"Die sardische Wirtschaft geht den Bach runter" – Statusreport der Banca d’Italia“

Beppe

Sehr aktives Mitglied
Nach einem Bericht der italienischen Notenbank ist das Bruttoinlandsprodukt Sardiniens nach ersten Schätzungen der Prometeia um ca. 2,8 Prozent gesunken. Es ist eine erneute wesentliche Verschlechterung - nach einer schwachen Erholung im Jahr 2010 und der ersten Hälfte des Jahres 2011 – eingetreten.
Die Wirtschaft Sardiniens fällt allerdings wesentlich tiefer als noch im Jahre 2012:

Das Bruttoinlandsprodukt sank nach ersten Schätzungen der renommierten Wirtschaftsberatungs-Gesellschaft „Prometeia“ um 2,8 Prozent.

Es ist eine erneute starke Verschlechterung nach einer schwachen Erholung im Jahr 2010 und der ersten Hälfte des Jahres 2011 eingetreten. Dies ist dem periodischen Bericht der „Banca d’Italia“ von gestern zu entnehmen. Laut Nevio Rodighiero - dem Präsidenten der Banca d’Italia- "spiegelt dies die nationale Tendenz wider. Allerdings insgesamt wesentlich schlechter als vorhergesehen. Die wirtschaftlichen Problemsektoren betreffen hauptsächlich die Industrie (Umsatzrückgang von 4 Prozent) und das Baugewerbe (Produktionsrückgang um rund 13 Prozent). Auch das Dienstleistungsgewerbe wurde überdurchschnittlich durch einen verfügbaren Einkommensrückgang und durch einen auffälligen Einbruch der Konsumausgaben betroffen. Und es gibt auch keine positiven Erwartungen für 2013: die Prognosen der Experten sagen:

Wir sehen uns einer wirtschaftlichen Stagnation gegenüber. Auch für den Tourismus sieht es nicht gut aus. Nach den vorliegenden Schätzungsdaten der Region erwartet man bei den Tourismuszahlen einen Einbruch um 16 Prozent.

Zuguterletzt auch die Zahl der Passagiere in Häfen und Flughäfen auf der Insel: Rückgang von 8,1 Prozent, während der Waren-Verkehr in den Häfen lediglich um 4,4 Prozent abgenommen hat.

Extrem schlecht auch die Arbeitslosenquote, die durchschnittlich und offiziell um 2 Prozentpunkte zugenommen haben soll. (Anmerkung: Die fortgeschriebene Arbeitslosenzahl der Arbeitslosen des Verfassers ist allerdings um 12% gestiegen. Man beachte hierbei auch den sinnentstellenden Unterschied von offiziellen 2 % Prozentpunkten und 12 Prozent! Staatslügen everywhere!).

Ein weiteres beunruhigendes Anzeichen vor allem für die Jüngeren: für die Altersgruppe zwischen 15 und 34 Jahren hat sich allerdings die Arbeitslosenquote um 4,3 Prozentpunkte von 24,8 bis sogar auf 29,1 Prozent erhöht. (Anmerkung: Unsere fortgeschriebenen und aktuellen Zahlen bewegen sich hingegen zwischen 34% und 39% - auch hier ungereimte bzw. schönfrisierte Staatslügen?).

Langzeit-Arbeitsverhältnisse werden zunehmend schwieriger. Zunehmend schließen Unternehmen nur noch befristete Arbeitsverträge. Steigerungsrate hierbei um mehr als 3 Prozent und weiterhin steigend hierbei auch der Anteil an Teilzeit-Verträgen.
(Anmerkung: Hierbei haben wir mittlerweile einen Anteil von weit über 30% ermittelt - eine offizielle Steigerungsrate von 3% hilft hier recht wenig, wenn nicht die Gesamtanzahl der Teilzeitarbeitsverträge und deren Fristigkeiten angegeben werden!).

Die Vergütung der Mitarbeiter lag im Mittel für das Jahr 2012 bei ca. 1200 Euro netto pro Monat und liegt damit nur knapp über dem Mittel des „Mezzogiornos“, aber immer noch unter dem nationalen Durchschnitt.(Anmerkung: Bei abhängig Beschäftigten von 25 - 35 Jahren haben wir ein durchschnittliches Nettogehalt von lediglich Euro 780,-- ermittelt. Ausländische Mitarbeiter der gleichen Altersgruppe erhalten im Schnitt für eine gleichartige Arbeit nur ca. € 500,00 - € 550,00 netto).

Die Rezession hat sowohl die Kredit-Nachfrage als auch das Kredit-Angebot stark betroffen. Ergebnis: Erheblicher Einbruch bei der Kredit-Nachfrage.

Dies gilt im Übrigen sowohl bei der Kredit-Nachfrage für Unternehmen als auch für Privat-Kredite: Verbraucher-Kredite sanken um 0,3 Prozent. Die Kredit-Nachfrage nach Wohneigentums-Hypotheken und allgemeinen Verbraucherkrediten ist zwar zurückgegangen, aber es wird erwartet, dass der Rückgang sich in der ersten Jahreshälfte 2013 mehr oder weniger auflöst. (Anmerkung: Hierzu muß man anmerken, daß fast jede vierte Familie nicht mehr aufgrund von Arbeitseinkommen, zum Überleben fähig ist und so zur Freude der Banken und des Staates zur Verbraucher-Kredit Aufnahme genötigt ist!).

Der Rückgang der Kredit-Aufnahme der öffentlichen Hand (Gemeinden und Kommunen) war eher minimal in den letzen 2 Jahren aufgrund steuerlicher bzw. fiskalischer Ausgleichsfinanzierungen.
 
Anobius,

der Wirtschaftsausblick von Prometeia zur Wirtschaftslage Italiens kann auch auf Englisch
nachgelesen werden auf:

http://www.prometeia.com/en/media/p...ook-strong-.aspx?idC=63337&idO=18083&LN=en-US


Nachdenklich stimmen vor allen Dingen auch die genannten Zahlen im letzten Abschnitt, wonach für das
Jahr 2015 ein insgesamter Einbruch des Bruttoinlandproduktes von -5,8% vorausgesagt wird.

Die Konsumausgaben sollen um 10,3 - 13,2% fallen und das Lohnniveau soll in 2015 auf ein Niveau von 1986 zurückfallen (!) und die Konsumquote sich letzendlich auf einem Stand von 1997 bewegen.
 
Anobius

nicht Heissa das wird lustig, sondern wir tanzen alle bereits miteinand "auf dem heissen Vulkan"
 
Hallo Beppe,
danke für die Daten, auch die "Nuova" hat ja heute ausführlich berichtet.
Ich hatte zum Tourismus hier was geschrieben, leider im Orbit verschwunden, muss ich rekonstruieren. Es ging um Aussagen des Tourismus-Assessors von Olbi, Vargiu, den ich beim Mittagessen als Vollidioten titulierte, worauf meine Frau u. mein Schwager über mich hergefallen sind.
Günther
 
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