Tabakindustrie soll für Beseitigung von Zigarettenstummeln zahlen

Georgie

Sehr aktives Mitglied
Bundesumweltministerin Svenja Schulze will die Tabakindustrie künftig an den Kosten für die Beseitigung weggeworfener Zigaretten beteiligen.
"Wer Wegwerfartikel wie Zigaretten herstellt, wird künftig mehr Verantwortung für den Müll übernehmen müssen", sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe.
"So könnte die Zigarettenindustrie zum Beispiel an den Kosten für die Reinigung von Stränden oder Parks beteiligt werden." Dafür werde sie sich innerhalb der EU einsetzen.

https://web.de/magazine/politik/svenja-schulze-tabakindustrie-beseitigung-zigarettenstummeln-zahlen-33471768

Dürfen wir hoffen, dass das Problem der weggeworfenen Kippen an den Stränden endlich europaweit angegangen wird? Das wäre ein Traum, Strände ohne Kippen!
 

Maren

Sehr aktives Mitglied
Finde ich gut, die Hersteller könnten schon längst biologisch abbaubare Filter verwenden, nur interessiert sie das offensichtlich leider nicht im mindesten (womit ich damit nicht sagen möchte, dass es dann einfach ok wäre, Kippen wegzuschmeissen, ist es sowieso nie) und es wäre auch nur ein Teil des Problems gelöst.

Zudem: Müssen die Hersteller neue Kosten übernehmen wälzen sie diese ja eh auf die Verbraucher ab, also Mittleid muss man mit denen wohl eher keines haben.

https://www.biorama.eu/zigarettenstummel-zigarettenfilter-biologisch-abbaubar-plastik-umwelt/
 

sardegnaorange

Sehr aktives Mitglied
mal abgesehen davon, dass ich rauche (und das sowieso immer weiter teurer wird, egal aus welchem grund): andere gewerke müssen ja auch dafür bezahlen, dass sie ihre abfälle entsorgen - warum also die tabakindustrie nicht in die pflicht nehmen?

aber noch mehr bitte die autokonzerne, die sich ja mit händen und füßen wehren. im endeffekt kriegt man jede kleine dreherei mit versickertem öl im boden dran (auch richtig), aber die größten umweltsünder kriegt man nicht.

und egal, wie gut alles gemeint ist mit neuen gesetzen usw., letztlich siegt der profit - kurzfristig - denn wem will man das alles noch vererben?

der pessimist in mir sagt: eh zu spät. der optimist in mir sagt: dann genieße noch das leben (und nimm deine kippen mit und auch die der anderen, soweit es geht!)

schlaft gut :)
 

leerotor

Sehr aktives Mitglied
hallo
Bushaltestellen sind auch reinste kippen Zentren und hier findet man oft 1/4 bis halbgerauchte kippen.
das mit enormen aufwand die strassenrandstreifen gemäht werden um feuer durch ex und hopp kippen zu vermeiden!!!!!!!!
von den rauchern selbst hier etwas zu erwarten hier, setzt wohl den utimativen Optimismus voraus
was bleibt ist der trost dass diese typen den planet etwa 10 jahre lang kürzer belasten.
PS Pfeifenraucher werfen ihre angerauchten pfeifen auch nicht einfach weg.
PS 2 es soll auch leute geben die ihre kippen ordentlich entsorgen!!
mfg felix
 

peko

Sehr aktives Mitglied
Bundesumweltministerin Svenja Schulze will die Tabakindustrie künftig an den Kosten für die Beseitigung weggeworfener Zigaretten beteiligen.
"Wer Wegwerfartikel wie Zigaretten herstellt, wird künftig mehr Verantwortung für den Müll übernehmen müssen"
Ja.
Ich würde darüber hinaus sehr befürworten, dass die Lebensmittelindustrie die Kosten für die Erhaltung von Toiletten, Kanalisation und Kläranlagen tragen muss. Denn wer biologisch abbaubare Produkte herstellt, muss auch die Verantwortung für deren Abtransport, Entsorgung und Recycling übernehmen.
Ein Konzept mit Zukunft, das über die dadurch steigenden Lebensmittelpreise auch noch dem Übergewicht entgegenwirkt...
 

