Sardinien und der liebe Müll
Also heute morgen war am Strand von Maladroxia (Sant`Antioco) jede Menge Müll. Tomatendosen, Brotreste, Plastikflaschen... Ein Teil wurde in einem privaten Biomülleimer entsorgt und von der Eigentümerin wieder rausgelegt auf ein Mäuerchen. Es gibt sogar zwei große Mülleimer seit ein paar Monaten beim Strand, die aber immer schnell voll sind. Ich wundere mich immer wieder, warum immer mehr teure Wohnmobile da stehen, die ja nicht mal einen Stuhl rausstellen dürfen und es so schöne Campingplätze in der Nähe gibt. Hat da das Geld nimmer gereicht für die wirklich nicht teuren Campingplätze?
 
Oh, große Vorsicht beim Wohnmobilbashing! Das kann hier im Forum richtig schief gehen, wenn ein paar subjektiv Betroffene zartbesaitet drauf sind.

Aber ja: der liebe Müll ist auch lange nach Einführung der raccolta differenziata leider ein großes Problem.
 
Sant Antioco... kein Fitzel Papier im Ort... hab aber natürlich auch nicht alles gesehen.
Die Orte sind generell sehr sauber. Straßen werden von Angestellten der Comunen, die in den organgen Westen, gefegt, öffentliche Mülleimer geleert etc. Das kann man beobachten. Das Problem ist nicht Müll innerorts, sondern der Müll, der in der Landschaft und in Einbuchtungen der SS liegt.
 
anstatt den paar Mietunregelmäßigkeiten aufwendig hinterher zu jagen, da sollten sich die Sarden einfach mal Singapur zum Vorbild nehmen. Wegwerfen von irgendwas fängt da bereits mit drakonischen Strafen von rund € 500,-- an und nach oben hin ziemlich offen.

Mit einer zusätzlichen 'wohlorganisierten Müllüberwachungspolizei' (insbesondere auch als verdeckte/zivile Ermittler etc) ist so ein Problem u.U. in Jahresfrist in den Griff zu kriegen.
 
@Beppe - Höhere Strafen anzuberaumen wäre bestimmt eine Idee, doch was hat das mit der Kontrolle von Mietunregelmässigkeiten zu tun?
Der Rest ist völlig unrealistisch, kein Land kann ausserhalb von Ortschaften vor und hinter jeder Kurve eine Überwachungspolizei aufstellen.
Wenn das alles so einfach wäre müssten in der CH nicht jährlich 2259 Tonnen Abfall allein an den Nationalstrassen eingesammelt werden.
Wenn man diese Problematik mal etwas weiträumiger anschaut gibt es nur eine Lösung: Schmerzhafte Bussen, Möglichkeiten der einfachen Entsorgung ua auch in Form von regelmässig geleerten Abfalleimern, Sensibilisierung - und last but noch least: Das Eingeständnis, dass Litterig bedauerlicherweise zu- statt abnimmt.

Man kann hier natürlich 600 weitere Einträge posten und dabei fortlaufend positive Beispiele - vor allem aus Nordeuropa - anfügen (ohne Hinweis, wie am entsprechenden Ort das Nichtvorhandensein von Abfall zustande kommt und zu welchem Preis). Man kann sich weiterhin einbilden, auf Sardinien gäbe es vergleichsweise Massen vom Abfallsündern während in anderen Regionen die Mehrheit mit einem Heiligenschein durch die Gegend läuft was das betrifft. Es ist ja nicht verboten, sich seine Weltbilder zusammenzuschustern, in der Hinsicht haben sie allerdings 0 mit der Realität zu tun.
 
Das Müllproblem sind ja nicht nur wilde Camper. Die werden kaum Kühlschränke, Waschmaschinen etc. entsorgen. Es sind Einheimische, die keine Müllgebühren zahlen.
Was ich nicht verstehe: Fernsehgebühren werden mit dem Strom abgerechnet. Warum kann man Müllgebühren nicht auch an Strom od. Wasser koppeln? Müll wird nach Wohnraum berechnet, unabhängig von der Personenzahl. Also ändert sich dort selten was...
 
