Kennt jemand freilernende Familien?

Gioia

Mitglied
Hallo in die Runde,
Kennt jemand von euch Familien mit Kindern auf Sardinien, die freilernend leben?
 
@Gioia - eine Freundin von mir, aber das ist schon ein paar Jahr her und sie lebt längst nicht mehr auf Sardinien. Sie war auch die einzige weit und breit. Falls Du eine konkrete Frage hast kann ich schauen, ob sie diese beantworten kann.
 
Die Entscheidung zu freier selbstbestimmter Bildung geht vom jungen Menschen aus und hat nichts mit "müssen" zu tun, eher damit ihn ernst zu nehmen und ihn auf seinem Weg zu unterstützen :)
In Italien gibt es eine Bildungspflicht, aber keine Schulgebäudeanwesenheitspflicht wie in Deutschland.
Danke Maren, ich frage vor allen Dingen wegen Vernetzung zum gegenseitigen Austausch und Inspiration und Möglichkeit für Gestaltung gemeinsamer Projekte.
Ich schreibe dir nochmal privat.
 
Selbstbestimmte Bildung junger Menschen, keine Schulanwesenheitspflicht, Inspiration und gemeinsame Projekte gestalten Das Ganze auch noch auf der schönen Insel Sardinien.

Das klingt ja sehr interessant, Gioia.

Lass´ uns doch bitte an Deinen Ideen teilhaben, jedenfalls um meinen in diesem Bereich sehr eingeschränkten Horizont zu erweitern. Du scheinst dazu ja über entsprechende Qualifikation zu verfügen. Und vor allem, was Sardinien für Freilernende besonders prädestiniert?
 
kenn eine Frau mit zwei topfitten Mädels, die Freilerner waren, ob sies jetzt noch sind weiss ich nicht, schreib dir ne pn.
 
Ja gibt es! Es besteht in Italien, wie du schon geschrieben hast, Bildungs- aber keine Schulpflicht. Es gibt auch einige "alternative" Angebote, was Kiga und Schule betrifft und einige Facebook Gruppen zu Homeschooling. Du kannst mir gerne schreiben.
 
Meiner Meinung nach, benötigen Kinder andere Kinder, an denen sie sich messen und reiben.

Was im Moment wegen Corona passiert, ist für Kinder ganz schlecht.

Ich beäuge schon Walldorf und Montessori mit bedenken.
Nur lernen, wenn ich Lust habe....
So ist das leben nicht.
Ich kenne eine Professorin, die die Abiturarbeiten, als externe Person geprüft hat....

Was ich bei Walldorf und Montessori toll finde ist die musische und künstlerische Arbeit.
Das haben wir, bei unseren Kindern, in der Freizeit gefördert.

Naja jeder wie er mag.

Bea2
 
Meiner Meinung nach, benötigen Kinder andere Kinder, an denen sie sich messen und reiben.

Was im Moment wegen Corona passiert, ist für Kinder ganz schlecht.

Ich beäuge schon Walldorf und Montessori mit bedenken.
Nur lernen, wenn ich Lust habe....
So ist das leben nicht.
Ich kenne eine Professorin, die die Abiturarbeiten, als externe Person geprüft hat....

Was ich bei Walldorf und Montessori toll finde ist die musische und künstlerische Arbeit.
Das haben wir, bei unseren Kindern, in der Freizeit gefördert.

Naja jeder wie er mag.

Bea2

Frei lernen und homeschooling generell schließen soziale Kontakte mit anderen Kindern nicht aus.
Da stimme ich dir vollkommen zu. Ich finde die momentane Situation für Kinder und Jugendliche auch schlimm.
 
Dass einige (darunter viele, die selbst Lehrer sind) ihre Kinder nicht an eine staatliche Schule schicken wollen, spricht schon auch für sich.
Meiner Erfahrung nach ist in vielen Schulen Quantität und nicht Qualität ausschlaggebend. Man spricht ja auch von "Bulimie lernen" und an Wochenenden und in den Ferien höre ich immer wieder: dobbiamo fare i compiti!
Meine Kinder sind (zum Glück) noch kleiner, aber für uns ist das Thema sehr interessant und ich bin froh, dass man in Italien die Möglichkeit hat.
 
Meine Kinder sind (zum Glück) noch kleiner, aber für uns ist das Thema sehr interessant und ich bin froh, dass man in Italien die Möglichkeit hat.