Georgie

Sehr aktives Mitglied
sollen sie halt die raucher mit 150euronen für jede weggeworfene kippe belasten
Schöner Gedanke, aber leider auch Blödsinn, dann müssten ja Armeen von Polizisten die Strände kontrollieren. Warum soll die Gemeinschaft der Steuerzahler dafür aufkommen?

2 tage strand/stadt von kippen befreien als alternative
Der schönste Gedanke, wenn man sich bildlich vorstellt, wie die erwischten Raucher mit Tüten und Harken ausgestattet den Strand durchkämmen, am besten jeden Tag:p

Ob dieses Gesetz durchführbar ist und wie? Dafür haben wir unsere schlauen Politiker. Hauptsache es bewegt sich endlich was.
 

LA -Lorenz

Sehr aktives Mitglied
naja das würde schon gehen, möchte zwar nicht die Verhältnisse wie in Singapur, aber etwas davon wäre nicht so schlecht, was ich genauso schlimm finde ist der drecks Kaugummi auf den Gehwegen.
 

casa sardegna

Sehr aktives Mitglied
Warum produziert die gescholtene Zigarettenindustrie nicht parallel einfach "Bio-Zigaretten" als Alternative zur konventionellen Ware? Gibt es bei anderen Produkten doch auch. So kann der Raucher wählen, welche Variante gesünder ist (nicht für ihn, aber die Umwelt). Wenn die Tabakindustrie an den Entsorgungskosten beteiligt werden soll, müsste dies konsequenterweise auch für die Kostenbeteiligung an den durch Passiv-Rauchen entstehenden Schäden gelten (z.B. Zuschuss ins Gesundheitswesen) , die um ein Vielfaches höher sein dürften, als für das Einsammeln der Kippen. Und letztlich würde ohnehin alles der Raucher über den Zigarettenpreis finanzieren, sofern er diese nicht weiterhin über den Schwarzmarkt in Polen, Bulgarien etc. bezieht.

Frau Schulze scheint einfach ein Thema zu brauchen, um politisch einmal aus dem Schlagschatten der anderen Ministerien zu treten, anders kann ich mir so einen Blödsinnsvorschlag nicht erklären.
 

Wien_Michl

Aktives Mitglied
Ich verstehe nicht, warum gute bzw. gut gemeinte Ideen immer von irgendwelchen Leuten oder Gruppierungen torpediert werden?

Das ist genauso, wie bei all den Diskussionen / Konferenzen zum Klimawandel:
die Gegner behaupten einfach: "es ist nicht zu 100% bewiesen, dass der Klimawandel von Menschen (mit-)verursacht wird". Deshalb: "wir ändern nichts und machen einfach so weiter, wie bisher".
Dass sie aber genauso keinen Beweis liefern können dafür, dass "der Mensch mit 100%-iger Sicherheit NICHT zum Klimawandel beigetragen hat" - das wird gerne unter den Tisch fallen gelassen!

Die Grundidee von Fr. Schulze hat doch grundsätzlich zum Ziel, dass die Straßen sauberer werden. Klar würden die Kosten dafür von den Tabakkonzernen auf die Raucher weitergegeben werden. Dadurch würden die Zigarettenpreise steigen - ist auch klar.
Aber vielleicht bringt genau das weitere paar tausend Leute dazu, mit dem Rauchen doch aufzuhören (oder gar nicht erst anzufangen) - was man letztendlich wieder als eine gut gemeinte Idee von Fr. Schulze werten könnte!
Und klar, man KÖNNTE die Tabakindustrie auch noch zu Kostenbeteiligung an den durch Passiv-Rauchen entstehenden Schäden verdonnern! Aber es geht halt nicht alles auf einmal. Deshalb finde ich es gut, dass sie zumindest einmal mit dem einen, ersten kleinen Schritt beginnen möchte.
Aber NEIN, da stellen sich schon die Ersten auf die Barrikaden und vermiesen diesen Ansatz. -Man muss ja irgendwas schlechtes daran finden, oder sagen, wie es `noch besser´ zu machen wäre!
Vielleicht passt es manchen nur deshalb nicht, weil Fr. Schulze der falschen Partei zugehört - ich weiß es nicht.
Aber wir, als Menschheit, sollten dieses kleinkarierte Parteidenken schön langsam abstellen:
irgendwann sind unsere Ozeane leergefischt, der Regenwald abgeholzt, unsere Böden mit Zigarettenstummeln und Plastiksackerln zugemüllt, erst dann wachen wir auf und werden sehen, dass uns eine "Parteizugehörigkeit" nicht wirklich weitergeholfen hat...
 
