Barbara u. ihr anderen,

es geht nur noch bergab. Die Costa Smeralda hat mir noch nie besonders gefallen, aber nachdem ich an der Küste bei Benidorm gewesen bin ... :mad:
Und die Bauten fügen sich - wie an der Coda Cavallo in unserer Nähe - recht harmonisch in die Natur ein. Die Architektur war nie mein Problem, dazu hat ja Sandokan einige sehr interessante Informationen beigesteuert. Ich habe mich immer nur an einigen Leuten dort gestört, Namen muss ich wohl nicht nennen.

Aber die jungen Russen, welche seinerzeit in der Bar von Briatore die Zeche geprellt haben, und dann mit ihrer Jacht verschwunden sind, die gefallen mir in gewisser Hinsicht.
 
Ciao Günther,

nee, erzähl' mir jetzt nicht, dass Coda Cavallo auch schon komplett zugebaut ist! Auch dort war ich zum letzten Mal vor ca. 20 Jahren - ganz allein am Strand im Juli!!! Coda Cavallo wollte ich dieses Jahr auch mal wieder besuchen, weil ich die Buchten so traumhaft in Erinnerung habe. Rätst du mir davon ab?

Benidorm & Co. kann man echt komplett abhaken. Wir sind vor 2 Jahren bei einem Stopp mit der AIDA dort mal ausgestiegen und einen Tag herumgefahren. Es war soooo schrecklich! Keine Ahnung, wie man dort Urlaub machen kann! Dann lieber doch die Stinkereichen mit ihren diskreten Luxusvillen an der Costa Smeralda ... - das kleinere "Übel"?

LG - Barbara ;)
 
Hallo Barbara,

wenn du seit 20 Jahren nicht mehr in der Ecke warst, wird es Zeit, sich mal wieder alles anzusehen. Murta Maria, Porto San Paolo, Coda Cavallo und besonders Budoni-Tanaunella erkennst du dann nicht mehr wieder. Dort ist sehr viel gebaut worden, aber alles kein Vergleich zu Benidom! Nur mit der Einsamkeit am Strand wird es wohl nichts werden. Allerdings, wenn sich der Trend der letzten beiden Jahre fortsetzt, vielleicht doch wieder???

Im Herbst war allerdings die Brücke zw. Olbia und Murta Maria auf der SS125 gesperrt, keine Ahnung, ob inzwischen die Bauarbeiten abgeschlossen sind. Vielleicht wissen Günther od. Sabsi was näheres?

Schade, dass wir an dem Wochenende abfahren, an dem du ankommst, sonst hätte ich dich gern in Posada getroffen.

LG - Ute
 
Ciao Ute,

ja, das ist wirklich schade. Wie gesagt, Posada ist schon gaaanz fest eingeplant und von meinen Männern akzeptiert! (Was gar nicht so einfach war, denn die würden am liebsten 14 Tage an ihrem Lieblingstrand verbringen - lediglich unterbrochen von ein paar feinen Häppchen Antipasti di Mare & Co. ...)

Coda Cavallo habe ich nahezu in paradiesischer Erinnerung ... das war damals echt Karibikfeeling pur!

Über Murta Maria müssen wir ja gar nicht fahren, wir kommen ja vom Süden!

LG - Barbara ;)
 
Hallo Ute,

die Brücke ist immer noch gesperrt, wenn Du morgens mit dem ARST-Bus nach Olbia fährst, klappert der alle Dörfer ab u. macht einen riesigen Umweg.
Also SS 131 nehmen.
Die Brücke auf der SS 125 zwischen Budoni u. Posada ist auch schon seit über 3 J. gesperrt.

Günther
 
Ja, das ist bekannt - schließlich wohnen wir in der Nähe dieser Brücke. Aber letzten Herbst hatte man doch mit dem Komplettabriss d. Brücke begonnen und die neue sollte (lt. Zeitung) in diesem Frühjahr fertig werden ...

Ist demnach wie immer - nichts passiert?
 
Du kennst doch das Motto der Italiener und Sarden: Es wird viel passieren, fragt sich nur, WANN?

Die Brücken waren doch bei den Überschwemmungen zerstört worden, hab' ich das richtig in Erinnerung? Dann schwimmen wir halt nach Budoni ...

