Censis: Cagliari mit oben auf dem Siegertreppchen für die Qualität der Dienstleistungen.
Aber die Entvölkerung geht unaufhaltsam weiter.
Die Hauptstadt Sardiniens liegt auf dem 3. Platz des Agenda 2030-Index. Auf der Insel sowie im Süden Italiens hingegen sinkt die Einwohnerzahl innerhalb von 10 Jahren um 6 %. Italien „schwimmt“ quasi nur noch so gerade und irgendwie und die Einkommen und Ersparnisse sinken ebenfalls.
Die Provinz Cagliari ist jedenfalls mit oben auf dem nationalen Podium für die Qualität der öffentlichen Dienstleistungen. Das geht aus der 58. Ausgabe des Censis-Berichts über die soziale Lage in Italien hervor, der heute veröffentlicht wurde.
(Censis ist ein italienisches sozioökonomisches Forschungsinstitut - https://www.censis.it ).
PLATZ 3 für Cagliari
Die Provinzhauptstadt und ihre Metropolregion wird im Kapitel „Die Qualität der öffentlichen Dienstleistungen in den italienischen Provinzen“ besonders hervorgehoben, wo es heißt:
„Der Prozess der Erneuerung der Qualität der öffentlichen Dienstleistungen läuft über die Bewertung, ein Instrument, das in der Lage ist, politische und administrative Entscheidungen zu identifizieren und zu orientieren". Und laut dem von Censis erstellten Agenda 2030-Index zur Bewertung der Qualität der öffentlichen Dienstleistungen in den italienischen Provinzen (Armutsbekämpfung, Gesundheit, Bildung, Mobilität, Wasserversorgung, Gleichstellung der Geschlechter und Justiz) liegt Florenz unter den Großstädten an 1. Stelle (116,9 Punkte), gefolgt von Bologna (114,3) und eben Cagliari an 3. Stelle mit einem Index von 113,8.
ENTVÖLKERUNG -
Ein großer Teil des Berichts ist auch dem Binnenland und der Entvölkerung gewidmet, einem Phänomen, das die Regionen Süditaliens und insbesondere Sardiniens seit Jahren kennzeichnet.
„Im Landesinneren“, so der Bericht, “leben heute 13,3 Millionen Menschen, mehr als jeder fünfte Italiener (22,6 %). Das sind etwa 800.000 weniger als im Jahr 2014: In einem Jahrzehnt betrug der Rückgang 5,0 % und lag damit über dem nationalen Durchschnitt (-2,2 %). Die Auswirkungen der Entvölkerung dieser Gebiete wird durch die demografischen Prognosen unterstrichen. Während die italienische Gesamtbevölkerung in 10 Jahren um 1,4 % schrumpfen wird, so wird die Bevölkerung in den Gebieten im Landesinneren sogar um 3,8 % abnehmen. In 20 Jahren wird der demografische Rückgang in den Gebieten im Landesinneren fast 9 Prozentpunkte betragen, so dass die Wohnbevölkerung dort auf 12,2 Millionen sinken wird. Für die Planjahre 2021-2027 wurde der Nationale Planungshorizont für die Binnengebiete um 1.904 Gemeinden mit einer Bevölkerung von fast 4,6 Millionen Einwohnern erweitert".
ARBEIT UND AUSLÄNDER -
Zum Thema Entvölkerung heißt es im Censis-Bericht weiter: „Die kleinen und peripheren Gemeinden müssen sich bei den ausländischen Bürgern bedanken. Es gibt 3.833 Gemeinden im Landesinneren, in denen 22,6 % der italienischen Bevölkerung leben und in denen die Entvölkerung immer gravierender wird. Zwischen 2014 und 2023 ging die Einwohnerzahl um 4,6 % zurück, was weit über dem durchschnittlichen Rückgang der nationalen Bevölkerung (-2,2 %) liegt. Diese Entwicklung ist jedoch das Ergebnis zweier gegenläufiger Trends:
-5,4 % bei den Italienern im Laufe des Jahrzehnts und +7,3 % bei den Ausländern. Von den mehr als 13 Millionen Menschen, die in den Gemeinden des Landesinneren leben, wohnen 53,6 % in den südlichen Regionen und auf den Inseln. Hier hat die Gesamtbevölkerung in den letzten zehn Jahren um 5,9 % abgenommen: -6,7 % der Italiener, aber +17,1 % bei den Ausländern“.
Andererseits ist Sardinien eine der Regionen, in denen es weniger ausländische Arbeitskräfte gibt: „Die Mehrheit der ausländischen Arbeitskräfte“, betont Censis, „konzentriert sich in Nord- und Mittelitalien, während im Süden und auf den Inseln italienische Arbeitskräfte überwiegen (etwa 99.000 gegenüber 82.000 Ausländern)“.
'Ein Land, das sich so gerade eben noch über Wasser hält“ -
Das Gesamtbild Italiens, das sich aus dem Censis 2024 Bericht ergibt, ist das eines ‚Landes, das nicht wächst, sondern nur gerade noch so schwimmt‘ (
sich über Wasser hält). Quasi von der Art eines „schwimmenden Syndroms“, welches vor allem auf eine „zermürbte“ Mittelschicht trifft, deren Realeinkommen in 20 Jahren um 7 % gesunken ist und deren Pro-Kopf-Vermögen um 5,5 % zurückgegangen ist.
SINKENDE ERSPARNISSE -
„45,7 % der Familien“, so die Censis-Umfrage weiter, „erklären, daß der Konsum im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr steigen wird, aber für 54,6 % sind die Ersparnisse gesunken und 36,3 % befinden sich in einer ähnlichen Situation wie im Vorjahr und nur die restlichen 9,1 % haben ihre Ersparnisse erhöht“. Kurzum, die Schlussfolgerung: „Die Ungleichheiten zwischen den Haushalten sind offensichtlich. 79,5 % der Haushalte mit niedrigem sozioökonomischem Niveau berichten über einen Rückgang der Ersparnisse und nur 1,4 % über einen Anstieg der Ersparnisse, gegenüber 40,1 % bzw. 16,7 % der Haushalte der oberen Mittelschicht“.
Quelle
Capoluogo terzo nell’Agenda 2030 Index. Nell’Isola e al Sud, però, abitanti in calo del 6% in 10 anni. L’Italia “galleggia” e diminuiscono redditi e risparmi
www.unionesarda.it