Zuletzt geändert:

LA -Lorenz

Sehr aktives Mitglied
das hat nix mit Parteidenken zu tun,es geht darum das es die falschen trifft, oder glaubst du das sich der Mensch ( Raucher Verursacher )ändert ??
Es muss den Verursacher richtig treffen und das geht nur durch den Geldbeutel wie bei anderen Verstoßen auch. Wenn die Polizia Locale bzw. bei uns der Ordnungsdienst hier härter eingreifen würde, so denke ich würde sich das ganz schnell ändern.
Achja auch wenn die Zigarette einen Ökofilter hat sieht es scheiße aus wenn diese am Strand liegt, genauso wie Lutscherstengl, Bonbonpapier, Eispapier,Kaugummi usw.
 

casa sardegna

Sehr aktives Mitglied
Ich verstehe nicht, warum gute bzw. gut gemeinte Ideen immer von irgendwelchen Leuten oder Gruppierungen torpediert werden?
Hier wurde nichts torpediert, sondern hinterfragt, schon gar nicht von Gruppierungen. Und wenn Frau Schulze eine persönliche Meinung zu diesem Thema kundtut, sollten andere Meinungen dazu ebenfalls zugelassen werden. Deine Meinung teilst Du ja ebenfalls mit. Was gut gemeint ist, muss nicht zwingend gut sein, vor allem, wenn nicht durchsetzbar.

Aber NEIN, da stellen sich schon die Ersten auf die Barrikaden und vermiesen diesen Ansatz. -Man muss ja irgendwas schlechtes daran finden, oder sagen, wie es `noch besser´ zu machen wäre! Vielleicht passt es manchen nur deshalb nicht, weil Fr. Schulze der falschen Partei zugehört - ich weiß es nicht.
Eben, wenn Du es nicht weißt, solltest Du nicht spekulieren oder diese Hinweise einfach weglassen. Alles andere sind Unterstellungen und werden nicht besser, weil Du Dich auf der vermeintlich richtigen Seite wähnst.

Aber wir, als Menschheit, sollten dieses kleinkarierte Parteidenken schön langsam abstellen:
Du denktst da lobenswerter Weise in sehr großen Maßstäben für die gesamte Menschheit, wenn der Klimawandel bereits mit Zigarettenkippen am Strand und der fehlenden Sauberkeit von Straßen zusammenhängt bzw. darüber eingedämmt werden kann? Den Bezug zum Thema "Nachhaltigkeit" könnte ich vielleicht noch herstellen. Dann wäre es genauso konsequent, 4-lagiges Toilettenpapier zu besteuern, weil zwei Lagen genügen und Einwegtaschentücher zu verbieten, weil ein Stofftaschentuch gewaschen und wiederverwendet werden kann.

Ein Mehrwegzigarettenfilter wäre dann übrigens auch ein nachhaltiger und toller Vorschlag.
 

peko

Sehr aktives Mitglied
Aber NEIN, da stellen sich schon die Ersten auf die Barrikaden und vermiesen diesen Ansatz. -Man muss ja irgendwas schlechtes daran finden, oder sagen, wie es noch besser zu machen wäre!
Schon geschehen, und zwar hier:
sollen sie halt die raucher mit 150euronen für jede weggeworfene kippe belasten, und wer nicht zahlen kann, 2 tage strand/stadt von kippen befreien als alternative
Dann trifft's wenigstens die wirklichen Verursacher. Denn es ist nicht elementarer Bestandteil des Rauchens (hab selber lang genug geraucht), seine Tschick (=Zigarettenstummel, für nichtösische Leser), irgendwo in die Gegend zu schmeissen.

und hier
Wenn die Filter relativ schnell biologisch abbaubar wären hätte das schon mal Vorteile.
und hier
Ein Mehrwegzigarettenfilter wäre dann übrigens auch ein nachhaltiger und toller Vorschlag.

