Verlängerung der Wildschweinjagd - Tierschützer: „Absurd“

Beppe

Sehr aktives Mitglied
Verlängerung der Wildschweinjagd - Tierschützer: „Absurd“

Grig und Lega sind für die Abschaffung der Jagd sowie gegen einer Verlängerung der Jagdzeiten um einen weiteren Tag: „Je mehr getötet werden, umsostärker vermehren sie sich“

„Auf Druck der Jagdwelt der Insel hat die autonome Region Sardinien per Dekret vom 23. Januar 2026 die Jagdzeit bis Samstag, den 31. Januar 2026, in den regionalen Jagdkalender 2025-2026 aufgenommen”.

Aber „anscheinend wird niemals das Problem der öffentlichen Sicherheit mit seiner endlosen Liste von Toten und Verletzten unter Jägern und Nichtjägern aufgrund von Jagdunfällen angegangen, vielmehr noch: es wird einfach stur ignoriert, dass je mehr Wildschweine getötet werden, es umsomehr Wildschweine auch geben wird“.

Dies beklagen zumindest die Gruppen d'Intervento giuridico (Grig) und die Lega per l'abolizione della caccia (Liga für Abschaffung der Jagd) in einer Erklärung, in der sie die Verlängerung der Wildschweinjagdsaison auf Sardinien als „absurd“ bezeichnen.

„Tatsächlich“, so heißt es in der Mitteilung, „ist es nicht die selektive Jagd, oder die Druck- und Bewegungsjagden auf Wildschweine noch die Kreuzung mit Hausschweinen, was deren Zahl wirklich verringert, sondern solange die zunehmende Vermüllung der Randgebiete von Siedlungen durch weggeworfenen Müll hierfür die Ursachen sind und damit auch für die Zunahme der Population und der Ausbreitung der Wildschweine verantwortlich ist (was allgemein so auch auf Sardinien gesehen wird), solange wird sich nichts ändern.

Infolgedessen“, so das Fazit von Umwelt- und Tierschützern, „nehmen so auch die durch Wildschweine verursachten Schäden in der Landwirtschaft zu. Macht nur weiter so!“

Quelle:
 
Zuletzt geändert:
OK, aber warum nicht Köder ausbringen mit 'Anti-Wildschweinchen' Mittel? Tat man ja bei Füchsen auch und hatte grossen Erfolg..
 
Wahr ist:
1. es gibt zuviele Wildschweine

Unwahr ist:
2. es ist ein Paradoxon, zu behaupten, daß je mehr Wildschweine getötet werden, es umsomehr Wildschweine geben wird.

Wahr ist:
3. es ist unstrittig, daß während der Jagd sowohl Jäger als auch Unbeteiligte aufgrund von Jagdunfällen verletzt/getötet werden.
4. es ist unstrittig, daß es erhebliche Vermüllungsprobleme auf Sardinien gibt.
5. Zunehmende Vermüllung führt ggflls. zu einer "besseren" Versorgung" der Schweine und hierdurch auch deren Vermehrung.
6, Wildschweine und natürlich noch mehr Wildschweine führen bzw. verursachen generell immer Schäden in der Landwirtschaft.

7. Keine Wildschweine mehr, heißt: diese können auch keinen Müll aufsuchen.
Kein Müll mehr bedeutet nicht automatisch, daß die Wildschweinpopulation abnimmt, sondern ggflls. die Schäden in der Landwirtschaft sogar zunehmen).
8. Keine Wildschweine mehr, bedeutet, diese verursachen auch keine Schäden mehr in der Landwirtschaft oder bei Verkehrsunfällen.
9. Keine Wildschweine mehr, bedeutet: die Gefahr der Ausbreitung der Schweinepest wird erheblich verringert.
10. Keine Wildschweine mehr, bedeutet: keine Todesfälle mehr durch Wildschweinangriffe und/oder auch bei Jagdunfällen.
 
Zuletzt geändert:
Wildschweine bzw. Wildtiere vermehren sich mehr, wenn sie bejagt werden?

„Ja, Studien deuten darauf hin, dass intensive Jagd auf Wildschweine und andere Wildtiere paradoxerweise zu einer höheren Vermehrungsrate führen kann.

