Protestbewegung auf Sardinien gegen die Seekabelverbindung "Tyrrhennian Link"
Locoto & Beppe, ihr beharkt Euch hier.
Grundsätzlich müssen die Italiener bzw. Sarden ihre Themen selber lösen.
Fakt ist, wenn Sie ihre Insel durch WKA oder große Solarflächen kaputt machen, tragen sie auch den Schaden.

Sardinien war und ist bisher in manchen Regionen ein Naturparadies, welches vom verantwortungsvollen Touristen lebte. Overtourismus und sog. grüne Energieplantagen machen die Insel kaputt.

Einfluss haben wir keinen!
Wenn die Insel nicht mehr lebenswert ist, werde ich einfach nicht mehr da sein. Aber die Einheimischen sollten sich darüber im Klaren werden, dass der Grad zwischen sinnvoll und zerstören sehr schmal ist.
 
Zuletzt geändert:
@Locoto

irgendwie siehste wohl insgesamt und überall nur noch Apokalypse.

Deine Kalkulation, dessen was Sardinien angeblich braucht, erscheint wie die eines betriebswirtschaftlich Unbedarften und tönt ziemlich gleichlautend der anderer Projektgegner.

Einmal sprichst du von gerade mal nur 2-3 GW Bedarf auf Sardinien, ein anderes Mal von 7 GW Bedarf und zuguterletzt sogar knapp <10 GW. Die wirren unterschiedlichen Daten lassen mich stark stark zweifeln und vermuten, daß diese willkürlich aus der Hüfte kommen und frei Schnauze erfunden und gewillkürt in den Raum geworfen werden.

Hochmoderne Offshore Anlagen liefern heute ca. um die 15 MW.
Also bräuchte man alleine für 7 GW 15 x 10 = 150MW x 7 = 1,050 GW = insgesamt also bereits 70 WKA's und für 7 GW also 7 mal mehr = also ca. 490 solcher WKA's

Offshore Anlagen liefern wesentlich mehr Strom und sind insofern mittlerweile oft durchaus >200m
Onshore Anlagen hingegen werden meistens wesentlich niedriger dimensioniert (ca. 120-150m).

Was nutzt es, wenn man unbegründet unterstellt; eine "echte Auslastung dieser Kapazität von ca. 35 % kalkuliert". Woher nimmst Du diesen willkürlichen Prozentsatz?

Dein Wortspiel-Metapher von "Das ist die Akupunktur der der Insel mit Windrädern im 5-stelligen Bereich," wie kommste denn jetzt plötzlich auf 5-stellig, das wären ja dann sogar 12.345 - über 10.000 WKA's ?

In D z.B. haben wir z.Zt. insgesamt etwa 30.000 WKA's.
Um ein 5-stelliges Ziel überhaupt zu erreichen, da bräuchte Sardinien sicherlich noch weit mehr als 50 Jahre. Aber bis dahin haste sicherlich deine Rente durch.

Im übrigen werden Wartungsstraßen ausschließlich bei WKA's an Land benötigt.
Für Offshore-WKA's entfällt insofern dieses Argument komplett.

Soweit ich mich erinnere, gibt es insgesamt bisher etwa 767 Anträge, wovon nach diesseitiger Kenntnis wahrscheinlich wohl um die 200 Anträge abgelehnt werden, d.h. wir sprechen z.Zt. irgendwo etwa von 550 WKA's. Davon werden schätzungsweise um die 200 als Offshore WKA's weit draußen auf dem Meer gebaut. Also verbleiben z.Zt. noch ca. 350 kleinere Onshore-WKA's für die landseitige Installation, d.h. wir sprechen hier insgesamt von rund 20 WKA's Parks, wovon 8 Offshore und ca. 12 Onshore z.Zt. anprojektiert sind.
Bei einer Größe Sardiniens von 24.000 km² erscheint mir dies durchaus noch schmerzverträglich.

Und nochmals:
Sardinien ist kein isoliertes Einzelgebiet sondern ein Teilgebiet Italiens und somit Bestandteil
einer Energie-Gesamtplanung Italiens.

.
 
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@Locoto

um Dich nochmals zu zitieren:
________________________________
"Die Sarden können max. 3 % vom Gewinn erwarten. Und wie wir alle wissen, gehört es zur Kernkompetenz der Investoren, den Gewinn kleinzurechnen bzw. eine negative Bilanz auszuweisen. Dafür wird die Insel zum Industriegebiet, in dem eine Unzahl an Anlagen installiert werden, Flächenrodung für Fundamente und Versorgungswege erforderlich sind und natürlich auch die Insel selber mit großen Kabeltrassen erschlossen werden müssen.

