Sardinien und der liebe Müll
Ich verstehe nicht, warum man, die Politik, das Müllproblem überhaupt nicht in den Griff kriegt. Nach so langer Zeit der Mülltrennung müssen die Comunen doch begreifen, dass eine gewisse Prozentzahl an Einheimischen und auch Touristen keine korrekte Müllentsorgung macht, aus welchen Gründen auch immer. Das ist Fakt. Warum klappt das in anderen Ländern bzw. Inseln? Ich war 2 Wochen auf Madeira - die Hauptstadt mit anlandenden Kreuzschiffen, viel Tourismus, Ferienhäuser, und auch kleine Dörfer, riesiges Wandergebiet in unberührten Wäldern und Landschaften, also eine Insel mit ähnlicher Situation wie Sardinien. Überall, Mülleimer, große Müllcontainer für die Mülltrennung in jedem Dorf. Portugal hat auch Mülltrennung!
Die ganzen 14 Tage meines Aufenthalts auf Madeira in der Hauptstadt und in der Landschaft kein Fitzelchen Müll gesehen.
 
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Na, das ist wiederum leider ganz einfach.

Müllbehälter = Kosten.
Vor allem, wenn man es nicht gebacken bekommt, dass alle Kommunen die Gleichen, Haltbaren nehmen.
Menge = viel günstiger.
Dann müssen diese Behälter geleert und der Inhalt entsorgt werden = Kosten.
Gelegentlich müssen Behälter auch "gepflegt" werden (Markierungen, Fähnchen, u.s.w.).
Auch das sorgt für Kosten.
Eigentlich ganzjährig.

Daher verkommen die Behälter, die schönen Fähnchen (isola eccologica) zerreißen und irgendwann ist alles wieder verschwunden.
Spätestens, wenn die "Saison" rum ist.
Denn außerhalb der Saison entsteht ja angeblich kein Müll........ O_O

Da manche notwendigen Aktionen dann wiederum viel mehr kosten, manch Naturereignis (Wasser, Feuer,...) kostspieliger wird und mancher zahlende Tourist genau deshalb wegbleibt, zeigt auf, wie sinnlos dumm diese traurige Kosten/Nutzen-Rechnung ist.
 
In anderen Ländern werden Unsummen ausgegeben, um falsch "gelagerten" Müll zu entfernen, man macht sich gar keine Vorstellung wie es in Schweizer Städten jeweils sehr früh morgens zB aussieht - überall Pizzakartons, Glas- und Petflaschen, halbe Hausrate die bei Müll-Containern abgestellt werden... Dies obwohl überall genug Mülltonnen rumstehen.
Wie ist das auf Madeira gelöst?
 
Das kennen deutsche Großstädte (nicht Alle) leider auch.
Das nächtliche Partyvolk kann auch nur verbrauchen, nicht entsorgen.
Schab´ ja bezahlt.
 
Madeira ist kein Ziel für Partyvolk, ist eine Insel für Wanderer.
@Maren ich weiß nicht, wie Madeira das löst. Ich kann nur berichten, was ich gesehen habe. Ach ja, die Müllautos fahren da tagsüber, man sieht sie viel, das ist mir aufgefallen, nicht wie auf Sardinien, wo man zur nachtschlafender Zeit von Müllautos aus dem Schlaf gerissen wird. Ich persönlich habe Verständnis dafür, dass Müllabholung auf Sardinien frühmorgens wegen der Hitze stattfindet.
Noch was Positives: Die Einheimischen auf Sardinien beachten generell die Regel, die Mülleimer erst nach 20 h raus an die Straße zu stellen. Nicht so in D, da werden die Mülleimer oft schon samstags für Abholung am Montag rausgestellt:mad:
 
Bei dem ganzen Scheiß, den die Politik uns Bürgern auferlegt, verstehe ich nicht, wo das Verpackungsvermeidungsgesetz bleibt.
Wäre es nicht möglich jeden Hersteller zu einer Abgabe, je nach Verpackungsart und Produkt heranzuziehen, und mit diesem Geld dann die Entsorgungskosten zu decken? Für die Erstellung und Überwachung eines solchen Gesetzes lassen sich doch auch jede Menge Sesselfurz-Arbeitsplätze schaffen, die wenigstens Sinn ergäben.
 
Madeira ist kein Ziel für Partyvolk, ist eine Insel für Wanderer.

Ich sprach ja auch von Deutschland, bzw. vielen Großstädten.
Anstelle Stuttgart kann man auch fast jede Andere nehmen.

