1. Grazia Deledda: Schilf im Wind. -> amazon.de    Padre Padrone: Roman von Gavino Ledda und Heinz Riedt. Ein erschütternder Roman mit autobiographischem Hintergrund. Deutscher Taschenbuch Verlag bei AMAZON    Gavino Ledda. Die Sprache der Sichel. Bei AMAZON    Accabadora: Roman von Michela Murgia. Ein sardisches Dorf Mitte der fünfziger Jahre. 2011. -> amazon.de    Milena Agus: Die Frau im Mond. Bei AMAZON    Milena Agus: Die Gräfin der Lüfte. Bei AMAZON    Sergio Atzeni: Bakunins Sohn. 2004. Bei AMAZON    Esther Spinner: LAMENTO.  2. Aufl. 2008. Bei AMAZON    Maria Giacobbe: Sardische Jahre. Bei AMAZON    Marcello Fois: Die schöne Mercede und der Meisterschmied: Ein sardischer Roman. 2011. Bei AMAZON    Franco Solinas: Der Fischer im Netz. 1961. Bei AMAZON   
  2. Das Meer und Sardinien von D. H. Lawrence. Reiseeindrücke aus dem Jahr 1919. Bei AMAZON    Ernst Köppen: Mondstein und Aquamarin. Kleine Reise durch Sardinien. 1960. Bei AMAZON    Carlo Levi: Aller Honig geht zu Ende. Tagebuch aus Sardinien. Bei AMAZON    Jakob Job: Sardinien. 1956. Reiseerinnerungen aus den Jahren 1928-1935. Job war Schweizer Reiseschriftsteller. Bei AMAZON    Ingeborg Tetzlaff: Einladung nach Sardinien. Ein Reiseführer. 1. Aufl. erschien 1965. Bei AMAZON    Elio Vittorini: Sardinien, ein Land der Kindheit. Bei AMAZON    Jutta Speidel, Bruno Maccallini: Zwei Esel auf Sardinien. 2011. Bei AMAZON   
  3. Rosa Cerrato: Der Fluch vom Valle della Luna. Bei AMAZON    Bruno Morchio: Der Tod verhandelt nicht. Bei AMAZON    Flavio Soriga: Der schwarze Regen. Bei AMAZON    Michael Dibdin: Vendetta. Bei AMAZON    Marcello Fois: Tausend Schritte. Bei AMAZON    Giorgio Todde: Die toten Fischer von Cagliari. Bei AMAZON   
  4. Fari di Sardegna. Leuchttürme auf Sardinien.(nicht mehr lieferbar). Bei AMAZON    Häuser auf Sardinien. Bei AMAZON    Aldo Nieddu: Orgosolo Der geheime Berg. Wanderungen auf dem Supramonte. 2011 -> supramonte.de    Stefania Böhm: Murales in Orgosolo. Studien zu einer künstlerischen und kunstgeschichtlichen Einordnung in die neue und gegenwärtige Wandermalerei. 2011. Bei AMAZON    Roswitha Till Bruttel: Haus und Weide. Eine Ethnographie von Orgosolo. 1993. Bei AMAZON    Die Banditen von Orgosolo. Portrait eine sardischen Dorfes. Erstveröffentlichung 1964 (Nachdruck 1986). Bei AMAZON    Giulio Bechi: Caccia gross. Scene e figure del banditismo sardo. -> Bei AMAZON    Enrico Costa: Giovanni Tolu. ->ilissol.it   

Sardinien in den 60er und 70 er Jahren

Dieses Thema im Forum 'Kultur' wurde von Forumarchiv gestartet, 5 Januar 2012.

  1. Forumarchiv (Beitrag aus dem alten Forum übernommen)

    Autor: Feuerpferd
    Datum: 09.12.10 22:15

    Dann würde Marco sich aber wohl heute noch ärgern, dass er ihn nicht hat absaufen lassen, oder?

    Grüße aus dem Ruhrgebiet,
    Michaela
  2. Forumarchiv (Beitrag aus dem alten Forum übernommen)

    Autor: antonietta
    Datum: 09.12.10 22:37

    Ja, Marco, das wüsste ich auch gerne...


