Horizontalsperre

Krausi

Neues Mitglied
Ich suche für mein Ferienhaus in der Nähe von Budoni eine Fachfirma die bei meinem Haus eine Horizontalsperre anbringen kann.
Meine Hauswand ist von außen feucht, zum Glück ist aber innen noch alles trocken.
Da ich kein italienisch spreche, wäre es prima wenn jemand in der Firma deutsch oder englisch sprechen könnte.
Wer kann mir eine gute Fachfirma empfehlen?

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Hast Du schon selbst Ursachenforschung betrieben? Die Abdichtung an der erdberührten Fläche vom Fundament kann schadhaft, bzw nicht vorhanden sein. Um dies auszuschließen, würde ich das Fundament an einer gut zugänglichen Stelle freilegen.
 
Es gibt leider keine gut zugängliche Fläche. Rund ums Haus ist ein 1 m breiter Weg. Die Feuchtigkeit kommt von unten, da wir direkt am Berg sind.
Nachbarn haben eine Trenage eingebaut, hat aber auch nicht viel gebracht.
Eine Horizontalsperre ist der einfachste und beste Weg.
Nur wer macht so etwas auf Sardinen?
 
Moin Krausi,
Eine Horizonralsperre nachträglich einzubauen ist nicht das Maß aller Dinge. Zusätzlich muss die Wand freigelegt werden und eine Perimeterdämmung erfolgen. Der Weg ist also im Weg.
Die Wände ziehen sich sonst trotzdem das Wasser hoch.
Abhängig von der Bausubstanz kann das, in Kombination mit einer Drainage, sogar die bessere Lösung sein, da bei entsprechendem Wasserdruck von unten auch die Horizonralsperre nicht auf Dauer hält. Wasser sucht sich seinen Weg...und trockenes Mauerwerk ist hygroskopisch... saugt quasi an.
Am besten um das Haus herum ableiten.
Vorteil der Perimeterdämmung... kannste selbst machen. Anstrengend... aber durchaus machbar.
Ich habe auch die vage Vermutung, dass es kaum jemanden auf Sardinien gibt, der sich damit auskennt... wenn ich mich an alle Häuser/ Keller erinnere, in denen ich mal war. ;-)
VG Mario
 
Ich kenne bei uns in der Wohnungsanlage (auch am Hang) auch kaum ein Gebäude, das nicht solche "Schäden" aufweist...
 
Dass eine fehlende Horizontalsperre nur außen diese kleinen Schäden nach sich zieht ist recht untypisch.
Ich würde erst mal mit einem Hygrometer die Wandfeuchte innen und außen messen.
Ich denke, außen wäre es nur ein optischer Mangel, innen sollte man wirklich etwas tun.
Für eine wirksame Horizontalsperre ist dann schon ein großer Aufwand erforderlich und ohne Aufgraben und genauer Feststellung der vorhandenen Konstruktion ein Lotteriespiel.
 
@Krausi
Willkommen im Club:D
Nässe in Mauern ist sehr verbreitet, "infiltra" das Wort wirst du wahrscheinlich zu hören kriegen, wenn du mit Sarden über Nässe in deinen Mauern sprichst. Nässeschäden nach dem Winter sind Normalität auf Sardinien. Der nasse Putz wird runter geschlagen, neu verputzt, und wenn's richtig gut getrocknet ist, Farbe drauf und gut is. Natürlich versucht man, Risse im Mauerwerk zu finden und zu schließen, Wasser generell von den Hauswänden abzuhalten. Die Bauweise begünstigt das Eindringen von Wasser, keine Dachüberstände, keine Regenrinnen, und dann noch das berühmte "infiltra" also Feuchtigkeit, die auch infolge von nicht vorhandenen Fundamenten und Kellern ins Mauerwerk dringt, die allgemeine Luftfeuchtigkeit, die in ungeheizten Häusern dazu führt, dass die Wände feucht werden, Putz locker wird und runterrieselt. Es ist jedes Jahr eine Sisyphusarbeit, damit muss man sich abfinden.
 
