Als angeblicher Leser-Brief getarnter Artikel heute in der Unione Sarda:
Das Einstein-Teleskop in Sos Enattos - die Regierung "wir sind bereit für ein finanzielles Engagement".
Es ist die Rede von insgesamt 950 Millionen Euro für die geplanten 9 Jahre des Baus, von 2026 bis 2035
(das ist mit Abstand weitaus weniger als ich bisher von allen Investitionsplänen gehört bzw. gelesen habe. Bisher war immer und überall von mindestens ca. 2-3 Mrd. bis hin sogar zu 6 Mrd. ausgegangen worden!).
Auch der journalistisch gestylte Aufbau des Artikels läßt vielmehr hier auf einen von der Unione Sarda selbst verfaßten und lancierten Artikel schließen, als auf einen Leserartikel.
Wenn dem so ist:. ,dann ist sowas völlig unseriös!
"Die italienische Regierung ist bereit, das finanzielle Engagement für die Errichtung des Einstein-Teleskops in unserem Land zu unterstützen. Dabei handelt es sich um eine große Forschungsinfrastruktur zur Erforschung von Gravitationswellen, für die sich Italien auf Sardinien beworben hat, und zwar im Gebiet von Sos Enattos in Lula, das aufgrund seiner hervorragenden geologischen und ökologischen Bedingungen als optimal gilt."
Dies teilte das Ministerium für Bildung und Forschung mit. Die Regierung hat ein Schreiben des Staatssekretärs Alfredo Mantovano an Antonio Zoccoli, den Präsidenten des Nationalen Instituts für Kernphysik, das die italienische Kandidatur für ET koordiniert, gerichtet, in dem sie ihr institutionelles und wirtschaftliches Engagement bestätigt, um sicherzustellen, dass der Vorschlag auch auf europäischer Ebene den Zuschlag erhält.
Wenn der Zuschlag für die Errichtung dieser Infrastruktur erteilt wird, geht es inmerhin um 950 Millionen Euro über 9 Jahre, die für den Bau vorgesehen sind (von 2026 bis 2035). Ausgaben, die für den Bau und den Kauf von Waren + Dienstleistungen (Materialien/Technologien) verwendet werden sollen.
Die Mittelzuweisungen wurden unter Berücksichtigung der großen Auswirkungen auf Beschäftigung und den erwarteten Nebeneffekten und den Vorteilen für den territorialen Zusammenhalt geplant. Um den europäischen Zuschlag zu erhalten, hat die Regierung beschlossen, einen Plan der "wissenschaftlichen Diplomatie" einzurichten, der die Spitzenkräfte von Universitäten und aus der Forschung einbezieht, darunter u.a. auch als glaubhafte Vorzeige- und Alibiperson den Nobelpreisträger Giorgio Parisi. Diese werden mit einer Koordinierungs- und Werbefunktion betraut, um die Qualitäten des italienischen Vorschlags in der Union bekannt zu machen.
Das Einstein-Teleskop wird ein internationales Observatorium der dritten Generation sein, das an der Spitze der Physik und der astronomischen Forschung steht. Italien hat seine Kandidatur im vergangenen Juni offiziell gemacht.
"Der Wunsch, das Einstein-Teleskop in Italien zu bauen, wird von der Regierung nachdrücklich unterstützt. Es ist eine strategische Entscheidung für unser Land, mit dem wir gleichzeitig auch unseren Ehrgeiz dokumentieren können", so die Ministerin für Bildung & Forschung, Anna Maria Bernini.
DIE REAKTIONEN -
"Wir danken Ministerpräsidentin Giorgia Meloni für die bedeutende Unterstützung seitens der Regierung für das Einstein-Teleskop-Projekt", so Zoccoli in einer Mitteilung, "Eine grundlegende Unterstützung für die italienische Kandidatur Sardiniens als Standort für den künftigen großen Detektor für Gravitationswellen. Wir möchten der Ministerin Anna Maria Bernini für die große Entschlossenheit danken, mit der das Ministerium für Bildung & Forschung dieses große wissenschaftliche Unternehmen von Anfang an sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene unterstützt und fördert, das die Erforschung unseres Universums revolutionieren und den Zugang zu bisher unerforschten Orten und Zeiten ermöglichen wird".
Für den Präsidenten von Infn ist das Einstein-Teleskop eine einzigartige Chance nicht nur für Wissenschaft und Forschung, sondern auch für unser Land. Wenn es uns gelingt, den harten internationalen Wettbewerb zu gewinnen - und heute ist die italienische Kandidatur eine der stärksten -, um diese großartige wissenschaftliche Infrastruktur in Italien zu errichten, wird Sardinien im Zentrum der weltweiten Forschung über Gravitationswellen stehen und in der Lage sein, Ressourcen und Forscher aus ganz Europa in sein Gebiet zu locken, mit positiven Ergebnissen in Bezug auf Innovation und industrielles, wirtschaftliches, soziales und kulturelles Wachstum, die sich auf das Gebiet und das gesamte Ländersystem auswirken werden. Die Gestaltung der Zukunft erfordert Visionen und Entschlossenheit. Das Einstein-Teleskop ist eine strategische Investition in die Zukunft Sardiniens und Italiens, von uns allen und - das ist gut so - vor allem für unsere jungen Menschen.
"Wir bringen ein weiteres wichtiges Ergebnis nach Hause", sagte Präsident Christian Solinas, "das das Ergebnis unserer Bemühungen der letzten Jahre ist, Sardinien zu einem absoluten Vorreiter im Bereich der Physik und der Astronomie zu machen. Die Verpflichtung zur Bereitstellung von fast 1.000 Millionen Euro über einen Zeitraum von 9 Jahren bestätigt, dass die Region in der Lage ist, eine positive Wirtschaftsplanung einzurichten, die unserem Land einen außerordentlichen Nutzen in Bezug auf Beschäftigung und territorialen Zusammenhalt bieten wird".
So ein als "Leserbrief-Artikel" getarnter Beitrag ist als absolut unseriös und bedenklich zu bezeichnen und dient einzig und allein nur der politischen Stimmungsmache!
Quelle:
Si parla di 950 milioni di euro complessivi per i nove anni previsti per la costruzione, dal 2026 al 2035
www.unionesarda.it