LG - Barbara ;)
 
Nee, brauchst du nicht! Gleich nach dem Unwetter, haben wir übrigens persönlich miterlebt und seitdem sehe ich entsprechende Beiträge im Fernsehen mit gaaanz anderen Augen, wurde eine strada bianca eingerichtet, die inzwischen geteert ist und einen Umweg von ca. 1,5 km bedeutet. Und letzten Herbst, als mit dem Abbau der kaputten Brücke begonnen wurde, konnte man direkt durch die Baustelle fahren. Ob das allerdings nach dem Winter noch möglich ist glaube ich kaum, jedenfalls nicht für normale PKW.
 
Hier eine Luftaufnahme unseres Sohnes von Budoni, da sieht man die haarsträubenden Bausünden Richtung Meer, Tanaunella u. auch westlich der Hauptstraße!IMG_0003.JPG
Die Aufnahme ist 3 J. alt, inzwischen ist noch viel dazu gekommen.

Günther

P.S. Und dann bummelt mal schön die Hauptstraße (Via Nazionale) entlang. Da gibt es Restaurants, Bars u. eine Eisdiele. Aber Geschäfte zum Shoppen? Ich kenne nur einen Zeitschriftenladen, ein kl. Geschäft mit Schmuck u. Keramik, eine Eisenwarenhandlung, eine Art Raiffeisen-Laden, einen Blumenladen. Das war es schon. Im Hochsommer allerdings ein Trödelmarkt auf der gesperrten Hauptstraße.
 
Hi Barbara ,

ja das ist die grosse Frage : Quo vadis Sardegna ? Was an den Küsten abgeht sieht man ja u.a. dort in Budoni ,.......und im Hinterland ?
Ein Kollege der schon seit Jahren Wanderungen in ganz Sardinien anbietet hat ein Video mit Fotos zusammengestellt (ganz neu-siehe Datum !!) .....stimmt nachdenklich.
Wann lernen es auch die letzten Sarden endlich ihren M....anstandsmässig zu beseitigen??????.LG F.

....
....
 
Oh weia, Günther, wiiie riesig hat sich denn das "Kaff" ausgebreitet? Gott sei Dank noch nicht in Benidorm-Manier, aber immerhin schon äußerst besorgniserregend, wie ich finde.

Schade, dass man das von Frank eingestellte Video nicht anschauen kann.

LG - Barbara ;)
 
Was wären denn die Alternativen zu einer solchen Bebauung wie im Raum Budoni? Bin gespannt...
 
Hallo Maren,

Deine Frage ist gut, kommt aber zu spät. Es gibt für Budoni u. vergleichbare Orte keine Alternativen mehr. Der Zug ist abgefahren. Bin weder Landschafts- noch Städteplaner, auch kein Architekt, sondern beobachte die Entwicklung in der Gegend lediglich seit 30 Jahren. Und damals hat die ungezügelte Bebauung im Wildwuchs begonnen. Fast alle Häuser, die Du auf dem Foto links der Durchgangsstraße von Budoni siehst (abgesehen von denen direkt an der Via Nazionale), gab es damals nicht. Und ich wette, die Mehrzahl sind Schwarzbauten. Wie willst Du das rückgängig machen, das ginge nur wie in Tortolì (Bagger), aber dazu fehlt in Budoni (u. anderswo) der politische Wille. Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus!

Immerhin hat die Regierung Soru mit dem PPR (Regionaler Landschaftsplan) und den PUC (Kommunale Urbanistik-Pläne) von 2005 versucht, die Entwicklung zu stoppen. Sardinien ist m.W. die einzige Region Italiens mit einem vorbildlichen PPR, nur schert das fast keine Sau hier auf der Insel, und auch keine Kommune, die sind nämlich für die Umsetzung verantwortlich. Die gegenwärtige Regierung C. will alles rückgängig machen oder zumindest aufweichen.

Vor allem gibt es hier offensichtlich auch keine "Bauherren", welche mit einem Minimum an Planungsfähigkeit ausgestattet sind. Es gibt keinen Bedarf mehr, schon lange nicht. Die Ferienhäuser u. "Residenzen" in Budoni (Foto!) stehen seit mindestens 2 J. zu ca. 50 % leer, u. trotzdem werden immer noch neue gebaut. Z.b. südlich von Tanaunella.

