Nach Sardinien auswandern
Autor: P1
Datum: 21.06.11 14:27

Also wirklich Gianna, dass Du uns in den Rücken fällst, ne aber auch.
Immerhin wer das Finazamt bescheißt, zahlt Steuern und wer Steuern zahlt........ aber mal so nebenbei, die Guarda di Finanza ist ganz schön scharf geworden gell. Weil früher bin ich in Italien öfter gefragt worden ob ich eine Rechnung brauche.
Doch ich spreche so über H4, weil mir jeden Tag diese Leute über den Weg laufen, die Tafeln sind in meiner Nachbarschaft und ein sogenater Armer, denn nur wer behördlich arm ist, darf da einkaufen, fast alle rauchen auf meine Kosten, Handy haben sie sowieso und nicht selten einen Mercedes, aber 1/3 fährt mit dem Auto vor. Nein Gianna es sind vielleicht 25% die ich jetzt zu unrecht in die Pfanne haue. Der Rest sollte mal lernen, dass man selber für sein Leben sorgen muss und nicht die anderen, denn, die Leute die das Finanzamt über den Tisch ziehen, zahlen die Zeche nicht, aber Leute wie Du und ich schon.

Hans
 
Autor: Yoshiham
Datum: 21.06.11 16:49

Hans,

ich kenne zwei Brüder. Beide hatten die gleiche Ausgangssituation und haben einen gutgehenden Betrieb vom Vater geerbt. Beide wollten aber den Betrieb nicht weiterführen. So haben sie den Betrieb und die Villa der Eltern verscherbelt.

Der eine Bruder hat fleißig seinen eigenen Betrieb weitergeführt. Sich alles vom Munde abgespart, kaum in Urlaub gefahren und alles für Später zurückgelegt.

Der andere Bruder hatte nach zwei Jahren alles durchgebracht und lebt nun, ich weiß es nicht so genau, so 10 Jahre von Hartz 4.

Nun kommt es, der Betrieb des 1. Bruders mußte den Betrieb schließen, weil die Rechnungen ( gerade von Komunen und Land ) nicht, oder zu schleppend bezahlt wurden.

Der bekommt kein Harzt 4. Er muß erst sein "Vermögen" aufbrauchen, abwohl, anders als sein Bruder, er nicht auf großen Fuß gelebt hat und ständig eingezahlt hat.

Da fragt man sich doch langsam, wer hier alles richtig gemacht hat?
 
Autor: P1
Datum: 21.06.11 17:01

Um jetzt wieder die Brücke nach Sardinien zu schlagen, wie sieht es denn in Italien und speziel auf Sardinien aus, gibt es da auch etwas vergleichbares wie H4, was passiert wenn jemand arbeitslos wird, von wem und wie lange bekommt er Leistungen.

Hans
 
Autor: maripino
Datum: 22.06.11 10:49

Da muß ich doch auch was zu schreiben,erstmal zu Gianna,was Sie schreibt ist richtig nicht alles sind schnurrer,ich kenne genug allein Erziehende Muttis,die wegen einem Kleinen Kind keine 8 Stunden am Tag arbeiten gehen können, Papi zahlt null Unterhalt also was bleibt Mutti Harz4......Dann kenne ich aber auch Leute beide beste Alter beide nichts gelernt was ich soll Arbeiten nöööööööö warum mir geht es doch gut so das Amt zahlt meine Miete Strom u.s.w und ich kann von Morgens bis Abends mit dem A.....auf dem Sofa sitzen,ach und wenn ich mal wieder ein Gespräch beim Amt habe zwecks Arbeitsvermittlung,na dann gehe ich mal schnell zum Doc und lass mir mal schnell einen Schein geben da ich ja solche Schmerzen im Rücken oder wo auch immer habe....Diese Leute kommen damit seid über 20 Jahren schon durch....Und sowas wie Harz4 gibt es hier nicht endweder Du hast Arbeit und sparst für den Fall der Fälle oder Du hast Familie die dich mit durchzieht,so kenne ich das hier aber vieleicht weiß noch jemand mehr....
Lg Mary
 