 
Bei dem ganzen Scheiß, den die Politik uns Bürgern auferlegt, verstehe ich nicht, wo das Verpackungsvermeidungsgesetz bleibt.
Wäre es nicht möglich jeden Hersteller zu einer Abgabe, je nach Verpackungsart und Produkt heranzuziehen, und mit diesem Geld dann die Entsorgungskosten zu decken? Für die Erstellung und Überwachung eines solchen Gesetzes lassen sich doch auch jede Menge Sesselfurz-Arbeitsplätze schaffen, die wenigstens Sinn ergäben.
Ja, so wie die Atomkraftwerk Betreiber auch für die Endlager des Mülls verantwortlich sind.
Jahrelang haben sie die Verdienste eingesackt und nun kommen wir alle für die Entsorgung auf.

Bea
 
Als wir 2009 das erste Mal nach Sardinien gekommen sind, gab es in unserer Comune (Golfo Aranci) noch überall die großen Müllsammelbehälter, wo man seinen möglichst getrennten Müll hinbringen sollte. Im Ergebnis waren diese Orte alle kleinere Müllhalden mit Unmengen Bauschutt und Sperrmüll. Dann erfolgte die Umstellung auf die privaten kleinen Müllbehälter und jetzt wird das, was damals bei den Müllsammelstellen abgelegt wurde, halt in der Landschaft entsorgt. Wer gemeldet ist und brav die Müllgebühren zahlt, kann eigentlich alles problemlos über die kleinen Tonnen bzw. durch Abgabe im Ecocentro entsorgen. Die unendlich traurige wilde Müllentsorgung kann also nur folgende Ursachen haben:

1. nicht gemeldet und keine Müllgebühren zahlende Personen
2. Unternehmer (zB Handwerker) die Entsorgungskosten sparen wollen
3. Trägheit von Menschen, die nach zB einem Strandbesuch die bequemste Methode der Entsorgung wählen

Vielleicht habe ich etwas vergessen, aber das sollten die wichtigsten Punkte sein. Nur, wenn hier an den Ursachen gearbeitet wird, könnte sich etwas ändern. An der sagen wir mal laxen und uneinsichtigen Grundeinstellung vieler Menschen hier, die auch viel Erziehungssache ist, wird man nichts ändern können, das wäre eine Arbeit von Jahrzehnten.

Der Ist-Zustand treibt mir die Zornesröte ins Gesicht, ich zweifele nur am Willen der Verantwortlichen, grundlegend etwas zu ändern.
 
Ich kenne gerade um Posada rum haufenweise Leute, die vor allem in der Campagna in Häusern wohnen, die als magazzino, als Garage, als landwirtschaftliche Nebengebäude gelistet sind. Dort kann man gar keine Müllgebühren zahlen, weil sonst auffliegen würde, dass da jemand wohnt. Die entsorgen ihren Müll in der Regel auch wild!
 
@Sbodeschuh und auch am Ecocentro in Posada nehmen die seit dem ersten Juni nur noch Müll an wenn man den codice fiscale angibt, ergo wer nicht bezahlt kann auch nichts mehr hinbringen, auch keine Freisteher oder Touristen ohne Vollmacht des Vermieters, einerseits kann ich es verstehen….. dadurch wird die Situation im Sommer aber eher schlimmer als besser :(
 
OK..... Aber ist es nicht schlimmer, den Abfall i-wo hin zu schmeissen? Früher hatte es überall auf Parkplätzen und bei Stränden Gitterkörbe, wo dann Abfall drinne war. Dann kamen Container, die manchmal geleert wurden. Wo sind die wohl hin, sehen tut man sie echt selten..

Ok, Ok, getrennt wär noch besser, bloss lieber ungetrennt in einen Korb/Container als an Strassenrand, in die Pampas geworfen!
 
Das nächtliche Partyvolk kann auch nur verbrauchen, nicht entsorgen.
Das nächtliche Partyvolk verursacht allerdings nicht die grössten Littering-Entfernungs-Kosten, einmal drübergewischt und der Plunder ist weg. Schlimmer sind achtlos sozusagen im Vorbeigehen weggeworfene Dinge die irgendwo landen, wo der Aufwand der Entfernung dann eben sehr gross wird. Unter anderem auch von Wanderern oder anderen Freizeitsportlern, die ihre Picknickabfälle einfach irgendwo liegen lassen. An alledem wird nichts zu ändern sein. Insofern finde ich es natürlich super, wenn es irgendwo sauber ist, aber das kommt nirgends von selbst, das kostet.

