Haus bauen auf 'Unbuildable Land'/Agrarland, was gilt es zu beachten?

diwi

Mitglied
Hallo Leute,
wenn man auf idealista nach Land sucht, findet man ja die Typen "unbuildable", "buildable" und "developed". Vorab, wo ist der Unterschied zwischen den letzten beiden?

Und meine Haupt-Frage lautet: ich habe jetzt von mehreren Seiten gehört, auch auf unbuildable Agarland darf man bauen (!?), undzwar gibt es eine Mindestgröße (angeblich variierend, aber oft ca. 1 Hektar, also 10.000qm), und das erlaubt dann den Bau eines kleinen Bauernhauses von nicht mehr als 60qm. Was ich mich nun alles Frage:
- zum Teil werden auch schon Grundstücke mit nur 3.000qm verkauft mit diesem Hinweis, gibt es irgendwo eine Art Karte, die zeigt an welcher Stelle wie hoch diese Grenze ist?
- ist mit 60qm die Bodenfläche gemeint oder die Fläche des Hauses (alle Stockwerke zusammengerechnet)
- zum Teil werden auch Zahlen von 90qm für das Haus genannt, was gilt nun?
- wie sicher ist das, dass man nach dem Kauf dort dann wirklich bauen darf?
- gehen besondere architektonische Auflagen einher? Ich will zwar mit ortstypischen Materialien und nicht protzig o.ä. bauen, aber dennoch mit kleinen Besonderheiten wie bodentiefen Fenstern oder einer Fußbodenheizung, spielt das eine Rolle?
- muss man dann wirklich einen Bauernhof führen? Oder muss man zumindest "ein bisschen was" produzieren, z.B. pro Jahr alibimäßig 3 Flaschen Olivenöl herstellen? Oder ist dies vollkommen schnuppe?
- kann ich mein Farmland grundsätzlich wild lassen oder muss das nach organisiertem Bauernhof aussehen? Mein Traum ist ein kleines Haus inmitten von 1 Hektar sardinischer sardischer ungekämmter Wildnis.
- offenbar gibt es auch die Möglichkeit, das Bauernhaus später (wieviel später?) in ein gewöhnliches Privathaus umschreiben zu lassen? Was ändert das, und geht das immer?
- habe ich richtig verstanden dass es eine bedeutsame Behörde namens Forestrale gibt, der der Agrar-/Landwirtschaftsbereich untersteht, und wenn die nicht zustimmen, dann geht garnix, bzw. die haben das Recht, lokale Behörden zu kontrollieren und zu überstimmen usw.? Sprich es reicht nicht sich mit einem lokalen Geometer ( der amtliche Vermess-Mann?) gut zu verstehen? Wie ist diese Behörde so drauf, wie geht man mit ihr um?
- ich denke mal ein Pool wäre undenkbar? Oder nicht unbedingt?

Danke für eure Aufmerksamkeit!
diwi
 
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Vielleicht erst mal das Forum durchforsten?
Da gibt's schon einiges dazu.
Und mich würde interessieren, was die Mär vom guten Kontakt zu einem Geometer heißen soll?
Mein Haus steht im historischen Zentrum und es waren sieben verschiedene Behörden an der Genehmigung zum Umbau beteiligt. Unter anderem auch der corpo forestale.
Thread 'Hauskauf - Bezeichnung als "non mutuabile" oder "no mutuo"??' https://www.sardinienforum.de/threads/hauskauf-bezeichnung-als-non-mutuabile-oder-no-mutuo.20095/
 
Boah, das sind aber eine Menge Fragen. Meines Wissens darf man derzeit auf Agrarland erst ab einer Grösse von 3 ha bauen, aber weder überall noch was man lustig ist. Ein Haus auf Agrarland (casa agricola) darf zur Bewirtschaftung des Geländes auch bewohnt werden. Gute Beziehungen - egal zu wem - dürften auch nichts mehr nützen. Am besten mit dem techn.Büro der zuständigen Kommune und einem Geometer reden.
 