Ein Problem ist bei der Komunalen Entsorgung angesiedelt.: Ich zahle seit 30 Jahren IMU Und Tari, vor ein paar Jahren hat die Comune den Entsorger gewechselt, seit dem gibt es kein Eccocentro mehr, Sperrmüll muß man über die nummero verde anmelden, habe ich gemacht und den Hinweis bekommen ihn am folgenden Montag rauszustellen, Sonntag abend eine Waschmaschiene und einen Boiler rausgestellt. Nach 5 Wochen bin ich abgereist und der Sperrmüll stand immer noch vor der Tür. Wen wunderts noch.
LG Klaus
 
Ja, das Problem kenne ich. Mussten den Toilettentopf erneuern. Sind mit der alten Keramik zum ecocentro in Budoni. Nachdem geprüft war, ob wir unseren Müll bezahlt hatten, kam die Antwort: fällt unter Bauschutt, nehmen wir nicht. Auf meine Frage wohin dann kam nur evtl. in Torpe od. S. Teodoro. Ok, Adresse? No lo so...
 
Dieses Jahr das selbe,zwei Autos voll Grünschitt danach noch einen alten Kühlschrank und einen Grill und diverses,ich will ins Nachbardorf fahren,ins eccocentro,sagte der Nachbar und ein weiterer, mach das nicht,die wollen das nicht. Habs trotzdem gemacht, jeweils 5 € Tipp und ich war mein Zeug los.
 
Also wir sind im ecocentro von San Teodoro in den letzten Jahren so ziemlich alles losgeworden, was weg musste: alter Röhrenfernseher, beschichtetes Holzregal, leere verschmutzte Farbdosen, alte Elektroleitungen etc. pp. Man muss sich nur legitimieren durch Tariregistrierung. Bislang sind wir damit sehr zufrieden, wenngleich die Öffnungszeiten in den Nebensaisonen etwas bizarr sind, aber das ist ja normal.
 
Oh, große Vorsicht beim Wohnmobilbashing! Das kann hier im Forum richtig schief gehen, wenn ein paar subjektiv Betroffene zartbesaitet drauf sind.
Was soll denn der Sch... kann es echt nimmer hören. Alles immer nur die Wohnmobile. Habt Ihr eigentlich Tomaten auf den Augen? Ist natürlich viel einfacher, die Augen vor der Realität zu verschließen und alles über den Kamm geschert auf eine Reiseform zu schieben. Leute, Dreckschweine gibt es UNTER JEGLICHER FORM von Bevölkerungsgruppen.
Gestern noch durch die Altstadt von Alghero gelaufen. Viele öffentliche Mülleimer sind vollgestopft mit großen, schwanzen Müllbeuteln. Aber klar, das sind die Womo-Fahrer, die schleppen das Zeug meilenweit mit diesen riesen Beuteln mit sich und stopfen es dann da rein. Ihr solltet Euch mal reden hören, unglaublich.

Ach ja, und die ganzen alten Kühlschränke, Sperrmüll etc., der einfach in die Landschaft geworfen wird, ist natürlich auch von den Womo-Besatzungen. Ich warte mit meinem Sperrmüll auch immer so lange, bis ich Urlaub habe, lade das Wohnmobil damit voll und fahre es nach Sardinien.
 
Übrigens: In einigen Gemeinden auf Sardinien öffnet die Forze dell’ordine inzwischen Müllsäcke am Straßenrand, um Hinweise auf den Verursacher zu finden – zum Beispiel Kassenzettel, Briefe oder Paketscheine. Wenn ein Kassenzettel mit einer Supermarkt-App oder Treuekarte verbunden ist (was viele nutzen), kann man tatsächlich den Kunden und damit den Müllsünder identifizieren. Das passiert zwar nicht immer, aber es kommt vor – und soll abschreckend wirken.
 
