Auto Hält nicht am Zebrastreifen - Deutsche PKW-Fahrerin überfährt Sardin - tot!

Beppe

Sehr aktives Mitglied
Deutsche SUV-Fahrerin überfährt in Porto Cervo auf dem Zebrastreifen (!) gestern eine 24-jährige Sardin, die an den Unfallfolgen und ihren Verletzungen noch am Unfallort verstarb.

Quelle:

 
Zuletzt geändert:
Man liest doch nahezu täglich darüber, dass Fußgänger auf dem Zebrastreifen ("sulle strisce ") überfahren werden. Insofern also - leider - keine besondere Neuigkeit. Was la Nuova aber besonders hervorhebt, dass es sich um einen SUV mit vielen Zylindern und um eine turistsa tedesca handelte.
Das ist nach meiner Wahrnehmung genau der (schlechte) Stil des Journalismus, den man in D versucht in Zaum zu halten.
 
@Schwabe

man versucht gerade in D aus Gründen aufkommender 'Ausländerfeindlickeit' einen entsprechenden Journalismus dort weitgehendst zu vermeiden bzw. möglichst zu unterbinden.

In I ist mir hingegen eine solche Berichterstattung bisher nicht unbedingt als ausländerfeindlich vorgekommen, noch wird sie m.E. dort deshalb auch so wahrgenommen.

Einzig und allein der Grund, daß ich diese Meldung hier heute eingestellt habe, ist umsichtige und verkehrsangepaßte Fahrweise + Vorsicht! Desweiteren gehen gerade an Zebrastreifen Italiener oft denkend sie seien verkehrsbevorrechtigte Teilnehmer hier unvermittelt auf/über die Straße, was möglicherweise für manche Fahrer aus D befremdlich ist.

Also auf Sardinien unbedingt Achtung (!), langsamer fahren + Augen auf in Sichtweite von/vor Zebrastreifen!
 
Zuletzt geändert:
@Beppe

Alles in Ordnung! Doch beobachte ich häufiger eine (ganz leicht?) tendenziöse Note speziell in La Nuova, wenn es um turisti stranieri, nicht nur tedeschi, geht.
Mal weiter beobachten...
Und ja: sowohl als Autofahrer als auch als Fußgänger muss man große Vorsicht walten lassen. Das wissen wir ja auch vom beliebten Kurvenschneiden und das gilt in derselben Allgemeinheit übrigens auch für D, wurden doch jüngst in Stuttgart in der Innenstadt Leute von einem SUV niedergemäht.
 
Der sardische/italienische Fahrstil war ja hier vor kurzem schon Thema und dabei habe ich schon gedacht, dass es mir und auch meinem Mann auf Sardinien schon passiert ist, dass wir nicht an den Zebrastreifen hielten , obwohl jemand queren wollte. Und dabei ist mir folgendes speziell im Vergleich mit deutschen Zebrastreifen aufgefallen:
- Zebrastreifen sind viel häufiger, teilweise mehrere auf einer Straße im Abstand von vglsw. wenigen Metern, was die "Alarmwirkung" mindert
- sie werden nicht gesondert ausgeschildert/ beleuchtet wie in Deutschland üblich
- es gibt kein Halteverbot unmittelbar vor dem Zebrastreifen, was die Sichtbarkeit auf Personen die hier über die Straße gehen wollen stark einschränkt.
Das alles könnte m.M. nach solche schlimmen Unfälle leider begünstigen.
 
… und extrem oft sind die Striche so verwittert, dass man kaum noch erkennen kann.

Ich bin in vielen europäischen Ländern mit dem Auto unterwegs. In jedem Land ist die Üblichkeit im Umgang mit dem Zebrastreifen anders. In Italien erlebe ich es eher so, das ich, wenn ich am Zebrastreifen anhalte, aufpassen muss, dass mir niemand hintendrauf fährt. Der/die Fußgänger/-in schaut meistens etwas irritiert, aber dankbar. Aus D bin ich eine strenge Handhabung gewohnt, deshalb wundert es mich fast, dass gerade eine Deutsche Beschuldigte ist.
 
Oh je, was für ein Drama. So eine junge Dame, die hatte noch ihr ganzes Leben vor sich.