Hallo Esther,

Wie sieht diese Möglichkeit denn konkret aus?
Schreibst Du an die Schulbehörde, dass Du den Job selbst übernimmst oder einen Hauslehrer einstellst?

Und vor allem:
Verfügst Du denn über alle didaktischen und fachlichen Kompetenzen für eine Komplettunterrichtung Deiner Kinder, so mit Differenzialgleichungen und Übersetzungen von Homer und Beckett und so? Ich will ja nicht abstreiten, dass auch Holzhacken oder Baumhausbauen ein interessanter Lerninhalt sein kann, aber die über die Basics des Schreibens, Lesens und Rechnens hinausgehenden Skills müssen ja von irgendwo herkommen und nicht jeder ist der geborene Didakt.

Meine Kinder haben jedenfalls irgendwann die Wissensvermittlung von Lehrern und Mitschülern bevorzugt, statt sich das von Papa vorbeten zu lassen. Mal abgesehen davon, dass ich für die mind. 30 Stunden schulische Unterrichtung pro Woche pro Kind nicht die Zeit gehabt hätte, sondern diese stattdessen für meinen Arbeitgeber bereitstellen durfte.

Zuletzt:
Den freilerndenden Kindern dürfte es nur dann nicht langweilig werden, wenn sie weitere freilernende Gefährten haben, die zur gleichen Zeit frei haben, wo die "normalen" Kinder in der Schule sitzen. Die wird es auf Sardinien weder zuhauf noch an einer Stelle konzentriert geben.

Diese Fragen wirst Du Dir sicherlich auch schon gestellt haben, bin also neugierig auf Deine Antworten.
 
Hallo Esther,

Wie sieht diese Möglichkeit denn konkret aus?
Schreibst Du an die Schulbehörde, dass Du den Job selbst übernimmst oder einen Hauslehrer einstellst?

Und vor allem:
Verfügst Du denn über alle didaktischen und fachlichen Kompetenzen für eine Komplettunterrichtung Deiner Kinder, so mit Differenzialgleichungen und Übersetzungen von Homer und Beckett und so? Ich will ja nicht abstreiten, dass auch Holzhacken oder Baumhausbauen ein interessanter Lerninhalt sein kann, aber die über die Basics des Schreibens, Lesens und Rechnens hinausgehenden Skills müssen ja von irgendwo herkommen und nicht jeder ist der geborene Didakt.

Meine Kinder haben jedenfalls irgendwann die Wissensvermittlung von Lehrern und Mitschülern bevorzugt, statt sich das von Papa vorbeten zu lassen. Mal abgesehen davon, dass ich für die mind. 30 Stunden schulische Unterrichtung pro Woche pro Kind nicht die Zeit gehabt hätte, sondern diese stattdessen für meinen Arbeitgeber bereitstellen durfte.

Zuletzt:
Den freilerndenden Kindern dürfte es nur dann nicht langweilig werden, wenn sie weitere freilernende Gefährten haben, die zur gleichen Zeit frei haben, wo die "normalen" Kinder in der Schule sitzen. Die wird es auf Sardinien weder zuhauf noch an einer Stelle konzentriert geben.

Diese Fragen wirst Du Dir sicherlich auch schon gestellt haben, bin also neugierig auf Deine Antworten.
Oh, das sind viele (berechtigte) Fragen, die wir uns natürlich selbst auch stellen. Ich werde versuchen demnächst zu antworten
 
Hallo :)
Jeder muss da den Weg finden, der zur eigenen Familie passt. Da gibt es doch kein Richtig und Falsch! Sobald man sich tiefer mit einem Thema wie jetzt hier mit dem Freilernen beschäftigt, erfährt man von soo vielen verschiedenen Wegen und Möglichkeiten, von denen man vorher nichts wusste oder Vorurteile können revidiert werden. Wer interessiert ist, muss nur etwas recherchieren. Der Hirnforscher Gerald Hüther kann zum Beispiel ein Anfang sein. Oder André Stern.
Ich kann verstehen, dass bei vielen dieses Thema Ängste und Gedanken wie "das geht doch nicht" hervorruft.
Die Frage ist, was man selbst unter Lernen versteht und welches Bild vom Kind man hat.
Liebe Grüße
 
Die Frage ist, was man selbst unter Lernen versteht und welches Bild vom Kind man hat.