Es gibt auf Sardinien eben keine Container mehr, da das ganze System umgestellt wurde und pro Wohnung/Haus/Campingplatz je nach Grösse bezahlt wird (wieviel Abfall man produziert hat auf den Preis meines Wissens keinerlei Einfluss). Solange das so bleibt wird sich auch nichts ändern. Und auch wenn es nicht so bleibt wird es wie überall sonst auch ein Littering-Problem geben. 600 Beiträge hier im Forum ändern nichts an der Situation, der Gleichmut vieler Sarden, ansonsten ein überaus angenehmer Wesenszug wohl auch nicht. Das System der Abfallentsorgung auf Sardinien ist eben wie es ist, keine Ahnung, wer das erfunden hat.
 
Was eine ziemlich bescheuerte Idee ist, denn 2 Leute mit wenig Müll und grösserem Haus zahlen dadurch viel mehr als eine 6 köpfige Familie in einer kleinen Wohnung und extrem viel Abfall
 
Soweit ich mich erinnere, muss man auch bei der Berechnung der Müllgebühren die Anzahl der Personen angeben, die das Haus bewohnen.
Wer bisher keine TARI bezahlt hat, keine Rechnungen bekommen hat oder aus sonstigen Gründen, braucht nicht zu befürchten, dass man nun Unsummen nachzahlen muss. Die Frist beträgt 5 Jahre, es werden maximal 5 Jahre zurück berechnet.
 
in Castelsardo bezahlen wir pro Quadratmeter Wohnraum, inclusive Balkon die Gebühren - auch wenn unsere Familie nur ca drei Monate das Haus bewohnt - fürs ganze Jahr. Das heisst nicht pro Person.
 
Abfallsammlung und -trennung auf Sardinien ist angeblich beispielhaft ...(?)

Aber: die getrennt gesammelten Abfälle landen großteils in Norditalien. Die Insel hält hierbei trotzalledem das Schlußlicht beim Recycling von: Plastik, Glas und Metallen. Rd. 250.000 Tonnen werden allerdings insgesamt jährlich aufs Festland verbracht und dort verarbeitet.

Noch sind nur einige Prozentpunkte zu holen und Sardinien (bereits die drittbeste Region Italiens in Bezug auf die getrennte Abfallsammlung) nähert sich dem für bis 2029 gesetzten Ziel von 80 %, was bereits von 170 der 377 Gemeinden erreicht wird.
Momentan liegt die Quote bei 76,46 % (Daten für 2023) und somit hinter Venetien und der Emilia Romagna. Umweltministerin Rosanna Laconi hierzu: „auf dieses außergewöhnliche Ergebnis kann ganz Sardinien stolz sein kann“.

Es ist jedoch bedauerlich, dass von den fast 545.000 Tonnen sortierter Abfälle etwa 250.000 Tonnen aufs italienische Festland verbracht werden. Eigentlich eine Sache, die mit und aufgrund des Recyclings stattdessen hier auf der Insel einen Mehrwert schaffen könnte und nicht anderswo.

Vom Biomüll sind dies (41,8 % der gesamten getrennten Abfälle, d.h. 227.848 Tonnen Nassmüll und Gartenabfälle), bei Papier und Pappe (17,1 %, d.h. 93.109 Tonnen) und einem kleinen Teil der 15.000 Tonnen Straßenkehricht, wird der gesamte Rest im Interesse der Umwelt - auf Lastwagen verladen und per Schiff dann wieder für die Aufbereitung an Verwertungs- und Aufbereitungszentren in Norditalien geliefert, so dass die Verwertungskette auf der Insel nicht wirklich als 'geschlossen' gelten kann.

Quelle:
 
Zuletzt geändert:
naja, viele Leute entsorgen halt ihre Kühlschränke und Autobatterien lieber noch irgendwo in der campagna... daher ist die Kette noch nicht geschlossen
aber das wird auch noch.....
ich denke dass das Problem nicht der Kompost ist
sondern halt die giftigen Sachen

aber es gibt auch Menschen, die im Winter den Plastikmüll von den Stränden absammeln und in den eigenen gelben Sack packen...
diese ehre und schätze ich
 
Mülltrennung- und Abfallsammlung

Nuoro top, Olbia und Sassari schlechter: die Rangliste der Gemeinden

Bericht über die städtische Abfallwirtschaft auf Sardinien vorgestellt

Der 25. Bericht über die städtische Abfallwirtschaft auf Sardinien wurde heute, am 28. Februar, von Umwelträtin Rosanna Laconi vorgestellt. Die Daten bestätigen, dass der in den letzten Jahren erhoffte Wandel tatsächlich stattgefunden hat. Dies wird durch die Quote von 76,4 % für die getrennte Abfallsammlung bestätigt, die die Insel bereits im Jahr 2023 insgesamt erreichet hat, ein einzigartiges Ergebnis unter den Regionen Mittel- und Süditaliens und eines der besten im ganzen Land.