@Georgie
Ja, das mit den nicht vorhandenen Dachüberständen und fehlenden Regenrinnen regt mich schon lange auf. Aber auch bei unserer Dependence wurde uns das nicht genehmigt - muss typisch sardische Bauweise sein auf dem Land, pffff...
 
@Malo...
Dachüberstand und Regenrinnen nicht genehmigt...? Krass...
Ich dachte das macht man einfach...weils eh keinen interessiert... :-D
Da sieht man's wieder... "wer fragt...bekommt nix" *lol*
 
so ein Quatsch! Das sind staatlich verfügte immerwährende Herstellungs- und Renovierungsarbeiten und -aufwendungen.

Das sichert dem Staat, der Region, Unternehmen und Beschäftigten fortlaufende und andauernde Beschäftigung sowie Einnahmen.
Wie kommt man nur darauf, daß "nicht vorhandene Dachüberstände" und "fehlende Regenrinnen" eine typisch sardische Bauweise sind?
Nur weil man die Nuraghen vor Tausend Jahren ohne Regenrinnen gebaut hat?

Das identitäre Begriffsverständnis sowie dessen Umsetzung ist irgendwie hanebüchen und völlig aus der Zeit und entgegen aller Notwendigkeiten und technischen Erkenntnisse und Erfordernisse.

Aus gleichen oder ähnlichen Gründen dürften die sicherlich dann auch noch zukünftig Blitzableiter und/oder Antennen/SAT-schüsseln verbieten.
 
Zuletzt geändert:
Auch wenn es etwas vom Ursprung des Treads abweicht ;-)

# Fallrohre, die das (mangelnde) Wasser ungenutzt auf die Straße leiten
# Plantagen, in denen die Tröpfchenbewässerung in den Bäumen hängt
# Kamine, die lediglich den Schornstein wärmen (während einem der Hintern abfriert)
# Kein Pfandsystem ... (das Geld liegt (als Müll) auf der Straße)
# Dachflächen in der prallen Sonne... ohne PV-Anlagen (jeder Hartz IV Empfänger hat hier inzwischen so ein Ding auf dem Balkon...)
# ...

Ja...da ist noch genug Potential und Luft nach oben :)

Und nein...ich möchte nicht klugscheißen oder mich intellektuell höher positionieren...
Aber vor 20 Jahren war das leider schon genauso.
Langsam wird es Zeit aufzuwachen und ungenutzte Ressourcen und Potenziale zu nutzen
 
@marlehne

wie du siehst, sperren sich offensichtlich irgendwelche, diffusen und Selbsterhöhende sowohl horizontal als auch vertikal einfach gegen alles.

Sowas schafft auf Jahrzehnte einfach ein unendliches 'Potential und Luft nach oben'!
 
Das mit den Dachrinnen habe ich bisher so verstanden, dass so das Regenwasser möglichst direkt in die Erde kommen soll und nicht nutzlos in die überforderte Kanalisation und (wo vorhanden) Kläranlagen.
 
Ja, bei uns im centro storico gibt es beides, Regenrinnen, die aber kurz über der Straße enden und vereinzelt überstehende Dachfirsten. Das hat sicher seinen Sinn, dass das so gemacht wird, ich mag mich da nicht über die Fähigkeiten der Gemeindeingenieure stellen, auch wenn manches länger dauert. Vieles wird hier so gemacht, weil die Leute halt weniger Geld haben als in den reichen DACH Ländern. Da sind Dachüberstände und Fotovoltaik Zusatzkosten, die erst mal bezahlt werden müssen. Hatte ich schon erwähnt, dass ich genau dieses Sardinien auch besonders liebe, dieses ständig imWerdenbegriffene und nie perfekte? Kritisiert ihr ruhig und geht wieder in euer ach so perfektes DACH-Land zurück ;)
 
