Ja, leider ist die See viel zu oft so glatt, dass einem so eine Überfahrt nervig lange vorkommen kann. Deswegen rate ich dazu sehr kurzfristig zu buchen, und zwar dann, wenn die Wettervorhersage aufkommenden Sturm vorhersagt. Bestenfalls übernachtest Du in der Captains-Sweet, der Owners-Suite oder der Junior-Suite. Deren Betten sind längs zur Fahrtrichtung aufgestellt, und die meisten davon befinden sich im vorderen Teil des Schiffes, da hebt es Dich schonmal aus der Matratze, kurz bevor der Bug nach einer Welle wieder ins Wasser eintaucht. Fünf mal rauf und runter, und Du schläfst völlig entspannt ein. Hohe Wellen von der Seite sind nicht ganz so schön, weil Du dabei ab und zu wach wirst, kurz, bevor Du aus dem Bett kullerst.
Gehe grün aussehenden Personen aus dem Weg. In den meisten Fällen hat sich deren Magen zwar schon entleert, aber man kann es nicht wissen. Solltest Du herausfinden, eher zu den grün anlaufenden Menschen zu gehören, reiher nicht gegen den Wind. Vor allem zu Anfang der Reise stelle ich es mir blöd vor noch stundenlang mit verschmutzter Kleidung herum laufen zu müssen.
Reizt es Dich an Deck auf einer Luftmatratze im Schlafsack zu übernachten, dann achte bei entsprechendem Wind darauf die Luftmatratze nicht anzuheben. Sollte in diesem Augenblick eine Boe daruntergreifen, kann es Dich über die Reling katapultieren. Das wäre mir in den 80-ern beinahe passiert, als ich eine schönere Ecke für das Nachtquartier erspähte und mit der aufgeblasenen Luftmatratze den Platz wechseln wollte.
Unter Deck sind beinahe alle Gegenstände am Boden oder den Wänden befestigt, da ist die Wahrscheinlichkeit gering von irgenetwas getroffen zu werden. An Deck solltest Du auf hin- und herrutschende Liegestühle achten. Binde Dein Haustier daher nicht in der Nähe loser Möbel an.
Um ganz sicher zu gehen solltest Du vor Abfahrt das Schiff von außen inspizieren. Durchgerostete Stellen sind oft überpinselt und oft nicht leicht zu erkennen. Kleinere Löcher sind kein Problem; da schaffen es die Bilgepumpen einigermaßen das eindringende Wasser wieder ins Meer zu leiten. Wichtig dabei ist natürlich der Blick auf die Dichtungen der Heckklappe. Sollten diese marode sein, dann bete. Ein wachsames Auge auf die gleichmäßige Verteilung der einfahrenden Fahrzeuge kann auch nicht schaden. Daher solltest Du eine Wassrwaage dabei haben und in jedem Fall die Crew auf Abweichungen der Neigung um die Längsachse aufmerksam machen. Ab einer bestimmten Schräglage gibt es nämlich den "Point of no return". Augenscheinlich sind auch viel weniger Plätze in Rettungsbooten vorhanden als Passagiere mitreisen. Es wäre also klug sich entsprechend zu präparieren. Weil so ein Schiff nicht so rasch sinkt, hast Du also noch genügend Zeit, Deine eigens für diesen Fall eingepackte Luftmatratze aufzublasen. Teste zu Hause, wie lange Du für das Aufpusten benötigst. Ich sah damals den einen oder anderen bereits nach halber Füllung zeitweilig reglos neben seinem ausgewählten Schlafplatz liegen. Dafür gibt es aber heutzutage sehr kompakte, batteriebetriebene Kompressoren. Pack ein paar Zusatzbatterien ein.
Aber, wie gesagt, meistens ist die Überfahrt gähnend langweilig.
Ich wünsche Dir an dieser Stelle auf jeden Fall schon einmal einen schönen und erholsamen Urlaub!
...falls Du ankommst.