Genau das wollte ich ja gerne von Dir erfahren.
Es geht mir dabei nicht um richtig oder falsch, sondern, was das Thema konkret mit Sardinien zu tun hat?
 
Also lebst Du schon auf Sardinien?
Wie hast Du denn dann das Thema der Schulpflicht gelöst, oder besser gesagt, umgangen?

Die Fragen an Esther waren genauso auch an Dich adressiert.
 
In Italien musst du nicht die Schulpflicht "umgehen". Es ist legal, dass die Kinder ausserhalb der Schule lernen dürfen.
Erica Di Martino hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Menschen in Italien darüber aufzuklären. Da kann sich jeder der möchte zu den damit verbundenen Fragen informieren. www.controscuola.it
 
Zuletzt geändert:
Deine Antwort beantwortet aber nicht meine Fragen nach Deiner Befähigung, Deine Kinder selbst zu unterrichten und Deiner Zeit und Möglichkeiten dazu.

Ein Artikel über Frau Di Martino, den ich dazu gefunden habe
https://www.welt.de/vermischtes/art...e-Kinder-im-Supermarkt-Erdkunde-am-Aetna.html
ist sicherlich interessant, aber kaum für andere Familien so 1:1 übertragbar, sie ist schließlich Lehrerin, daneben offenbar so wirtschaftlich priviliegiert, dass sie sich das "zu Hause unterrichten, in Museen fahren, viel Reisen etc. " finanziell erlauben kann, ohne einer eigenen bezahlten Arbeit nachgehen zu müssen. Und den Kindern am Ende der Home-Schooling Phase einen Abschluß an einer Privatschule zu ermöglichen, um einen staatlich anerkannten Abschluß zu erlangen.

Was mir bei der ganzen Betrachtung völlig fehlt, ist die Frage an die Kinder, ob sie nicht lieber an eine "normale" Schule gehen wollten, schließlich ist dort der Kontakt zu Gleichaltrigen gegeben. Nicht jedes Kind fühlt sich dort unwohl, wird gemobbt oder muss mit zuvielen anderen Kindern in dunklen Klassen mit schlechter Luft lernen, wie es der Artikel suggeriert. Für mich ist die Sicht von Frau Di Martino sehr elitär.

Umso neugieriger bin ich deshalb auf Deine Ansicht. Hier noch einmal meine Fragen an Esther und Dich:

Hallo Esther,

Wie sieht diese Möglichkeit denn konkret aus?
Schreibst Du an die Schulbehörde, dass Du den Job selbst übernimmst oder einen Hauslehrer einstellst?

Und vor allem:
Verfügst Du denn über alle didaktischen und fachlichen Kompetenzen für eine Komplettunterrichtung Deiner Kinder, so mit Differenzialgleichungen und Übersetzungen von Homer und Beckett und so? .......

Meine Kinder haben jedenfalls irgendwann die Wissensvermittlung von Lehrern und Mitschülern bevorzugt, statt sich das von Papa vorbeten zu lassen. Mal abgesehen davon, dass ich für die mind. 30 Stunden schulische Unterrichtung pro Woche pro Kind nicht die Zeit gehabt hätte, sondern diese stattdessen für meinen Arbeitgeber bereitstellen durfte.

Zuletzt:
Den freilerndenden Kindern dürfte es nur dann nicht langweilig werden, wenn sie weitere freilernende Gefährten haben, die zur gleichen Zeit frei haben, wo die "normalen" Kinder in der Schule sitzen. Die wird es auf Sardinien weder zuhauf noch an einer Stelle konzentriert geben.

Diese Fragen wirst Du Dir sicherlich auch schon gestellt haben, bin also neugierig auf Deine Antworten.
 
Zuletzt geändert:
Doch wenn du dich darüber informierst, wirst du genau dazu Antworten und Wege finden, die für DICH stimmig sind. Unser Weg ist unser persönlicher individueller Weg.
Es ist nicht mein Anliegen hier jemanden zum Freilernen zu bewegen, sondern meine Frage war klar formuliert. Wer kennt andere freilernende Familien?
Wer über dieses Thema generell diskutieren möchte, kann es gerne tun. Ich klinke mich da aus.
Habt einen schönen Tag
 
Nein, Gioia,
meine Fragen waren ganz konkret auch Dich und Deine Befähigung adressiert, um Deinen persönlichen Weg zu verstehen. Das hat nichts mit einer generellen Diskussion zu tun.

