Insel erkunden mit Bus & Bahn

Miri

Neues Mitglied
Hallo liebes Forum,

ich finde es super, wie ihr hier euer Wissen teilt und Sardinien-Neulinge mit Tipps unterstützt!

Auch wenn ihr vermutlich vieles schon 100 mal gelesen und beantwortet habt, würde ich mich sehr über ein paar Ratschläge für meine Urlaubsplanung freuen! :)

Mein Freund und ich möchten gerne vom Ende August 10 Tage auf der Insel verbringen. Wir werden in Alghero mit dem Flugzeug ankommen und von dort auch wieder abreisen.

Die 10 Tage würde ich jedoch gerne nutzen, um den Westen der Insel zu erkunden.

Der Plan bisher: in Alghero ein Zimmer mieten für die ersten zwei Nächte und für die Nacht vor der Abreise.



Frage 1: 2-3 Tage in Alghero. Denkt ihr, das reicht, um das Städtchen ein wenig zu erkunden?

Frage 2: Bosa steht auch auf der Tagesordnung, das wird ja hoch gelobt hier im Forum! Kann man dort gut mit Bus oder Bahn hinkommen?

Frage 3: Lässt sich auch das Landesinnere gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erkunden? Oder würdet ihr per se einen Mietwagen bevorzugen?

Frage 4: Habt ihr noch Tipps, welche Städte/Strände/Berge/Dörfer... man außerdem im Westen der Insel gesehen haben sollte? Wo ist es besonders schön?

Frage 5: Wir würden gerne die allzu touristischen Gegenden meiden, was vermutlich im August etwas schwieriger ist... Wo ist es denn etwas weniger Trubel im Westen? Oder würdet ihr dann eher eine ganz andere Ecke empfehlen?



Damit ihr vielleicht besser einschätzen könnt, was ich suche, noch ein paar Worte zu meinen üblichen Urlaubsgewohnheiten:

Ich reise sehr viel (bin Pfadfinderin) und bin grundsätzlich mit Rucksack unterwegs. Übernachte immer gerne nach Ankunft und vor der Abreise in einem Hostel oder ähnliches. Ansonsten zelte ich auch gerne und bin da eher anspruchslos. Bin jedoch dann auch gerne mal 1,2 Tage in der Natur ohne einem Menschen zu begegnen.

Wild zelten ist ja verboten in Italien (wie fast überall). Meine Erfahrung aus Portugal/Spanien/Frankreich/Deutschland/England etc... ist jedoch folgende: wenn man außerhalb der Ortschaften übernachtet, bestenfalls unter freiem Himmel und sich ordentlich verhält (kein Müll, kein Lärm), kein offenes Feuer, nicht im Naturschutzgebiet, dann gibt es auch keine Probleme.

Oder würdet ihr im besonderen Fall von Sardinien absolut von Wildzelten abraten?

Und nun noch eine letzte kleine Frage: Mein Freund ist Musiker, möchte also gerne auch Musik in Sardinien erleben.
Habt ihr für die Städte wie Alghero oder Bosa einen Tipp? Gibt es dort vielleicht typische Musikerkneipen, wo in geselliger Runde Musik gemacht wird? Oder Orte, an denen regelmäßig Konzerte stattfinden?


Vielen Dank schonmal an alle, die sich diesen Roman durchlesen und Antwort geben ;) Ein Foto hätte ich auch gerne hochgeladen, habe aber zur Zeit keines auf meinem PC.

Beste Grüße,

Miri
 
Liebe Miri,
es gibt eine Busverbindung von Alghero nach Bosa.
Schau mal im Netz nach Paolo Fresu Jazz.Die Hochburg ist Berchidda.
Ich singe im gemischten Kirchenchor stella maris.
Wir singen aber auch Gospel,Mozart,Bach,Mendelson,.....sardische traditionelle Musik(in unserem gemischten Chor,gibt es auch die Tenores)
Deutsch, Spanisch,Portugisisch....
Unser Männerchor hat schon zur großen Turismusmesse in Berlin gesungen,um Sardinien zu vertreten.
Wir leben oberhalb von Bosa in Magomadas.
Ich habe einige Informationen&Fotos zu unserer Region und Bosa
kraus.italia@googlemail.com

Tanti saluti
Bea2
 
Hallo Miri,

zu Verkehrsverbindungen, Fahrplänen (u. wie man sie liest) ist hier schon viel geschrieben worden. Benutze mal oben rechts die Suchfunktion.

