Wasser macht sich ein Tourist darüber Gedanken

Stein

Aktives Mitglied
Die Tiere leiden. Das Wasser wird nur noch zeitweise freigegeben. Manchmal ganz abgestellt. Zumindest für die einheimische Bevölkerung. Werden Touristen überhaupt informiert wie schlecht es gerade aussieht
 
Ich erinnere den ersten Sommerurlaub mit meinem Mann vor 10 Jahren in einem Hotel auf Sardinien. Gepflegter Pool, regelmäßig bewässerte Anpflanzungen und große grüne Wiese. Natürlich gab es den damals schon üblichen Hinweis, "der Umwelt zuliebe" Handtücher, die gewechselt werden sollen, auf den Boden zu legen. Aber es hat uns niemand informiert und wir sind von alleine auch überhaupt nicht auf die Idee gekommen, dass es auf Sardinien ein Wasserproblem geben könnte.
Anschließend fand ich dieses Forum und erfuhr von der massiven Wasserknappheit in genau diesem Sommer. Unglaublich, in welcher Parallelwelt wir unseren Urlaub verbracht hatten.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich an dem Verschweigen den Hotelgästen gegenüber bis heute etwas geändert haben sollte.....
 
"Der Tourist" will davon gar nichts wissen, genauso wenig wie "der Einheimische". Erst wenn
das Wasser knapp wird, kommt man auf die Idee, dass defekte Leitungen schuld sind. Diese
Idee ist aber beim nächsten Regen wieder verschwunden.
"Der Tourist" wird auch seit Jahrzehnten zu Hause über Zeitungen/TV informiert, dass es
Waldbrände gibt, deren Ursache ua in der Trockenheit begründet sind. Eine Information
durch die Hotels in den Urlaubsländern ist also nicht notwendig und widerspricht dazu
dem Gewinnstreben. Eigentlich sollten ja die "trockenen" Gegenden für Touristen gesperrt
werden.
 
Mir haben deutsche Gäste geantwortet, als das Wasser plötzlich fehlte; wir sind nicht gekommen; um uns um Wasser Gedanken zu machen und sind abgereist, obwohl ich ihnen für die 2 Tage; die das Wasser fehlen sollte Ersatz in Magomadas angeboten hatte.

Bea
 
Eigentlich sollten ja die "trockenen" Gegenden für Touristen gesperrt
werden.
Dann müsstest du die Region Siniscola/Budoni für Touristen sperren und alle nach Orosei ins Valle del Cedrino schicken;) Da gibt es keine Wasserknappheit, obwohl von der Regensituation her kein Unterschied besteht, die Regionen liegen nah beieinander. Wasserknappheit entsteht nicht nur wegen defekter Rohre, die es auf Sardinien überall gleichermaßen gibt. Es kommt drauf an, von wo das Wasser kommt, ob die Stauseen, die dir Gebiete jeweils versorgen, noch genügend Wasser haben. Die Cedrino Diga ist voll, der Lago di Torpè ziemlich leer. Das ist der Hauptgrund für die unterschiedliche Wassersituation der Regionen Orosei und Budoni.
Also kann man festhalten, dass Wasserknappheit lokal sehr unterschiedlich ist.
 
Deswegen wollen viele 'Phantasten & Idioten' ja jetzt lieber ins Einstein-Teleskop viele, viele Milliarden investieren, anstatt die ganze Problematik mit einem Verbundsystem ein für alle Male zu beseitigen. Anscheinend versprechen sich diese Phantasten, daß in ferner, weit ferner Zukunft irgendwelche Marsmenschen das Problem auf Erden dann einfach mit links lösen.
 
@Georgie

teilweise ja, aber nur im Gesprächsansatz und gerade mal immer nur für kleinere Teilgebiete.
 
Zuletzt geändert:
Da seid ihr jetzt aber vom Thema abgeschweift, passt das nicht besser hierhin: https://www.sardinienforum.de/threads/wasser-knapp-stauseen-unter-50-dürre-notstand-droht.20800/page-3#post-214595

Touristen werden informiert wenn es sie betrifft, geht ja nicht anders. Wenn es sie nicht betrifft meist nicht. Nicht selten besteht ja die Möglichkeit, zugekauftes Wasser in sehr grossen Mengen zu lagern, zB auch auf (bzw unter) Campingplätzen.