Werden die Kosten der Strand-/Park-/Gehweg-/Stadtreinigung der Tabakindustrie angelastet, dann fordere ich die konsequente Anwendung dieser Strategie auf ALLE Lebensbereiche. Ein solches Szenario habe ich weiter oben (# 7) bereits angeführt. Weiters ist die Haftung dann beispielsweise auszudehnen auf:
--> die Textilindustrie, weil ausgediente Kleidungsstücke - weniger bei uns, aber in anderen umweltrelevanten Ländern - als Fetzen in der Gegend rumkugeln.
--> Die gesamte Kunststoffindustrie, weil Microplastik seinen Weg nicht nur in die Meere (was nur zum Teil auf die "Plastiksackerln"und PET-Flaschen zurückzuführen ist), sondern sogar in den menschlichen Körper gefunden hat.
--> Die Glasindustrie, weil Glas viel länger zum Verrotten als Plastik braucht und noch nach Jahrzehnten zB die Hufe von Weidevieh zerschneidet.
--> Die Hersteller von Küchenmessern, weil die meisten einschlägigen Gewalttaten mit Haushaltsmessern und nicht mit "Waffen-"Messern passieren.
--> Die Bier-/Schnaps-/Weinindustrie müsste für alle Schäden aufkommen, die durch Unfälle und Verbrechen in alkoholisiertem Zustand geschehen und das viele Leid - etwa Vandalismus, Schlägereien, Sexualdelikte, verprügelte Frauen, 's ist eine lange Liste, was im Suff angerichtet wird.

Das sind nur ein paar Gedanken, die sich aus dem Vorschlag im Eröffnungspost ergeben.
Eine wirklich konsequente Umsetzung dieser Strategie im Sinne einer Gleichbehandlung aller Europäer (aller europäischen Hersteller) würde vermutlich ein wirtschaftliches wie auch gesellschaftliches Chaos hervorbringen, weil kein Hersteller egal welcher Waren das Risiko noch eingehen würde, sollte er für die missbräuchliche Verwendung seiner Produkte (eine solche ist das sorglose Wegwerfen von Zigarettenstummeln) haftbar gemacht werden.
Und einem einzigen von dutzenden umweltschädigenden Industriezweigen die Verantwortung für das Fehlverhalten mancher seiner Kunden finanziell umzuhängen ... das nenn ich dann Demokratie...

peko
Nichtraucher seit 30 Jahren
 

Wien_Michl

Aktives Mitglied
Ja, der vielstrapazierte Begriff der Nachhaltigkeit würde tatsächlich all die von euch aufgezählten Punkte (#14, #15) beinhalten - sogar noch viel mehr (hier gab es z.B. eine ähnlich gelagerte Diskussion über das "Mitnehmen von Sand". Oder auch sehr rege diskutiert: "Sardinien und der liebe Müll").

Wie soll jedoch diese Nachhaltigkeit nur ansatzweise von uns - und damit meine ich "uns, Menschen auf diesem Planeten" - erreicht werden, wenn schon bei jeder noch so kleinen Maßnahme, die von jemanden wohlwollend vorgeschlagen wird, so viele Gegen-Meinungen und "Blödsinnigkeits-Bekundungen" daherkommen?
- Wie wollen wir da jemals wenigstens einen kleinen Schritt nach vorne machen, oder auf einen (wenigstens kleinen) gemeinsamen Nenner kommen??
Und damit meine ich nicht diesen Thread über Zigarettenstummel, sondern unsere globalen Herausforderungen, über die wir schon tlw. jahrzehntelang debattieren: Klimaabkommen, Abrüstungsverträge, Fangquoten, Zugangregelungen zu Waffen, Elektroschrottexporte, Regenwaldabholzung,...

