Wird Privatisierung der Tirrenia von der EU gekippt?
Nach einer Meldung der „Nuova Sardegna“ vom 18. März deuten Indiskretionen aus der EU-Kommission darauf hin, daß die Privatisierung der Tirennia im Herbst 2010 rechtswidrig gewesen sein könnte. Insbesondere die dabei geflossenen Staatshilfen (ca. 400 Mio. €) an die zeitnah gegründete CIN (Compagnia Italiana di Navigazione) würden immer noch geprüft, mit einer Entscheidung sei in Kürze zu rechnen. Die Antitrust-Behörde der EU beanstandet in einem Schreiben an die italienische Regierung Punkt für Punkt die Umstände der Privatisierung der Gesellschaft. Außer den Subventionen wird insbesondere kritisiert, daß mit der Gründung der CIN (Grimalidi Group, Moby, Tirrenina) ein marktbeherrschendes Reederei-Kartell entstanden sei. Zudem hätte der italienische Staat die Schiffe und die Regierungsabkommen (Continuità territoriale) unterworfenen einzelnen Fährrouten (nach Sardinien u. Sizilien) separat verkaufen müssen.
Angesichts der drohenden Rückzahlung der Subventionen proben CIN u. die Schiffahrtsgewerkschaften den Aufstand, drohen mit dem Verlust tausender Arbeitsplätze u. der weiteren Reduzierung der Fährverbindungen.
Günther