Italien - ein Land im Niedergang
Beppe
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Italien - ein Land im Niedergang
Das Italien der Armen glaubt nicht mehr an die Zukunft
Heute erschien in der Nuova Sardegna ein Artikel zu o.a. Thematik
https://www.lanuovasardegna.it/opin...i-poveri-non-crede-piu-nel-futuro-1.100274481
den man durchaus mal hier rekapitulieren sollte:
Die Zahl der Menschen in Schwierigkeiten hat sich seit 2005 verdreifacht und die Zahl der armen Menschen in Italien wächst. Die Devise ist klar: so schnell wie möglich eine Trendwende herbeiführen, wohl wissend, dass dies ein langwieriger und komplexer Prozess ist, der von der gesamten Gesellschaft getragen werden muss.
Außerdem sind die Zahlen alarmierend: Die Zahl der Armen, die 2005 in Italien 1,9 Millionen betrug, ist heute, kaum 18 Jahre später, auf gut 5,5 Millionen gestiegen, also fast um das Dreifache. "Ein Tiefschlag!", so Kardinal Matteo Zuppi, Vorsitzender der italienischen Bischofskonferenz. Die Daten wurden von der ISTAT und auch von der Stiftung Cariplo bestätigt. Nomisma lässt uns wissen, dass 13 % der italienischen Familien ihr Einkommen als unzureichend betrachten, um die Grundbedürfnisse wie Lebensmittel, Miete und Rechnungen zu decken.
Um zu verstehen, wie es zu all dem in relativ so kurzer Zeit kommen konnte, kann man auf viele Faktoren verweisen, wie z.B. die Finanzkrise von 2008, die Pandemie oder auch jetzt den Krieg in der Ukraine mit all seinen wirtschaftlichen Folgen.
Aber vielleicht sind die Wurzeln dieser allgemeinen Verarmung des Landes ganz allgemein in dem allmählich schwindenden Vertrauen in die Zukunft zu suchen. Ein Beweis dafür ist die Tatsache, dass sich seit den 1980er Jahren der wertvolle und unverzichtbare soziale Aufschwung, der es jeder neuen Generation ermöglichte, wirtschaftlich und sozial besser gestellt zu sein als die vorangegangene, verlangsamt hat, so dass er fast zum Stillstand gekommen ist.
Die Ursachen dafür sind vielfältig und gehen mit einem demografischen Rückgang einher, der Italien zu einer der ältesten Nationen der Welt macht. Dieser Mangel an Vertrauen in die Zukunft birgt die Gefahr in sich, dass in unserer Gesellschaft, die seit dem Zweiten Weltkrieg eine hohe soziale Mobilität aufwies, fortschreitenden Schließungen und gefährliche Spaltungen entstehen. Wenn sich, wie alle Beobachter betonen, die Kluft zwischen Arm und Reich täglich vergrößert, besteht die Gefahr, dass wir uns auf ein 'ghettoisiertes' Gesellschaftsmodell zubewegen, bei dem die Verbindungen zwischen den Wohlhabenden stärker werden, sich jedoch von den Ärmeren abspalten und entfernen.
Eine wichtige Rolle bei der Vermeidung dieses Abdriftens muss die Schule spielen, die seit den 1960er und 1970er Jahren - durch eine Reform, die sie für alle geöffnet hat - einen gemeinsamen Ausgangspunkt für alle sozialen Schichten bietet. Es besteht jedoch dringender Handlungsbedarf, um zu verhindern, dass diejenigen, die in den Abgrund der Armut gesunken sind, dort noch viele Jahre bleiben müssen. In diesem Zusammenhang haben die italienische Caritas und die italienische Bischofskonferenz diejenigen gewarnt, die in den letzten Wochen an der Reform des Bürgergeldes gearbeitet haben.
Unter Berufung auf die Istat, was dank dieses Instruments den Schutz von etwa einer Million Menschen (das entspricht ca. 450.000 Haushalten) vor dem Abrutschen in die Armut bescheinigt hat, wurde die Regierung aufgefordert, auf die negativen Folgen der Kürzung der wirtschaftlichen Unterstützung für die so genannten "Erwerbsfähigen" von 12 auf 8 Monate zu achten. Und es wurde eine Reihe von präzisen Änderungen zu derselben Reform vorgeschlagen, die die Einführung von zwei ergänzenden Maßnahmen vorsehen: die Sozialbeihilfe für Arbeitslose und das Mindesteinkommen, erstere für "Personen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten ohne Arbeit", letztere für "Familien in Armut", um den in Schwierigkeiten befindlichen Personen ein menschenwürdiges Leben und Wege der sozialen Wiedereingliederung und der Rückkehr in die Arbeitswelt zu garantieren. Dies sind nur einige der zahlreichen Vorschläge zur Bewältigung der Krise, wobei immer zwei Elemente berücksichtigt werden: dass Armut nicht nur ein statistisches Phänomen ist, sondern Familien und Menschen betrifft, denen auf differenzierte Weise geholfen werden muss (man denke nur an diejenigen, die kranke Familienmitglieder zu Hause haben oder sich ohnehin in einem fragilen Zustand befinden), und dass in jedem Fall Unterstützung und Begleitung notwendig sind.
Dies ist eine gesellschaftliche Notwendigkeit, die seit langem das Engagement vieler zivilgesellschaftlicher Einrichtungen und Verbände kennt, bei der aber der Staat eine entscheidende Rolle spielen muss.