...die Auflistung kann leider mit noch soo vielen Punkten fortgesetzt werden. Aber statt diese abzuarbeiten und uns auf Lösungen zu einigen, fügen wir lieber immer weitere Punkte hinzu. Man kann sich ausrechnen, wo uns das schon sehr bald hinführen wird.
 

peko

Sehr aktives Mitglied
bei jeder noch so kleinen Maßnahme, die von jemanden wohlwollend vorgeschlagen wird, so viele Gegen-Meinungen und "Blödsinnigkeits-Bekundungen" daherkommen?
Ganz einfach: weil "wohlwollend", also "gut gemeint" nicht immer "gut" sein muss, vor allem wenn der "Wohlwollende" nicht über den Tellerrand hinausdenkt, sinngemäß eine Schlacht vielleicht gewinnt, aber den Krieg verliert.
Umgelegt auf die Zigarettenstummel (um die es mit Bezug auf Sardinien hier ja geht):
1.) Glaubt von den Befürwortern jemand im Ernst, dass - so diese Idee realisiert wird - die Staaten mit dem zusätzlichen Geld, das von den Rauchern via Tabakindustrie hereinkommt, nun eigene Stummelsammeltrupps einstellen werden, und die normale, bereits bestehende Straßenreinigung (hießen früher mal Straßenkehrer) künftig um jeden Zigarettenstummel einen Bogen macht und ihn für die "Spezialisten" liegenlässt? Wohl kaum. Das Geld wird - wie so viele andere Steuern und Abgaben auch - irgendwo im Budget versickern.
2.) Meiner (unmaßgeblichen) Meinung nach kann sich dieser Plan sogar kontraproduktiv auswirken. Nehmen wir mal an, ich wäre einer der Abertausenden "braven" Raucher, die ihre Stummel ordnungsgemäß in Aschenbechern, bzw am Strand in eigens mitgebrachten Döschen entsorgen. Nun muss ich aber trotzdem mit dem Zigarettenpreis eine Stummelentsorgungsgebühr bezahlen. Wenn ich aber pro Packung sagen wir 50 Cent für die Tschickentsorgung berappe, warum soll ich meine Stummel dann in einen Aschenbecher werfen? Ich hab ja für's Aufklauben bereits bezahlt. Im worst case könnten also mehr Zigarettenstummel auf Straße/Park/Strand landen als zuvor.

... damit meine ich "uns, Menschen auf diesem Planeten" ... unsere globalen Herausforderungen, über die wir schon tlw. jahrzehntelang debattieren: Klimaabkommen, Abrüstungsverträge, Fangquoten, Zugangregelungen zu Waffen, Elektroschrottexporte, Regenwaldabholzung, ...
Diese Plattform heisst Sardinien-, nicht Planetenforum. Solche unbestritten wichtigen Themen sollten vielleicht besser in einem Umweltforum diskutiert werden
 

Wien_Michl

Aktives Mitglied
Das mag schon sein.
Mir kommt nur vor, dass alle immer nur die Vorschläge anderer kritisieren können, niemand aber eine andere, bessere und v.a. umsetzbare Idee parat hat. Somit bleibt alles beim Alten, nichts ändert sich – im Gegenteil: alles wird eher schlimmer.
Diese Plattform heisst Sardinien-, nicht Planetenforum. Solche unbestritten wichtigen Themen sollten vielleicht besser in einem Umweltforum diskutiert werden
Diese Unterkategorie heisst „Natur/Strände“, Sardinien liegt auf dem Planeten Erde und der Thread über „Beseitigung von Zigarettenstummeln“ vereint für mich die Themen: Naturschutz und Sauberhalten (u.a.) von Stränden.
Die Anspielung auf die anderen von mir erwähnten Probleme sollte nur das große Ganze skizzieren: wir schaffen es nicht mal unsere Zigarettenstummeln richtig zu entsorgen. Manche schaffen es nicht, ihren Müll NICHT im Straßengraben zu entsorgen. Wie sollen wir dann erst die wirklich „größeren“ Probleme lösen?
 

peko

Sehr aktives Mitglied
niemand aber eine andere, bessere und v.a. umsetzbare Idee parat hat.
Man muss die besseren, umsetzbaren Ideen halt auch sehen (wollen):
In Wien - einer fast-2-Millionen-Stadt, die wir beide glaub ich recht gut kennen - kostet das Wegwerfen eines Zigarettenstummels seit 2008 bis zu satten 90 €uro. Hundstrümmerl liegen lassen 36 €, seit 2015 sogar 50 €. Keiner kommt da auf die Idee, die Kosten für die Hundekot-Entfernung allein den Hundezüchtern oder den Tierschutzvereinen anhängen zu wollen.