@diwi

Grundsätzlich gilt zu beachten, was bereits offensichtlich von den Inserenten angegeben ist,d.h.,
non-edificabile = in landwirtschaftlichem Gebiet belegene(s) Grundstück(e) für welche(s) aus Gründen
wie z.B. kein Bebaungsplan vorhanden bzw. vorgesehen oder auch aus landschaftsschutztechnichen Gründen
keine Bebauungserlaubnis erteilt wird.

Edificabile soll lediglich heissen, dass es ggflls. eine Bauerlaubnis geben kann, wenn entsprechende Pläne/Anträge
vorgelegt werden, die mit den Bauvorschriften harmonisieren. Inwieweit sowas dann evtl. zum Tragen kommt, steht völlig
in den Sternen und wird Dir letztendlich keiner garantieren können.

Developed soll bloß heissen, daß angeblich alle Aufbauten/Gebäude etc. den baurechtlichen Bestimmungen und Erfordernissen
entsprechen. Auch sowas bzw. so eine Aussage ist absolut keine Garantie.

Letztendlich wirste zu allen solchen Angeboten tunlichst nen loyalen Geometer einschalten, der Dir halbwegs hierbei
erfolgreich assistiert.

Bei evtl. Hausgrößen wird in der Regel der/ die überbaute Bodenfläche angegeben/vorgegeben.
Zuzüglich wird dann bei z.B. mehrgeschossiger Bauweise auch die max. M³ des Gebäudes angegeben/vorgegeben.

Das Design etc. eines Hauses muß grob gesagt in der Regel in etwa dem lokalen typischen Design entsprechen.
Sowas ist u.U. von Kommune zu Kommune durchaus unterschiedlich.

All diese Fragen würdeste am Besten nem sach- und fachverständigen Geometer/Architekten vor Ort stellen.

Zur Umwidmung von Bauernäusern zu Wohnhäusern bzw. vice versa, da fragste am besten Deinen
fachkundigen ital. Steuerberater nach Sinn und Unsinn.

Die Forestale ist eine durchaus 'mächtige' Behörde, die ein ganz gehöriges Kontroll- und Mitspracherecht recht.

Jetzt weißt Du annähernd alles.
Jetzt nur noch die 'Fachleute' kontaktieren und dann steht der Beantwortung aller Deiner Fragen fast nix mehr Weg.
 
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Na, in den 7 Jahren hättet Ihr ja mal einiges klären können.
Vieles, nicht Alles, ist hier mal "so" und andernorts wieder "so".
Mancher hat auch einfach Glück bei den Auslegungen, Andere nicht.
Ich würde mich auf nichts verlassen, was irgend jemand meint.
Sonst gäbe es nicht so viele Bauruinen auf der Insel.
 
Die Antwort ist einfach: einen Geometer suchen, mit ihm das Ufficio Technico der Gemeinde aufsuchen und bezogen auf das konkrete Grundstück die offenen Fragen erörtern. Wenn man hier alle Erfahrungen der Personen abfragt, die in den letzten Jahren mal ein Haus gebaut haben, bekommt man einen Berg von Antworten, die letztlich mehr Fragen offen lassen als man gestellt hat.
 
Ok, vielleicht können wir die Antworten beschränken auf die Provinz Nuoro ;-), konkret im Bereich Orosei, falls da jemand Erfahrungen und die allerersten beiden Fragen vielleicht genauer beantworten könnte wäre das ein Traum!
 
@diwi

einfach völliger Unfug! Sowas hängt absolut vom konkreten Objekt ab!
Kontaktier nen Geometer in Orosei und versuch Nägel mit Köpfen zu machen!
 
…oder sich den ganzen Papierkramstress ersparen und eines der 281.000 leerstehenden Häuser/ Wohnungen Sardiniens in Betracht ziehen/kaufen.
 