    Es gab schon skurrile Gestalten in unserer Straße, besser gesagt im oberen Teil der Straße, wo wir wohnten. Männlein wie Weiblein, jung und alt.
    Uns gegenüber wohnte eine Frau, sie hieß zia Giovannica, war ein Jahrgang mit meiner Mutter u. ihre Tochter war (ist) so alt wie ich ( wir spielten auch immer zusammen ). Jedenfalls war sie ziemlich frustriert u. unzufrieden.

    Ihr Mann ging im Morgengrauen aus dem Haus u. arbeitete bei den Bauern in den Bergen u. kam erst in der Abenddämmerung zurück, und das stets zu Fuß. Ich sah diesen Mann jedenfalls immer nur abends oder mal am Sonntag. Ein sehr ruhiger Mann, der seinen Pflichten nachging.

    Sobald er zuhause war, ging das Gezeter los. Zia Giovannica schrie u. wütete auf ihn ein, was sie denn alles den Tag über erlebt hatte u. mit wem sie sich hatte rumärgern müssen. Er sei ja schließlich nicht da u. würde nicht mitbekommen, was sie alles zu ertragen hätte ...usw...
    Und das ganze so lauthals, dass alle Nachbarn es hörten - u. er sagte keinen Mucks. Hat wohl alles in sich reingefressen. Die Leute sagten auch stets: der arme Kerl, das hat er nicht verdient...
    Wenn sie mit meiner Mutter sprach, sagte sie: du glückliche (beata te), du hast 6 gesunde Kinder u. das letzte sogar noch in Germania bekommen. Und mein Mann hat es gerade mal geschafft, mir eins zu machen!!
    Da dämmerte es mir: sie war wohl so frustriert, weil sie ihr einziges Kind erst nach über zwanzig Jahren Ehe mit 41 J. bekam u. gab ihrem Mann die Schuld dafür...
    Auch war sie sehr sehr geizig, feilschte stets mit jedem herum u. wollte am liebsten alles umsonst haben..
    Um so verwundert war ich, dass sie ihrer Tochter wohl ein kleines Vermögen hinterlassen hat, so dass diese sich auf dem Nachbargrundstück ein 2-stöckiges Haus bauen konnte. Meine Mutter sagte stets, die ist nicht arm, sie hat ihr Geld unterm Kopfkissen versteckt.. Wohl wahr..
    Mit ihrer Tochter Mariapaola habe ich bis heute ein herzliches Verhältnis.
    Sie hat ihr Elternhaus nicht abgerissen, sondern hat daneben gebaut..
    Es steht alles noch so da wie früher..

    Eigentlich wollte ich euch die Geschichte mit den Katzen erzählen, jetzt war ich so versunken in Gedanken.

    Also, zia Giovannica hatte zwei Katzen, die hatte sie angebunden an sehr langen Leinen auf ihrem Grundstück. Sie wollte nicht, dass die Katzen frei rumlaufen u. womöglich trächtig nach Hause kommen oder Flöhe mitbrachten. Sowas hatte ich vorher noch nie gesehen!!
    Es kam, wie es kommen musste: da hatte sich doch nachts ein oder mehrere Kater aufs Grundstück geschlichen u. es war passiert!
    Sie war sehr wütend u. was mit den Katzenbabys passiert ist, das könnt ihr euch ja denken...

    Und ihre Tochter hält es heute noch genauso mit den Katzen, angebunden auf dem Grundstück!! Es ist unglaublich - aber wirklich wahr!!
    Die Nachbarn sinds gewöhnt - sagen nix mehr dazu.

    Ist so ein Verhalten nun anerzogen oder vererbt - ich weiß es nicht...
    Auf jeden Fall skurril - wie ich finde..

    Saluti antonietta
  3. Forumarchiv (Beitrag aus dem alten Forum übernommen)

    Autor: P1
    Datum: 10.12.10 12:29

    Echt schön, daß hier weitergeschrieben wird.

    Hans
  4. Forumarchiv (Beitrag aus dem alten Forum übernommen)

    Autor: Sandokan
    Datum: 10.12.10 14:07

    Um es vorneweg zu sagen - Berlusconi wohn nicht in der Costa Smeralda, auch wenn das so von Zeitschriften und Boulevardblättern gerne niedergeschrieben wird - er wohnt in Porto Rotondo und ist eben nicht die Costa Smeralda. Außerdem ist er wie auch Briatore ein Phänomen der 90er Jahre und beide werden von den Bewohnern dieser Gegend weitestgehendst ignoriert.