Also, ich wäre für Abreissen, aber außer mir kaum einer, in Tortolì haben die Erbauer der illegalen Häuser sogar selbst Hand angelegt, um Kosten zu sparen :p
 
nur schert das fast keine Sau hier auf der Insel, und auch keine Kommune, die sind nämlich für die Umsetzung verantwortlich.
Es kommt drauf an, Günther. Ich wollte nur einen Teil des Flachdaches meines Hauses durch ein schönes Dach aus Dachziegeln mit der minimal notwendigen Neigung wegen des eindringenden Wassers ersetzen, von der Straße nicht sichtbar. So korrekt wie ich nun mal bin, habe ich bei der Comune vorgesprochen, um sie davon zu unterrichten. Was war? Ja, so ginge das nicht. Sie bräuchten ein "progetto", einen Bauplan, den ein Geometer erstellen müsse, mit allem drum und dran, Materialbeschreibung, Zeichnungen etc. Am Ende hatte ich eine tolle Mappe, vom Geometer erstellt, Nord-, Ost-, Süd-, Westansicht..... Ich habe dann tatsächlich die Genehmigung bekommen.
Ich glaube, das brauche ich jetzt nicht mehr zu kommentieren :mad:
 
Ich will bestimmt die Sache nicht beschönigen, aber diese "Bauwut" findet man überall.

Als ich nach 30 jährigen Auslandsaufenthalt, mal wieder zum Klassentreffen in meine Heimatstadt kam, kannte ich mich nicht mehr aus. Alles zugebaut, wo früher Felder waren. Architektonisch kann man auch darüber streiten. Da gibt es futuristische Bauten, da bekommt man "Augenkrebs". Zumeist sind das auch noch Bauten, in denen die Architekten selbst wohnen.

Das wollte ich nur mal so ganz wertneutral bemerken.

Das Video, das Frank eingesetzt hat, handelt großteils vom Müllproblem von ganz Sardinien.

Wenn die Leute, die die Videos einsetzen, eigene Musik einsetzen würden, gingen die auch weltweit. Da habe ich keinerlei Schwierigkeiten da ich GEMA freie Musik einsetze.

LG

Dietzer
 
Es ist aber auch ein Problem seinen Baumüll beispielsweise ordentlich zu entsorgen. Wir wollten 2005, als wir unser Haus umbauten, einen Müllcontainer ordern, wie man dies so aus D her kennt. Keine Chance. Ich musste den ganzen Bauschutt aus einem 2 stöckigen Haus - das wir komplett entkernt hatten, mit unserem PKW, 15 km je Tour an einen großen Schuttcontainer bringen, der dann natürlich nur zu bestimmten zeiten geöffnet wurde.

Soviel dazu - wer sich also diese Mühe nicht macht. Entsorgt sardisch im nächsten Gebüsch........ - was ich auf gar keinen Fall für gut befinde - Aber es war schon sehr sehr kompliziert damals. Evtl. gibt es ja heute die Möglichkeit Bauschuttcontainer zu mieten, wobei ich bisher an keiner Baustelle einen solchen sah.
 
Georgie,

dieses Verhalten der Kommunen ist garnicht widersprüchlich. Bei den großen Sündern schaut man weg, und denen, die es korrekt machen wollen, wirft man Knüppel zwischen die Beine. Vor allem, wenn man sich bei der Kommune mal unbeliebt gemacht haben.

An der Nordseite unseres Hauses ist eine seinerzeit genehmigte schmale Terrasse (ca. 6 x 1,50 m). Die wollten wir gegen Schlagregen überdachen, ein Dach über 1/3 der Fläche war auch bereits genehmigt, aber noch nicht gebaut. Vor über 2 J. haben wir den Bauantrag gestellt (hatte die Schwester meiner Frau, Architektin, erstellt), aber nie eine Antwort erhalten. Ende letzten Jahres haben wir erneut einen Anlauf genommen, aber diesmal über einen Geometer, der mit der Kommune "kooperiert". Das hat uns 1.500 € gekostet, obwohl er nur die bereits vorhandenen Unterlagen kopiert hat. Mit wem er sich das Geld geteilt hat, können wir nur vermuten. Wie nennen wir das? Korruption.