…oder sich den ganzen Papierkramstress ersparen und eines der 281.000 leerstehenden Häuser/ Wohnungen Sardiniens in Betracht ziehen/kaufen.
Dazu habe ich vor kurzem in einer anderen Diskussion im Forum die Geschichte meiner Verwandten berichtet - auch da muss man mit einem Geometra über das konkrete Projekt mit der Gemeinde reden.

p.s. das war in dem Thread „Wohnungskauf in Norditalien“, gemeint war wohl Nordsardinien.
 
…meinte eher im Sinne von schlüsselfertige Objekte ( ohne könnte ich hier und da eventuell noch was ändern usw.... ) , wo man nur den Besitzername ändert und die Rechnungsnamen von Strom, Wasser, Müll , eventuell Gas .
Die wichtige Person des geometra ist mir schon bekannt , habe da auch schon etliche Male als Übersetzer geholfen.
 
…oder sich den ganzen Papierkramstress ersparen und eines der 281.000 leerstehenden Häuser/ Wohnungen Sardiniens in Betracht ziehen/kaufen.

Nichts lieber als das, aber die erfüllen im erschwinglichen Bereich seltenst den Anspruch, keine direkten Nachbarn zu haben und >=3000qm, und auch ein "gemachter" Garten ist mir ein Graus, mir schwebt sardinische sardische Macchia vor.
Falls du was weisst (grob gesagt zwischen Orosei und Santa Lucia), immer her damit.
 
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Erstmal interessiert mich nur, ob dieses Gerücht, was ich von zwei völlig unterschiedlichen (italienischen) Seiten übereinstimmend gehört habe, dass man ab einer bestimmten qm-Zahl (bspw. 1 Hektar) stets ein 60qm-Bauernhaus bauen darf, von weiteren Leuten bestätigt werden kann.
 
Es gibt aktuell kein gültiges regionales Baugesetz. Damit gilt das italienische Gesetz zum Bau in der „zona agricola“:

- Mindestgrösse 3 Hektar, davon müssen mind 60% kultivierbar sein.
- Antragsteller muss „imprenditore agricola“ sein.
- es muss ein „miglioramento di fondiaria“ erfolgen.
- wenn diese Bedingungen erfüllt sind, kann man darauf hoffen, ein Wohnhaus mit einer Bruttofläche von 100m2 bauen zu dürfen.
- Ausnahmen nur, falls es eine alte Baugenehmigung gibt, für die noch die für einige Jahre geltende Mindestgrösse von 1 Hektar gilt.
- ein u.U. erlaubtes Gerätehaus von 40-50m2 „casa per gli attrezzi“ dient nicht zu Wohnzwecken.

Ich habe jetzt alles gesagt, was dazu zu sagen ist. Ob das Grundstück diese Bedingungen erfüllt, ob es alte Baugenehmigungen gibt etc. - all das prüft ein Geometra, der für ein Projekt sowieso notwendig ist.
 
Gibt es eigentlich irgendwo online Kartenmaterial zu Sardinien, wo man zumindest sehen kann um welche Zona es sich handelt?

Ich bin ja gerade erst wieder in der Suchphase und kann nicht wegen jedem "vielleicht" interessanten Grundstück nen Geometra bezahlen.

Was ist ein "miglioramento di fondiaria"? Bodenverbesserung (?)
 
Als erstes empfehle ich den Unterschied zwischen Dosenfisch und Sarden zu erkennen. Sardinengestrüpp gibt es nicht. Wirste noch lernen hoffe ich.
Für die Topologie und Deine Terrainfragen schau mal hier: http://www.sardegnageoportale.it/index.html
Ansonsten bin ich bei Frank, nimm eins der 281t Projekte, die haben es nötiger als irgendwo noch einen Steinhaufen auf zu schichten.
 
Was meinst du damit, wegen sardinisch/sardisch? Also der Duden sagt hier dass es auch geht, aber von mir aus auch sardische Macchia, mir egal.
Danke für den Geoportal-Link, werde ich mir mal zu Gemüte führen.
Klar, würde gerne ein existierendes Haus oder eine Ruine als Basis nehmen, kommt alles auch in Frage. Auch wenn ich mein Architekturstudium damals nicht beendet habe, so bleibt der Wille zur Gestaltung erhalten, sprich was fertiges geht halt nicht. Also Bau-Scherereien werde ich so oder so haben.
 