Viel Spaß auf der Insel
Günther
(von 1957 bis Mitte der 70er im BDP :))
 
Zuletzt geändert:
Hallo Bea2,

vielen Dank für den musischen Tipp, ich denke gerade die traditionelle Musik könnte ihn interessieren, muss ihn später mal fragen!
Aber dann darf man sich Bechidda als musische Anlaufstelle schon mal merken, super! (Höre nebenbei auch gerade in die Musik rein, sehr schön!)
Ist Bechidda denn die Hochburg des Jazz oder allgemein musisches Zentrum?

Lieber Günther,

danke für den Hinweis, ich werde mich dann mal genauer mit den Beiträgen zu Bus und Bahn auseinandersetzen.
Immer wieder verrückt, wie viele Pfadfinder es gibt!

Danke für eure schnellen Antworten!

Beste Grüße,
Miri
 
Hallo Mini,

zu Alghero schaue mal auf meine HP:

www.Yoshiham.de

Wenn Du meine Videos dort geschaut hast, entscheide selber, was Du alles sehen willst und wie lange Du in Alghero bleiben willst. Dir "To Do Liste hilft Dir ein wenig.
Musikveranstaltungen finden unregelmäßig statt. Die Programme hierzu sind aber noch nicht raus. Sobald die rauskommen, stehen sie auf meiner HP.

In der Kneipe "Poco Loco" finden auch unregelmäißg (Jazz) Konzerte statt

Mit dem wildcampen hast Du richtig verstanden. Es ist generell verboten, aber mal eine Nacht am Strand, wenn man sich anständig und sauber verhält, wird wohl kaum einer was sagen. Aber genau weiß man das natürlich nicht.

Viel Spaß

Dieter
 
Hallo Mini,

hier noch eine Info für Dich: Werner Hellwig, ich glaube er war seinerzeit beim Nerother Wandervogel, hat 1933 das in der Jugendbewegung bekannte Lied "Sprung auf und in das Leben, ihr jungen Kameraden ... " geschrieben. Der Text ist natürlich sehr zeitgebungen (nicht Nazizeit!). Aber woher kommt die Weise? Aus Sardinien! Muss er mal von einer Sardinien-Großfahrt mitgebracht haben.

Liebe Grüße,
Günther
 
Ja, Günther,

Den sardischen Text kenne ich nicht, aber die Melodie hörst du auch heute noch in Sardinien. Wir haben es damals verballhornt in:
Tralalera, die Welt ist voller Flöhe.
Tralalera, die hüpfen in die Höhe.
Tralalera, du musst dich schon bewegen,
Tralalera, willst du nen Floh erlegen.

Gruß Ju (auch Pfadfinder gewesen. Gleich nach dem Krieg)
 
Ju,

danke! So schließen sich die vergessen geglaubten Kreise - heute dank Miri und Dir!
Ich war 1988 mit dt. Jugendlichen vom BDP auf Sardinien - habe die nur begleitet. Im Bus wurde dann "Tralalera" zweisprachig angestimmt. Das war schön!

Gruß,
Günther
 
Hi Miri,

schöne Sache habt ihr vor!
Ende August wirds auch wieder weniger trubelig, viele Italiener fahren dann heim oder sind schon weg.

Im Westen kommt ihr per Bus gut von Nord nach Süd, Alghero-Bosa, Bosa-Oristano einige Male am Tag. In die Bergdörfer dann etwas weniger, aber im Sommer auch noch mehr als im Winter.