Ob nun der Verursacher deutsch, sardisch, was auch immer einer Nationalität angehörig war, spielt doch letzendlich keine Rolle. Mir tut das Mädel leid und die Angehörigen.

Zum Thema Zebrastreifen auf Sardinien: die werden von den anderen Verkehrsteilnehmern (sprich nicht Fußgängern, die den Streifen queren wollen) gefühlt deutlich mehr beachtet als früher. Nichtsdetotrotz ist es mir im Mai noch passiert, dass ich von hinten angehupt wurde, als ich mich regelkonform verhalten habe, sprich, die Fußgänger passieren ließ. Welcher Nationalität der "Huper" war, weiß ich allerdings nicht. Querende Fußgänger warten meist am Zebrastreifen, bis tatsächlich die Fahrzeuge anhalten. Sowas kenne ich in D tatsächlich nicht, da gehen die Fußgänger (zurecht!) einfach los. Wobei ich selber schon mal fast umgesemmelt wurde, durch einen beherzten Sprung konnte ich mich vor dem verdammt gut motorisierten SUV retten, an dessen Steuer eine recht betagte Person saß. Die jedoch nur süffisant grinste, als ich ihr zu verstehen gab, dass das nicht ganz in Ordnung war - und anschließend mit Vollgas davonrauschte.
 
Trauriger Vorfall und ja, auch ich wünsch den Hinterbliebenen viel Kraft.

OK, auch in der CH hätten Fussgänger am Zebrastreifen Vortritt....Trotzdem, es ist mein Leben oder Körper der leidet, wenn dies nicht eingehalten wird. Also wart ich mir zu Liebe immer (!) ob das Auto/LKW/Bus anhalten....... Meist sind ja 2 Fahrrichtungen, also müssen Beide stoppen....
Mir fällt einfach extrem auf, dass viele Fussgänger und darunter leider auch Kinder gar nimmer schauen und einfach drauflos laufen. Manchmal sogar 'kurvenartig', so dass der/die Autofahrer quasi Notstopp machen müssen.....
Gegenseitige Rücksicht ist m.E. überall immer noch die beste 'Versicherung'.
 
Niemals!! würde ich in Italien, Sardinien...über einen Zebrastreifen gehen bevor nicht herannahende Autos rechts und links davon stehen...in Deutschland übrigens auch nicht.
Wie schrecklich für die junge Frau und ihre Familie
 
Scheinbar gibt es auf Sardinien auch eine Sonderzone, nähmlich Alghero.
Habe im April dieses Jahr Festgestellt, das in Alghero in den 30 er Zonen auf den Strich 30 kmh gefahrten werden und wenn sich eine Person dem Zebrastreifen, Fußgängerüberweg nähert sofort angehalten wird. Es wir dort wohl sehr genau kontrolliert. Ich war echt überrascht.
lG Klaus
 
Man sollte nie auf seinem Vorrang beharren, auch wenn man diesen hat. Die Ablenkungsmöglichkeiten sind heute vielfältiger wie in früheren Jahren. Man nenne nur dieses Teil, das sich Smartphone nennt und von vielen Autofahrern und auch Fußgängern während der Teilnahme am Verkehr genutzt wird.
Deswegen ist es auch wichtig zu wissen, ob mich der andere Verkehrsteilnehmer wahrgenommen hat.
 
Wegen des bedauerlichen Anlasses ist das Thema wieder aktuell geworden, aber wir haben (fast) alle diesbezüglichen Argumente bereits hier und hier ausführlich durchgesprochen

Was das "Überquerenlassen" von Fußgängern angeht, haben die Diskutanten offenbar unterschiedliche Beobachtungen gemacht. Meine Beobachtung ist, dass die Sarden allermeistens stehenbleiben, wenn ein Fußgänger Anstalten macht, den Zebrastreifen zu betreten. Allerdings sollte man daraus keinen Nationalitätenwettbewerb machen ....
 