Sardinien hätte sogar den 2. Platz in dieser Kategorie einnehmen können, wenn nicht die Schwierigkeiten bei der getrennten Abfallsammlung in der Gemeinde Sassari den Gesamtprozentsatz erheblich gesenkt hätte.

In diesem Jahr haben 372 von 377 Gemeinden die Zielvorgabe von 65 % überschritten, darunter 30 Gemeinden, die sogar mehr als 85 % der Abfälle getrennt sammeln.

Nachfolgend eine Rangliste der leistungsstärksten und der leistungsschwächsten Gemeinden sowie der Gemeinden mit mehr als 30.000 Einwohnern.

Gemeinden mit der besten Leistung
Carloforte: 89,46 %.
Palau: 88,31 %.
Sant'Antonio di Gallura 88,06%
Villaputzu: 88,03%
Sardara: 87,14%
Orosei: 87,14
Sedilo: 86,96%
Gemeindeverband von Irgoli, Onifai, Loculi, Galtelli: 86,94%
Verband der Gemeinden von Planargia: 86,25%.
Budoni: 85,93%
San Sperate: 85,87%
Samassi: 85,37%
Serrenti: 85,28%
Unione Comuni Parte Montis
(Gonnostramatza, Masullas, Mogoro, Pompu, Simala, Siris) 85,02%

Gemeinden mit den schlechtesten Ergebnissen
Oschiri: 64,86%.
Gairo: 64,06%.
Padru: 63,88%.
Sassari: 60,96%.
Sindia: 49,17%.

Rangliste der sardischen Gemeinden mit mehr als 30.000 Einwohnern
1. Nuoro: 83,47%
2. Oristano: 80,91%
3. Cagliari: 76,68%
4. Quartu Sant'Elena: 76,33%
5. Alghero: 71,59%
6. Olbia: 67,89%
7. Sassari: 60,96%

Quelle:
 
Hurra "mein" Ort ist im Gemeindeverband bei den Gemeinden mit der besten Leistung mit 86,94 %. dabei. Auguri a tutti:)
 
Also ich kann für unser Grundstück aus eigener Erfahrung nur bestätigen, dass der zur Abholung abgestellte - differenzierte - Müll sehr streng kontrolliert wird. Wenn im secco eine Bierdose scheppert, bleibt der Müll am Straßenrand. Finde ich richtig, die Leute lernen dazu und die von @Beppe zitierten Ergebnisse bestätigen das ja.
Was aber überhaupt nicht funktioniert - und was sicherlich in diesen Zahlen nicht abgebildet ist - ist der wilde Müll, also an Straßenrändern, Gebüsch, Strand etc.
 
Wo genau landet denn der Abfalll, der überall fehlt zu den 100%, es wird ja ausschliesslich Sortiertes/Getrenntes mitgenommen, ist das also in der falschen Tonne und wird aussortiert? Und dabei wird statistisch erfasst, wieviele Prozente das sind? Es ist mir unerklärlich, wie solche Zahlen zustandekommem.
 
Ich verstehe es so, dass 76,4 % der Gesamtabfälle der Insel für das Recycling gesammelt werden, entsprechend die Zahlen der jeweiligen Comunen.
Hier in dem Artikel ist es etwas ausführlicher berichtet:
Die Gesamtabfallmenge beträgt 721 722 Tonnen, davon 551 815 für das Recycling (=76,4 %), der Rest wird "entsorgt".

....Stadträtin Laconi versichert im Video Interview, "dass die Müllverbrennungsanlagen in Cagliari und Macomer bald in Betrieb gehen werden: bei Tecnocasic blockiert eine Panne die Anlage."
 
Zuletzt geändert:
Naja... Letzte Woche sind in 3 Gemeinden die Müllautos in Brand gesteckt worden. Ein Schelm....
 
Man darf sicherlich auch in Sardinien davon ausgehen, dass alles was getrennt gesammelt wird, dann doch nicht komplett in die Wiederverwertung geht. Insbesondere wenn davor noch ein Transport aufs Festland steht.
 
Treaderöffnung in 2017...
Fast 10 Jahre vergangen...ohne gravierende Veränderungen. So ignorant und ungebildet muss man erstmal sein. Wow.