Allerdings zeigt mir Deine Reaktion darauf, was hinter Deiner Frage nach anderen freilernenden Familien tatsächlich steckt. Und vor allem, welche Ideologie.
 
Hm. Ich weiss mit dem Begriff “Freilernen” eigentlich nicht so richtig, was gemeint ist, und bin etwas unsicher, auf was Du genau abzielst.
Wie hier schon bemerkt, gibt es in Italien keine Schulpflicht, aber sehr wohl die Verpflichtung, Kinder im Schulalter zu unterrichten. Schule fängt mit 5 (wenn man will) oder 6 Jahren an und dauert 10 Jahre. Dabei wird man von der Schule, die am nächsten liegt, vor dem Sommer angeschrieben; oder man kann sich selber bei einer Schule erkundigen und dann gegebenenfalls anmelden.
Die Daten über schulpflichtige Kinder werden von der Gemeinde übertragen, auf der Basis der Kinder mit Residenz in der Gemeinde (und damit medico di famiglia/pediatra).

Unsere Kinder haben alle nicht die Schule in Sardinien besucht. Alle 4 sind alle hier geboren und gemeldet, und sind insgesamt nur gut 3 Jahre auseinander (was dann sehr praktisch war).
Wir legen Wert auf Musikunterricht (alle Kinder sollten ein Instrument anfangen, wenn sie dann nicht weitermögen, wäre es ok) und, familienbedingt, müssen die Kinder mit mindestens 3 Sprachen zurechtkommen.

Wir hatten von Bekannten und Freunden den Eindruck, dass relativ wenig Wissen in der Schule vermittelt wird, gemessen an der langen Zeit, die die Kinder dort verbringen; und kaum Methoden, um effizient zu lernen. Die Materien scheinen uns dagegen ok, aber es gibt kaum Zugriff zu neuen didaktischen Methoden (Inet-basierend z.B.) Viele Lehrer, auch in unserem weiteren Bekanntenkreis, können kaum mit Webseiten umgehen, bewerten schon gar nicht. Sicher liegt das auch daran, dass der STOP DER TURNOVER seit 20 Jahren neue Lehrer nur als Aushilfskräfte eingestellt lässt. Dementsprechend sind reguläre Lehrer gewöhnlich weit über 50 Jahre alt und kaum motiviert.
Mein Mann und ich kommen aus einem akademisch sehr anspruchsvollen Kontext und sind beide auch in englischen Internaten gewesen. Eigentlich haben wir (unbewusst?) immer gedacht, dass Jugendliche im Internat am besten aufgehoben sind. Allerdings wollten wir die Kinder natürlich nicht mit 6 schon losschicken! Und den Musiklehrer hatten wir ja nun schon im Haus, seit der Grosse knapp 4 war, und mehrere Sprachen wurde auch schon gelehrt. Natürlich habe ich mit den Kindern deutsch gesprochen und vorgelesen, und die Grosseltern eben in ihrer Sprache. Da hatten die Kleinen eigentlich schon viel zu tun ;-). Obendrein machen alle mindestens einen Sport, und schon recht früh als Leistungssport.

Jemand meinte, Kinder brauchen ja auch den Kontakt mit anderen Kindern.
Sicher. Unsere Kinder hatten/haben jeden Tag Kontakt zu anderen Kindern beim Sport/im Orchester/in der Grossfamilie. Das haben weder wir noch die Kinder selbst jemals als Problem gesehen.

Jemand anderes hat nach der Befähigung zum Unterrichten gefragt.
Eltern dürfen unterrichten bis zu dem Grad, der UNTER ihrer eigenen Ausbildung liegt. Sonst musst Du entsprechende Lehrkräfte einstellen. Das wurde bei uns auch kontrolliert.
Wenn Du z.B. nur Abitur hast, kannst Du selber Deine Kinder (aber nicht die anderer Leute) nur bis zur “scuola secondaria di secondo grado” (die hiess früher “scuola superiore”) unterrichten. Die letzten Jahre bis zum Abitur, in der scuola superiore, kannst Du selber nicht mehr unterrichten.

Mein Mann und ich haben mehrere akademische Grade, wir haben insgesamt 3 Doktortitel und nachweislich hohe Kenntnisse in mehreren Sprachen. (Wird alles kontrolliert, das muss man belegen können). Wir dürften unsere Kinder bis zum Abitur allein betreuen.

