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Das ist unfassbar! Die, die die meiste Arbeit für ein Produkt haben, werden am schlechtesten bezahlt! Die Molkereien und die Konzerne, die den Pecorino dann vermarkten verdienen daran und der Schäfer "verhungert".
Vermutlich sollen wieder ein mal nur die überleben, die große Herden haben, so dass sich die Schäferei noch lohnt, aber auf Sardinien funktioniert das eben anders, als in der Maremma, wo das Land flach ist und es große Weideflächen gibt.
Ich hoffe für die sardischen Schäfer, dass ihre Proteste in Rom gehört werden und sie Erfolg haben!
 
Wir sind heute Mittag vor Olbia auf der SS131 auch in eine Blockade der Schafbauern geraten. Milch ist da zum Glück nicht sehr viel geflossen. Sie haben einfach mit Milchkannen die Strasse vorübergehend verbarrikadiert. Wir waren froh, dass wir nach langem warten weiter fahren durften. Ich konnte beim passieren der Blockade nicht fragen wie viel Cent sie denn für den Liter Milch erhalten. Weiss das jemand von euch?
 
In den oben verlinkten Artikeln ist von 50-60 Cent die Rede. Im letzten Jahr waren es noch 85 Cent und davor 1.05€
Unter 80 Cent ist es absolut unrentabel und die kleinen Schäfereien werden alle kaputt gehen :(
 
mir sagte mal ein bekannter Schäfer, der Milchpreis sei seit dreissig (!!!) Jahren derselbe....
aber inzwischen gibts den Euro, wo häufig im Zuge der Umstellung die Preise einfach verdoppelt wurden, so in etwa für vieles
und die Lebenshaltungskosten sind auch nicht mehr die von vor 30 Jahren....
Schäfer haben zwar immer zu essen irgendwie
aber oft wissen sie nicht wovon die Stromrechnung fürs Kühlgerät für die Milch zahlen...........
 
Nur kann man Pecorino Sardo eher selten direkt bei den einzelnen Schäfern kaufen darum ist das nicht so einfach.
 
Auf den Märkten, auch im Winter möglich, im Sommer kommen einige an die Strände oder stehen an der Strasse (auch wenn es hier schon einmal Anmerkungen zu dem Verkauf an den Stränden gab, wg Hygiene)
 
Es gibt auch die Möglichkeit, bei den Cooperativen direkt Käse zu kaufen, z.B. in Onifai, bei Orosei

Societa' Cooperativa La Rinascita,
Vendita Formaggi e Ricotta
(bei Interesse googeln, auch wegen der Öffnungszeiten)

Ich denke, dass die Hirten, die ihre Milch dort abliefern, einen angemessenen Preis für ihre Milch bekommen.
Dort wird der Käse ausschließlich aus Schaf- und Ziegenmilch hergestellt und ist im Direktverkauf zu haben. Außer Käse gibt es traumhafte Frischprodukte wie ricotta und frue, allerdings nicht immer. Wenn die Schafe lammen, lässt man ihnen die Milch für ihre Lämmer. Man bekommt dann, wenn man nach diesen Frischprodukten fragt, die Antwort "non è il periodo". Ich finde das großartig, auch wenn ich ab und zu eben keinen ricotta oder meine heißgeliebte frue bekomme, es ist eben nicht alles wie in Supermärkten verfügbar, nur so wie die Tiere hergeben.

Meine Empfehlung für alle, die in der Nähe von Orosei sind. Es gibt diese Cooperativen bestimmt auch in anderen Hirtengegenden.
 
Na ja, leider können nicht alle Leute an den Märkten und bei Cooperativen Sardiniens einkaufen, ich zB wohne 800 km entfernt, das ist also etwas gar weit :)

Was ich damit sagen will: es geht hier nicht primär um Käse und Milch, die für den sardischen Markt produziert und auf Sardinien verkauft wird.

An Märkten bzw. bei Cooperativen einkaufen ist sicher eine gute Idee wenn man vor Ort ist, nur ändert das nicht wirlich was an dem Problem, um welches es aktuell geht.

LG, Maren
 
Klar, Maren. War nur ein Hinweis, wenn man direkt kaufen will. Jedes bewusste Einkaufen hilft. Passt nicht direkt zum Thema, da hast du recht. Vielleicht sollte das Thema in "Gesellschaft und Politik" verschoben werden, wenn es rein politisch diskutiert werden soll.
 
Stimmt, @Georgie

Nur – nicht persönlich nehmen bitte! – ist meine Sichtweise hier, dass Hinweise auf Alternativen – die in meinen Augen gar keine sind, siehe oben – die vorhandenen Probleme bis zu einem gewissen Grad negieren.

Oder anders gesagt: Ich frage mich, ob das nicht wieder so ein Beruhigungs-Pflaster wird, wie oft hier im Forum, wo ja jeder bei seinem persönlichen Metzer und beim persönlichen Gemüsehändler usw einkauft und also beruhigt schlafen kann, weil wenn man es so macht und es alle so machen würden wäre die Welt ja in Ordnung. Wäre sie in dem Fall aber eben nicht.

