Wind - West- und Ost-seite
Wir fahren Ende nächste Woche das erste Mal auf die Insel.

Wenn ich nun die Webcams so durchklicke fällt mir immer auf, dass auf der Ostseite meist ein kräftiger Wind zu sehen ist, auf der Westseite eigentlich nicht.

Ist das so - oder doch nur Zufall?

Gruß
 
Tatsächlich ist es eher ungewöhnlich, die vorherrschende Windrichtung ist Nordwest. Es haben aber die Winde aus allen Richtungen Namen, d.h. sie kommen eben vor ...

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Am nervigsten sind (im Sommer) Scirocco und Africo, die es wahnsinnig heiß machen. Sonst sind hingegen vor allem Maestrale und Tramontana übel, weil es auch im Juni und September ziemlich kalt wird. Und das eher flache Relief Sardiniens dafür sorgt, dass man in kräftigen Phasen selbst an der Südostküste noch Böen und ablandigen Wind hat, was die Wassertemperatur an der Oberfläche absinken lässt.
 
@Dethleffs-Pulse-Fahrer

ich glaub', da erliegst Du einem zufälligen Wahrnehmungsfehler. Die vorherrschende Windrichtung beträgt zu ca. 60-70% westliche Winde (wie z.B. Mistral). Wenn auf der Ostseite kräftiger Wind ist, dann ist das meistens der sogenannte Scirocco, der allerdings auch mal sehr kräftig werden kann. Aber allein aus der Gegenüberstellung der Häufigkeiten der Windrichtung wird sich die Dominanz der westlichen Winde bestätigen.
 
Also wenn ich Windfinder bemühe, dann haben wir aktuell fast reinen Ostwind (hab gerade für Olbia geguckt).

Gut, das war jetzt gestern und heute so, also ist nicht die vorwiegende Windrichtung.
 
Und, wenn ich meine Erfahrungswerte dazu äußern dürfte? Aber völlig unwissenschaftlich.
Der Wind wechselt auch im Laufe des Tages mehrfach! Teilweise ist es bis 10 windstill. Dann kommt Wind auf. Am Nachmittag wechselt noch Mal die Windrichtung.
Am Camping Cala Ginepro habe ich daher die Vorzüge verschieden ausgerichteter Buchten schätzen gelernt, als unsere Kinder noch mini wahren. Je nach Wind könnte man die eine Bucht morgens, die andere Nachmittags besuchen.
Giov
 
Deine Wahrnehmung trügt nicht. Was sich neben den inzwischen vorhandenen Dauerhochs und -tiefs auch noch geändert hat, sind die vorherrschenden Windrichtungen. Hatten wir im Südwesten früher viele Mistral Winde wurden die durch sehr häufige Scirocco Winde abgelöst.Auch wenn wir heute endlich mal wieder die Frische des Mistral genießen können.
 
Wie entsteht eigentlich Wind?

Atmoshpärischer Wind und Terrestrischer Wind (Seewind und Landwind)


Mal weht er stark, mal weht er nicht so stark und manchmal sogar gar nicht.
Für Strandurlauber und Wassersportler ist daher die Frage interessant, wie der Wind eigentlich entsteht?

Verursacher ist auf jedem Fall die Sonne. Sie erwärmt die Luft an unterschiedlichen Orten unterschiedlich stark. Der Ausgleich zwischen den unterschiedlich stark erwärmten Luftmassen erzeugt letztendlich den Wind.

Seewind (auflandiger Wind)
So wird die Luft zum Beispiel über dem Land intensiver und schneller erwärmt als über dem Meer. An den Küsten lässt sich deshalb an warmen Tagen tagsüber ein auflandiger Seewind beobachten. Seewind nennt man den in Küstengebieten auftretenden Wind, der tagsüber vom Meer bzw. Ozean her zum Land weht. Der Seewind ist eine thermische Ausgleichsströmung, die durch das Aufsteigen der über den Landflächen stärker erhitzten Luft in Gang gesetzt wird.

Am Abend kehrt sich dieser um, weil nun die Luft über dem Wasser wärmer ist, als die Luft an Land; diese thermisch bedingte ablandige Luftströmung, tritt meist nachts auf, weil dann die Luft über dem Wasser wärmer ist als über dem Land.