Innerhalb von 2 Tg. war das Projekt genehmigt, u. die Überdachung ist jetzt fertig.

Günther
 
So ist es Günther. Und wenn man die Erfahrung macht, dass man bei korrektem Verhalten Knüppel zwischen die Beine geworfen bekommt, macht man es das nächste Mal evtl. anders. So kommen die Kommunen immer weiter in den Sumpf der Unkorrektheiten. Die Resultate kann man überall sehen.
 
Georgie & Günther,

ihr habt vollkommen recht! Aber manchmal wäre man froh, es gäbe überhaupt eine Lösung, egal ob Legal od. Illegal!!!

LG Ute
 
Ute,
so ist es!
Eigentlich habe ich mich geschämt, dass ich diesen Geometer beauftragt habe, aber ich hatte keine wirkliche Wahl.

Günther
 
Hi Günther

Nun ja, so wie in der Gegend Budoni – oder noch viel überbauter – sieht es leider in fast jeder Gegend weltweit aus, die vom Tourismus leben muss… Budoni ist da lediglich ein Beispiel, somit bleibt die Frage: was wären Alternativen für egal welchen Ort, der vom Tourismus leben muss und hofft, dass in Zukunft mehr Gäste kommen und nicht weniger? Eine Idee wäre bekanntlich, in die Höhe zu bauen (das spart Platz und schont die Natur), aber will das jemand?

Das Problem mit der Bauerei stellt sich in allen Tourismusregionen und man hat es nirgendwo wirklich im Griff. Vielmehr: man versucht es in Griff zu kriegen, aber die „Bausünden“ stehen nun mal da, man sehe sich nur mal die Alpen an.Auch da stehen vor tausende von kleineren Häuser rum, weil man ja etwas im jeweils „regionalen Stil“ (was immer das sein mag) mieten möchte im Urlaub und weil das Ortsbild nicht gestört werden soll (als würde es ein Orsbild überhaupt noch geben).

Ich lese hier im Forum ab und zu: meine Güte, wie kann man bloss in xy Urlaub machen (xy steht für irgendeinen völlig zugepflasterten Urlaubsort). Ich persönlich bin eigentlich jedem dankbar, der an solchen xy-Orten Urlaub macht – man stelle sich einmal vor, alle Leute würden den Anspruch haben, in einer idyllischen, naturnahen Landschaft Urlaub machen zu wollen.

Frage – wer schadet der Umwelt mehr: einer der zB in Benidorom Urlaub macht in einem dieser Riesenhotels und sich tagsüber an den Strand in Hotelnähe legt? Oder einer, der auf Sardinien ein Häuschen mietet und jeden Tag mit dem Auto in eine abgelegene Bucht fährt?

Wir fahren nach Sardinien, weil da alles nicht so verbaut ist und viel Natur gibts auch - und wir tragen damit dazu bei, dass sich genau das ändert. Ich als Ferienwohnung-Mieterin mag nicht wirklich darüber klagen, dass Ferienwohnungen gebaut werden, das empfände ich als etwas schizophren. Und auch als etwas arrogant, so im Stil von: Sardinien soll gefälligst möglichst unberührt bleiben weil ich als Tourist das nämlich so möchte.

Kürlich habe ich diesen Text gesehen, es ging um La Caletta in den 60er-Jahren und darum, wie der Ort heute aussieht und dass es schade ist, dass soviel gebaut worden ist, jedoch: se nessuno costruiva LA CALETTA di adesso chissà com'erano adesso le nostre vite...

Auch wenn mich die Bauerei nervt, kommt dazu, dass da immer auch die andere Seite ist: Sardinien muss vom Tourismus leben… Natürlich kann man die Infrastruktur auf verschiedene Art bereitstellen/bauen, womit wir wieder bei obiger Frage sind: Was wäre sinnvoll – egal jetzt ob für Sardinien oder sonst einen Ort? Zu spät ist es nämlich nie - für uns ist es vielleicht zu spät, aber ich gehe mal davon aus, dass es Sardinien noch sehr viel länger geben wird als uns...