Also nix für ungut, lG, Maren

@Sbodeschuh http://www.armentizia.com/ (interessant wäre, was da bezahlt wird für 1 l Milch).
 
...auch deswegen immer direkt beim Produzenten kaufen

Leider steigen ständig die hygienischen Vorschriften zur Käseherstellung und deshalb können sich kleine Schäfereien keine eigene Käserei mehr leisten.

Salvini schiebt den Milchpreis-Verfall mal wieder auf die EU, aber die Preise für Schafsmilch werden nicht in der EU festgelegt, sondern das ist viel komplizierter.

Bis vor ein paar Jahren gab es keinen von Hand hergestellten Pecorino bei den Discountern.
Jetzt bietet Eurospin Percorino in verschiedenen Reifestufen, den Kilopreis schon in der Näher, der 10.-€-Marke an und das ist einfach "unter aller Sau"!.
Die Discounter nehmen den Großkäsereien unglaublich große Marschen ab aber drücken im Gegenzug immer weiter den Preis. Diese reagieren, in dem sie für die Milchpreisabsenkung in Rom Anträge stellen und diese werden von den entsprechenden Agrar-Ämtern genehmigt.
So bekommt der Schäfer immer weniger Euro für seine produzierte Milch und aus einem handwerklichen Spitzenprodukt, wird "Discounter-Ramsch-Ware".

Die Schäfer sollten sich alle zu Kooperativen zusammen schließen und sich nicht die Preise von den Discountern drücken lassen, aber das geht nur mit Einigkeit und dem Willen zusammen zu arbeiten und ich glaube manchmal, daran scheitert es auf Sardinien leider oft.

In der Maremma gibt es mittlerweile viele solcher Kooperativen und dort kann man noch richtig guten Pecorino kaufen.

Auch auf den Märkten auf Sardinien kaufe ich gerne Pecorino, wenn ich weiß, wo er herkommt und da bezahe ich gerne den geforderten Preis.
 
Sbodeschuh
Das ist die Cooperative L Armentizio.auf der Strada Provinziale 45
Von Siniscola komment Via isalle richtung SS131 oder Zona Industriale nach der Esso Tankstelle in der großen Kurve direkt rechts rein.
Oder von Capo Comino auf die SS 72 richtung Irgoli bis Ende dann links richtung Onifai/Orosei
Societa Cooperativa La Rinascita Tollen Käse auch Ziege.
Hoffe ich konnte helfen
Gruß
Bernd
 
Hinweise auf Alternativen – die in meinen Augen gar keine sind, siehe oben – die vorhandenen Probleme bis zu einem gewissen Grad negieren.
Mich würde interessieren, was du zum Problem zu sagen hast. Bisher ist von dir nur Kritik an den Vorschlägen zu lesen, wie wir als Gäste in unserem ganz kleinen Rahmen eventuell einen ganz kleinen Beitrag zur Lösung des Problems leisten könnten, nämlich direkt bei den Erzeugern anstatt in den Supermarktketten einzukaufen, die durch Preisdumping die Verursacher des Problems sind. Es gibt keine anderen Alternativen für uns, die helfen könnten. Damit wird das Problem weder verkannt noch negiert. Ich fände es super, wenn ganz viele dem Beispiel folgen würden, anstatt hier ständig zu fragen, wo man billig einkaufen kann, wo es einen Eurospin oder Lidl gibt.

Ebenfalls nichts für ungut :)
LG
Georgie
 
Die cooperative La Rinascita hat eine Verkaufsstelle in Posada direkt an der Kreuzung Richtung Torpe.... wenn man in Siniscola einkauft bin ich mir nicht sicher ob man damit die Schäfer unterstützt, denn die warten oft Monatelang auf ihr Geld. Und wie Maren schon schrieb bei den Schäfern direkt zu kaufen ist oft schwierig wegen der Auflage der Hygienevorschriften da wird oft nur zum Eigenbedarf Käse hergestellt und ansonsten die Milch an die Käsereien verkauft .
 
Ich dachte immer, die cooperative pastori sei eine Vereinigung der Schäfer, die als Mitglieder dort ihre Milch abliefern und dafür einen Preis bekommen, den die cooperative selbst bestimmen und wo dann der Käse auch hergestellt und verkauft wird. Die cooperativa La Riniascita in Onifai ist blitzsauber und ein recht großer Betrieb. Wer kann genau erklären, was cooperative pastori sind, wie sie funktionieren, wie die pastori ihr Geld bekommen und zu welchen Preisen? Sind sie auch der Preisbindung unterworfen? Klar ist, dass auch sie auf dem Markt wettbewerbsfähig sein müssen. Ich verstehe die cooperative pastori als "Erzeuger".
 