Ablandiger Wind (Landwind)
Nachts kühlt die Luft über dem Land stärker ab, was den umgekehrten Prozess in Gang setzt: Die Luft wird schwerer und in Bodennähe entsteht ein höherer Luftdruck. Es entsteht ein Bodenhoch. Das Wasser hält die Tageswärme länger gespeichert als die Landfläche. Meist sinken schon am späten Nachmittag die Boden- und die Lufttemperatur deutlich. Nachts ist die Luft über der Wasserfläche im Vergleich zu der über der Landfläche leichter und beginnt aufzusteigen. Das bedeutet: Abends, noch mehr nachts, dreht sich diese Zirkulation um.

Landwind: Luftmassen strömen vom Land zur See. Land kühlt sich viel schneller ab als die See, d.h. wesentlich geringere spezifische Wärmekapazität als Wasser. Nun ist das Wasser relativ wärmer; nun steigt über der See die Luft auf- und relativ kältere Luftmassen strömen vom Land weg zur See nach.

Auch der Winkel, in welchem das Sonnenlicht einfällt, spielt eine Rolle: Je senkrechter das Licht auf die Erde trifft, desto stärker erwärmt sich die Luft. Am Äquator steht die Sonne fast senkrecht. Die Luft wird dort entsprechend stärker erwärmt als auf anderen Breitengraden. Demgegenüber steht die Sonne an den Polen sehr niedrig und die Luft erwärmt sich folglich dort weniger.

Die erwärmte Luft dehnt sich naturgemäß aus und steigt nach oben. Dort kühlt sie sich wieder ab und sinkt nach unten. Dies verursacht die Luftbewegung, auch weil die unterschiedlich erwärmte Luft einen unterschiedlichen Druck aufweist. Kalte, herabsinkende Luft hat einen höheren Druck als die aufsteigende Warmluft. So entsteht ein Hochdruckgebiet.

Steigt warme Luft auf, verringert sich der Druck und es entsteht ein Tiefdruckgebiet. Man könnte nun meinen, der Wind muss immer vom Äquator in Richtung der Pole wehen. Dies wird aber durch die Erdrotation verhindert, weil durch diese auch die strömende Luft in eine Drehbewegung gerät. Dadurch driftet die warme Luft regelmäßig in Richtung Osten ab. So entstehen beispielsweise bekannte Windsysteme wie zum Beispiel die Passatwinde, der Indische Monsun oder auch der Mistral.

Auch die Form der Erdoberfläche, insbesondere Gebirge, Täler und Seen sorgen für eine Ablenkung der Luftmassen sowie regional bedingte thermische Strömungen, welche unterschiedliche Winde in Stärke und Richtung erzeugen können. Der Wind entsteht also, weil sich die Luft immer von Hoch- zu Tiefdruckgebieten bewegt – im Kleinen wie im Großen.

siehe auch:
Land-See-Windsystem
 
Zuletzt geändert:
Wenn an der Westküste mindestens drei Tage hintereinander ein kräftiger Nordwestwind wehte, dann war das der Maestrale. An der Ostküste wird er mehr oder weniger als ablandiger Wind auftreten. @giovanina s Beobachtung mit den wechselnden Windrichtungen an der Ostküste im Tagesverlauf trifft auch für die Westküste zu.
Einen, wie immer, gut geschriebenen Artikel zum Thema Sardinien und Wind bietet Pecora Nera:
 
Zuletzt geändert:
Also, jetzt ist es aber echt schon nahezu perfekt beschrieben.
Was genau ist Dir wichtig?
Willst Du einen windstillen Urlaubsort (gibt's auf Sardinien nicht) oder Wind zum Kiten/Surfen, warmen Wind, der die Badetücher schnell bretthart trocknet oder Wind, der möglichst welliges Meer bringt?
Oder nur wissen, wie verlässlich Wind- und Wettervorhersagen sind?
Dann kann man möglicherweise noch Mal anders nach einer befriedigenden Antwort für Dich suchen.
Giovanina
 
Nur mal so zum besseren Verständnis für Diejenigen, die des Italienischen nicht so mächtig sind. Die ital. Windkarte gibt vier Hauptrichtungen an: N = Nord, S = Süd (Sud),
E = Ost (Est), O = West (Ovest).