Touristen vom ital Festland sind diesbezüglich in meinen Augen tendenziell besser informiert da sie die Situation vielfach von zu hause kennen. Erinnere mich an einen Nonno vom Festland, der vor ein paar Jahren vor der Dusche eines CPs stand und seinen halbwüchsigen duschenden Enkel zusammengestaucht hat wegen zu langen Duschens.

Ansonsten verreisen die meisten Touristen um mal abzuschalten und etwas Sorglosigkeit zu erleben - sie sind also "Erholungssuchende". Geht das irgendwo aus irgendeinem Grund nicht mehr, fahren sie woanders hin.
 
Streng genommen heißt das Thema "macht sich der Tourist Gedanken" . Wenn Leute, die gerade einen Sardinienurlaub planen, hier im Forum lesen
Werden Touristen überhaupt informiert wie schlecht es gerade aussieht
dann werden sie sich schon Gedanken machen und eventuell woanders Urlaub machen. Das war für mich der Grund zu schreiben, dass es nicht in ganz Sardinien schlecht aussieht und auch warum nicht. Das gehört zum Thema.
 
In Posada gibt es seit drei Wochen kein acqua di irrigazione, ergo die Duschen und Toiletten am Strand sind trocken, da stehen jetzt 2 Tixi Häuschen, auf dem Friedhof gibt es auch kein Wasser mehr, Vorteil die Camper holen dort kein Wasser mehr und entsorgen auch ihren ungetrennten Müll nicht mehr, das gute ist auch das sie nicht mehr mit ihrer Plastikschüssel ihr Wäsche dort waschen. Das schlimmste ist allerdings die Tiere im Land, keiner kann Gemüse anbauen. Allerdings kommt die Comune ins Land und füllt die cisterne auf damit unsere Schafe und Schweine zu trinken haben, ist aber alles sehr umständlich, da die Wasserstelle natürlich nicht neben der cisterne ist heißt es Kanister voll machen und transportieren. Die Prognosen für das Trinkwasser sehen allerdings auch nicht rosig aus.
 
Es kommt auch darauf an, wo man Urlaub macht. In der Mitte und im Westen Sardiniens habe ich seit 2006 keinen Wassermangel gespürt /gehabt. Das liegt zum einen am Lago di Omodeo und zum anderen an weniger Tourismus (weniger Pool usw.) und dies: ob nun im Frühjahr, im Hochsommer, mit allen Italienern oder im Herbst. Einzig für den Winter (Dezember bis Februar) mag ich keine Erfahrung melden, da zu wenig auf der Insel.
 
Ich habe seit über 35 Jahren keinen akuten Wassermangel erlebt. Aber wie ich oben erwähnt habe, bin ich immer in einem Gebiet, das vom Lago del Cedrino mit Wasser versorgt wird. Ob Wassermangel oder nicht, es ist natürlich überall und immer Pflicht, Wasser zu sparen.
 
@Georgie - mmh, ich vermute, die Touristen/Reiseplanenden lesen hier eher das Thema "Dürrenotstand" um sich ins Bild zu setzen sofern sie die Situation interessiert. Urlaubsplanung nach vorhandenen Wasservorräten, das ist wohl ein zukünftiges nicht eben unwahrscheinliches Horrorszenarium.
@ferina - mich würde interessieren, woher das Wasser, welches bei euch zB angeliefert wird, kommt. Oder eben das Wasser, welches touristische Anlagen oä jeweils kaufen/liefern lassen. Ich wünsche, dass sich die Situation bei euch verbessert, wobei dies für die nächsten Wochen ja leider ziemlich unwahrscheinlich ist.
 
Im Moment ist bei mir das Wasser tagsüber ganz weg. Abends kommt ein bisschen was aber von Wasserdruck kann man da nicht reden.
 
In den über 20 Jahren hier im Südosten haben wir noch nie Wasserknappheit gehabt, auch nicht in sehr trockenen Zeiten, in denen es von März bis Oktober nicht geregnet hatte. Auch an der Costa Rei, am Touristen-Hotspot, habe ich noch nie gehört, dass es kein Wasser gab.
 
Das Problem bei uns ist, dass Arbeiten an der Staumauer vorgenommen wurden und man deshalb Wasser abgelassen hat - danach hat es leider nicht mehr geregnet...
 