Grüsse, Maren
 
mit dieser Meinung, @Maren, bin ich voll und ganz bei dir. Genau so denke ich auch! Auch in unserem kleinen Örtchen wird ständig gebaut, immer nur Ferienwohnungen, klein wie Schuhschachteln und nichts für dauerhafte Miete und seit einigen Wochen, gibt es schon wieder eine neue Riesenbaustelle, bei der auch wieder diese Schwalbennester gebaut werden. So viele Touristen kommen nun auch wieder nicht, dass es diese Anzahl an Ferienwohnungen braucht.
Merkwürdig nur, dass es immer ein und der selbe Bauunternehmer ist, der da ständig baut. Gut, positiv an der Sache, er kann so Festangestellte haben, ein paar Arbeitslose weniger also, aber sonst?

Ich finde man sollte diesen Baustopp für strandnahe Immobilien auch auf jede einzelne Comune umsetzen, solange diese noch über zig brachliegende Immobilien verfügt. Einfach mal die Besitzer ermitteln, wenn dieses nicht bekannt wäre und ein nettes Angebot machen, Haus abkaufen - grundsanieren oder restaurieren und dann an eine Ferienhaus- oder Immobilienagentur auch genau so anbieten, als reale Urlaubsimmobilie oder die jeweilige Comune selbst bringt sich ein bei der Public realation und preist sein Dorf als besichtigungswürdig an und bietet zeitgleich passende Unterkünfte.

Dumm aber nur, dass ganz ganz viele den perfekten Urlaub auf Sardinien damit verbinden eine Ferienwohnung mit Blick auf das Meer zu haben...... um dann, wenn sie Bock auf kulturelles Sardinien haben, eben mal mit dem Auto hinkutschen und alles süß und niedlich finden und wenn sie ohne fahrbaren Untersatz sind, es dann oft an den fehlenden Nahverkehrsverbindungen scheitert und sich dann eben darüber aufregen.......oder aber auch den Entschluß fällen, dann doch lieber gleich direkt am Meer zu buchen.
 
@ siyam: auch ich finde die stillgelegten Bausünden ätzend und sicher wäre es schön, wenn die Rohbauten von den Comunen aufgekauft und saniert würden. Aber welches Signal gibt das an denjenigen, der schwarz baut? Ich fang einfach mal an und wenn die forestale mir den Bau stilllegt, kauft ihn mir die Comune irgendwann ab....? Da wäre es schon konsequenter, die Ruinen wieder abzureißen. Aber wer zahlt? Der Ex-Bauherr wird in den meisten Fällen pleite sein und die Comunen haben sowieso kein Geld.

Und warum werden nur Sommerhäuser gebaut? Sicher, im Moment ist Sardinien ein Sommerreiseland. Aber wir "alten Hasen" wissen, dass es auch außerhalb der Saison ein sehr schönes Land ist und mit entsprechender Akquise (das Wollen der Comunen natürlich vorausgesetzt) könnte man den Tourismus auch in den Nicht-Bade-Monaten ankurbeln. Ich kenne einige Sarden, die diesbezüglich auch Ideen haben, nur bekommen sie von offizieller Seite keinerlei Unterstützung.

Für mich ist das Thema Bauen auf Sardinien ein extrem frustrierendes Kapitel.
 
@ siyam: auch ich finde die stillgelegten Bausünden ätzend und sicher wäre es schön, wenn die Rohbauten von den Comunen aufgekauft und saniert würden. Aber welches Signal gibt das an denjenigen, der schwarz baut? Ich fang einfach mal an und wenn die forestale mir den Bau stilllegt, kauft ihn mir die Comune irgendwann ab....? Da wäre es schon konsequenter, die Ruinen wieder abzureißen. Aber wer zahlt? Der Ex-Bauherr wird in den meisten Fällen pleite sein und die Comunen haben sowieso kein Geld.

Keine Ahnung wie es in Italien aussieht, aber das deutsche Recht kennt durchaus auch die Enteignung ...
Wobei ich mit einem Abriss auch sehr gut, eigentlich sogar noch besser, leben könnte.
 