Sardinien wird über weite Strecken seinen Charakter, seine Natur, seine Biodiversität und seine Kultur verlieren.

Ich musste das jetzt schreiben, weil ich in diesem Forum Sardinienfreunde wähnte, aber nur dumpfe Brunnenfroschperspektive lese.
"
_________________________________
@Locoto
hätte ich nahezu fast ganz vergessen, zu deinen o.a. Aussagen auch noch mal Stellung zu beziehen:

Anscheinend kennst du weltweit die Abrechnungsmodi nicht, die absolut Usus im Rahmen von solchen Abrechnungen hierzu sind. Woher du die ominösen 3% für Sarden (und dann auch noch lächerlicherweise vom Gewinn???) nimmst, bleibt schlicht schleierhaft!

Eben, um einfach zu verhindern, daß G&V- und Bilanzkünstler hier jemanden über den Tisch ziehen, laufen die Abrechnungen zum Glück alle einfach nach produzierter & gelieferter Energiemenge. Aufgrund der gelieferten Energiemenge erhält der Vertragspartner, neben seinem Jahrespachtgrundbetrag, obendrein noch den/die garantierten Beträge für den gelieferten Strom und zwar KW/h genau jeweils über und an 365 Tagen pro Jahr.

Entsprechende Doppel-/elektronische Kontrollsummenzähler und Programme geben hierzu jederzeit exakte Auskunft. Das Risiko des tatsächlichen Weiterverkaufs/Durchleitung etc. liegt beim Erstabnehmer. Insofern ist das alles Quatsch und hanebüchener Unsinn, was du zur Kernkompetenz von Investoren, Gewinnkleinrechnern und Negativbilanzausweisern anführst.

Übrigens, die Negativbilanz eines Unternehmens gibt einfach nur an, daß die Schulden eines Unternehmens größer sind als die Vermögenswerte. Bei so finanzintensiven Investitionen wie z.B. mit WKA's ist das durchaus schnell möglich und sogar normal. Deshalb ist es gut, z.B. eine leistungfähige Bank und/oder Finanzpartner und entsprechende langfristige Verträge zu haben, die natürlich auch wirklich in der Zukunft entsprechende Einnahmen garantieren, schließlich will man ja auch die Schulden zurückzahlen.

Eine Einschätzung und Wertung inwieweit Sardinien dadurch überhaupt bereits zu einem Industriegebiet wird und ob es evtl. hierdurch seinen Charakter, seine Natur, seine Biodiversität und seine Kultur verliert, mag jeder Leser hier selbst einschätzen und werten.

Soweit erst mal aus der Perspektive eines Brunnenfroschs mit etwas Ein- und Durchblick!
 
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Die Umweltzerstörung mit so einem armdicken Kabels ist wirklich phänomenal, wird doch von dem Kabel quasi das ganze Meerwasser einfach durchschnitten und geteilt.
Also das letzte Mal, als das (angeblich) passiert ist, ist zwar schon etwas her - aber man redet heute noch darüber. Und Sinnai (oder so ähnlich) war damals auch schon Ort des Geschehens!

Und im Ernst: Maracalagonis, Sinnai, Settimo, Quartucciu, Selargius - ja, der ist der Naturschutz natürlich enorm wichtig, bei solch unberührten Biotopen inmitten völliger Wildnis ... und das ist selbstredend allemal schlimmer, als dass das Militär die Insel in Teulada dem Erdboden gleichgemacht hat, in Quirra vergiftet und sie regelmäßig mit Fluglärm und irgendwelchen See-Land-Manovern beglückt.
 
Zu dem Thema heute ein Artikel in der Unione Sardegna:

(hier der schnell übersetzte Artikel aus US)
Energie: Sardinien produziert viel mehr als es verbraucht: Export steigt
Die Daten zeigen einen Stromüberschuss, der abnorm ist

Etwas mehr als 3.500 Gigawattstunden werden exportiert, die auf Sardinien nicht benötigt werden. Wenn man die Zahlen ein wenig aufdröselt, kann man bereits die Anzeichen eines Energiekolonialismus erkennen, für den der jetzige Ansturm mit erneuerbaren Energien wie eine Sprungfeder wirkt, weil der Stromüberschuss hierdurch erst so richtig abnorm werden soll.
(man beachte diesen Dysphemismus bzw. Pejorativ der Unione Sarda),

