Identitätskrise und italienische Staatsbürgerschaft
Beppe
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Identitätskrise und italienische Staatsbürgerschaft
Identitätskrise:
1000de von Nachkommen italienischer Emigranten, werden von der Staatsbürgerschaft ausgeschlossen.
Mauro Carta, Regionalpräsident von Acli: "Man hat wichtige Entscheidungen getroffen und ist jetzt quasi hierdurch davon ausgeschlossen bzw. ohne jegliche zukünftige Gewissheit.
Es gibt ein Italien, das sich italienisch fühlt, ohne es per Gesetz zu sein. Es besteht aus Gesichtern und Geschichten, die oft von weit her kommen - aus Brasilien, Argentinien, Uruguay - wo einst die Vorfahren Italien auf der Suche nach einem besseren Leben verlassen hatten.
Heute kehren die Urenkel dieser Auswanderer in das Land ihrer Urväter-Wurzeln zurück und träumen davon, eine durch Zeit und Entfernung zerrüttete Beziehung wiederherzustellen. Doch hierbei finden sie sich stattdessen in einer bürokratischen, kulturellen und menschlichen Vorhölle wieder.
Bis vor 2 Monaten musste nach italienischem Recht nur die Abstammung nachgewiesen werden, um die Staatsbürgerschaft zu erhalten. Das Prinzip war einfach: "ius sanguinis - das Recht des Blutes". Wer einen italienischen Vorfahren hatte, konnte diese Staatsbürgerschaft als Teil seiner Identität beanspruchen. Es handelte sich eher um eine Anerkennung als um einen Erwerb.
Mit der Umsetzung des Dekrets 36 in ein Gesetz, das im Mai verabschiedet wurde, beschloss Italien, ein neues Kapitel aufzuschlagen. Jetzt können nur noch Kinder und Enkelkinder italienischer Staatsbürger die Staatsbürgerschaft beantragen. Urenkel - auch wenn sie die italienische Herkunft in ihrem Herzen, in ihrem Namen oder ihren Dokumenten tragen - werden nicht mehr als berechtigt angesehen, italienischer Staatsbürger zu werden.
Viele von ihnen haben längst den langen und komplizierten Weg zur Anerkennung ihrer Staatsbürgerschaft eingeschlagen: Dokumente aus Archiven, beglaubigte Übersetzungen, Beglaubigungen, enorme Ausgaben. Einige haben ihr Herkunftsland bereits verlassen, ihre Häuser verkauft, ihre Arbeitsplätze aufgegeben und alle Mittel in ein neues Leben investiert und sind bereit, im Land ihrer Vorfahren neu anzufangen. Heute stehen sie vor dem Nichts, haben weder eine Staatsbürgerschaft (???) noch eine Perspektive.
„Sie befinden sich in der Schwebe“, sagt Mauro Carta, Regionalpräsident des Acli, der sich seit einiger Zeit mit diesem Thema befasst. "Sie haben in gutem Glauben einschneidende Entscheidungen getroffen (persönliche wie wirtschaftliche). Jetzt befinden sie sich in der Schwebe, ohne jegliche Gewissheit, während unser Land weiterhin eine negative demografische Bilanz von fast -280.000 Menschen pro Jahr aufweist. Wir haben das Referendum zum "ius soli" (Geburtsortsprinzip) abgelehnt, jetzt verweigern wir auch den Nachkommen der Italiener dieses Recht. Irgendwie ist klar, dass eine echte Politik der Staatsbürgerschaft und der nationalen Identität fehlt".
Rosa Gatti, Genealogin und eine maßgebliche Stimme in der Welt der italienischstämmigen Nachkommen, berichtet bitter von der Enttäuschung, die sich durch die Gemeinschaft zieht: "Viele haben Italien immer als ihre kulturelle und emotionale Heimat empfunden. Einige sprechen Italienisch, haben die Familientraditionen aufrechterhalten und sich seit ihrer Kindheit mit diesem Land identifiziert. Sie haben alles verlassen, um hierher zu kommen, und wollen nur eines: nämlich als das anerkannt zu werden, was sie sind".
Die neue gesetzgeberische Richtung, die im Namen der Vereinfachung und der „Verteidigung“ gegen eine angebliche Invasion (die nie dokumentiert wurde) angestrebt wurde, stieß in der Öffentlichkeit auf wenig Resonanz. Nur einige wenige Stimmen, darunter die der Demokratischen Partei, haben hieran Kritik geäußert.
Der Rest der Politik und ein Großteil der Medien hielten sich allerdings bedeckt und blieben hierzu still.
Quelle:
www.unionesarda.it
Identitätskrise:
1000de von Nachkommen italienischer Emigranten, werden von der Staatsbürgerschaft ausgeschlossen.
