@eumel, das Problem der Schwarzbauten sollte eigentlich davon ausgeschlossen sein, denn wie ich ja schrieb, die Comunen könnten ja recherchieren, anhand vom Katasteramt etc. wer der Eigentümer des entsprechenden Hauses ist, welches möglicherweise in Erwägung käme. Ein Schwarzbau wäre ja so gar nicht eingetragen. Auch dachte ich eher an die Häuser, die mal bewohnt waren und nun seit langem leer stehen, da z.B. letzter Eigentümer verstorben, kein Nachfolger/-fare da ist etc. Es gibt ja auch viele, die sind irgendwann ins Ausland gegangen, haben gar keinen Grund mehr nach Sardinien zu kommen, aber waren vor etlichen Jahren mal im Besitz eines Hauses....... u.s.w. denen kann man es erleichtern, denn ohne Investition verkauft sich ein halb verkommenes Haus oftmals nicht, dann müsste es schon eine traumhafte Lage haben..... Manch einer würde gern verkaufen, weiß aber, dass er eine halbe Ruine nicht los wird und macht sich so gar nicht erst an dem Verkaufsprozedere zu schaffen.
Es gibt schon einige potenzielle Häuser, die für so was in Frage kämen.
Auch stimme ich zu, dass Sardinien nicht vom Tourismus leben kann, auf Grund der Kürze der Sommersaison und es auch so für die Comunen nur ein nettes Zubrot wäre um die Kassen aufzufüllen..... Es war ja auch meinerseits nur ein Gedankengang, was ich ändern würde, wenn ich könnte.
Jedenfalls halte ich von dem ganzen Bauboom überhaupt nichts! Einfach mal bestehende Bauten aufmotzen oder renovieren würde oftmals schon reichen anstatt eine Buzze mit wenigen Mitteln dahin zu zimmern ohne Rücksicht auf Wettereinflüße, Bedürfnisse der Bewohner etc. Hauptsache es ist ein Objekt da, in das man die Urlauber unterbringen kann. Mir wäre es auch lieber, es würde sich die ein oder andere Produktionsfirma entschließen, seinen Produktionsstandort nach Sardinien zu verlegen, aber das ist schon fast unmöglich, auf Grund der hohen Besteuererung eines Arbeitnehmers und komplizierten Gesetzeslage der ital. Regierung. Wer tut sich das also an? Wenn jemand seinen Produktionsstandort ins Ausland verlegt, dann in ein Land, wo jeder für ein Appel und n' Ei arbeitet und auch die Steuergesetze mehr als laschig sind, siehe Rumänien, China - früher auch mal Portugal - und da fallen mir noch so einige Länder ein.
Sardinien könnte selbst Strom produzieren und verkaufen.... hat sich diese Chance allerdings mit der Aussicht auf schnelles Geld - selbst verbaut. Das gleiche gilt für den Käse, auch hier verdienen bereits andere.. jeder knoddelt hier nur für sich und hofft auf regionale Unterstützungen (vor allem die Landwirtschaft betreffend) und sieht auch nur sein eigenes Vorankommen, da sich alles andere - mangels guter Zusammenarbeit - nicht rentiert. Die Cooperitiven funktionieren auch nur vom Grundgedanken her, helfen nicht wirklich einem kleinen Landwirt übers Jahr. Ich kenne einige die mit dabei sind, dennoch knabbern sie mehr als einmal im Jahr am Hungertuch und hoffen auf ihre Auszahlung. Und da auch wieder: es gibt jede Menge Landwirte, die von der Cooperative nichts halten, wenn sie selbst genug produzieren und auch verkaufen.... dann braucht man natürlich keine "Hilfe"......
Naja, es ist und bleibt ein komplexes Thema, welches man sehr lange besprechen könnte....
Sollen sie an der Costa Smeralda ihr Projekt umsetzen! Es wird dennoch nicht den Geldsegen auf Dauer bringen, da alles irgendwie Hand in Hand gehen müsste. Am Ende werden Festländer oder Auswärtige (allerdings mit hervorragender Ausbildung) eingestellt für diese 8 Wochen - denn einen Ganzjahresbetrieb, werden auch sie nicht hinbekommen, das eingenommene Geld wird auch wieder woanders hin gescheffelt, wie üblich und die jungen Menschen, die auf der Insel leben und dringend Arbeit bräuchten, sind nicht gerade von der Costa Smeralda müssten also mehr in die Anfahrt investieren (bei der oftmals geringen Bezahlung ein hoher Kostenfaktor) oftmals entsprechen sie auch nicht dem Anforderungen (Berufsausgebildet) mangelnde Sprachkenntnisse etc.
So wie ich das verstanden habe, ist das Projekt auf junge und wohlhabende Menschen ausgerichtet und ich wollte einen sardischen jungen Menschen sehen, der sich von einem verwöhnten Möchtegern rumgängeln läßt! Und in der Hotelbranche hat nunmal immer der Gast Recht und ist König. Na gut, ich will und kann nicht alle über einen Kamm scheren, für Einige wenige wäre also das nicht die schlimmste Herausforderung, aber es könnte u.U. Mentalitätsprobleme geben.
Meine Nichte z.B. ist super ausgebildet als Hotelfachfrau - allerdings hat sie - trotz sporatischen Englischunterricht und mir als deutscher Zia, überhaupt keine Spracherfahrungen und kann einiges theoretisch und in Bröckchen, aber für eine Konversation oder Rezeptionarbeit, absolut ungeeigent. Weil einfach kein Schwerpunkt auf Sprachen bei der Hotelfach - Ausbildung gelegt wird. Sie hat über 2 Jahre verzweifelt versucht auf Sardinien Arbeit zu finden (in ganz Sardinien), aber ohne Erfolg, außer ab und an mal für die Hochsaison bei Sturm und Drang als Bedienung in Aushilfe, für Bar auf die Hand.
Heute arbeitet sie in einem gutgehenden Kosmetikstudio, musste dafür in die Stadt ziehen, aber sie hat einen festen Vertrag und muss nicht "ausländisch" ;o) sprechen. Also was nützt eine gute Ausbildung, wenn die Sprachausbildung dabei auf der Strecke bleibt.
LG Simone