So ist es: Die Kaufkraft (nicht nur auf der Insel) geht den Bach runter. Kann man alles regelmäßig in der Rubrik "eonomia in sardegna" in der Nuova nachlesen. Und deswegen kracht es auch bei den Einzelhändlern. Deswegen Filialenschließungen, auch bei Conad, einem guten genossenschaftlichen Unternehmen. Und die permanenten Lebensmittel-Sonderangebote bei allen Ketten sind dafür ein Barometer. Natürlich profitiere ich davon auch, würde aber gerne mehr bezahlen, wenn keine Menschen entlassen würden.
Meine Frau hat hier im Dorf in der Folge der Überschwemmung von 11-2013, einen Raum zur Verteilung elementarer Lebensmittel eingerichtet. Der Bedarf ist enorm. Hätte ich nie gedacht, aber die Armut hier ist eine "verschämte Armut", d.h. viele arme Menschen sind zu stolz, um sich zu ihrer Lage zu bekennen und Hilfe anzunehmen. Insbesondere leiden die Kinder darunter: Schulbücher, Klassenfahrten, Mittagessen in der Schule/im Kindergarten, alles wird zum Problem. Und deswegen habe ich weiter oben einen Beitrag als zynisch bezeichnet: Die Verarmung ist doch nicht nur ein ökonomisches Problem, sondern strahlt in alle Lebensbereiche der Betroffenen aus.