Also ich kenne 3 deutsche Paare, die sch einen Neubau hier auf dem Land zutrauen, aber mit Hilfe von Geometer & techn. Büro der jeweils zuständigen Kommunen. Zwei davon haben bereits die Baugenehmigung bzw. sogar schon das Fundament; ein Paar kämpft noch damit. Alle haben aber Grundstücke von mehr als 3 ha. Es geht also, wenn man Unterstützung hat. Ein Kampf mit den Behörden bleibt es trotzdem, und die Vorgaben müssen eingehalten werden, egal ob Bauweise, Grösse oder Anpflanzung. Übrigens ist niemand von denen eingetragener Landwirt, was glaube ich auch nur geht mit Residenza (was schwierig ist, wenn man noch gar nicht hier residieren kann.
 
Zuletzt geändert:
Von den Kosten her wird ein Neubau sicher nicht günstiger. Sickergrube, Brunnen bohren, falls es Grundwasser hat, ansonsten von Wasserlieferungen per LKW abhängig sein. Eventuell ein Zäunen oder halt mit den Wildschweinen Freundschaft schließen. Stromleitungen genehmigen und legen lassen. Hut ab, muss ich nicht haben. Und wegen der Privatheit. Im Drohnen Zeitalter ist nichts mehr privat egal wie groß das Grundstück ist.
 
Es gibt Neuigkeiten: ich stehe jetzt in Kontakt mit einem italienischen ortsansässigen Ehepaar, welches ca 2000qm zu verkaufen hat in einem Gebiet in Meernähe, was offiziell kein Bauland ist, auf den Nachbargrundstücken stehen aber überall illegale Bauten. Sie schreibt dazu: "Around there are many houses built whithout permission. But we can’t say this. We know that many people do that and nothing bad happened."
Wenn man dann noch liest dass in Italien ein Fünftel aller Bauten Schwarzbauten sind, und beispielsweise zwischen 2004 und 2018 ca. 16.500 illegale Gebäude in Italien abgerissen werden sollten, aber dies nur bei weniger als 500 Gebäuden tatsächlich geschah, dann fragt man sich: inwiefern kann man dieses Modell nun ebenfalls befolgen?
 
Ich mache immer so: ich schaue, wie hoch die Chance ist, für eine Straftat belangt zu werden. Ist sie nicht allzuhoch gehe ich das Risiko ein. Nur nenne ich das denn nicht "Modell".
 
Ich würde es nicht riskieren, es braucht nur einer Dich anzeigen (was bei einem Reingeschmeckten eher passiert als unter Einheimischen), und dann droht nicht nur der Abriss sondern auch eine deftige Strafe, die in die Zigtausend gehen kann. Ausserdem bist Du bei Verurteilung dann vorbestraft, denn solche Vergehen unterliegen leider nicht dem Zivilrecht sondern dem Strafrecht, und Du stehst als Angeklagter mit Einbrechern und Mördern vor Gericht.
 
Im Zeitalter der Drohnen würden ich es nicht machen, ich kenne Leute die ihr Wohnhaus im Ort verkauft haben um in Land zu wohnen, die Häuschen standen schon 30 Jahre, jetzt steht der Abriss bevor, außerdem kannst du dich niemals als residente anmelden wenn ein Haus keine abilità hat, was bei abusivo so ist.
 
Außerdem würde ich sagen die suchen nur einen doofen der die Gesetzeslage nicht kennt um es zu verkaufen.}:-)
 
Nicht ganz - zu ihrer Verteidigung muss ich auch schreiben, ihr letzter Satz lautet "The right thing is to ask info to the municipality and so you can exactly know how to behave."
 
Wenn es abusiv ist kann die Comune da nicht ja zu sagen, auch wenn es jetzt geduldet wird, das kann sich mit jedem Bürgermeisterwchsel und Parteiwechsel ändern, übrigens alle 5 Jahre wird neu gewählt.
 
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