Hallo,
ich finde es sehr gut was Maren schreibt.
Auch ich kenne Sardinien und vorallem Budoni jetzt seit 26Jahren und mich erschreckt es auch wie es sich hier verändert hat.
Auch bei uns war es so als wir bauten, dass ich so manches nicht verstanden habe. Bei uns alles korrekt, aber wenn ich Häuser nahe am Strand sehe oder im Hinterland einsam und verlassen, frage ich mich auch wie haben die eine Genehmigung bekommen.
Auf der anderen Seite weiß ich auch wie schwer das Leben hier sein kann, wenn man sich seinen Lebensunterhalt erarbeiten muss und nicht im Genuss ist von viel Land oder ein gut gehendes Restaurant . Die Menschen leben nun mal hier vom Tourismus. Und wenn ich lese das jeder der auf Sardinien Urlaub machen will, direkt am Meer wohnen will, dann frage ich mich " Verkehrte Welt?"
Und außerdem finde ich Budoni nicht so schlimm wie es hier immer hin gestellt wird. Ich höre eigentlich auch immer was positives, das Dorf hat sie in den letzten Jahren gemacht, wie gesagt ich kenne das Dorf schon lang genug. Wäre es so wie vor 25J. dann wäre es bestimmt auch nicht richtig,dann hieß es da ist ja nichts los. Also ein " Kaff" stell ich mir anders vor.

Terranova
 
Die Menschen leben nun mal hier vom Tourismus
Terranova

Vom Tourismus kann auf Sardinien (fast) niemand leben. Die Hochsaison dauert zwei Monate, u. in der Zeit soll z.b. ein Kellner so viel verdienen, dass es für das ganze Jahr reicht? Und die Vermieter? Die Vermietung unseres Hauses bringt nicht mehr als ein Zubrot, und auch wenn Du 10 Häuser besitzt, von denen aber in der Saison die Hälfte leersteht, kannst Du auch von diesen Einnahmen nicht über die Runden kommen. Oder: Mein sard. Schwager ist ein qualifizierter Reiseführer mit Ausbildung in D., der nagt am Hungertuch. Nehmt bitte auch die Zahlen zur Kenntnis, die zeigen, wie der Tourismus nach/auf Sardinien in den letzten 2, 3 J. drastisch geschrumpft ist.

Was hier fehlt, ist Arbeit in der Industrie u. den kleinen Firmen u. Handwerksbetrieben, auch da geht es den Bach herunter. Zahlen für die Produktionsstilllegungen - von Carbosulcis bis Alcoa usw. - sind hier im Forum verfügbar.

Günther
 
@eumel, das Problem der Schwarzbauten sollte eigentlich davon ausgeschlossen sein, denn wie ich ja schrieb, die Comunen könnten ja recherchieren, anhand vom Katasteramt etc. wer der Eigentümer des entsprechenden Hauses ist, welches möglicherweise in Erwägung käme. Ein Schwarzbau wäre ja so gar nicht eingetragen. Auch dachte ich eher an die Häuser, die mal bewohnt waren und nun seit langem leer stehen, da z.B. letzter Eigentümer verstorben, kein Nachfolger/-fare da ist etc. Es gibt ja auch viele, die sind irgendwann ins Ausland gegangen, haben gar keinen Grund mehr nach Sardinien zu kommen, aber waren vor etlichen Jahren mal im Besitz eines Hauses....... u.s.w. denen kann man es erleichtern, denn ohne Investition verkauft sich ein halb verkommenes Haus oftmals nicht, dann müsste es schon eine traumhafte Lage haben..... Manch einer würde gern verkaufen, weiß aber, dass er eine halbe Ruine nicht los wird und macht sich so gar nicht erst an dem Verkaufsprozedere zu schaffen.
Es gibt schon einige potenzielle Häuser, die für so was in Frage kämen.

Auch stimme ich zu, dass Sardinien nicht vom Tourismus leben kann, auf Grund der Kürze der Sommersaison und es auch so für die Comunen nur ein nettes Zubrot wäre um die Kassen aufzufüllen..... Es war ja auch meinerseits nur ein Gedankengang, was ich ändern würde, wenn ich könnte.
Jedenfalls halte ich von dem ganzen Bauboom überhaupt nichts! Einfach mal bestehende Bauten aufmotzen oder renovieren würde oftmals schon reichen anstatt eine Buzze mit wenigen Mitteln dahin zu zimmern ohne Rücksicht auf Wettereinflüße, Bedürfnisse der Bewohner etc. Hauptsache es ist ein Objekt da, in das man die Urlauber unterbringen kann. Mir wäre es auch lieber, es würde sich die ein oder andere Produktionsfirma entschließen, seinen Produktionsstandort nach Sardinien zu verlegen, aber das ist schon fast unmöglich, auf Grund der hohen Besteuererung eines Arbeitnehmers und komplizierten Gesetzeslage der ital. Regierung. Wer tut sich das also an? Wenn jemand seinen Produktionsstandort ins Ausland verlegt, dann in ein Land, wo jeder für ein Appel und n' Ei arbeitet und auch die Steuergesetze mehr als laschig sind, siehe Rumänien, China - früher auch mal Portugal - und da fallen mir noch so einige Länder ein.

