Jobs in der Gastronomie

mops180

Neues Mitglied
Hallo Leute,

mein Name ist Christian, ich bin 33 Jahre alt und lebe und arbeite ( Koch ) in Frankfurt am Main. Meine Freundin, 22 Jahre ( Restaurantfachfrau ) und ich kommen beide aus der Gastronomie und wollen gerne in diesem Beruf bleiben, doch auf keinen Fall mehr in Deutschland.

Da unsere absolute Leidenschaft das Fallschirmspringen ist, könnt ihr Euch vorstellen, das Deutschland nicht die optimalsten Bedingungen bietet. Außerdem kommen wir beide nicht mehr mit der Mentalität hier klar und wünschen uns einen Neuanfang unter komplett neuen Bedingungen.

Für uns kommen viele Länder in Europa in Frage, doch Italien hat unser Interesse am meisten geweckt.
Leider sprechen wir beide kein Wort Italienisch, doch da wir sehr ehrgeizig sind, würde wir natürlich sofort nach einer Entscheidung für ein Ziel, einen intensiven Sprachkurs besuchen.

Hier nun ein paar Fragen an Euch :

- Hat jemand schon Erfahrungen in der Gastronomie auf Sardinien sammeln können und wenn ja, wie sind diese ausgefallen ?

- Wie sind die Kriterien um dauerhaft auf Sardinien zu leben ( oder zumindest für einen längeren Zeitraum ) ?

- Kennt jemand deutsche Gastronomen auf der Insel ?


Fragen über Fragen....

Vielen Dank schonmal im Vorraus.

MfG Christian
 
Hallo Christian, seid froh das ihr euren Job in Deutschland habt (wenn ihr ihn noch habt) auf der Insel gibt es kaum Arbeit und in der Gastronomie auch nur in der Saisonzeit ,der Verdienst ist nicht mit Deutschem Gehalt zu vergleichen.Auf Sardinien arbeitet man über die Saison sehr hart da gibt es in den Sommermonaten keinen Tag frei.und im Winter gibt es keine Arbeit..Ich spreche aus Erfahrung da mein Mann auch Koch auf Sardinien war.Und dazu kommt das keiner von euch, ein Wort Italienisch spricht das macht das ganze noch schwieriger.Aber vieleicht ist jemand anderer Meinung ? Lg Mary
 
Hi!

Da gibts doch in Cagliari diese bayrische Bierstube von einem Ex-Decimomannu-Stationierten.... ich kenn sie nur vom Hörensagen, vielleicht können die im Süden der Insel Angesiedelten mehr dazu sagen.

So aus dem Bauch heraus würde ich an eurer Stelle, wenn überhaupt, gleich auf Selbständigkeit setzen, anstatt irgendwelchen grottenmies bezahlten (so die Arbeitgeber dann auch tatsächlich zahlen...) Saisonjobs hinterherzujagen, wo ihr die arbeitslose Dorfjugend ganzer Ortschaften als Konkurrenz habt. Macht lieber was ganz eigenes, was euch liegt und was unverwechselbar ist.

Cordiali saluti aus dem wilden Westen

Christine
 
Sardinien ist ja nicht gerade die Insel der Fallschirmspringer.
Allerdings kann ich nur vom Norden / Nordosten reden.
Im Sommer kommt eine Gruppe mit einer PILATUS - PORTER vom Festland
zum Salvatore nach San Teodoro,aber auch nur für eine Woche.
Liebe Grüße,
myrthenthal
 
Hallo Christian u. Freundin,

bedenkt bitte, daß der Tourismus auf der Insel in den letzten 3 Jahren drastisch eingebrochen ist, das wirkt sich natürlich auf die Gaststätten aus. Um Ostern (!) waren z.b. in Budoni nur ganz wenige Restaurants geöffnet, viele noch bis in den Juni hinein geschlossen. Das Personal wird oft schlecht bezahlt u. ohne Sozialversicherung beschäftigt.

Günther
 
Ein mir bekannter sardischer Koch in St. Antioco, der die letzten Jahre wenigstens die 3 Sommermonate durchgehend beschäftigt war, arbeitet dieses Jahr nur an 3 Tagen wöchentlich. Wie soll er denn davon leben, geschweige denn eine Familie davon ernähren können? Er heiratet nicht und lebt weiter bei den Eltern. Und freut sich, dass seine Schwester geheiratet hat und ausgezogen ist, so dass er jetzt 2 Zimmer benutzen kann.

Hallo Christian,
Die Arbeitssituation auf Sardinien ist so katastrophal, dass ich euch dringend rate, eure Auswanderungspläne zu begraben. Beppe hat hier im Forum ausführlich darüber berichtet. Im Übrigen: Was ist so schlimm an Deutschland, gemessen an anderen Ländern? Uns geht es so gut, dass wir uns leisten können, 20% unserer produzierten Lebensmittel vor dem Verkauf zu vernichten. Und "Containering" ist bei uns ein Sport junger Leute, die sich mit Recht über diese Verschwendung aufregen, aber keine Notwendigkeit, den Hunger zu bekämpfen.

Was immer ihr im Endeffekt tun werdet, sagt bitte nicht, es hätte euch keiner gewarnt.

Urlaub machen in Sardinien: ja, unbedingt. Dort leben ohne Sprachkenntnisse, ohne Familie, ohne Freunde, ohne die Mentalität des Gastlandes zu kennen (wichtig!), rate ich niemandem.

LG Ju
 
Mein sard. Neffe hat auf dem Festland einen Ausbildungskurs als Barmann gemacht. Und ein wenig deutsch kann er auch. Aber auf Sardinien findet er nur "Ex- und Hopp" Beschäftigungen, viele Überstunden, und am Ende sieht er überhaupt kein Geld!