Aber seit 2008 sind die Straßen deutlich sauberer, zumindest tschick- und hundstrümmerlfreier geworden. Das wäre also eine der von Dir eingeforderten Ideen, die sogar nachweislich seit Jahren funktioniert.
Warum kann man nicht dieses Modell, wie schon von LA -Lorenz im Beitrag #3 vorgeschlagen, auf die Strände übertragen? Und da brauchte man auch keine Armeen von Polizisten, um die Strände zu kontrollieren, bzw würde sich die Überwachung durch entsprechend hohe Strafen nicht nur selbst finanzieren, sondern wahrscheinlich sogar einen Überschuss für andere Umweltzwecke erwirtschaften. Statt dessen will man nun pauschal alle Raucher bestrafen und wundert sich dann, wenn die bislang ordnungstreuen Raucher ihre Stummel aus Protest oder weil sie eh schon dafür zahlen, in die Gegend schmeissen.
 

Georgie

Sehr aktives Mitglied
Wie das System von hohen Geldstrafen funktioniert, sieht man am Handy Verbot für Autofahrer:confused:

Dann warten wir mal ab, was aus dieser Idee wird.
 

Molle

Sehr aktives Mitglied
Grundsätzlich ist diese Idee ja gut, aber leider nicht umsetzbar. Totaler Quatsch.
Denn das Problem sind ja diese rücksichtslosen Wildwutzen die erstens so rücksichtslos sind und auch bei einem sehr belebten Strand ihre sch.... Kippen rauchen und als wären se alleine den stinkenden Qualm rumblasen und zweitens die Kippen in den Sand stecken anstatt in ne Getränkedose oder Sand zu stecken und dann später mitnehmen.
Ich fand es dieses Jahr sehr störend ständig diese Kippen von diesen Rauchern zu entfernen um mich oder den Kleinen nicht reinzulegen.
Wenn ich so etwas live sehe bekommen solche Leute auch was erzählt von mir.
Geht echt gar net *5Daumen runter*
 

Maik Decker

Sehr aktives Mitglied
sondern unsere globalen Herausforderungen, über die wir schon tlw. jahrzehntelang debattieren: Klimaabkommen, Abrüstungsverträge, Fangquoten, Zugangregelungen zu Waffen, Elektroschrottexporte, Regenwaldabholzung,...
Also da wir - die Menschheit, insbesondere unsere diversen Entscheidungsträger (...nein, nicht die Politiker... unsere Wirtschaftsbosse) - keinerlei Probleme zu haben scheinen über globale Herausforderungen jahrzehntelang zu diskutieren und sogar Fakten abzustreiten, sehe ich keinerlei Notwendigkeit ein mehr oder minder kosmetisches Problem gleich mit unausgegorenen Gesetzesregelungen zu bekämpfen, die vermutlich keine wirkliche Lösung des Problems bringen würden, sich aber als propagandistische Selbstdarstellung hervorragend eignen...

Wenn dann mal die im oben zitierten Beitrag genannten "globalen Herausforderungen" geschafft sind, kann man dann ja vielleicht ein paar Jahrzehnte darüber diskutieren, wie wir die Überbevölkerung und die damit verbundenen Probleme hinsichtlich Ernährung von 8.. 9.. 10.. x Milliarden Menschen und deren sozialverträgliche und Umweltbewußte Unterbringung - nachhaltig, ohne Belastung der Fauna und Flora - zu lösen.
Wobei sich das dann durch die Diskussion - oder eher deren Dauer - sicherlich schon von selbst erledigt haben würde..

Ich persönlich gedenke vor diesem Zeitpunkt der Problemlösung schon an Altersschwäche gestorben zu sein...

Achja.. kleiner Nachsatz... immer dran denken: Soylent Green ist Menschenfleisch!
 