Mauro Carta, Regionalpräsident von Acli: "Man hat wichtige Entscheidungen getroffen und ist jetzt quasi hierdurch davon ausgeschlossen bzw. ohne jegliche zukünftige Gewissheit.
Es gibt ein Italien, das sich italienisch fühlt, ohne es per Gesetz zu sein. Es besteht aus Gesichtern und Geschichten, die oft von weit her kommen - aus Brasilien, Argentinien, Uruguay - wo einst die Vorfahren Italien auf der Suche nach einem besseren Leben verlassen hatten.
Heute kehren die Urenkel dieser Auswanderer in das Land ihrer Urväter-Wurzeln zurück und träumen davon, eine durch Zeit und Entfernung zerrüttete Beziehung wiederherzustellen. Doch hierbei finden sie sich stattdessen in einer bürokratischen, kulturellen und menschlichen Vorhölle wieder.
Bis vor 2 Monaten musste nach italienischem Recht nur die Abstammung nachgewiesen werden, um die Staatsbürgerschaft zu erhalten. Das Prinzip war einfach: "ius sanguinis - das Recht des Blutes". Wer einen italienischen Vorfahren hatte, konnte diese Staatsbürgerschaft als Teil seiner Identität beanspruchen. Es handelte sich eher um eine Anerkennung als um einen Erwerb.
Mit der Umsetzung des Dekrets 36 in ein Gesetz, das im Mai verabschiedet wurde, beschloss Italien, ein neues Kapitel aufzuschlagen. Jetzt können nur noch Kinder und Enkelkinder italienischer Staatsbürger die Staatsbürgerschaft beantragen. Urenkel - auch wenn sie die italienische Herkunft in ihrem Herzen, in ihrem Namen oder ihren Dokumenten tragen - werden nicht mehr als berechtigt angesehen, italienischer Staatsbürger zu werden.
Viele von ihnen haben längst den langen und komplizierten Weg zur Anerkennung ihrer Staatsbürgerschaft eingeschlagen: Dokumente aus Archiven, beglaubigte Übersetzungen, Beglaubigungen, enorme Ausgaben. Einige haben ihr Herkunftsland bereits verlassen, ihre Häuser verkauft, ihre Arbeitsplätze aufgegeben und alle Mittel in ein neues Leben investiert und sind bereit, im Land ihrer Vorfahren neu anzufangen. Heute stehen sie vor dem Nichts, haben weder eine Staatsbürgerschaft (???) noch eine Perspektive.
„Sie befinden sich in der Schwebe“, sagt Mauro Carta, Regionalpräsident des Acli, der sich seit einiger Zeit mit diesem Thema befasst. "Sie haben in gutem Glauben einschneidende Entscheidungen getroffen (persönliche wie wirtschaftliche). Jetzt befinden sie sich in der Schwebe, ohne jegliche Gewissheit, während unser Land weiterhin eine negative demografische Bilanz von fast -280.000 Menschen pro Jahr aufweist. Wir haben das Referendum zum "ius soli" (Geburtsortsprinzip) abgelehnt, jetzt verweigern wir auch den Nachkommen der Italiener dieses Recht. Irgendwie ist klar, dass eine echte Politik der Staatsbürgerschaft und der nationalen Identität fehlt".
Rosa Gatti, Genealogin und eine maßgebliche Stimme in der Welt der italienischstämmigen Nachkommen, berichtet bitter von der Enttäuschung, die sich durch die Gemeinschaft zieht: "Viele haben Italien immer als ihre kulturelle und emotionale Heimat empfunden. Einige sprechen Italienisch, haben die Familientraditionen aufrechterhalten und sich seit ihrer Kindheit mit diesem Land identifiziert. Sie haben alles verlassen, um hierher zu kommen, und wollen nur eines: nämlich als das anerkannt zu werden, was sie sind".
Die neue gesetzgeberische Richtung, die im Namen der Vereinfachung und der „Verteidigung“ gegen eine angebliche Invasion (die nie dokumentiert wurde) angestrebt wurde, stieß in der Öffentlichkeit auf wenig Resonanz. Nur einige wenige Stimmen, darunter die der Demokratischen Partei, haben hieran Kritik geäußert.
Der Rest der Politik und ein Großteil der Medien hielten sich allerdings bedeckt und blieben hierzu still.
Quelle:
Nel limbo dell’identità: migliaia di discendenti di emigrati italiani esclusi dalla cittadinanza - L'Unione Sarda.it
Mauro Carta, presidente regionale delle Acli: «Hanno fatto scelte importanti sia e ora sono sospesi, senza certezze»
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