Bräuche und Gedanken zum Tod
Georgie
Sehr aktives Mitglied
Gedanken zum heutigen Tag - Allerseelen
Eines Tages kam jemand an meine Haustüre und schenkte uns ein wunderbar duftendes großes Brot, schön verpackt mit einer Aufschrift (Fotos).
Ein Jahr nach dem Tod eines Menschen findet wie überall in der katholischen Kirche das Jahresamt für einen Verstorbenen statt. Ca. 1 Woche vorher wird dieses wunderbare, extra für diesen Zweck gebackene Brot von der Familie des Verstorbenen an alle Dorfbewohner verteilt, mit einer Aufschrift zur Erinnerung versehen, wann und wo das Jahresamt für den lieben Verstorbenen stattfindet. Ich finde, ein wunderbarer Brauch, einer von vielen beim Tod eines Dorfbewohners.
Direkt erfährt man vom Tod eines Menschen im Dorf, wenn vom Kirchturm ein dunkles, in einem bestimmten langsamen Rhythmus traurig stimmendes Glockengeläut erklingt - mancher von euch hat es bestimmt schon gehört - dann weiß jeder im Dorf, dass jemand verstorben ist. Wer noch nicht weiß, wer der Verstorbene ist, erfährt es in Windeseile auf der Straße.
Es ist Brauch, den im Hause aufgebahrten Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen und der Familie das Beileid auszusprechen. Dabei wird der Tote bzw. der Sarg berührt, so wie auch bei Prozessionen die Heiligenstatue berührt wird.
Am Todestag und bis zur Beisetzung schon am nächsten Tag versorgen die Nachbarn die Familie des Verstorbenen mit Essen, damit sich die Familie ganz dem lieben Verstorbenen und den zahlreichen Besuchern widmen kann. Das Dorf nimmt herzlichen Anteil. Auch die Teilnahme der hl. Messe und der anschließenden Beerdigung am nächsten Tag ist sehr zahlreich. Der Beerdigungszug geht von der Kirche durch das Dorf zum Friedhof, die am Straßenrand liegenden Geschäfte und Bars schließen Türen und Rollläden, die Menschen halten inne, um Respekt und Trauer zu bezeugen. Das Leben steht einen Moment still.
Die confraternita`, die Mitglieder der Bruderschaft, haben eine wichtige, führende Rolle im Zusammenhang mit Tod und der Durchführung der Beisetzung. Ich habe es so verstanden, dass sie von der Familie des Verstorbenen dafür eine Geldspende und Wein bekommen. Das Geld wird verteilt und der Wein gemeinsam nach der Beerdigung in der Sakristei im Gedenken an den Toten getrunken.
Auf Sardinien haben die Menschen keine Berührungsängste mit dem Tod. Man hat keine Scheu, Tote zu berühren, im Gegenteil, es ist eine normale Ehrerweisung. Man stellt den Tod nicht ins Abseits. Der Tod gehört zum Leben - diese Lebenswahrheit ist auf Sardinien all gegenwärtig und wird selbstverständlich gelebt.
Eines Tages kam jemand an meine Haustüre und schenkte uns ein wunderbar duftendes großes Brot, schön verpackt mit einer Aufschrift (Fotos).
Ein Jahr nach dem Tod eines Menschen findet wie überall in der katholischen Kirche das Jahresamt für einen Verstorbenen statt. Ca. 1 Woche vorher wird dieses wunderbare, extra für diesen Zweck gebackene Brot von der Familie des Verstorbenen an alle Dorfbewohner verteilt, mit einer Aufschrift zur Erinnerung versehen, wann und wo das Jahresamt für den lieben Verstorbenen stattfindet. Ich finde, ein wunderbarer Brauch, einer von vielen beim Tod eines Dorfbewohners.
Direkt erfährt man vom Tod eines Menschen im Dorf, wenn vom Kirchturm ein dunkles, in einem bestimmten langsamen Rhythmus traurig stimmendes Glockengeläut erklingt - mancher von euch hat es bestimmt schon gehört - dann weiß jeder im Dorf, dass jemand verstorben ist. Wer noch nicht weiß, wer der Verstorbene ist, erfährt es in Windeseile auf der Straße.
Es ist Brauch, den im Hause aufgebahrten Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen und der Familie das Beileid auszusprechen. Dabei wird der Tote bzw. der Sarg berührt, so wie auch bei Prozessionen die Heiligenstatue berührt wird.
Am Todestag und bis zur Beisetzung schon am nächsten Tag versorgen die Nachbarn die Familie des Verstorbenen mit Essen, damit sich die Familie ganz dem lieben Verstorbenen und den zahlreichen Besuchern widmen kann. Das Dorf nimmt herzlichen Anteil. Auch die Teilnahme der hl. Messe und der anschließenden Beerdigung am nächsten Tag ist sehr zahlreich. Der Beerdigungszug geht von der Kirche durch das Dorf zum Friedhof, die am Straßenrand liegenden Geschäfte und Bars schließen Türen und Rollläden, die Menschen halten inne, um Respekt und Trauer zu bezeugen. Das Leben steht einen Moment still.
Die confraternita`, die Mitglieder der Bruderschaft, haben eine wichtige, führende Rolle im Zusammenhang mit Tod und der Durchführung der Beisetzung. Ich habe es so verstanden, dass sie von der Familie des Verstorbenen dafür eine Geldspende und Wein bekommen. Das Geld wird verteilt und der Wein gemeinsam nach der Beerdigung in der Sakristei im Gedenken an den Toten getrunken.
Auf Sardinien haben die Menschen keine Berührungsängste mit dem Tod. Man hat keine Scheu, Tote zu berühren, im Gegenteil, es ist eine normale Ehrerweisung. Man stellt den Tod nicht ins Abseits. Der Tod gehört zum Leben - diese Lebenswahrheit ist auf Sardinien all gegenwärtig und wird selbstverständlich gelebt.