Georgie

Sehr aktives Mitglied
-> die Textilindustrie, weil ausgediente Kleidungsstücke - weniger bei uns, aber in anderen umweltrelevanten Ländern - als Fetzen in der Gegend rumkugeln.
--> Die gesamte Kunststoffindustrie, weil Microplastik seinen Weg nicht nur in die Meere (was nur zum Teil auf die "Plastiksackerln"und PET-Flaschen zurückzuführen ist), sondern sogar in den menschlichen Körper gefunden hat.
--> Die Glasindustrie, weil Glas viel länger zum Verrotten als Plastik braucht und noch nach Jahrzehnten zB die Hufe von Weidevieh zerschneidet.
--> Die Hersteller von Küchenmessern, weil die meisten einschlägigen Gewalttaten mit Haushaltsmessern und nicht mit "Waffen-"Messern passieren.
--> Die Bier-/Schnaps-/Weinindustrie müsste für alle Schäden aufkommen, die durch Unfälle und Verbrechen in alkoholisiertem Zustand geschehen und das viele Leid - etwa Vandalismus, Schlägereien, Sexualdelikte, verprügelte Frauen, 's ist eine lange Liste, was im Suff angerichtet wird.
Solche Argumente zielen nur darauf ab, eine gute Idee der Umweltpolitiker lächerlich zu machen und als Quatsch abzutun. Wenn man genau hinschaut, geht es bei dem Gesetzesvorschlag ausschließlich um Wegwerfartikel, die nur einmal benutzt werden und dann in den Müll oder schlimmer, in die Umwelt wandern. Küchenmesser werden in der Regel nicht nur einmal zum morden benutzt:D

Ich war gestern wie immer bei unserem Italiener um die Ecke einkaufen. Dort wird jedem Kunden ein frisch zubereiteter Espresso angeboten, natürlich in Plastikbechern mit einem Plastiklöffel zum umrühren. Das ist mir schon lange ein Dorn im Auge. Gestern, als ich auch wieder wie immer den Espresso angeboten bekam, wie alle anderen Kunden im Laden, habe ich meine eigene Espressotasse aus meiner Einkaufstasche geholt und freundlich gefragt, ob man mir den Kaffee in meine mitgebrachte Tasse füllen kann. Erst verduztes Schweigen im ganzen Laden, dann sehr positive Reaktion von den Ladenbesitzern hinter der Theke, ja super, gerne ..... Auch von den Kunden anerkennnende Worte, während sie alle selber etwas schuldbewusst auf ihre Plastikbecher in der Hand schauten. Ich bin sicher, dass meine Aktion Nachahmer finden wird.

Jeder kleine Schritt ist wichtig zum Schutz der Meere und der Strände; besonders wichtig finde ich, dass diese Idee von unserer Bundesumweltministerin, wenn auch noch unausgegoren, unkonkret und vielleicht auch schwer realisierbar wegen der starken Lobby vorgeschlagen und somit von den Medien aufgegriffen und in der Öffentlichkeit diskutiert wird, wie jetzt auch hier. Eine positivere Haltung zu solchen Vorstößen für die Umwelt wäre gut.

LG
Georgie
 

peko

Sehr aktives Mitglied
Solche Argumente zielen nur darauf ab, eine gute Idee der Umweltpolitiker lächerlich zu machen und als Quatsch abzutun.
Das ist die typische Reaktion von jemandem, der den in unserer Gesellschaft immer mehr praktizierten Täterschutz gutheisst. Hättest halt auch den auf Dein Zitat folgenden Absatz (#15) lesen sollen.
Nicht der Täter (=der, der seine Zigarettenstummel wegwirft oder in den Sand steckt) wird bestraft, sondern der Erzeuger des bestimmungswidrig verwendeten Produkts, und damit in Folge die große Zahl der "ordentlichen", umweltbewussten Raucher. "Umwelt"politker gehen halt gern den einfachen Weg, Hauptsache, "man hat was getan". Und wehe, jemand hinterfragt die Sinnhaftigkeit dessen, was da getan wird. Dann ziehen wir uns in die Schmollecke zurück...

Abgesehen davon, find ich Deine Aktion mit der Kaffeetasse toll. Ich bin halt leider aufgrund gemachter Erfahrungen skeptisch und frage mich - wieviele Georgies gibt es, die das machen? Und das nicht nur einmal als demonstrative Geste, sondern täglich, jahrein, jahraus? Beim Betrachten unserer Umwelt fürchte ich, es gibt nicht allzu viele ... und der Rest schmeisst weiterhin unbekümmert 7.000 Tonnen Dreck jährlich auf Österreichs Autobahnparkplätze und -randstreifen.