Was ich auch mal in San Teodoro erlebt habe: Italienische Touristen, die brav ihren getrennten Müll im ecocentro abliefern wollten. Reaktion: Keine Anmeldung, kein Müll. Was werden die wohl anschließend damit gemacht haben? Ich verstehe nicht, dass man in solchen Fällen nicht einmal gegen Einmalgebühr die Möglichkeit gibt, was anzuliefern. Man sollte sie eigentlich mit Kusshand empfangen.
 
Das läuft in den Recyclinghöfen in Deutschland ganz genauso ab. Da wird auch kein Müll von Leuten aus anderen Regionen angenommen.
Hier kann man Müll in der Ferienwohnung, auf dem Campingplatz oder wo man sonst so wohnt schön getrennt hinterlassen. Die Gastgeber bezahlen ja auch die Gebühren dafür.
 
Das läuft in den Recyclinghöfen in Deutschland ganz genauso ab. Da wird auch kein Müll von Leuten aus anderen Regionen angenommen.
Moinsen...
Das stimmt nicht ganz... in Bremen zumindest kann man alte Geräte und gelbe Säcke überall abgeben. Für extra Hausmüll (wenn mal die normale Tonne nicht reicht) kann man einen "Bremer Müllsack" erwerben. Den kann man dann direkt im Hof abgeben...oder bei der regulären Abholung einfach rausstellen.

Seit dem die Kfz Kennzeichen in Deutschland mit "umziehen" können, ist die Zuordnung der "Leute aus anderen Regionen" schwieriger geworden.
Den Aufwand der Kontrolle spart man sich im Regelfall und nimmt das Zeug (bei normaler Menge) einfach an.
Lediglich bei Transportern wird genauer geschaut, da (zumeist) osteuropäische Wanderarbeiter gerne ihren Gewerbemüll loswerden wollen... sofern sie ihn nicht im Wald abladen... da wäre eine noch lockerere Vorgehensweise die bessere Lösung.
Mit dem Bagger aus'm Graben holen ist sicher nicht billiger ;-)

Aber wahrscheinlich wird das regional unterschiedlich gehandhabt... Dank Föderalismus :)
 
Tja, wir haben auch Gebühren für Abfall, je Gemeinde oder Stadt. Die bezahlt man via Steuern, also schon logisch, dass Fremdabfall nicht erwünscht ist. Allerdings grad für Feriengäste könnt man überall ein Gebühren-Sack einführen, damit die Einheimischen etwas entlastet würden.
Das Schlimmste ist aber schon, wenn Müll (auch Mobiliar) einfach in die Natur gebracht wird....
 
@MariaJ.
Sind die Gebühren überall gleich, da über Steuern finanziert? Oder gibt's auch da regionale Unterschiede von Kommune zu Kommune?
 
In Bosa darf man 3 Dinge im Recycling Hof abgeben. Auch zu Hause dürfen nur 3 Dinge zu Abholung angemeldet werden.
Ziemlich aufwändig. Denn neu anmelden kann ich erst, wenn der Müll abgeholt ist.
Wenn ich einen Termin für Freitag in drei Wochen bekomme, darf ich erst dann wieder
anmelden.
 
In Bosa darf man 3 Dinge im Recycling Hof abgeben. Auch zu Hause dürfen nur 3 Dinge zu Abholung angemeldet werden.
Ziemlich aufwändig. Denn neu anmelden kann ich erst, wenn der Müll abgeholt ist.
Wenn ich einen Termin für Freitag in drei Wochen bekomme, darf ich erst dann wieder
anmelden.
Moin
Mit drei Dinge meinst du vermutlich Sperrmüllteile? Also Kühlschrank, Stühle, Sofa...?
Dann ist eine Entrümpelung ja eine Lebensaufgabe
 
@marlehne, nein je nach Gemeinde oder Stadt. Allerdings zahlen wir auch noch für 'Gebühren'-Säcke wo normaler Hausabfall entsorgt wird. Vielerorts auch für Kunststoffabfall oder dann Sperrgut...alles regional.
 
