haben, was für ein Juwel ihre Insel ist. Und jetzt müssen sie den richtigen Weg finden es zu erhalten und gleichzeitig so zu vermarkten, um davon zu leben. An vielen Ecken kann man das schon erkennen und darüber freue ich mich sehr.

Wir haben in Jahren in Cagliari viel erlebt und es war sicherlich auch ein vollkommen anderes als auf dem Land, aber es war trotzdem ein vollkommen anderes als in Deutschland. Ich könnte noch viele Geschichten erzählen, aber das würde jeden Rahmen sprengen.
Da viele hier über das Leben in den Dörfern erzählt haben, dachte ich mir, ich erzähle ein wenig aus der Stadt.
 
Zuletzt von einem Moderator geändert:
So einiges weiß ich aber noch,
als ich noch ein kleines Kind war.......gab es im Dorf noch kein fließend Wasser.
Ich bin mit Opa zum Brunnen im Weinberg gelaufen und wir haben dort mit dem Zinkeimer Wasser nach oben geholt.
Das hat nun nichts mit Armut zu tun, die Verhältnisse in dem kleinen Dorf waren eben so.
 
ANMERKUNG vom Admin:
Feuerpferd erstellte im Laufe dieses Threads ein PDF-Dokument, in dem zahlreiche der folgenden Berichte zusammengestellt und mit Fotos aufbereitet sind. Ich füge das PDF gleich am Anfang in diesen Beitrag nachträglich als Anhang ein.

Ich habe alle Berichte von der PDF Datei gelesen, wunderschön, bekomme Fernweh dabei. War bis jetzt nur 1x in 2017 auf Sardinen 2019 kommen wir wieder.

MfG
 
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