Aber, liebe @Georgie , in dieser Diskussion werden wir wohl nie auf einen grünen Zweig kommen. Du wirst nie einsehen, dass nur entsprechend hohe, schmerzende Strafen eine Verhaltensänderung "der Masse" bewirken, und ich werde weiterhin "Appelle an die Vernunft" (derzeit zB der Schifahrer bei Lawinenwarnstufe 4-5, schon wieder 3 Tote) für sinn- und wirkungslos halten, und auch weiterhin die Ansicht vertreten, gerade der demokratische Staat sollte nicht pauschal die gesetzestreuen Bürger (im konkreten Fall die Raucher) bestrafen, nur weil er der eigentlichen Ignoranten nicht habhaft wird (oder aus fehlinterpretierten Menschenrechtsgedanken nicht will).

Also lassen wir das.
 

Georgie

Sehr aktives Mitglied
Also lassen wir das.
Ich habe nun lange genug die Finger ruhig gehalten :D, muss jetzt aber doch noch was dazu sagen. Hohe Strafen können nur ein Weg sein, die Raucher davon abzuhalten, ihre Stummel einfach wegzuwerfen, allerdings ein ziemlich einfallsloser. Es gibt viele gute Ideen, einige davon sind schon testweise in manchen Städten umgesetzt worden. Zigarettenstummel sind giftig und umweltschädlich, aber auch Recycling Material. Wie wäre es, wenn man statt Strafe Belohnung in Form von Geld bekommen würde, wenn man seine Stummel an Sammelstellen in speziellen Gläschen abgeben könnte, die überall flächendeckend da sein müssten, vor Bars, Supermärkte, Krankenhäusern, Bahnhöfen, Flughäfen, an Zugängen der großen Strände etc. überall wo sich rauchende Menschen in großer Zahl aufhalten. Kosten für die Bereitstellung dieses Sammelsystems könnten von den Zigarettenherstellern eingefordert werden, die über höhere Zigarettenpreise wieder reingeholt werden, warum nicht? Sich an den Entsorgungskosten beteiligen heißt doch nicht, Spezialreinigungstrupps zu entsenden, das ist natürlich absurd, sondern sich an der Bereitstellung wirksamer Sammelmöglichkeiten, die erst mal Geld kosten, zu beteiligen.
Wenn man das Internet durchforstet, findet man sehr interessante Ideen. Vielleicht könnte die Idee, Kippen an den Zugängen der Strände einzusammeln, diese zu recyceln und hippe Produkte daraus herzustellen eine win-win Strategie sein, es könnten start-up Unternehmen und damit Arbeitspätze entstehen und das Problem der Zigarettenkippen wäre nicht unbedingt ganz gelöst, aber doch entschärft.

Neue Ideen, neue Sammelsysteme brauchen wir, für ein Umdenken in der breiten Masse haben wir tatsächlich keine Zeit mehr.
 

Georgie

Sehr aktives Mitglied
Wie wäre es, wenn man statt Strafe Belohnung in Form von Geld bekommen würde, wenn man seine Stummel an Sammelstellen in speziellen Gläschen abgeben könnte,
Meine Idee war doch nicht so unrealistisch:)

Zigarettenpfand war auch Thema in der ARD heute in der Sendung "Live nach neun"

https://www.stern.de/panorama/pfandsystem-auf-zigarettenfilter--berliner-initiative-gegen-umweltverschmutzung-8718032.html

Die Berliner Initiative „Die Aufheber“ sagt der Umweltverschmutzung durch Zigarettenreste den Kampf an und fordert Pfand auf Zigaretten. Der Plan der Organisation sieht dabei wie folgt aus: Zu jeder gekauften Zigarettenpackung soll ein Taschenaschenbecher ausgegeben werden, in dem die Stummel gesammelt werden. Nur wenn dieser Aschenbecher vollständig gefüllt zurückgegeben wird, wird der Pfandbetrag erstattet. Geht es nach „Die Aufheber“ soll das filterfreie Pfandsystem ab 2023 in Deutschland eingeführt werden. Die Neuerung soll gewährleisten, dass der Müll, der durch Zigaretten verursacht wird, fast vollständig gesammelt und richtig entsorgt werden kann.
 
Anzeige

Mitglied Themen mit ähnl. Begriffen Forum Antworten Datum
Maren Natur / Strände 30

Themen mit ähnl. Begriffen

Top