    Man muß zweierlei wissen: Die Costa Smeralda wurde 1961 auf dem Reißbrett von Karim Aga Khan entworfen, der viele junge Architekten aus der ganzen Welt dazu animiert hat Häuser zu entwerfen - einzig und allein sollten sie die Natur nicht beeinträchtigen, im mediterranen Stil gehalten werden und so wenig auffällig wie möglich sein. Noch bevor die Häuser gebaut wurden, wurden Kanalisationen angelegt, Kläranlagen gebaut und Stromleitungen unterirdisch verlegt - für die damalige Zeit eine unerhört fortschrittliche und ökologische Idee.

    Wer gerne einen kleinen Einblick über die Häuser haben möchte, kann sich beispielsweise folgende Seiten anschauen:

    http://www.couelle.com/
    http://www.scacchetti.com/amoras.html

    Zum anderen muß man sich auch den Kontext der 60er und 70er Jahre vorstellen. Viele Prominente wie George Harrison, Romy Schneider, Alain Delon, Agnelli, Niarkos, Marlene Dietrich, König Juan Carlos und viele andere auch. Die Liste wäre end- und uferlos. Die allermeisten von Ihnen fallen kaum auf - man muß schon zweimal hinschauen um sie zu erkennen und so saß ich selbst schon zwei Stunden neben Peter Gabriel und hatte keine Ahnung, wer das ist (ich hatte noch so ein Bild von einem jungen Mann mit Mäcki-Haarschnitt im Kopf und neben mir saß stattdessen ein alter Mann mit Haarkranz, Bart und trug ausgelutschte Sandalen).

    Sie sind hier gerne unter sich und scheuen die Presse (anders als Briatore und Berlusconi, die sich gerne im Blitzlichtgewitter sonnen und sich gerne in Friseurzeitschriften wiederfinden)....

    Für die Neugierigen unter Euch: Ich habe Jon, Jim, Peter, Hans und Umberto, aber auch Dorothee, Daniela und Eva kennengelernt *g.
  5. Forumarchiv (Beitrag aus dem alten Forum übernommen)

    Autor: antonietta
    Datum: 10.12.10 15:24

    Wow, Marco, du hast zwei Stunden neben Peter Gabriel gesessen u. hast ihn nicht erkannt!
    Er wollte auch wohl nicht ERKANNT werden ! Du hast recht, er hat sich sehr verändert in den letzten Jahren, ist halt älter geworden. Ich hab mal ein Konzert von ihm besucht, 1992 in der Westfalenhalle Dortmund. Dann hab ich vor ca. einem Jahr mal was von ihm im Fernsehen gesehen - ich hab ihn nicht wiedererkannt...

    Aber das macht Sardinien auch so besonders: Leute, die unerkannt werden wollen, bleiben es meist auch.
    Ich hatte auch mal so ein Erlebnis, ist noch gar nicht so lange her.
    2006 im August hatte mich ein Freund aus Kindertagen mit seinem kleinen Motorboot auf eine Spritztour entlang der Küste mitgenommen. Am kleinen Strand Zafferano, der nur per Boot zu erreichen ist, machten wir Halt u. ich nahm ein kurzes Bad im Meer. Der Strand war menschenleer, nur ein Pärchen lag da u. sonnte sich.
    Nach der Rückkehr, als wir schon wieder im Hafen von Teulada waren, fragte er mich, ob ich denn den jungen Mann am Strand nicht erkannt hätte. Ich sagte nein..
    Es war Fabio Cannavaro, ital. Nationalspieler.

    Mein Freund meinte, er sei öfter hier, immer wenn er seine Ruhe haben möchte...

    Ja, so ist das...........aber Marco.......wem hast du denn damals über den Bach geholfen.......

    Gruß antonietta
  6. Forumarchiv (Beitrag aus dem alten Forum übernommen)

    Autor: P1
    Datum: 10.12.10 17:52

    Peter Gabriel? wer ist das denn.
    Aber ich garantiere euch 2 Stunden neben Mario, den erkennt ihr auch wenn ihr nicht wisst wie er aussieht, auch ohne Schnufferanzug.