Wissenschaftliche Erklärung
Bei starkem Jagddruck treten Wildschweine früher in die Geschlechtsreife ein – oft schon als Frischlinge vor dem ersten Lebensjahr – und zeigen eine gesteigerte Fruchtbarkeit, selbst bei geringerem Körpergewicht. Eine französische Langzeitstudie über 22 Jahre (Servanty et al., Journal of Animal Ecology, 2009) verglich intensiv bejagte Gebiete in Haute-Marne mit wenig bejagten in den Pyrenäen und fand dort deutlich höhere Reproduktionsraten.

Ursachen
Der Verlust älterer Tiere stört die Sozialstruktur, was jüngere Bachen schneller zur Fortpflanzung antreibt; zusätzliche Fütterungen durch Jäger verstärken diesen Effekt weiter. In Gebieten mit geringer Jagd ist die Vermehrung niedriger, da Geschlechtsreife später und bei höherem Gewicht eintritt.

Gegenperspektiven
Jägerverbände betonen hohe natürliche Reproduktionsraten (bis 230%) und argumentieren, dass Jagd den Bestand reguliert, doch die Studie zeigt, dass intensiver Abschuss den Zuwachs sogar fördern [Jagdverband]“

Warum reagieren Wildschweine biologisch so auf Jagd?

„Wildschweine reagieren biologisch auf intensiven Jagddruck durch adaptive Strategien, die ihre Population stabilisieren oder sogar steigern sollen.

Frühere Geschlechtsreife
Bei hohem Abschussdruck – vor allem von älteren Leitbachen – treten junge Frischlingsbachen früher in die Geschlechtsreife ein, oft schon mit unter einem Jahr und geringerem Körpergewicht. Dies wird durch Stresshormone und veränderte Sozialstrukturen ausgelöst, die die Fortpflanzung beschleunigen.

Gestörte Sozialstruktur
Leitbachen regulieren normalerweise per Pheromonen (Sexuallockstoffen) die Brunst der Rotte und verhindern Übervermehrung bei Jungen. Ihr Verlust durch Jagd löst chaotische Fortpflanzung aus: Mehr Bachen werfen gleichzeitig, Fruchtbarkeit steigt signifikant.[waldwissen +1]

Kompensatorische Fruchtbarkeit
Evolutionär angepasst an Prädatoren wie Wölfe, erhöhen Wildschweine unter Druck ihre Reproduktionsrate (bis zu 70% bei Frischlingsbachen durch Fütterung). Französische Studien (z. B. Servanty 2009) belegen höhere Zuwächse in stark bejagten Gebieten vs. ruhigen.“
 
@andrea21

habe aus Interesse auch mal beim NABU nachgeschaut und zitiere diesen (sic) wie folgt:

Ganzjahres-Sex und junge Mütter

„Unsere Wildschweine leben im Schlaraffenland“, erläutert Keuling, der selbst jagt. Das Klima werde milder und der Tisch sei das ganze Jahr über reich gedeckt: „Passt die Nahrungsgrundlage, steigt die Vermehrungsrate automatisch.“ Jungtiere, auch Frischlinge genannt, würden dann oft schon im ersten Lebensjahr geschlechtsreif.

Für gewöhnlich paaren sich Wildschweine im Winter. Die Paarungszeit beginnt bei uns im November und endet im Januar. Darauf sind Bachen, also ältere weibliche Tiere, hormonell gepolt, erläutert Keuling. Bei Frischlingsbachen ist das anders: Sie haben eine nur schwach ausgeprägte hormonelle Steuerung seien das ganze Jahr über paarungsbereit.


Quelle:

Insofern habe ich auch erstmal nichts weiteres zu den Ursachen, Gegenperspektiven, und adaptive Strategien gefunden, die du anführst. Die frühere Geschschlechtsreife, wird im Gegensatz zu Deinen Ausführungen anscheinend nicht durch "Stresshormone und veränderte Sozialstrukturen ausgelöst". Dies würde sicherlich ansonsten auch vom NABU in ähnlicher oder gleicher Weise angeführt.
Konnte jedenfalls nix vergleichbar Verwertbares zu Deinen Aussagen finden.

.Auch zu der angeblich >>Gestörten Sozialstruktur<< sowie zur >>Kompensatorischen Fruchtbarkeit<< konnte ich aus gleichem Grund nix weiteres finden. Und mangels entspechend detaillierter bzw. expliziter Quellenangaben, lassen sich weitergehende Verifizierungen und Qualifizierungen Deiner Angaben so leider nicht durchführen.
 