Wir haben uns sehr früh (eben als wir den Musiklehrer hatten) schon mit der zuständigen Schule in Verbindung gesetzt und immer ein sehr gutes Verhältnis zu den Lehrern gepflegt. So bekommt man einerseits die Lehrpläne gut erklärt (was sollte das Kind wann können?) und hat andererseits eine Kontrolle von aussen, ob die Kinder gut und glücklich lernen, oder ob nicht doch etwas schief läuft. Für uns war das besonders wichtig mit Hinblick auf die italienische Sprache; von Anfang an waren wir sehr skeptisch ob alle 4 Kinder soviel Sprachgewirr “verdauen” können. Die Schule hat uns zugeraten, und in den ersten Jahren sehr engagiert geholfen: z.B. haben wir haufenweise Arbeitsblätter zur italienischen Sprache bekommen, die im normalen Schulunterricht benutzt werden, und netterweise haben die Kinder an “Leistungskontrollen” auch während des Jahres teilnehmen dürfen. Das ist heute vielleicht nicht mehr so.

So sind wir ins homeschooling ‘reingerutscht: es funktionierte ja alles so prima. Weil alle Kinder oft zusammen “unterrichtet” werden, ist ihr Niveau je nach Materie sehr unterschiedlich im Vergleich zu Gleichaltrigen, dass hatte die Schule vor allem für die letzen 2 Kinder (Zwillinge) sehr schnell festgestellt.

Die Kinder haben so mehrere Male die Tests für 2 Schuljahre machen dürfen, und auch Schuljahre “übersprungen”. Wir haben ausser den Musiklehrern (die dann 2 wurden) immer wieder spezielle Lehrer für andere Fächer gehabt. Hier gibt es z.B. ein Astronomie-Zentrum, und wir haben ein Amateur-Teleskop auf dem Dach installiert. Dafür haben wir Unterricht bei einem Professor der Uni genommen, die ganze Familie. Mein Mann hat inzwischen sogar sein Diplom in Astronomie gemacht. Vor allem die Grossen haben in der Zeit enorme Fortschritte in Physik gemacht. Wir wohnen am Strand, alle Kinder können segeln und haben die entsprechenden Scheine gemacht. Unterricht in Nautik haben sie bei einem befreundeten Ehepaar, die Kapitäne auf Kreuzschiffen der Carnival sind. Bei den Prüfungen waren sie immer die jüngsten, aber gut vorbereitet.

Inzwischen sind die beiden “Grossen” schon über 14 Jahre alt und seit September 2019 auf einem Internat, wo sie beide in “älteren” Klassen eingegliedert wurden. Es scheint soweit gut zu laufen (abgesehen vom Corona-chaos).

Die beiden Kleinen sind noch hier und haben inzwischen grosse Lust bekommen auch auf ein Internat zu gehen. Wir suchen noch ein bisschen, weil beide seit kurzem parallel zur Schule auf dem lokalen Konservatorium unterrichtet werden. Das Internat der Grossen hat kein eingeschlossenes Musikstudium, da werden wir noch eine Lösung finden müssen.

So, das war sehr lang, aber vielleicht interessant für Leute, die hier wohnen und homeschooling machen wollen. Ich glaube, bei uns hat's so gut geklappt, weil wir so früh angefangen haben: mit 5-jährigen hat man ja eh' noch ein Jahr "Probe", das kann man gut nutzen.

Grüssles,
Casumarzu
 
@casumarzu
Danke für den sehr interessanten Bericht. Dass "homescooling" funktionieren kann, steht außer Zweifel aber es gehört leider auch eine sehr gute finanzielle Ausgangsbasis dazu.
Die Musiklehrer, Segelschule, usw. kosten viel Geld, was sich eine Familie mit durchschnittlichem Einkommen kaum leisten kann.
Eine umfassende, gute Bildung kostet Geld - das war schon immer so und so lange viele Bürger versuchen, wo es geht Steuern zu sparen (zu umgehen), hat der Staat nicht das notwendige Geld für gut ausgebildete Lehrer und gute Schulen.
Dass Ihr diesen Bildungsweg für eure Kinder gewählt habt, wundert mich nicht!
 
@casumarzu hoffe mal das so die 4 Kinder richtig auf das reele Leben vorbereitet sind und im Berusleben (falls nötig) auch mehrere Erfahrungsstufen überspringen können.
 
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