Das Italien der Armen glaubt nicht mehr an die Zukunft
Heute erschien in der Nuova Sardegna ein Artikel zu o.a. Thematik
https://www.lanuovasardegna.it/opin...i-poveri-non-crede-piu-nel-futuro-1.100274481
den man durchaus mal hier rekapitulieren sollte:
Die Zahl der Menschen in Schwierigkeiten hat sich seit 2005 verdreifacht und die Zahl der armen Menschen in Italien wächst. Die Devise ist klar: so schnell wie möglich eine Trendwende herbeiführen, wohl wissend, dass dies ein langwieriger und komplexer Prozess ist, der von der gesamten Gesellschaft getragen werden muss.
Außerdem sind die Zahlen alarmierend: Die Zahl der Armen, die 2005 in Italien 1,9 Millionen betrug, ist heute, kaum 18 Jahre später, auf gut 5,5 Millionen gestiegen, also fast um das Dreifache. "Ein Tiefschlag!", so Kardinal Matteo Zuppi, Vorsitzender der italienischen Bischofskonferenz. Die Daten wurden von der ISTAT und auch von der Stiftung Cariplo bestätigt. Nomisma lässt uns wissen, dass 13 % der italienischen Familien ihr Einkommen als unzureichend betrachten, um die Grundbedürfnisse wie Lebensmittel, Miete und Rechnungen zu decken.
Um zu verstehen, wie es zu all dem in relativ so kurzer Zeit kommen konnte, kann man auf viele Faktoren verweisen, wie z.B. die Finanzkrise von 2008, die Pandemie oder auch jetzt den Krieg in der Ukraine mit all seinen wirtschaftlichen Folgen.
Aber vielleicht sind die Wurzeln dieser allgemeinen Verarmung des Landes ganz allgemein in dem allmählich schwindenden Vertrauen in die Zukunft zu suchen. Ein Beweis dafür ist die Tatsache, dass sich seit den 1980er Jahren der wertvolle und unverzichtbare soziale Aufschwung, der es jeder neuen Generation ermöglichte, wirtschaftlich und sozial besser gestellt zu sein als die vorangegangene, verlangsamt hat, so dass er fast zum Stillstand gekommen ist.
Die Ursachen dafür sind vielfältig und gehen mit einem demografischen Rückgang einher, der Italien zu einer der ältesten Nationen der Welt macht. Dieser Mangel an Vertrauen in die Zukunft birgt die Gefahr in sich, dass in unserer Gesellschaft, die seit dem Zweiten Weltkrieg eine hohe soziale Mobilität aufwies, fortschreitenden Schließungen und gefährliche Spaltungen entstehen. Wenn sich, wie alle Beobachter betonen, die Kluft zwischen Arm und Reich täglich vergrößert, besteht die Gefahr, dass wir uns auf ein 'ghettoisiertes' Gesellschaftsmodell zubewegen, bei dem die Verbindungen zwischen den Wohlhabenden stärker werden, sich jedoch von den Ärmeren abspalten und entfernen.
Eine wichtige Rolle bei der Vermeidung dieses Abdriftens muss die Schule spielen, die seit den 1960er und 1970er Jahren - durch eine Reform, die sie für alle geöffnet hat - einen gemeinsamen Ausgangspunkt für alle sozialen Schichten bietet. Es besteht jedoch dringender Handlungsbedarf, um zu verhindern, dass diejenigen, die in den Abgrund der Armut gesunken sind, dort noch viele Jahre bleiben müssen. In diesem Zusammenhang haben die italienische Caritas und die italienische Bischofskonferenz diejenigen gewarnt, die in den letzten Wochen an der Reform des Bürgergeldes gearbeitet haben.
Unter Berufung auf die Istat, was dank dieses Instruments den Schutz von etwa einer Million Menschen (das entspricht ca. 450.000 Haushalten) vor dem Abrutschen in die Armut bescheinigt hat, wurde die Regierung aufgefordert, auf die negativen Folgen der Kürzung der wirtschaftlichen Unterstützung für die so genannten "Erwerbsfähigen" von 12 auf 8 Monate zu achten. Und es wurde eine Reihe von präzisen Änderungen zu derselben Reform vorgeschlagen, die die Einführung von zwei ergänzenden Maßnahmen vorsehen: die Sozialbeihilfe für Arbeitslose und das Mindesteinkommen, erstere für "Personen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten ohne Arbeit", letztere für "Familien in Armut", um den in Schwierigkeiten befindlichen Personen ein menschenwürdiges Leben und Wege der sozialen Wiedereingliederung und der Rückkehr in die Arbeitswelt zu garantieren. Dies sind nur einige der zahlreichen Vorschläge zur Bewältigung der Krise, wobei immer zwei Elemente berücksichtigt werden: dass Armut nicht nur ein statistisches Phänomen ist, sondern Familien und Menschen betrifft, denen auf differenzierte Weise geholfen werden muss (man denke nur an diejenigen, die kranke Familienmitglieder zu Hause haben oder sich ohnehin in einem fragilen Zustand befinden), und dass in jedem Fall Unterstützung und Begleitung notwendig sind.
Dies ist eine gesellschaftliche Notwendigkeit, die seit langem das Engagement vieler zivilgesellschaftlicher Einrichtungen und Verbände kennt, bei der aber der Staat eine entscheidende Rolle spielen muss.
ein Herr Lenin vor über hundert Jahren hatten schon die ähnlichen eigenen Gedanken 