Man liest doch nahezu täglich darüber, dass Fußgänger auf dem Zebrastreifen ("sulle strisce ") überfahren werden. Insofern also - leider - keine besondere Neuigkeit. Was la Nuova aber besonders hervorhebt, dass es sich um einen SUV mit vielen Zylindern und um eine turistsa tedesca handelte.
Das ist nach meiner Wahrnehmung genau der (schlechte) Stil des Journalismus, den man in D versucht in Zaum zu halten.
Und wenn das auch angeblich taeglich passiert, sollte man umso mehr Vorsicht walten lassen, m. Erachtens besonders, wenn ich im Ausland bin und eventuell nicht so vertraut mit dem sicherlich anderen Vekehr und auch Fahrverhalten. In ganz Italien, nicht nur in der "Nuova" werden bei Opfern und Taetern, bei Verunglueckten usw. die Nationalitaet genannt. Das ist richtig so und zeugt von korrektem Journalismus.
 
… und extrem oft sind die Striche so verwittert, dass man kaum noch erkennen kann.

Ich bin in vielen europäischen Ländern mit dem Auto unterwegs. In jedem Land ist die Üblichkeit im Umgang mit dem Zebrastreifen anders. In Italien erlebe ich es eher so, das ich, wenn ich am Zebrastreifen anhalte, aufpassen muss, dass mir niemand hintendrauf fährt. Der/die Fußgänger/-in schaut meistens etwas irritiert, aber dankbar. Aus D bin ich eine strenge Handhabung gewohnt, deshalb wundert es mich fast, dass gerade eine Deutsche Beschuldigte ist.
Verwitterte Zebrastreifen ja, kommt vor, aber mit Sicherheit nicht in Porto Cervo.......
 
Prinzipiell war ich dieses Jahr überrascht, über die Disziplin einheimischer Autofahrer am Zebrastreifen. Da hat wohl wirklich ein Lernprozess eingesetzt.
 
Die Fahrerin des SUVs zum Zeitpunkt des Unfalles war Vivian Spohr, die Frau des CEOs der Lufthansa. Tragisch
 
Laut den Zeitungsberichten hat die Fahrerin angehalten und hat Leute den Zebrastreifen passieren lassen, ist aber zu früh wieder losgefahren. Tragisch
 
meines Wissens hat in Deutschland der Fußgänger Vorrang am Zebrastreifen, deshalb halte ich immer an. Im Ausland mache ich das natürlich auch, egal wie da die Regeln sind. Gegenseitige Rücksicht sollte in jedermanns Pflichtbewusstsein vorhanden sein.
 
und die Horrormeldungen nehmen leider nicht ab:

Tödlicher Zusammenstoß heute morgen in Arzachena - Opfer zwei 20-Jährige: sie waren auf dem Weg zur Arbeit ins Aquadream nach Baia Sardinia

Sehr heftiger Zuammenstoß auf der Viale Costa Smeralda vor Arzachena; ein 16-jähriger Junge ist desweiteren in ernstem Zustand, die beiden Frauen, die im anderen Auto fuhren sowie deren gesundheitliche Situation werden ebenfalls als im roten Bereich angegeben.

Die Nuova Sardegna und auch die US berichten, daß es sich bei den Fahrerinnen des gegnerischen Fahrzeugs um 2 Österreicherinnen handelt.

Quelle:

Auf T-Online wird berichtet, daß es sich bei den beiden Frauen allerdings hierbei um 2 Deutsche handeln soll.
 
Zuletzt geändert:
Die Ermittlungen zu dem o.g. tödlichen Unfall in Porto Cervo sind inzwischen abgeschlossen


hier noch etwas detaillierter
 
Die Fahrerin ist der Tötung im Straßenverkehr "omicidio stradale" angeklagt.

Omicidio stradale“ bedeutet auf Deutsch Tötung im Straßenverkehr (oder Tötungsdelikt im Straßenverkehr). Es handelt sich um ein spezifisches italienisches Strafrechtsdelikt (Art. 589-bis c.p.), das tödliche Unfälle durch grobe Verkehrsverstöße, Alkohol oder Drogen mit Freiheitsstrafen von zwei bis zu zwölf Jahren (in schweren Fällen) ahndet (KI)

Vergleich zu Deutschland: Während in Italien ein eigenes, strenges Gesetz existiert, wird ein solches Vergehen in Deutschland meist als fahrlässige Tötung (§ 222 StGB) oder in extremen Fällen als gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr (§ 315b StGB) geahndet (KI)

Das ist heftig, schon der Name des italienischen Gesetzes. Da klingt unser "fahrlässige Tötung" bzw. "gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr" abschwächend, obwohl der Tatbestand gleich ist.
Da kann man sich nur wundern, dass auf Sardinien das Handyverbot und Alkoholverbot am Steuer nicht besonders ernst genommen wird.