Autor: siyam
Datum: 22.06.11 16:01

es gibt auch ALG, aber kein HartzIV, aber das waere jetzt zu lang um zu erklaeren, wer bekommt und wer nicht bekommt. Nach Schwarzarbeit gibt es kein ALG aber bei einem Job, den man laenger innehat als ein halbes Jahr und Chef und Arbeitnehmer die Lohnabgaben abfuehren, inkl. Steuer und einen Beitrag in die ALG - Kasse, dann seinen Job verliert, bekommt auch in Sardinien/Italien ALG. Sardinien hat nochmal eine eigene Regelung, wie Sizilien, auf Grund der ueberwiegend Saisonarbeit im Tourismus Situation, bekommen diese beiden Regionen nochmal Extragelder zur Verfuegung gestellt um denen, die nur Saison arbeiten, dieses schon seit mehreren Jahren und auch nur diesen Job haben, im Maerz - nach Antragstellen im Januar - ein einmaliges ALG auszuzahlen.

Stuetze gibt es auch. Jede Comune gibt Geld um arbeitslose Familien zu unterstuetzen. Es gibt die, die sich schaemen und deshalb niemals danach fragen, aber jammern, dass sie ihre Sachen nicht zahlen koennen und es gibt die, die absolut darauf angewiesen sind und holen sich monatlich das Geld. Es ist eine Frage des Gewissens und der Mentalitaet.

Manche wuerden niemals und um nichts auf der Welt darum fragen, auch kommt hinzu, dass sie jeden Monat auf's Neue diese Prozedur machen muessen. Macht das mal in Deutschland ;o) was meint ihr, wie schnell die Anzahl der Stuetze Empfaenger sinken wuerde. Jeden Monat auf's neue auf dat Amt rennen, alles vorlegen, dass man nichts hat und immer wieder neu danach "fragen" Unterstuetzung fuer die Miete und das Leben zu bekommen. Lange nicht so bequem.
Ausserdem weiss man nie, wie viel man bekommt. Haengt von der Fuelle des Topfes ab. Alleinerziehende Muetter gibt es auch hier - man glaubt es nicht - und die Vaeter dazu zahlen keinen Cent. Die Comune unterstuetzt auch hier und es gibt dafuer einen Assistente soziale (Sozialarbeiter) der dann dafuer sorgt, dass Mutter und Kind - wenn sie nicht zur Familie zurueck gehen - dennoch ihr Leben bestreiten koennen.

Aber soziale Sicherheiten und Selbstverstaendlichkeiten wie in Deutschland, sucht man hier vergebens. Italien zaehlt ja auch nicht zu den Sozial - Staaten.

Vielleicht sollte der ein oder andere Arbeitslose mal einen Winter hier in Sardinien sein und sehen, was es heisst, sein Leben selbst zu bestreiten. Der geht freiwillig nach Deutschland und sucht sich dort ne sichere Arbeit.

Ich finde es nur merkwuerdig, dass eben dieses vielbeschimpfte Harz dennoch auch hoch geheiligt wird und die soziale Unterstuetzung so einen grossen Stellenwert hat in der dt. Gesellschaft. Passieren kann immer was, man steckt nie drin, man kann sich gegen alles absichern und vorsorgen, wenn bei einem das Schicksal anklopft und zuschlaegt, dann tut es das. Eben weil in Italien sich nicht so viel Gedanken darueber gemacht wird, von wegen WAS IST WENN... leben den Menschen auch entspannter. Wenn was passiert sind die Italiener schon genetisch drauf programmiert eine Loesung zu finden, ob nun mit Hilfe von Aussen oder ohne. Obdachlose, Bettler und Mietnomaden findet man hier dennoch nicht - ich spreche von Italienern, gell.