OK, wir hätten das Zuviel an Wasser gerne auf die Insel geschickt.

Ich mein aber auch, man könnte auch in Hotels usw. darauf hinweisen, dass 1mal duschen täglich reicht. Viele Touris gehen ins Meer baden, also brauchts keine Vorherdusche........

Wir haben viele Jahre erlebt, dass zu gewissen Zeiten kein Wasser kam. Also haben die Leute vorgesorgt und ihre Zysternen gefüllt.
 
Genau, Maria, daran kann ich mich noch gut erinnern, fast auf jedem Haus im Centro storico standen damals diese Zisternen auf den Dächern. Nur blöd, dass die allermeisten aus Eternit waren. Seit ca 25 Jahren und bis vor relativ kurzer Zeit war Wasserausfall kein grosses Thema mehr und so wurden die Zisternen entfernt,
 
Es gibt die 'Tanks' auch unterirdisch...jedenfalls kam damals regelmässig ein Tank-LKW mit Wasser. Für uns witzig, da wir solche nur vom Heizöl kannten......
Ja, man denkt manchmal nicht weiter und schmeisst Gutes weg. Kaum weg, könnt mans gut brauchen ;)
 
In meiner Kindheit war es, beim Urlaub mit den Eltern, völlig üblich, dass über die Mittagszeit das Wasser abgestellt wurde (erinnere mich sicher im Bereich Badesi/Valledoria daran, glaube aber, dass es ein grundsätzliches Phänomen war). Was im Prinzip auch niemandem wehgetan hat (im Sinne von Tourist, die Bauern sahen es vermutlich anders).

Nur gab es damals auch noch keine peinlichen und potthässlichen Acquaparks sowie 5000 Pools neben einem wunderschönen Meer, die "ein Tourist" heute aus irgendwelchen Gründen zusätzlich braucht, um wirklich von einem schönen Urlaub sprechen und Bilder für Instagram machen zu können. Ganz eventuell könnte man sich derlei Blödsinn, in Zukunft sparen.

Gehts denn hoffentlich wenigstens den Golfplätzen an der Costa gut? Wenn nicht, wird sich hoffentlich eine Bewässerung mit Smeraldina oder notfalls auch eingeflogenem Acqua Panna bewerkstelligen lassen?
 
Teile von Sorso and seit heute Nacht ohne Wasserversorgung. Und just dann fällt auf, dass der Grundwasserspiegel um etwa 2/3 im Verhältnis zu 23 gesunken ist. Unser Brunnen ist so schwach wie seit 20 Jahren nicht mehr. Das wird ein schwieriger Sommer.
 
"Wassernotstand angehen und überwinden".

Das zeigt, meiner Meinung nach, das hier auch noch niemand bereit ist, Klartext zu sprechen.
Oder die Verantwortlichen haben es auch noch nicht kapiert.
Schon vor Jahren, besser Jahrzehnten, hätte man das angehen können/müssen.
Menschen informieren, sensibilisieren, "trainieren".
Die Infrastruktur (nicht nur Wasserleitungen) umbauen, ergänzen, vorbereiten,...
Die Natur schützen, erhalten, unterstützen,...

Aber immer noch gibt es neue, große Parkplätze, die alles versiegeln, werden Pools genehmigt, u.s.w.
Die maroden Leitungen und Stauseen wurden hier ja schon mehrfach genannt.
Grünanlagen werden mit Rasen ausgeführt, Toiletten arbeiten mit Wasser, Bäume sind Mangelware....

Nur weil weite (längst nicht alle Teile) Deutschlands seit einigen Monaten wieder "genug" oder gar zu viel Wasser hatten, gibt es hier auch wieder Einige, die alles vergessen haben oder gar verneinen.
 
Zuletzt geändert:
Teile von Sorso and seit heute Nacht ohne Wasserversorgung. Und just dann fällt auf, dass der Grundwasserspiegel um etwa 2/3 im Verhältnis zu 23 gesunken ist. Unser Brunnen ist so schwach wie seit 20 Jahren nicht mehr. Das wird ein schwieriger Sommer.
Sind denn die Brunnen genehmigungspflichtig und werden behördlich überwacht ? Oder darf Hinz und Kunz
nach Lust und Laune bohren (lassen) ?
 
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