Das Est und Ovest hat mich beim ersten Italienurlaub in den Achtzigern durcheinander gebracht. Eigentlich wollte ich an Milano vorbei die Westtangente nehmen. Bei Est und Ovest war ich dann gegensätzlicher Auffassung.
 
Mistral ist ein Wind aus Nord/Nordwest, der das gesamte westliche Mittelmeer zwischen Mallorca, Sizilien und dem italienischen Stiefel aufwühlen kann. Er kommt aus dem Rhonetal und breitet sich dann weiter aus. Wenn wir bei uns in Süddeutschland leichte Brise aus Norden haben (wie z.B. dauernd dieses Jahr im späten Frühjahr), können das im Mittelmeer-Raum auch Mal 50 - 100 km/h sein.

Land/Seewind ergibt dagegen meist nur leichte bis mittlere Brisen, die dann über Tag oder Nacht auch wieder einschlafen. Eine richtige Mistrallage kann auch Mal eine Woche anhalten. Trifft dann wie erwähnt am stärksten die Westküste.
 
Wichtig - hmm eigentlich gar nichts davon so wirklch

Ich hatte nur die großen Auszug aus Wiki gesehen und mich gefragt, warum das hier reingepostet wird?

Ganz ehrlich - das liest kein Mensch...
 
Zitat von Dir
"Ich hatte nur die großen Auszug aus Wiki gesehen und mich gefragt, warum das hier reingepostet wird?
Ganz ehrlich - das liest kein Mensch..."

Von mir, falls Du es lesen solltest:
Ganz ehrlich Dethleffs?
Es ist deshalb gepostet, weil sich jemand die Mühe gemacht hat, Dir weiter helfen zu wollen?
Und weiter ganz ehrlich?
Ich finde es sehr unhöflich von Dir, das auch noch zu kritisieren.
Und ganz ehrlich: ich habe es gelesen!
Alleine, wenn jmd. hier auf meine Frage antwortet, lese ich alles.
Ich bin erstaunt.
Giov
 
Was ist denn dann der Mistral für ein Wind?

Der Wind entsteht ja oben am Festland, somit wäre es ein ablandiger Wind.

Wenn der Wind jedoch auf Sardinien trifft ist es wiederum ein auflandiger Wind.
Wobei letzteres ja nichts mit abkühlen - stärker erwärmen usw. zu tun hat.

Somit müsste ja nun doch nur ersteres gelten, also ablandiger Wind - also Landwind?
 
Doch, der Mistral oder Maestrale ist im falle Sardiniens ein auflandiger kalter Wind welcher aus den Alpen kommt und im Rhonetal aufgeladen wird und sich bis Nordafrika auswirkt.
 
@Dethleffs-Pulse-Fahrer

wie ich geschrieben habe, "Du solltest Dir bloß keinen Sand in den Kopf stecken".

Der Mistral ist ein atmosphärischer Wind und hat nix mit der Entstehung vom Seewind und/oder Landwind
System zu tun. Im Beitrag #9 ist u.a. auch die Entstehung des Mistrals erwähnt.
 
Was ich von Eineimischen schon öfter gehört habe (und auh im Beitag #11 enthalten ist): Der Maestrale weht mindestens drei Tage. Ist das reine Statistik oder gibt es hierfür eine naturwissenschaftliche Erklärung z.B. Entfernung zum Entstehungsort und übliche Geschwindigkeit?
 
@George M

als Bauern- oder Seglerweisheit kenn' ich den Spruch: der Maestrale weht 3, 6 oder 9 Tage und dazwischen hab' ich eigentlich alles erlebt. Mit Sicherheit gibt es zur Dauer des Maestrales und der jeweiligen Jahreszeit unterschiedliche Erfahrungswerte bzw. naturwissenschaftliche Erklärungen.
 
@George M

a proposito:

ist Mistrallage und bildet sich gleichzeitig (zusätzlich) über Genua ein sogenanntes "Genuatief" dann hat dies in der Regel zur Folge, daß die Mistralstärke (Geschwindigkeit) erheblich zunimmt.
 
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