Alle Jahre wieder - San Giorgio in Perfugas

peko

Sehr aktives Mitglied
Nicht nur für die Perfugesi, auch für uns hat sich das Fest des hl. Georg in Perfugas mittlerweile zur liebgewordenen Tradition entwickelt.
Was so schön daran ist: "San Giorgio" ist noch immer kein Touristenspektakel ...

20250426_103808MK.jpg
Der Drachentöter (im Zentrum des historischen Holzaltars und sicherheitshalber gleich nochmal rechts im Bild) scheint sich in seinem vor kurzem generalrenovierten Quartier wohl zu fühlen. Das ist auch gut so, denn er kommt nur einmal im Jahr an die frische Luft: anlässlich seines Namstages wird er in allen Ehren drei mal rund um die Kirche getragen. Dass sein Namensfest für die Leute hier auch ein bedeutendes gesellschaftliches Ereignis (neudeutsch: event) darstellt, tut der religiösen Bedeutung keinen Abbruch.

20250426_111001MK.jpg
Hier werden auch die Traditionen in Form der lokalen Trachten gepflegt - jedes Jahr lädt man Folklore- und Tanzgruppen aus anderen Gemeinden zur Teilnahme ein, Einladungen, denen gern Folge geleistet wird.

20250426_111016MK.jpg

20250426_113314MK.jpg
Erfreulich viele junge Leute lassen die alten Bräuche weiterleben
 
Und natürlich ist dieses Fest auch eine gute Gelegenheit, Kontakte zum anderen Geschlecht anzubahnen. Fesche Burschen sind genauso herausgeputzt ...
DSCN2650.JPG

.. wie die Mädchen ...
DSCN2655.JPG

... und die ganz Kleinen (an dem Zwergerl haben sicher die Mama, die Nonna und drei Tanten gearbeitet)
20250426_112612MK.jpg

Die gesamte Prozession, die die 3 Kilometer vom Dorf hierher singend und betend zurückgelegt hat, umrundet ebenfalls die Kirche drei mal.20250426_111144MK.jpg
 
In Gruppen und Grüppchen steht man beisammen, sieht und wird gesehen, Klatsch & Tratsch wird ausgetauscht, während man auf den sportlichen Höhepunkt, das Wettreiten, wartet

DSCN2659.JPG
20250426_112135MK.jpg
Die Pferde sind sichtlich nervös, während sich die Reiter gelassen geben
20250426_111856MK.jpg
In gestrecktem Galopp geht's dreimal um die Kirche, was an der Engstelle zwischen Mauer und Apsis zur echten Herausforderung wird

20250426_101218.jpg
Inzwischen wird für später das traditionelle Lammgericht mit Pasta in brodo vorbereitet
 
Zuletzt geändert:
Lieber peko,was für ein fantastisches Event ,wäre doch wunderbar wenn du vielleicht die Ankündigung im nächsten Jahr mal ins Forum stellst und wir machen dann ein Treffen mit interessierten daraus (wir sind ja keine Touristen) jedenfalls danke für die schönen Bilder ,die machen wirklich Lust das mal mitzuerleben :)
 
Heute ist der Ehrentag (Namenstag) des S. Giorgio.
@peko Findet das traditionelle Fest auch in diesem Jahr in Perfugas statt? Ich nehme an, an diesem Wochenende.
 
Ja, meines Wissens findet die Feierlichkeit inkl. Prozession und Reiterspiele kommendes Wochenende statt.
 
tolle Bilder Peko, danke. Hoffe, wir sind nächstes Jahr auch zu dieser Zeit da, waren schon vor ein paar Jahren mal dabei, war sehr schön. Bitte frühzeitig ankündigen, wann es das nächste Mal stattfindet, danke im voraus
 
Das Spektakel geht morgen über die (Freiluft-)Bühne:
San Giorgio Plakat.jpg
Es geht um 10 Uhr bei der Kirche Sta Maria degli Angeli im Zentrum los, die Prozession zieht durchs Dorf zur außerhalb liegenden Kirche San Giorgio, wo sie gegen 11 Uhr ankommt. Nach alter Tradition umrunden sowohl die Prozession als auch die verwegenen Reiter die Kirche drei mal, ehe der kulinarische und gesellschaftliche Teil der Feierlichkeiten beginnt.
 
Das klingt sehr interessant und wir sind in der Nähe (Isola Rossa), wir werden morgen vor Ort sein. Vielen Dank für den Hinweis, der uns dieses Fest aufgezeigt hat!
 
Ich hab mir das einmal angeguckt und kann es einfach nicht ertragen, wie die mit den Pferden umgehen.
 
Es gibt fast niemanden bei diesen Veranstaltungen, der auch nur halbwegs reiten kann. Die Tiere sind schlecht bis gar nicht ausgebildet, Sättel und Zaumzeug passen nicht und die meist jungen Männer gehen teilweise barbarisch mit den Tieren um. Auf keinen Fall runterfallen und ordentlich Eindruck durch ein "wildes" Gehabe machen. Die Pferde drücken die Rücken weg, reissen die Mäuler und Augen auf und leiden oft furchtbare Schmerzen. Leider können sie nicht schreien. Ich bin 30 Jahre geritten. Ich kann das einfach nicht ertragen.
 