Ich denke bei jedem Zebrastreifen auf Sardinien an diesen fürchterlichen, tragischen Unfall. Wie leicht kann da was passieren - Zebrastreifen zugeparkt, undeutlich markiert .....
 
Es scheint dann aber auch eine italienische Besonderheit zu sein, dass dieser Fall, wie es im Artikel der Nuova Sardegna steht, wahrscheinlich durch einen Vergleich abgeschlossen wird, den das deutsche Recht nur für Zivilverfahren, nicht aber für Strafverfahren kennt...
 
Kurzfassung:
Schadensersatzansprüche und -zahlungen z.B. bei Unfalltod in Italien

Das Schadensersatzrecht in Italien differiert in vielen Punkten ganz erheblich z.B. vom deutschen Schadensersatzrecht.
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Schadensersatzansprüche in Italien gleich mit mehreren Anspruchsgrundlagen

Immaterieller Schaden
(Schmerzensgeld/Trauer) - (danno biologico):
Ein durch den Unfall verursachter Dauerschaden wie z.B. auch durch Tod, wird berechnet nach Alter und Schwere (nach der sog. Mailänder Tabelle). Wesentlich höher als in Deutschland. Hinterbliebene (Eltern, Kinder, Ehegatten) erhalten für den Verlust eines Angehörigen leicht >500.000 € und mehr. Für das Opfer selbst wird ein "biologischer Schaden" bis zum Todeszeitpunkt berechnet..

Moralischer Schaden (danno morale): Entschädigung für das Leid der Hinterbliebenen.

Unterhaltsausfall: Ersatz für den wegfallenden Unterhalt für Ehegatten, Kinder, ggf. Eltern/Geschwister.

Materielle Kosten: Bestattungskosten, Sachbeschädigung, Bergung, Krankenhaus, Gerichts- und Gutachterkosten u.ä.m.

Sonstiger materieller Schaden: Unterhaltsausfall für Angehörige,

Wenn in I die Staatsanwaltschaft, das Gericht und die Parteien im Rahmen des Strafverfahrens auch gleichzeitig noch eine abschließende Einigung hinsichtlich einer insgesamten Schadensersatzzahlung finden können, dann dient auch sowas der Beschleunigung und Entlastung des Rechtssystems.
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In D würden vom Unfallverursacher die Gerichts- und Gutachterkosten, sowie allfällige weitere materielle Schäden wie z.B. Krankenhaus- und Beerdigungskosten.u.ä. übernommen.

Für eine 24-jährige (ledige), die noch zu Hause bei ihren Eltern lebt und dann bei einem solchen Unfall zu Tode kommt, würde es ansonsten zu keinen weiteren 'größeren' Schmerzensgeldzahlungen kommen.
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Jedenfalls hat der italienische Anspruch auf Schadenersatzhöhen in den letzten Jahrzehnten vieles aus und vom US amerikanischen Rechtssystem übernommen. Der Forderung und der Aufschrei in solchen Fällen nach noch mehr Geld, ist dann jedenfalls immer wieder immens groß und wird bis zum letzten ausgereizt

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Zuletzt geändert:
So böse es klingt und so kritisch die Wirkung ("freikaufen") sein mag: In letzter Konsequenz haben die Angehörigen vermutlich mehr davon, wenn eine Frau Spohr finanziell in die Pflicht genommen wird als von etwaigen strafrechtlichen/freiheitsbeschränkenden Folgen für sie ...
 
So wird es laufen. Wenn die Familie der Getöteten einen guten Anwalt haben,werden sie wenigstens finanziell gut versorgt. Und Frau Spohr wird sicher kein großes Gezeter machen. Dieselbe Sachlage zwischen Kreti und Pleti und es bleibt nichts außer Trauer....
 
@qwpoeriu

die Dame wird in einem Strafverfahren m.E. mit einem Strafbefehl von ca. € 30.000,-- und 2 J. Bewährungsauflagen davonkommen.

Alle weiteren vom Gericht festgelegten Schadensersatzgelder und sonstigen Gebühren dürften hingegen von der Haftpflichtversicherung des KFZ übernommen werden.
 
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