Noch was, Christian: Du müsstest ja auch erstmal sardisch/italienisch kochen lernen. Wie willst Du das denn machen? Dt. Küche wird hier im allgemeinen nicht besonders geschätzt. Weiß ich aus eigenen Erfahrungen mit meiner sard. Familie.
 
Hallo Christian,

bei uns im Westen gibt es auch genügend Restaurants, die wirklich gut sind ( waren ), ständig wechselnde Besitzer sagen doch alles aus. Die Sarden können sich es auch nicht mehr sooft leisten ins Restaurant zu gehen, da bist du in Deutschland besser dran, vorausgesetzt ihr habt eure Jobs.

Auch wir spielten mal mit dem Gedanken uns selbstständig auf der Insel zu machen. Viele Erfahrungsberichte von Betroffenen hielten uns dann doch davon ab. Heute bin ich dankbar das wir es nicht getan haben. So lange du Geld bringst bist du immer gern gesehen, sofern du aber nehmen willst, bist du nicht mehr so gern gesehen.

Wir kennen viele Sarden, es ist in allen Branchen das gleiche. Arbeit gibt es dort unten so gut wie keine und wenn, kannst du als Deutscher nicht noch einen Arbeitsplatz weg nehmen. Viele Frauen warten lange auf einen Arbeitsplatz z.B. im Supermarkt. Sie stehen auf einer Liste - jeder ist mal 2 Jahre dran, dann kommt die nächste ...

...und dann noch ohne italienische Sprache, Hut ab vor Euren Vorstellungen, aber das geht voll daneben. Wünsche Euch trotzdem viel Glück, was auch immer ihr tun werdet...

LG Heike
 
Ja das stimmt, die Italiener und besonders die Sarden bevorzugen ihre Küche. Hier in Budoni war mal eine Kebab Bude, diese ist schon wieder zu.
Im Sommer läuft es vielleicht noch aber im Winter, die Sarden essen so was nicht.
 
Die Geschichte mit Italien, weil einem die Mentalität gefällt, kann ich ja noch verstehen, aber Sardinien. Das Land ist toll, die Menschen nett, noch besser wenn es Arbeit gäb.
Gut ok, in den Jobs in dem ihr Beide arbeitet ist eh kein Zuckerbrot zu verdienen, eher die Peitsche. Überall schlecht bezahlt ob im Ausland oder in Deutschland. Mein Neffe, 30, Koch, wieder arbeitslos. Wenn du zu teuer wirst gehst du.
Könnt ihr mit Nix und mit Ausbeutung leben, zumindest mal fünf bis 10 jahre? Dann raus aus Deutschlands relativ sicheren Hafen und hinaus in die weite Welt und als Saisonkoch und Rezeptionsdame ackern. Aber nach Italien....!? Neeee, da gibt es da draussen weitaus bessere Möglichkeiten als bei Toni und Angela Pizza zu backen. Thailand-China-Neuseland-Mexico-Schweden. Schweden,...da wird man wenigstens noch bezahlt. Pilgert lieber einmal um den Globus, kocht hier und dort, sammelt Erfahrung und Rezepte, lebt von der Hand in den Mund und dann schaut was sich ergibt. Evtl. mit Mitte 40 ein kleines Restaurant irgendwo..... aber Italien. Hier gibt es nichts ausser Stagnation und Pessimismus, sowie Hosentaschenwirtschaft.

ach so....
kennen tu ich einen der es gemacht hat, geschafft ?, noch nicht ganz, weil da der tägliche Kampf ist, aber er ist na drann. Gruß nach Baressa.
 
Und dann gibt's einen Berühmten der auf der ganzen Welt... sogar in der großen Ferienanlage in Santa Margherita di Pula, im Süden, ein kleines Restaurant hat... mit italienischer Küche als Basis. OK, er ist nicht deutsch sondern Engländer.
http://www.fortevillageresort.com/de/Gourmet-und-Nachtleben/Gourmet/Gordon-Ramsay

Laut Website nur von 19:30 - 21:30h offen? Was, nur 2h? Das muss schon ziemlich teuer sein, oder die Angestellten verdienen nichts, oder?
 
Ach übrigens Tumi,


in einem Presse-Essay des englischen “The Guardian” vom 4.11.2010
(siehe: http://www.theguardian.com/lifeandstyle/lostinshowbiz/2010/nov/04/gordon-ramsay-lost-in-showbiz

schreibt dieser über den "großen" Gordon Ramsay u.a. sinngemäß:

"….mit Gordon Ramsay, dem im ganzen Universum wohl mit Abstand am meisten überbewerteten Chefkoch.
(Wir erwarten bereits nächste Woche, dass er ein weiteres Restaurant sogar auf dem Uranus eröffnen und seinem internationalen Restaurant-Ketten-Imperium hinzufügen wird, welches allerdings dann schon voraussichtlich wieder im Dezember geschlossen werden wird, mit der lapidaren Begründung, dass die außerordentlich schlechten Klimabedingungen von Minus -220 C° vornehmlich die Kundschaft von Restaurantbesuchen dort abgehalten hätten)."

Also da muß man m.E. auf Sardinien nun wirklich nicht gegessen haben.
Zumal nur 2 Stunden Öffnungszeit genauso unwirtlich sind, wie -220C° auf dem Uranus.
 
Anzeige

Mitglied Themen mit ähnl. Begriffen Forum Antworten Datum
Sabrinabella Leben & Arbeiten auf Sardinien 2
mare Leben & Arbeiten auf Sardinien 0
F Leben & Arbeiten auf Sardinien 29
Forumarchiv Leben & Arbeiten auf Sardinien 2

Themen mit ähnl. Begriffen

Top