Zuletzt geändert:
Lieber Beppe,
Ich hab noch Mal nachgefragt und folgende Ergebnisse erhalten, die wirklich interessant sind.

„Neben der französischen Langzeitstudie von Servanty et al. (Journal of Animal Ecology 2009) werden vor allem folgende Arbeiten und Auswertungen zitiert, die zu ähnlichen Ergebnissen kommen oder diese stützen:
Wichtige Fachstudien und Dissertationen
• Gethöffer, Sodeikat & Pohlmeyer 2007: Untersuchung in drei Regionen Deutschlands, die zeigt, dass der Anteil reproduzierender juveniler Bachen nach der Jagdsaison stark ansteigt (bis zu 60% tragend im März/April).[abschaffung-der-jagd]
• Mauget 1982, Groot Bruinderink et al. 1994, Massei et al. 1996: Frühere Studien, die hohe Reproduktionsraten bei Wildschweinbachen beschreiben und die Basis für die spätere Bewertung „nahezu jedes geschlechtsreife Weibchen reproduziert“ liefern.[abschaffung-der-jagd]
• Neef 2009 (Dissertation, Uni Gießen): „Untersuchungen zur Reproduktionsdynamik beim Wildschwein“ mit 499 erlegten Tieren in Rheinland‑Pfalz und Hessen, detaillierte Analyse von Alter, Körpermasse und Reproduktion.[jlupub.uni-giessen]
• Brogi et al. 2022 (Current Zoology): „It is time to mate“ – zeigt hohe Plastizität von Paarungszeitpunkten und sehr robust hohe Trächtigkeitswahrscheinlichkeiten über Jahre hinweg, was die starke kompensatorische Reproduktion unter wechselnden Umweltbedingungen bestätigt.[academic.oup]
• Servanty et al. 2009 (ergänzend über PubMed/Wiley): beschreibt explizit, dass juvenile Bachen einen großen Anteil am jährlichen Reproduktionserfolg stellen und dass unter starkem Jagddruck Körpermassen‑Schwellen für Reproduktion sinken.[besjournals.onlinelibrary.wiley +1]
Sekundärquellen, die diese Studien zusammenfassen
• Zusammenfassung „Studie gegen Wildschweinjagd“ (Abschaffung-der-Jagd): fasst die 22‑jährige Untersuchung und die genannten Vorarbeiten (Mauget, Groot Bruinderink, Massei, Gethöffer u. a.) zusammen und betont: nahezu jedes geschlechtsreife weibliche Wildschwein versucht zu reproduzieren, hoher Anteil juveniler Bachen bei der Fortpflanzung, niedriger Körpermassen-Grenzwert unter hohem Jagddruck.[abschaffung-der-jagd]
• Broschüre/Artikel „Mehr Jagd führt zur Vermehrung der Wildschweine“: popularwissenschaftliche Darstellung der Servanty‑Studie mit Hinweis auf spätere Geschlechtsreife und niedrigere Reproduktion in wenig bejagten Gebieten.[wildbeimwild]
• Artikel „Jagd kann Wildschweine nicht regulieren“ bzw. ähnlich betitelte PDFs (z. B. „Jagd fördert die unkontrollierte Vermehrung…“): greifen dieselben Primärstudien auf und stellen den Zusammenhang zwischen hohem Jagddruck, gestörter Sozialstruktur und erhöhter Fruchtbarkeit dar.[lusttoeter +1]
Kontext aus jagdlichen/verbandlichen Quellen
• DJV-Auswertung „Rekord-Jagdbilanz für Wildschweine“: keine direkte Kausalstudie, aber liefert Zahlen zur sehr hohen Reproduktionsrate (ca. 250% jährlich) und betont, dass insbesondere junge Tiere überproportional zur Fortpflanzung beitragen – was gut zu den o. g. Befunden passt.[jagdverband]


Kernaussagen einzelner dieser Originalarbeiten (z. B. Gethöffer 2007 oder Neef 2009) noch genauer in 2–3 Sätzen je Studie zusammengefasst!