Sardinien könnte selbst Strom produzieren und verkaufen.... hat sich diese Chance allerdings mit der Aussicht auf schnelles Geld - selbst verbaut. Das gleiche gilt für den Käse, auch hier verdienen bereits andere.. jeder knoddelt hier nur für sich und hofft auf regionale Unterstützungen (vor allem die Landwirtschaft betreffend) und sieht auch nur sein eigenes Vorankommen, da sich alles andere - mangels guter Zusammenarbeit - nicht rentiert. Die Cooperitiven funktionieren auch nur vom Grundgedanken her, helfen nicht wirklich einem kleinen Landwirt übers Jahr. Ich kenne einige die mit dabei sind, dennoch knabbern sie mehr als einmal im Jahr am Hungertuch und hoffen auf ihre Auszahlung. Und da auch wieder: es gibt jede Menge Landwirte, die von der Cooperative nichts halten, wenn sie selbst genug produzieren und auch verkaufen.... dann braucht man natürlich keine "Hilfe"......

Naja, es ist und bleibt ein komplexes Thema, welches man sehr lange besprechen könnte....

Sollen sie an der Costa Smeralda ihr Projekt umsetzen! Es wird dennoch nicht den Geldsegen auf Dauer bringen, da alles irgendwie Hand in Hand gehen müsste. Am Ende werden Festländer oder Auswärtige (allerdings mit hervorragender Ausbildung) eingestellt für diese 8 Wochen - denn einen Ganzjahresbetrieb, werden auch sie nicht hinbekommen, das eingenommene Geld wird auch wieder woanders hin gescheffelt, wie üblich und die jungen Menschen, die auf der Insel leben und dringend Arbeit bräuchten, sind nicht gerade von der Costa Smeralda müssten also mehr in die Anfahrt investieren (bei der oftmals geringen Bezahlung ein hoher Kostenfaktor) oftmals entsprechen sie auch nicht dem Anforderungen (Berufsausgebildet) mangelnde Sprachkenntnisse etc.

So wie ich das verstanden habe, ist das Projekt auf junge und wohlhabende Menschen ausgerichtet und ich wollte einen sardischen jungen Menschen sehen, der sich von einem verwöhnten Möchtegern rumgängeln läßt! Und in der Hotelbranche hat nunmal immer der Gast Recht und ist König. Na gut, ich will und kann nicht alle über einen Kamm scheren, für Einige wenige wäre also das nicht die schlimmste Herausforderung, aber es könnte u.U. Mentalitätsprobleme geben.

Meine Nichte z.B. ist super ausgebildet als Hotelfachfrau - allerdings hat sie - trotz sporatischen Englischunterricht und mir als deutscher Zia, überhaupt keine Spracherfahrungen und kann einiges theoretisch und in Bröckchen, aber für eine Konversation oder Rezeptionarbeit, absolut ungeeigent. Weil einfach kein Schwerpunkt auf Sprachen bei der Hotelfach - Ausbildung gelegt wird. Sie hat über 2 Jahre verzweifelt versucht auf Sardinien Arbeit zu finden (in ganz Sardinien), aber ohne Erfolg, außer ab und an mal für die Hochsaison bei Sturm und Drang als Bedienung in Aushilfe, für Bar auf die Hand.
Heute arbeitet sie in einem gutgehenden Kosmetikstudio, musste dafür in die Stadt ziehen, aber sie hat einen festen Vertrag und muss nicht "ausländisch" ;o) sprechen. Also was nützt eine gute Ausbildung, wenn die Sprachausbildung dabei auf der Strecke bleibt.

LG Simone
 
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