LG Simone
 
Autor: P1
Datum: 22.06.11 17:07

Das war ja auch Sinn und Zweck der Sozialhilfe, wenn jemand ein Problem hat, ihm wieder auf die Füße zu Helfen und nicht in der dritten Generation davon zu Leben. Und wehe es sagt jemand öffentlich was dagegen, wundert mich, dass sich noch keiner zu Wort gemeldet hat, geht normal razfaz.

Hans
 
Autor: siyam
Datum: 22.06.11 17:53

hm, das Auf Die Fuesse Helfen System ist ja auch absolut recht und fair, gibt es also hier auch, aber dieses dauerhafte davon Leben, da stimme ich dir zu, das sollte wirklich nicht sein und das muesste abgeschafft werden.

Jeder hilft ja auch gern, ich zaehle mich dazu, nur ausnutzen, dass laesst sich niemand gern. Und in meinen Augen nutzen das sehr viele - zu viele - aus. Ich behaupte sogar, dass 80% der Langzeitarbeitslosen ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten koennten, wenn sie ihre Einstellung und ihre Erwartungshaltung etwas korrigieren wuerden.

Und jeder ist - egal wie - auch immer in der Lage, sich wieder auf die Fuesse zu stellen. Es kommt auch immer darauf an, wie hoch die Ansprueche sind. Ich weiss wovon ich rede ;o) Aber leider gibt es noch zu viele, die den Weg des geringsten Widerstandes waehlen, oder sich und ihre Situation aufgeben oder gar von der Gesellschaft aufgegeben werden.

Naja, ich stimme dir auf jeden Fall zu Hans. Meine Meinung dazu kennst du ohnehin.
Also, um nicht ganz unterzugehen, gibt es auch in Italien ein System um weiterzuleben und sein Leben selbst zu finanzieren, obliegt am Ende jedem selbst.

LG Simone
 
Autor: Yoshiham
Datum: 23.06.11 13:37

In Alghero weiß ich es mit Bestimmtheit. In anderen Städten wird es wohl genau so aussehen. Manchmal warten die Behinderten 4 Monate auf ihr Geld. Das ermuntert die Angehörigen nicht gerade.

siehe:

http://www.alghero.tv/articoli.asp?id=9766

ALGHERO - Da mesi gli algheresi affetti da gravi disabilità attendono i rimborsi per l'assistenza.

L'ultima mensilità che è stata erogata dall'ufficio dei Servizi sociali risale a febbraio.

Dal mese di marzo le famiglie stanno anticipando di tasca i costi per garantire ai propri cari l'aiuto di cui hanno necessità quotidianamente. Ma sta per terminare la quarta mensilità senza aver visto un solo centesimo pertanto diventa difficile continuare ad andare avanti così. I ritardi nell'erogazione dei contributi ai residenti che hanno bisogno di continua assistenza inoltre non fanno altro che aggravare una situazione già difficile per il taglio delle risorse. In molti casi il sostegno economico previsto dalla legge 162 si è praticamente dimezzato.

Sull'argomento tre mesi fa il consigliere comunale Nina Ansini aveva presentato un'interrogazione che però finora non ha avuto alcuna risposta. L'esponente del Pd chiede più rispetto per gli oltre 500 cittadini diversamente abili e sottolinea la presa di posizione dell'Anci regionale e del distretto sanitario che ha stornato parte delle sue risorse finanziarie per destinarle ai piani di assistenza della legge 162. Ma stigmatizza l'atteggiamento dell'amministrazione Tedde «che - dice Nina Ansini - brilla per la totale assenza e incapacità nell'individuare e quantificare le risorse complessive eventualmente necessarie a garantire nel prossimo futuro una migliore qualità della vita e, di conseguenza un bilancio che operi selettivamente delle priorità».

mercoledì 22 giugno 2011
 
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