@Georgie die Preise für die Milch ist für alle gleich die Käsereien bezahlen alle den gleichen Preis..... in der Regel fährt ein Tanklaster der Käserei die Orte ab in den die Schäfer wohnen und sammelt die Milch ein die natürlich stets untersucht wird .... ich weiß nicht wie die einzelnen Käsereien bezahlen wir werden mit einem Scheck bezahlt. Übrigens ein Mitarbeiter von
onifai Rinascita dessen Sohn hat die Verkaufsstelle in Posada!
 
In den Kooperativen schließen sich Schäfer zusammen und machen so, durch die größere Milchmenge möglich, dass dort wirtschaftlich der Pecorino produziert werden kann. Sie bestimmen selber den Mindestpreis für ihre Milch und dadurch auch den Verkaufspreis vom fertigen Produkt. Die größere Milchmenge macht es auch möglich, dass man den höheren Aufwand an Hygienemaßnahmen finanziell verkraften kann, ohne den die Schäfereien nur noch für den Eigenbedarf Käse herstellen dürfen. Er darf nicht öffentlich verkauft werden. Weder auf Märkten, noch am Strand oder aus dem Auto raus.

Der Zusammenschluss zur Kooperative erfordert aber große Bereitschaft zur Einigkeit und auch zur Unterstützung der Schäfer, die nur geringe Mengen beisteuern können.
Man muss Rücksicht auf das "schwächste" Glied in der Kooperative legen und schauen, dass der Milchpreis so hoch bleibt, dass auch die kleinen Schäfereien davon leben können. Die Vermarktung ist Zeit- und kostenaufwändiger, als die der Molkereien, die ausgehandelte Mindestmengen von den großen Supermärkten und Discountern abgenommen bekommen.

Wollen alle nur viel Gewinn machen, weil sie z.B. viel mehr Milch erzeugen als der Nachbar und dadurch auch viel größere Käsemengen möglich sind, , die dann von Billig-Dicountern den Pecorino in großen Mengen, garantiert abgenommen werden, funktioniert eine Kooperative nicht mehr, weil die Discounter zwar eine große Menge abnehmen, aber dafür nach und nach die Preise drücken. Und plötzlich können dann die kleinen Schäfer nicht mehr von ihrer Arbeit leben, weil die Milchpreise ständig fallen.

Kooperativen verkaufen ihre Produkte i.d.R. nur auf Märkten, an Ristoranti oder an kleine Milch/Käse-Geschäfte oder direkt in der Kooperative.
Dadurch schwanken die Verkäufszahlen sehr - vor allem außerhalb der Touristenzeit (geschlossene Ristoranti, weniger Märkte,....) und es kann dann auch mal passieren, dass Käse überproduziert wird und dann billiger verkauft werden muss.
Der Zusammenschluss zu Kooperativen ermöglicht eine gewissen Sicherheit im Einkommen, aber ein Erwirtschaften von "Reichtümern" ist nicht möglich.

Wenn man dort einkauft unterstützt man die Schäfer und garantiert, dass die Schäferei auf Sardinien überleben kann.

Durch das regenreiche letzte Jahr 2018 haben die Schäfer viel Milch von ihren Tieren erhalten und an die Molkereien geliefert. Auch das hat den Milchpreis gedrückt, weil die Nachfrage nach Pecornio nicht mit gestiegen ist.
 
Zuletzt geändert:
Mir blutet das Herz, die Milch auf der Strasse zu sehen.
Ich fand es besser, als sie in Bonn oder Berlin vor das Parlament, Mist gekippt haben.

Bea2
 
Danke Mare <3

Hier eine "automatische Übersetzung des Textes zu dem Schafs-Herz:

"Letztes Jahr, anlässlich des Valentinstags, zeigte ein sardischer Hirte auf diese Weise seine Liebe zu seiner Frau.
In diesem Jahr sind unsere Schäfer mit anderen Dingen beschäftigt, versuchen, ihre Rechte geltend zu machen, ihre Leidenschaft, für die sie Opfer erbringen... kämpfen für die Liebe zu ihren Familien und ihren eigenen Kindern, aber vielleicht auch für ihre Selbstliebe. Ohne zuerst geliebt zu werden, ist man sich seiner Arbeit und seiner Opfer bewusst, die Liebe würde nicht existieren.
Einen schönen Valentinstag mit all ihren tausend Formen "
 
@sirena
Durch das regenreiche letzte Jahr 2018 haben die Schäfer viel Milch von ihren Tieren erhalten und an die Molkereien geliefert. Auch das hat den Milchpreis gedrückt, weil die Nachfrage nach Pecornio nicht mit gestiegen ist.[/QUOTE]. Es war zwar ein regenreiches Jahr aber es gibt leider weniger Milch als in anderen Jahren. Es hat soviel geregnet das viele Wiesen komplett ruiniert sind viel Regen heißt nicht immer viel Segen.... sprich Milch!!!!
 
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