„Hier sind knappe Zusammenfassungen der wichtigsten Studien (außer Servanty et al. 2009), fokussiert auf den Zusammenhang zwischen Jagddruck und erhöhter Wildschweinvermehrung. Ich priorisiere Primärquellen mit direkten Daten zur Reproduktion.
Gethöffer et al. 2007 (Dissertation, TiHo Hannover)
In einer zweijährigen Untersuchung in drei deutschen Regionen (Niedersachsen, Eifel, Pfälzerwald) zeigten nur 30% der juvenilen Bachen während der Jagdsaison aktive Reproduktion, doch bis zu 60% waren im Folgefrühling (März/April) tragend – hohe Ovulationsraten und frühe Geschlechtsreife trotz Stress. Externe Faktoren wie Fütterung beeinflussen Saisonalität und Altersanteil an der Fortpflanzung stark.[elib.tiho-hannover +2]
Neef 2009 (Dissertation, Uni Gießen)
Bei 475 erlegten Wildschweinen in Rheinland-Pfalz/Hessen stieg der Anteil sexuell reifer Frischlingsbachen ab dem 7. Monat signifikant (bis 68% mit Funktionskörpern im 12. Monat), mit 53% tragend oder ovulierend. Dreigipfelige Geburtenverteilung (April, August, Dezember); keine strenge Saisonalität mehr durch Ernährung – frühe Pubertät korreliert mit körperlicher Konstitution.[jlupub.uni-giessen +2]
Brogi et al. 2022 (Current Zoology)
Hohe Populationsplastizität der Reproduktionsphänologie: Individuen passen Paarungszeit und -länge an Umwelt an, z. B. Verzögerung bei schlechten Bedingungen. Plastizität ermöglicht robuste Fortpflanzung trotz Jagddruck; RT (reproductive timing) verschiebt sich populär, unterstützt kompensatorische Effekte wie bei Servanty.
Mauget 1982 (Bioscience Proceedings)
Hohe Reproduktionskapazität des Wildschweins (höchste unter vergleichbaren Huftieren): Bimodale oder unimodale Geburtenverteilung (April/Mai, evtl. Jan/Feb + Aug/Sep), mit hoher Gestationslänge. Umweltfaktoren modulieren Peaks; Grundlage für spätere Erkenntnisse zu saisonaler Anpassung unter Druck.

WIRKLICH INTERESSANT!

Ursachen Populationsschwankungen Wildschweine Italien
Die Populationsschwankungen von Wildschweinen in Italien resultieren hauptsächlich aus anthropogenen und ökologischen Faktoren, die zu explosionsartiger Zunahme führten.
Hauptursachen
• Einführung invasiver Populationen: In den 1950er-1970er Jahren wurden osteuropäische Wildschweine (größer, fruchtbarer: 8–9 Ferkel/Wurf vs. 2–3 bei einheimischen) aus Ungarn/Osteuropa importiert und ausgesetzt, da lokale Bestände fast ausgestorben waren. Dies löste den Populationsboom aus.
• Hoher Jagddruck fördert Vermehrung: Wie in Frankreich/DE stört Abschuss Leitbachen, was junge Bachen früher reifen lässt und Fruchtbarkeit steigert (Toskana: Population verdoppelt trotz Jagd).[wildbeimwild]
• Gute Ernährung und Lebensraum: Ackerbau, Müll, Fütterung und fehlende Prädatoren (bis Wolf-Rückkehr) ermöglichen 2 Würfe/Jahr; Schäden >100 Mio. €/Jahr (Abruzzen, Piemont).
Konsequenzen
Bestand: 1–1,5 Mio. Tiere (ISPRA 2021); Rom/Venetien: Stadtinvasionen, 10.000 Verkehrsunfälle/Jahr, ASP-Risiko. Gegenmaßnahmen: Intensivjagd scheitert oft, da sie Vermehrung antreibt.

Wildschweinpopulationen unterscheiden sich auf Sardinien und dem italienischen Festland in Größe, Dichte und Problemausmaß, wobei beide Regionen von Überpopulationen betroffen sind.

## Vergleichstabelle
| Parameter | Sardinien | Italien Festland (z. B. Kalabrien, Apulien, Toskana)
|--------------------------|------------------------------------------------------------|-----------------------------------------------------------------------------|
| Populationsgröße | 100.000–200.000 Tiere (ca. 60–70.000 Sauen) | 2–2,3 Mio. gesamt; Kalabrien: 300.000, Apulien: 250.000, Toskana: 200.000 |

| Dichte pro Einwohner | Hohe lokale Dichte nahe Schutzgebieten ("kritisch") | 1 Wildschwein/26 Einwohner (Italien gesamt) |
| Schäden | 200 Mio. €/Jahr (Landwirtschaft, ASP-Risiko, Unfälle) | >200 Mio. €/Jahr; Ernten zerstört, 170+ Unfälle/Jahr (Sardinien ähnlich) |

| Gesundheitsrisiken | Trichinella-Fälle, ASP-Prävention (Notstand 2024 aufgehoben)| ASP-Ausbrüche, Trichinen; Jägerproben: 20.000/Jahr |
| Management | Intensive Jagd, aber "außer Kontrolle"; ASP-frei | Massenjagd gescheitert; Wolf-Prädation dämpft lokal |