Wenn ihr euch irgendwo zur Nacht ohne Zelt niederlasst, wo die Carabinieri nicht mal so ganz bequem mit dem Auto vorbeifahren können, dann sollte das machbar sein. Im Westen bei Bosa könnte ich mir die Gegend unmittelbar nördlich von Bosa vorstellen, so um den Turm Torre Argentina gibts auch ganz schnuckelige Felsnischen in erhöhter Lage, fast wie ein Bungalow ;-) Oder südlich von Porto Alabe, bei Bosa.

Feuer machen ist strengstens untersagt im Sommerhalbjahr, wegen der Brandgefahr, dann ist alles in der Natur sehr trocken.

Grüssle aus Tresnuraghes, wilder Westen

Christine
 
Hallo Günther,

in Neroth sind seinzeit die Wandervögel gegründet worden. Hast Du Verbindung nach Daun? Ich kenne die Gegend sehr gut.

LG

Dieter
 
Lieber Dieter,

mein Onkel war Förster in der Nähe von Wittlich, da habe ich seit Mitte der 50er Jahre oft meine Sommerferien verbracht.

Karl Oelbermann, Mitbegründer des Nerother Wandervogels, habe ich 1961 auf der Burg Waldeck, während einer Wanderung quer durch den Hunsrück. persönlich kennen gelernt. Am Philetta-Radio in der Küche steckte eine Postkarte der Beatles - das fand ich cool.

Ich grüße euch alle aus der sardischen Sonne,
Günther

Hallo Miri,
laßt auf der Insel alles langsam angehen, d.h. nehmt euch nicht zuviel vor. Die Insel ist viel größer als man denkt! Schon jetzt alles Gute!
 
Hallo zusammen!

Dieter, vielen Dank für die Musiktipps, habe mir alles aufgeschrieben, ist immer gut, wenn man eine Kneipenempfehlung bekommt.

Vielen Dank auch an Christine, für die Tipps zum Wildzelten.

Denke, dass wir jetzt tatsächlich die Gegend zwischen Alghero und Bosa in erster Linie erkunden werden! Günther, deiner Aussage entnehme ich, dass das auch erstmal reicht für 10 Tage!

Kurz noch zum Wandervogel. Der wurde meines Wissens nach 1901 von Karl Fischer in Berlin-Steglitz begründet, die Nerother gehen aber ja definitiv auf die Brüder Oelbermann zurück. Sehr amüsant Günther diese Anekdote vom Treffen mit Karl Oelbermann! Dass er Beatles-Fan war hätte ich nicht erwartet :D Wie war er denn sonst so? Habe gerade meine Abschlussarbeit an der Uni über den Wandervogel geschrieben und muss sagen, dass ich einigen der Hauptakteure doch eher mit gemischten Gefühlen gegenüberstehe.

Viele Grüße,

Miri

PS: Die Homepage von Dieter sowie den anderen Beitrag zum Thema Rucksackreisen werde ich mir noch ansehen!
 
Hallo Dieter,

super Homepage, sehr informativ! Freue mich schon auf die Veranstaltungstipps für August und September :)
 
Hallo Miri,

da ich kein Gründungsmitglied der Wandervögel bin :) , kann ich nur auf Stimmen aus Neroth zurückgreifen. Da wird Robert Oelbermann, als Gründungsmitglied genannt. Der Ritterbund der Nerommen (der Vorläufer der Nerother Wandervögel) wurde in der Mühlensteinhöhle von 8 Mitgliedern gegründet.

Der endgültigen Verein, die „Nerother Wandervogel – Deutscher Ritterbund“ wurde dann auf dem Drachenfels gegründet, aus Frust auf die Führung der "Wandervögel e.V."

1. Bundesführer wurde Robert Olbermann. Sein Zwillingsbruder Karl leitete in Abwesenheit seines Bruders den Verein.

Karl Fischer war auch Gründungs- und Ehrenmitglied.

LG

Dieter
 
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