@Bisso
Kritisiert hat niemand... nur aufgezeigt... und wenn, dann eher als konstruktive Anmerkung zu sehen. Selbst meckern kann ja durchaus als Denkanstoß dienen ;-)
Grundsätzlich hast du sicher recht, mit dem "Im werden begriffen "... aber an einem gewissen Punkt sollte man eben die Augen auch nicht mehr verschließen, weil es (Sardinien) so schön und traditionell ist und auch mal etwas "werden lassen".
Nicht alles was übers Meer kommt ist (immer noch) schlecht. ;-)

@hary
Sicherlich ein guter Gedanke, dem aber widerspricht, dass das Wasser die Straße herunterläuft und nicht wirklich in den Boden kommt. Zumindest innerorts. Und wenn...dann so nah am Haus, dass die Bude feucht wird. ;-)

Aber perfekt gibt's eh nicht...der Weg ist das Ziel.
 
Dachüberstand & Regenrinnen sind bei uns auf dem Land (Südostküste) nicht genehmigungsfähig, da lt. Ufficio tecnico der Kommune hier immer noch der 'sardische Baustil ' (von Region zu Region durchaus unterschiedlich - siehe Zeichnung) eingehalten werden muss. Bei uns im Sarrabus188040082_570164850673610_425515594408600527_n.jpg entspricht dieser Skizze 10.
 
Wenn ich mich bei uns im centro storico umschaue, könnte man auf die Idee kommen, dass je nach Stadtingenieur oder momentaner Gesetzeslage manches genehmigt wurde und anderes nicht. Die Verwaltung wechselt ja mit den Bürgermeistern. Jetzt gerade werden keine Fotovoltaik Anlagen auf den Dächern genehmigt, aber es gibt welche in unmittelbarer Nachbarschaft. Dachüberstände gibt es einige mit Balkonen drunter, aber alles nicht mehr auf dem Grundstück sondern schon über der Straße.
 
@Malo

wirklichlich ganz interessant, daß augenscheinlich die Sinnhaftigkeit und solche Begrifflichkeiten wie Traufe, Traufhöhe, Traufüberstand etc. sich bis Sardinien noch nicht rumgesprochen haben.
 
Zuletzt geändert:
Interessant ist für uns nicht die Frage, ob auf Sardinien die Sinnhaftigkeit erkannt wird. Sinnlos ist, ständig alles zu hinterfragen. Dann wird man seines Lebens nicht mehr froh.
 
@Georgie

auch die Sinnhaftigkeit z.B. des Entlüftens einer Auto- oder Motorradbremsanlage hinterfrage ich nach Austausch der Bremsflüssigkeit wohl Deiner Meinung nach eher oder besser nicht auf Sardinien.

Frage beibt dann nur: Werd' nur ich oder evtl. dann auch die Anderen sonst ihres Lebens nicht mehr froh?
 
@Georgie

auch in der Bibel gibt es schon sogenannte Gleichnisse.

Mit dem Gleichnis 'Bremsanlage' wollte ich Dir nur nahe führen, was dem einen seine direkt 'lebenswichtige' Bremsanlage ist,
ist für den leidgeplagten Hauseigentümer genauso (analog dazu) eine fehlerhafte (mangelhafte) Planung und Ausführung seines Bauwerks.
 
Erzähl mir nichts vom leidgeplagten Hauseigentümer. Da braucht keiner so doofe Gleichnisse. :rolleyes:
 
Das Dachüberstände oder Dachrinnen eine Grundlage für weitgehend inhaltslose Anfeindungen sein können...wow.
Habt euch wieder lieb :-D...

Trotzdem ist es unglaublich dumm, dass eine wahnsinnig rare Ressource, wie Wasser, so lieblos verschwendet wird.
Egal ob man auf Sardinien oder in Timbuktu wohnt.
Gleiches gilt für die Nichtnutzung einer, in Folge, kostenlosen Ressource wie Sonne...
Auch wieder egal ob Sardinien oder Timbuktu.
Da beißt die Maus kein Faden ab... ;-)

Die Hoffnung stirbt zuletzt, dass sich da zeitnah was zum ökologisch/ ökonomisch positivem entwickelt.
Positiv denken...beschissene Sachen gibt's schon genug.
 
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