Ausverkauf der Insel- Neues Luxus-Resort spaltet Italien: Superreiche aus aller Welt kaufen sich in Sardiniens Küste ein

andrea21

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„Neues Luxus-Resort spaltet Italien: Superreiche aus aller Welt kaufen sich in Sardiniens Küste ein.​

Hinter dem Glamour-Projekt steckt ein globales Netz aus Briefkastenfirmen – und eine Klausel, die den Steuerzahler direkt ins Spiel bringt.

Porto Rotondo – Eine der schönsten Küsten Sardiniens, das türkisblaue Wasser vor der Insel Tavolara, 20 Kilometer südlich von Porto Rotondo – und mittendrin ein Milliardenprojekt, das Italien in Aufruhr versetzt. Auf 120 Hektar geschützter Küste soll das Luxusresort „Tavolara Bay“ entstehen: ein Fünf-Sterne-Hotel, 26 Villen mit Preisen ab 13.000 Euro pro Quadratmeter, Privatstrände, ein Golfplatz mit 18 Löchern und ein Hubschrauberlandeplatz. Doch wer steckt wirklich dahinter – und wer soll das bezahlen?

Wie der Corriere della Sera auf Basis interner Gesellschaftsdokumente enthüllt, hält die brasilianische Touristik- und Immobiliengruppe JHSF von José Auriemo Neto 44 Prozent der Anteile an der Tavolara Bay Srl. Weitere 43 Prozent liegen bei der luxemburgischen Holdinggesellschaft CSFG Re Europe – hinter der sich ein Netz wohlhabender Investoren verbirgt, die über Gesellschaften oder Trusts auf den Britischen Jungferninseln, den Bahamas, in Malta und im US-Bundesstaat Delaware operieren.

Die brisante Klausel: Staatsgeld für Steueroasen-Investoren?​

Nur 13 Prozent entfallen auf vier Italiener: Projektleiter Alberto Biancu, Ex-Manager Carlo Di Biagio, Immobilienentwickler Davide Bizzi und Ezio Simonelli, Präsident der Fußball-Liga Serie A und langjähriger Vertrauter Silvio Berlusconis.

Was die Affäre besonders brisant macht: Im Gesellschaftsstatut der Tavolara Bay Srl findet sich Artikel 17 – der sogenannte „Claw-back der Minderheitsgesellschafter“. Darin ist ausdrücklich von einem möglichen „Contributo Governativo“ die Rede: einer staatlichen Geldsubvention, die die italienische Regierung im Rahmen eines „Touristischen Entwicklungsvertrags“ an die Gesellschaft zahlen könnte. Die Klausel regelt bereits jetzt, wie dieses Staatsgeld unter den Gesellschaftern aufgeteilt würde – inklusive einer fertigen Berechnungsformel.

Finanzminister Giancarlo Giorgetti reagierte nach Lektüre des Corriere-Artikels mit deutlichen Worten: „Bevor sie einen Beitrag erhalten, müssen die Beteiligten über die Leiche des Ministers gehen.“ Er schließe aus, dass der Staat Gesellschaften subventioniere, die direkt oder indirekt Begünstigte in Steueroasen hätten.

Rom gibt grünes Licht – Sardinien klagt​

Der Weg für das Projekt wurde durch eine Sonderregelung der Zes Unica (Sonderwirtschaftszone Süd) geebnet, die dem Zentralstaat ermöglicht, regionale Genehmigungsverfahren zu umgehen. Am 4. Juni 2026 stimmte der Ministerrat dem weiteren Verfahren zu – gegen den ausdrücklichen Widerstand der Region Sardinien und des Kulturministeriums.

Laut L‘Espresso hatten sich in der Konferenz der Dienststellen zwischen Oktober 2025 und Januar 2026 nahezu alle beteiligten Behörden – darunter die Regionalverwaltung, die Forstbehörde und die Denkmalbehörde Sassari – gegen das Projekt ausgesprochen. Regionspräsidentin Alessandra Todde (M5S) kündigte umgehend Klage an: „Die Gesetze Sardiniens können nicht umgangen werden. Wir werden die Vorrechte unserer Autonomie bis zum Ende verteidigen.“

Sardinien: Naturschützer schlagen Alarm​

Auch der Tierschutzbund WWF Italia warnt vor einem gefährlichen Präzedenzfall: „Man versucht, einen Eingriff als einfaches Verwaltungsverfahren darzustellen, der stattdessen riskiert, ein bis heute weitgehend intaktes Gebiet unwiederbringlich zu verändern.“

Der Verband befürchtet laut L‘Indipendente, dass das Projekt die Sonderwirtschaftszone als Instrument missbrauche – mit weitreichenden Folgen für den Küstenschutz ganz Italiens. Abseits der Touristenziele Sardinien oder Sizilien gibt es in Italien indes ein unentdecktes Inselparadies. Adria-Strände könnten derweil bald für immer verschwinden. (Quellen: Corriere della Sera, L‘Espresso, L‘Indipendente)„ Münchner Merkur 02.07.
 
Nach großen Protesten und auch wegen dem SelbstbestimmungsRecht der Region Sardegna wurde der Beschluss in Rom aufgehoben.

Aus dem Artikel geht zwar hervor, dass die Einzelgenehmigung aus Rom gekippt wurde. Aber wie geht es weiter? Dazu steht nichts drin.
Die haben ja angeblich das Grundstück gekauft- oder?
 
Aus dem Artikel geht ja auch hervor, dass nur eine Genehmigung für das Glamping Projekt vorlag von der Gemeinde und das große Projekt noch gar nicht beantragt war.
Vielleicht sollten die großen Protestler eher öfter die Gemeinderatssitzungen besuchen bevor sie das ganz große Fass aufmachen.
Nicht nur auf Sardinien gibt es leider diese Entwicklung. Es wird viel geschumpfen mit wenig Sachverstand.
Und viele Grundstücke auf der Insel eignen sich hervorragend für die Schafzucht.
 
Grundstück gekauft bedeutet noch lange nicht, dass dort jemals - legal - gebaut werden darf!
 
In diesem Zusammenhang erinnerte ich mich gerade an Herrn Fiordalisi, der sehr viele, ca. 160, Bauten im Bereich Tempio und La Maddalena stilllegen oder abreißen ließ, weil sie nicht legal waren. Mittlerweile ist er nicht mehr in Sardinien tätig. Seine Funktion war Procuratore...
 
Ja, auch die ganzen illegal gebauten privaten Schwimmbäder sind letztes Jahr in den Fokus gerückt.
Diese ganzen Mauscheleien von früher haben keinen Bestand mehr. Und in diesen Fällen trifft es auch die Richtigen. Diejenigen, die meinten mit Geld alles kaufen zu können.
Der Scheich, der das Berlusconi Areal gekauft hat, will ja auch groß umbauen. Wir dürfen gespannt bleiben.
 
Meanwhile kommt Herr Sinner und kauft sich ein Grundstück umd wird dort eine Protzvilla bauen. Und alle jubeln.
 
Na, in Porto Rafael ist der Jannek Sinner in guter Gesellschaft. Eine Villa mehr wird Sardinien nicht weh tun. Er ist als bodenständig und bescheiden bekannt. Man muss ihm nicht unbedingt eine protzige Villa unterstellen, nur weil er Geld hat.
 
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