## Schlüsselfaktoren
Sardinien hat kleinere, isolierte Bestände (kleinere Rasse Sus scrofa meridionalis), leidet aber stärker unter lokalen Invasionen in Schutzgebieten. Festland zeigt explosionsartigen Zuwachs durch Einführungen und Fütterung; beide profitieren nicht von effektiver Regulierung durch Jagd.

Die hohe Wildschweinpopulation auf Sardinien wird durch eine Kombination aus historischen, ökologischen und managementbedingten Faktoren verursacht.
Hauptursachen
• Natürliche Isolation und genetische Besonderheiten: Sardinien beherbergt eine autochthone Unterart (Sus scrofa meridionalis), die seit Jahrtausenden isoliert ist und sich an raue, trockene Bedingungen angepasst hat; geringe Prädatoren (wenig Wölfe) und Schutzgebiete fördern ungestörtes Wachstum.
• Landwirtschaftliche Verführbarkeit: Reichlich Kulturpflanzen (Mais, Wein, Oliven, Gemüse), Wasserquellen und illegale Fütterung locken Tiere an; Erntenverluste bis 35% (z. B. Mais), was Zuwachs durch bessere Kondition (2 Würfe/Jahr) antreibt.
• Ineffektive Regulierung: Trotz intensiver Jagd (Jäger testen auf ASP/Trichinen) bleibt die Population “außer Kontrolle”, da Abschuss – wie anderswo – kompensatorische Vermehrung auslöst; Schätzungen: 100.000–200.000 Tiere.
Konsequenzen
Schäden: 200 Mio. €/Jahr, 170+ Verkehrsunfälle (2023), Bedrohung für Schafe/Haustiere; ASP-Überwachung priorisiert, Insel derzeit frei dank Seuchenbekämpfung (Notstand 2024 aufgehoben).“
 
Historischer und aktueller Status
Wölfe (Canis lupus) wurden auf Sardinien wie auf Sizilien bereits im 20. Jahrhundert ausgerottet und haben sich nicht wieder angesiedelt. Die Insel fehlt in allen europäischen Wolfspopulationen-Übersichten (z. B. IUCN LCIE), im Gegensatz zum italienischen Festland (Apennin: ~1.500–3.000 Wölfe) und den Alpen.

Natürliche Regulierung durch den Wolf. Was würde dies bedeuten?

Natürliche Regulierung durch den Wolf würde bedeuten, dass Wölfe als Apex-Prädator die Wildschweinpopulation durch selektive Räuberei stabilisieren, ohne die kompensatorischen Effekte der Jagd auszulösen.[1][2]

## Wirkungsweise
Wölfe jagen vorwiegend Jungtiere, Alte, Kranke oder Schwache (ca. 17–20% ihres Nahrungsspektrums in DE: Wildschweine), was genetische Fitness der Herde steigert und Überpopulationen verhindert. Im Gegensatz zur Jagd bleibt die Sozialstruktur (Leitbachen) intakt, sodass keine frühere Geschlechtsreife bei Juvenilen ausgelöst wird.[5][9][1]

## Auswirkungen auf Bestände
| Szenario | Effekt auf Wildschweine [1][7] |
|-----------------------|------------------------------------------|
| Ohne Wolf (z. B. Sardinien) | Ungebremstes Wachstum durch gute Nahrung |
| Mit stabilen Rudeln (Apennin) | Reduktion um 20–30%; gesündere Populationen, weniger Schäden |
| Intensive Jagd | Vermehrung paradox steigt (Servanty-Effekt) |

## Langfristige Vorteile
Wolfsterritorien führen zu dichteabhängiger Selbstregulation: weniger Wildtiere insgesamt, aber robuster; Wälder erholen sich (weniger Verbiss). In Tschernobyl bewies dies extreme Resilienz sogar unter Strahlung.“


Was müsste der Mensch an Schutzmaßnahmen für sein Vieh treffen?