Das Ergebnis ist eine Insel, die so zur Steckdosenleiste Italiens wird.
„Mit dem Risiko – betont der Wirtschaftsingenieur Giovanni Cossu – den höchsten Preis für Umweltzerstörung zu zahlen.“

Ausgangspunkt ist die Differenz zwischen der aktuellen Strom- Gesamtproduktion und dem regionalen Verbrauch. Die Gesamtproduktion beträgt z.Zt. 12.5631,1 Gigawattstunden.
Diese setzt sich wie folgt zusammen:
8.2621.6 GW thermoelektrisch; 1.935,6 GW aus Windkraft; 1.520,9 GW aus Solaranlagen; 483.5 MW aus Wasserkraft; 1,5 MW aus Speicheranlagen.

Aber die Sarden sowie die Industrie zusammen, haben lediglich einen Bedarf von 7.636.9 Gigawattstunden, d.h., gut 3.508,3, GW werden nach außerhalb Sardiniens exportiert (inklusive Leitungs-Übertragungsverluste von 507,8 Gigawatt),

Im Ergebnis ändert sich insgesamt allerdings trotzdem nichts:
Die Energieexporte belaufen sich auf 27,92% des produzierten Stroms.

Quelle:
________________________
Jetzt regt sich diese Unione Sarda darüber auf, daß angeblich zuviel produziert wird und dies dann auch noch 'exportiert' wird.

Ich denke mal, daß auf Sardinien auch mehr Wein produziert als getrunken wird, mehr Pecorino produziert als gegessen wird, und. und.. und....

Am Besten wäre es wohl, zukünftig auf Sardiniens jegliche Überschußproduktion und jeglichen Export zu verbieten.
 
Zuletzt geändert:
...und mit dem Handygebrauch und co importiert man ja auch gerne die seltenen Erden...

eine ganz ähnliche Diskussion wie hier findet auch in der CH statt (Grösse ähnlich wie Sardinien, wobei der Ort des Geschehens eigentlich keine Rolle spielt),Thema Umweltschutz versus Innovation in alternative Energien...
schwieriges Thema, frei nach Adorno: "es gibt kein gutes Leben im falschen..."..oder man kann daran verzweifeln, wenn keine Kompromisse zu finden sind.
 
übrigens:

Selargius: Der Staatsrat lehnt den Einspruch gegen die Aussetzung der Tyrrhenischen Verbindung ab.
Die Petitionsantrag seitens der Verwaltung, das Projekt zu stoppen, wurde abgelehnt.

Keine Aussetzung der umstrittenen Tyrrhenischen Verbindung. Das Urteil des Staatsrats wurde gestern mit der Veröffentlichung des Dokuments offiziell gemacht: „Der Einspruch wurde für unzulässig erklärt und abgewiesen, ebenso wie die Unzulässigkeit eines Aussetzungsantrags“.

Die außerordentliche Beschwerde beim Präsidenten der Republik war von der Gemeinde Selargius über einen Anwalt eingereicht worden, um das Tyrrhenische Kabelprojekt - inklusive zweier Elektrizitätsstationen an Land - zu stoppen, wobei die Aussetzung der Genehmigung durch das Ministerium für Umwelt und Energie beantragt wurde.

Eine vom Staatsrat ziemlich lange zurückgehaltene Stellungnahme, die - ohne auf die Gründe für den Aussetzungsantrag näher und weiter einzugehen - auch die Tatsache unterstreicht, dass das Instrument des außerordentlichen Rechtsbehelfs in Energiefragen nicht eingesetzt werden kann und greift, sondern hierfür nur der TAR (Verwaltungsgericht) zuständig ist.

Quelle:
 
Beppe - zu deinem Eingangsbeitrag. Kann es sein das Du auch glaubst das die Erde eine Scheibe ist ;)
@l200auto
was soll denn diese intime Frage? - Ich glaub', Dein Kopfkino spielt jetzt endgültig vollends verrückt!
Von mir aus kannst Du weiterhin glauben was du willst.
Wenn Du weitere Mitstreiter & Glaubensbrüder suchst, mußte evtl. doch woanders suchen.
 
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@I200auto

dabei hab' ich mich so bemüht, Dir ebenso geistlos & inhaltslos ganz im Stile und ganz wie im Geiste eines Marcel Reich-Ranicki oder auch Hellmuth Karasek zu antworten.

Anscheinend ist mir meine hochprovokative Antwort wider Erwarten doch ganz gut gelungen. Deine Reaktion und Dein augenscheinliches Unverständnis läßt es zumindest vermuten!
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