@marlehne und @MariaJ. Sorry, muss das etwas relativieren. In der CH werden keine relevante Steuerbeträge für die Abfallentsorgung (abgesehen von der Entfernung von Littering) verwendet. Dh man bezahlt für den Abfall, entweder nach Volumen oder ggf nach Gewicht. Vieles kann man kostenlos entsorgen, wo dann meist eine vorzeitige Recyclinggebühr erhoben wurde (elektrische/elektronische Geräte, Flachen, Gläser mit Lebensmitteln, Petflaschen usw.). Insofern kann man das meiste da entsorgen, wo man will, muss nicht der Wohnort sein, sog Recyclinghöfe gibts sowieso nur in grossen Ortschaften. Man fährt hin und bezahlt vor Ort.

Hat jetzt nichts mit dem Thema hier zu tun. Jedes Land organisiert das eben anders. Dass man in San Teodoro, wo jedes Jahr gejammert wird, dass man die Abfallmengen in der Hochsaison nicht mehr bewältigt werden können, dann doch als Prinzipienreiter keine neuen Lösungen wenigstens für Juli und August ins Auge fasst sondern es - wenigstens bisher - bei Klagen belässt, ist schon etwas schade. Dazu kommt natürlich, dass die auf Sardinien vielerorts übliche System, dass man pro Quadratmeter Wohnfläche fix eine bestimmte Summe bezahen muss, nicht dazu führt, dass man sich überlegt, wie man die Abfallmenge allenfalls reduzieren könnte, weil diese überhaupt keine Rolle spielt.

Aber gut, es gibt da eben wie überall Verordnungen, wie das alles zu regeln ist, die kann man nicht von heute auf morgen über den Haufen werden und letztlich müssen die Sarden selber wissen, was für sie das Beste ist.
 
@liebe Maren, tja........vielleicht auch unterschiedlich in CH? Wir erhalten jährlich für Abfall eine Rechnung der Gemeinde. Also quasi Steuer.....zusätzlich die Kosten für Gebührensäcke, Entsorgungssäcke Kunststoff. Kostenlos? Selbst Elektrogeräte haben die Entsorgungsgebühr beim Kauf. Hm, grössere Hausratstücke, Möbel usw. nur in bewohnter Gemeinde und beschränktes Gewicht........Recyclingshöfe ja aber auch da zahlt man nach Gewicht!

Ich mein, evt. wichtige Hinweise die vielleicht irgendwann auch in anderen Länder/Gebieten hilfreich angewendet werden. Verursacherprinzip wär eigentlich sehr fair........wo auch immer.
 
@MariaJ. - Was ich geschrieben hatte (keine relevanten Steuerbeträge) ist falsch. Es dürfen in der CH keine Steuergelder für die Abfallentsorgung verwendet werden, da das Verursacherprinzip gilt, was bei Steuern ja nicht der Fall ist. Abfallgebühr ist vergleichbar mit Gebühr für Wasser/Abwasser. Es ging aber ja mehr um die Aussage, man wolle keinen "Fremdabfall" (wie in San Teodoro), was mehrheitlich nicht gilt, ausser für private Container und ggf noch Papierabfuhr oder so ((Ende Off-topic))

@Bea2 - wie macht man das denn, wenn man im Fall eines Todesfalles ein Haus leerräumen muss und aber nicht in der entsprechenden Gemeinde wohnt?
 
Zuletzt geändert:
Maren @ die Häuser werden immer mit dem ganzen „Gerüschel“ verkauft und dann musst du dich als Käufer kümmern.
 
Habt ihr schon mal von der neuen Müllentsorgung in machen Gemeinden gehört? Isole ecologiche intelligente 4.0.
Wird bei uns in Olmedo eingeführt. Für mich noch nicht ganz verständlich, aber schau ma moi.
 
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