Wir waren Oktober letzten Jahres im Sulcis Iglesiente...genauer Carbonia und Sant Antioco.
Interessante Region... tolle Bergbaugeschichte.

Aber teilweise ganze Straßen um Carbonia, an schönen Pinetas, total vermüllt. Katastrophal.
Aber es geht auch anders.
Sant Antioco... kein Fitzel Papier im Ort... hab aber natürlich auch nicht alles gesehen.

Solange aber in den Köpfen keine Einsicht und Sicht auf die Folgen stattfindet, wird sich daran nichts ändern.
Hauptsache der Müll ist aus der Wohnung raus.
Der Rest muss dann von der Politik kommen.
Pfandsystem, Recycling, der Rest zur thermischen Verwertung zur Energiegewinnung... und ggf. auch höhere Strafen für Müllsünder.

Wir haben hier in Bremen auch so eine Insel...
Nennt sich "Blockland" (Deponie) ...ist aber um einiges sauberer als manche Straße auf dieser herrlichen Insel.

Aber auch hier kippt das gerade wieder in Richtung Steinzeit... also nicht alles Gold.
Der Mensch ist eben ein Schwein. (Ja ich weiß, Schweine sind sauberer Tiere...will auch keine Sau beleidigen ;-) )
 
Wie gut, ist in Bremen die Steinzeit vorbei, und der Rest muss nicht von der Politik kommen:
Was wird in Bremen für die Beseitigung von Littering pro Jahr aufgewendet? Wäre auch mal interessant.

Klar ist es relevant, ein Bewusstsein zu schaffen für die Problematik. Nur muss der Rest leider überall von der Politik kommen. Wie oft beobachte ich Leute, die eine Pizzaschachtel auf den Boden werden obwohl 10 Meter weiter ein Kehrichtkübel steht? Habs nicht gezählt. Wie oft liegt Sperrmüll morgen auf einer "Insel" für die Altglasentsorgung an der ich jeden Morgen und Abend vorbeigehe? Ich würde sagen, jeden zweiten Tag, am Abend ist er dann wieder abgeholt. Ich rede hier hier nicht von Sardinien sondern von der Schweiz.

Wieso gibts auf Sant’Antioco offenbar kein Stück Papier auf dem Boden? Vermutlich nicht wegen einer besseren/höheren Einsicht der Leute, die da wohnen.
 
Dies noch ergänzend:

«Genauere Zahlen zum Littering liefert hingegen das Schweizer Bundesamt für Strassen Astra: In dessen «Bericht betrieblicher Unterhalt Nationalstrassen 2022» steht, dass auf den Schweizer Nationalstrassen mit einer Gesamtlänge von 2259 Kilometern die kantonalen Tiefbauämter im 2022 rund eine Tonne Abfall pro Kilometer eingesammelt haben. «Der Aufwand im Bereich der Fahrbahnreinigung wird zunehmend grösser, und das Littering nimmt bedauerlicherweise weiterhin stark zu. Die Unsitte, Abfälle im öffentlichen Raum achtlos wegzuwerfen oder liegen zu lassen, ist insbesondere auf stark befahrenen Strecken und in den Anschlussbereichen ein immer grösser werdendes Problem», schreibt Jürg Röthlisberger, Direktor Astra, im Bericht.
Auch Stefan Studer, Kantonsoberingenieur und Amtsvorsteher Tiefbauamt Kanton Bern, stellt eine Zunahme des Litterings entlang der Kantonsstrassen fest. «In der Regel wird viermal jähr-lich der Abfall von Hand eingesammelt und entsorgt. Im Sinne eines effizienten Ressourceneinsatzes erfolgt die Abfallbeseitigung jeweils auch unmittelbar vor der Durchführung der Mäharbeiten», erklärt Studer. Dadurch könne gleichzeitig die ungewollte Abfallzerstückelung vermindert werden. Wie viel Abfall dabei zusammenkomme, werde nicht erhoben.
«Im Kanton Waadt waren die Mitarbeiter des Tiefbauamtes letztes Jahr 31 000 Stunden unterwegs, um 135 Tonnen Abfall entlang der Kantonsstrassen einzusammeln», erklärt Charlotte von Euw, Pressesprecherin der Direktion Mobilität und Strassen des Kantons Waadt.»

2259 Kilometer Schweizer Nationalstrassen, 1 Tonne Abfall pro Kilometer pro Jahr, das muss man sich mal vorstellen.


Also wer der Ansicht ist, auf Sardinien fehle es an Einsicht und woanders sei Einsicht vorhanden, sollte diese mal ernsthaft hinterfragen.
 
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