Es gibt fast niemanden bei diesen Veranstaltungen, der auch nur halbwegs reiten kann. Die Tiere sind schlecht bis gar nicht ausgebildet, Sättel und Zaumzeug passen nicht und die meist jungen Männer gehen teilweise barbarisch mit den Tieren um. Auf keinen Fall runterfallen und ordentlich Eindruck durch ein "wildes" Gehabe machen. Die Pferde drücken die Rücken weg, reissen die Mäuler und Augen auf und leiden oft furchtbare Schmerzen. Leider können sie nicht schreien. Ich bin 30 Jahre geritten. Ich kann das einfach nicht ertragen.
Piri,
Hört sich schlimm an, kenne mich auch 'etwas' mit Pferden aus und habe mir immer mal sogenannte ReiterInnen persönlich vorgenommen, die kein Händchen für Pferde haben oder aggressiv waren. Kann man bei diesen Veranstaltungen darauf hinweisen, etwas verbessern?
 
Gestern ist hier ein schlimmer Unfall passiert. Ein Reiter ist wohl nach einer Veranstaltung/Prozession bei wildem Ritt wahrscheinlich vom Pferd gestürzt. Der verletzte Reiter, ein junger Mann wurde mit Helikopter ins Krankenhaus nach Nuoro geflogen. Er hat sehr schwere Verletzungen. Es wird viel kritisiert, dass man die Pferde erst nach Hause bringen sollte, statt sofort mit den Pferden vor die Bar und Bier trinken. Das kann man ja nach den Prozessionen häufig beobachten.
 
Zuletzt geändert:
ein Auto macht wenigstens, was der Autofahrer will, ein Pferd nicht unbedingt, was der Reiter will.
Ob in diesem Fall Alkohol im Spiel war, weiß man nicht. Es ist nur eine allgemeine Kritik, die man hört.
 
Hauptsache dem Pferd geht es gut, schlimm wenn die Tiere dem Suff, der Blödheit und dem Machismo der 'Reiter' ausgesetzt sind
 
Ich hab mir das einmal angeguckt und kann es einfach nicht ertragen, wie die mit den Pferden umgehen.
Dann geh doch in ein Land, wo nicht in jahrhundertealter Bauern- und Hirten-Tradition geritten wird, sondern Reiten nur noch ein völlig sinnbefreites Hobby wie Tennis oder Golf ist für die, die sich's leisten können.
Zum Reiten generell: Es ist, philosophisch betrachtet, sowieso eine absolute Entwürdigung, sich auf ein anderes Lebewesen zu setzen und von ihm herumtragen zu lassen. Umso schlimmer, wenn das nicht auf dem bis vor kurzem in bäuerlicher Kultur notwendigen Arbeitseinsatz beruht, sondern auf dem menschlichen Lustgewinn ohne jeglichen traditionell/kulturellen Hintergrund oder existenzielle Notwendigkeit ... und sich dann "Sport" und "Freizeitgestaltung" nennt.
Just my 2 cents
 
Peko, bitte. Ich respektiere dich wirklich. Aber wenn es um Dinge geht, von denen man ausser zugucken keine Ahnung hat... In Sardinien wird nicht "jahrhundertelang" traditionell geritten. Auf Eseln vielleicht. Die Pferde hier sind fast ausnahmslos englische Vollblüter. Da sind sie ganz verrückt nach, die jungen Kerle hier.
Ich bin 30 Jahre lang geritten. Vorwiegend Western, später habe ich meine Pferde selber ausgebildet, und mir dafür viele Elemente des Horsemanship in Kombination mit gymnastzierenden Elementen zueigen gemacht. Meine drei Pferde,die ich in dieser Zeit hatte,haben niemals!!! solche Schmerzgesichter gezeigt. Meine beiden Wallache sind schon,wenn ich mit meinen Volvo zum Stall kam, aus der hintersten Ecke der Weide ans Tor gerannt gekommen. Und das nicht, weil der Hafereimer oder die Lekkerli gewartet haben. Aus freien Stücken. Sie sind mit mir bis zur deutschen Meisterschaft im berittenen Bogenschiessen erfolgreich und bis zuletzt gesund und zufrieden gelaufen. Wenn ich dagegen sehe, wie hier die Pferde im Hochsommer auf nackten Flächen vorzugsweise alleine rumstehen, manchmal rausgezogen und auf diesen Festen geknechtet werden, kommen mir nicht nur die Tränen.

Und nein. Man kann nicht mit ihnen darüber diskutieren. Es sind nur Tiere. Wie vielen Tieren werden ihnen Gefühle abgesprochen und es ist absolut nicht ratsam, die "Reitern" in ihrer Ehre zu beleidigen. Sie halten sich für Pegasus.

Letzte Woche ist ein 23jähriger zu Tode gekommen. Er wir leider nicht der letzte sein.
 
@Piri

...wenn ich so wie auf Sardinien und seit Jahren die unsäglichen und endlosen Diskussionen bezüglich des verpflichtenden Tragens von Helmen/Reithelmen bei solchen Veranstaltungen lese und hierzu dann von der grundsätzlichen Ablehnung seitens der Reiter und/oder auch Veranstalter, dann kommen mir ganz erheblíche Zweifel an eine gewisse/notwendige Einsichtsfähigkeit.
 
Anzeige

Heutige Geburtstage

Themen mit ähnl. Begriffen

Top