Natürliche Regulierung durch Wölfe würde für Viehzüchter Schutzmaßnahmen gegen Prädation erfordern, da Wölfe opportunistisch auch Nutztiere (z. B. Schafe, Ziegen) angreifen können.[11][12]

## Wichtige Schutzmaßnahmen
- **Elektrische Zäune**: Mind. 1,2 m hoch, mit 4–5 Drähten (400–600 Volt, Erdung), engmaschig am Boden gegen Wildschweine/Wölfe; bewährt in Italien (Apennin) und DE (90% Wirksamkeit).[12][13]
- **Hütehunde (z. B. Maremma, Kangal)**: 2–4 pro Herde, trainiert auf Rudelabwehr; reduzieren Verluste um 70–95% bei extensiver Weide (Sardinien-Ähnlich).[14]
- **Nachtunterbringung**: Stabile Scheunen/Lämmerställe mit Dach und Stahlgittern; Herde tagsüber beaufsichtigt.

## Kosten und Effizienz
| Maßnahme | Anfangskosten/Herde (50 Tiere) | Jährl. Wartung | Wirksamkeit vs. Wölfe |
|----------------|-------------------------------|----------------|-----------------------|
| Elektrozäune | 3.000–5.000 € | 500 € | Hoch (90+ %)
| Hütehunde | 2.000–4.000 € (Welpen) | Futter/Training | Sehr hoch |
| Stallbau | 10.000+ € | Gering | 100% nachts |

## Förderungen und Realität
EU/Länder (z. B. DE: bis 80% Zuschuss) unterstützen; in Italien (Lombardei) Koexistenz-Programme erfolgreich. Verluste sinken langfristig, da Wölfe selektiv jagen und Bestände stabilisieren.
 
Vielleicht ist es keine schlechte Strategie, 2-4 Wolfspärchen vom Festland verteilt auszusetzen.
Vorher natürlich entsprechende Schulungen und Maßnahmen für und bei den Viehhaltern treffen.

WAS DENKT IHR?

Der Hund (Maremmano) auf Sardinien würde endlich seine Wertschätzung und Stellenwert erhalten und nicht auf der Straße oder im Tierheim landen. Kastration für alle Hunde und nur spezialisierte Züchter dürfen vermehren.
In der Lida bei Olbia sitzen ca. 700 Hunde und viele Jahre lang!

Ich habe zwei Schäferhund- Maremmano- Mix raus geholt. Meine Jungs haben ihr Zuhause im Griff.

Und jetzt gibt es ein gutes Schlückchen. Ich wünsche Euch einen schönen Abend.

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Vielleicht ist es keine schlechte Strategie, 2-4 Wolfspärchen vom Festland verteilt auszusetzen.
Vorher natürlich entsprechende Schulungen und Maßnahmen für und bei den Viehhaltern treffen.

WAS DENKT IHR?
Ich denke die sardischen Viehzüchter werden dich von der Insel jagen, wenn du ihnen das vorschlägst.:)
Wenn dann dann Wanderwege nicht mehr begehbar sind wegen Viehzäunen oder scharfen Hunden, wird das den Wanderern nicht gefallen.
Prost
 
Historischer und aktueller Status
Wölfe (Canis lupus) wurden auf Sardinien wie auf Sizilien bereits im 20. Jahrhundert ausgerottet und haben sich nicht wieder angesiedelt. Die Insel fehlt in allen europäischen Wolfspopulationen-Übersichten (z. B. IUCN LCIE), im Gegensatz zum italienischen Festland (Apennin: ~1.500–3.000 Wölfe) und den Alpen.
wirklich toll, daß auf Sardinien der Wolf erst im 20. Jahrhundert ausgerottet wurde. Kann mich noch erinnern, daß mein Urgroßschwiegervater oft von den immerwährenden blutigen Kämpfen mit den Wölfen bei der Schafzucht auf Sardinien erzählte. Nicht wirklich glaubhaft!
Aber im Gegenzug hat er mir dafür meine Stories mit dem Klabautermann auf See auch alle abgenommen. :p
 
Zuletzt geändert:
übrigens @andrea21

In Italien war der Wolf überall weit verbreitet, außer auf Sardinien. Mitte der 80er Jahre setzte rasant dessen Vernichtung ein, was seinen rapiden Rückgang einleitete. In den Alpen wurde er in den 20er und in Sizilien in den 40er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts eliminiert. Zu dieser Zeit war er trotz der Tötungen immer noch im Apennin weit verbreitet, aber zwischen den 1950er und 1970er Jahren wurde er auch dort auf einige wenige Individuen reduziert, die in den Bergen Süd-/Miittelitaliens verstreut waren und ein Aussterben nahezu riskierten.
Seit den 1980er Jahren ist dank des Schutzes und einer veränderten Bewusstseinsbildung, des Verzichts auf Berggebiete und der verstärkten Akzeptanz zumindest eine leichte Erholung und ein zunehmender Nachlaß bei der Strecke eingetreten. In den frühen 80er Jahren wurde die Gesamtzahl der Wölfe gerade mal nur noch auf ca. 220-240 geschätzt, In den 1990er Jahren stieg die Zahl leicht auf etwa 400 und heute wird angenommen, dass sie eine Zahl von ca. 800-1.000 Individuen erreicht haben.

Quelle:
 
Zuletzt geändert:
Luchse anzusiedeln wäre u.U. weniger bedrohlich für die Schafe.
Die Idee war nicht schlecht, löst aber nicht das Problem.
Der Wolf scheint erfolgreicher. Ich denke, es ist grundsätzlich problematisch Tiere anzusiedeln, die niemals in der Region gelebt haben.
Diese Art von Ansiedelung hat es schon auf allen Kontinenten gegeben und stellen heute eine Bedrohung der heimischen Natur da.

Antwort auf Frage: Was wäre, wenn man Luchse ansiedelt? Jagen die Wildschweine?

„Luchse können zwar junge Wildschweine schlagen, eignen sich aber nicht als Hauptregulator für Wildschweinpopulationen.

## Was Luchse tatsächlich jagen
- Hauptbeute des Eurasischen Luchses sind Rehe und andere mittelgroße Huftiere; Rehe machen oft 70–85% der Nahrung aus.
- Zum Beutespektrum gehören auch junge Wildschweine (Frischlinge), Fuchs, Hase, Marder und gelegentlich Hirschkälber.
- Erwachsene Wildschweine sind dem Luchs in der Regel zu wehrhaft, daher werden sie nur ausnahmsweise erbeutet.

## Folgen einer Luchs-Wiederansiedlung
- Luchse würden hauptsächlich Reh- und ggf. Muffelbestände deutlich reduzieren, nicht aber den Großteil der Wildschweine.
- Sie könnten lokal etwas Jagddruck von Wildschweinen nehmen (weil Rehe weniger werden), aber keine vergleichbare „natürliche Regulierung“ wie Wölfe bewirken.
- Luchse stehen mit Wildschweinen eher in Konkurrenz: Studien zeigen sogar, dass Wildschweine Luchs-Risse häufig wegfressen (Kleptoparasitismus, bis knapp 50% der Risse geplündert).

## Schutzbedarf für Vieh
- Luchse reißen gelegentlich ungeschützte Schafe oder Ziegen, verglichen mit Wölfen aber deutlich seltener.[8][4]
- Wo Luchse vorkommen, reichen meist einfache Schutzmaßnahmen: stabile Nachtpferche, engmaschige Zäune; umfangreiche Wolfs-Schutzzäune sind oft nicht nötig.

Kurz gesagt: Luchse wären ökologisch wertvoll, würden aber Wildschweine nur in Form von Frischlingen beeinflussen und die Gesamtpopulation kaum merklich senken.“
 
wundere mich übrigens, daß in dieser äußerst ominösen und tendenziösen Studie nicht die Berechnung der Zunahme von Wildschweinen aufgrund von Jagd- und Abschußzahlen nicht einfach direkt mittels der Fibonacci-Zahlen ermittelt worden ist.

In dieser Studie hingegen ermittelt man seltsamerweise die Zunahme aufgrund eines Quartilswertes geteilt durch Mittelwert x Lambda, wobei alle Eingangsdaten und gesetzten Werte Schätz- und gewillkürte Werte sowie Rechenoperationen sind. So kommt man dann zu einem stochastischen Ergebnis und um den Eindruck der Wissenschaftlichkeit zu wahren, hat man dann das ganze in bekannte Statistikberechnungen passend gekleidet.
 
Zuletzt geändert:
Leonardo Fibonacci in „Liber Abbaci„ :

„Falls ich versehentlich etwas Wichtiges oder Notwendiges ausgelassen habe, bitte ich um Verzeihung, da niemand ohne Fehler und in allen Angelegenheiten umsichtig ist.“
 
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