    Hans
  7. Forumarchiv (Beitrag aus dem alten Forum übernommen)

    Autor: antonietta
    Datum: 10.12.10 18:18

    Hallo Hans,
    das mit Mario, da stimme ich dir voll zu, da hätte ich kein Problem, den zu erkennen, ob mit oder ohne Schnuferanzug, den würd ich glatt an der Stimme erkennen.. (eher an seinem Dialekt).
    Peter Gabriel ist ein bekannter Solo-Musiker - find ich gut -!
    Er war früher Frontmann bei Genesis, und Phil Collins saß am Schlagzeug, sagt dir vielleicht was, eigentlich war er der Kopf der Band, hat sich irgendwann aufgelöst, dann hat er alleine weitergemacht. Hab aber auch länger nix von ihm gehört. Aber das Konzert war sehr schön...

    ich grüß dich.....a..
  8. Forumarchiv (Beitrag aus dem alten Forum übernommen)

    Autor: daisyno
    Datum: 10.12.10 20:27

    aha mario,

    "... jon, jim, peter, hans, umberto ..."

    standen also alle zum kennenlernen am hügel vor poltu qatu?!

    enttäuschten gruß - daisy

  9. Forumarchiv (Beitrag aus dem alten Forum übernommen)

    Autor: Sandokan
    Datum: 10.12.10 21:58

    Naja Antonietta,

    ja, wir saßen beide vor einem sardischen Spezialitätengeschäft und ich kam gerade von einer ausgedehnten Motorradtour zurück und nölte die Eigentümern an, sie solle mir doch ein Brötchen schmieren, weil ich ja doch arg so hungrig sei. Nach langer Bettelei und weil Sie mich ja doch ganz kennt und ich sie um den Verstand gejallert hatte, sagte sie zu mir: "Marco, jetzt halt endlich den Mund und setz Dich draußen zu dem Engländer hin, der wartet auch gerade auf sein Brot".

    So saß ich nun neben ihm und habe mich vorgestellt und er sprach mit mir auf italienisch mit einem starken englischen Akzent nicht wissend, daß ich Brite bin. Wenn ein Eingländer spricht, hört es sich für mich so an, als würden Stan Laurel und Oliver Hardy sich mit mir auf italienisch unterhalten - es ist entzückend (Stan und Laurel sprachen alle Filme die in Italien gesendet wurden selbst auf italienisch und sind hier deswegen Kult).

    Als die Dame dann endlich mit dem Brot ankam, sagte ich zu ihm: "by the way, I'm british" worauf er schallend lachte, sich mit mir seit einer Viertelstunde angestrengt nach Worten suchend auf italienisch zu reden und antwortete: "and by the way, I'm Peter Gabriel", worauf mir die Zwiebelringe im Hals vor Lachen stecken blieben.

    Die Szenerie war zugegebenermaße recht absurd, aber wir haben uns köstlich amüsiert.

    Peter Gabriel lebt ja hier und veranstaltet schon seit Jahren seine Sylvesterkonzerte auf dem kleinen Gemeindeplatz von Arzachena. Da die Sarden so klein sind macht es mir nichts aus irgendwo in der hintersten Ecke zu stehen - ich sehe ihn immer noch sehr gut.

    Freue mich auf kommendes Sylvester, vielleicht singt er ja wieder.

    Marco

    Cannavaro würde ich wahrscheinlich an seinen Augen erkennen und er ist ja öfters hier in Liscia di Vacca und Porto Cervo Marina mit Gattuso unterwegs.
  10. Forumarchiv (Beitrag aus dem alten Forum übernommen)

    Autor: Feuerpferd
    Datum: 01.06.11 17:24

    Hallo Zusammen,

    ich hatte ja angeboten, einige der Geschichten in einem Dokument zusammenzufassen und zu bebildern, was ich auch gemacht habe. Gerade habe ich entdeckt, dass Peter das Dokument nun im Hauptforum auf der linken Seite unter "Sardiniengeschichten" eingestellt hat.

    Grüße aus dem Ruhrgebiet,
    Michaela

    Nachricht bearbeitet (01.06.11 17:25)
  11. Forumarchiv (Beitrag aus dem alten Forum übernommen)

    Autor: daisyno
    Datum: 01.06.11 18:50

    danke, dass du dir die arbeit gemacht hast!
    ich hab aus zeitmangel erst nur einen ganz kurzen blick ´reingeworfen, freu mich aber schon, diese so schön mit fotos angereicherten geschichten nun "en bloque" lesen zu können.

    lieben gruß - daisy

    ... ich melde mich demnächst bei dir


  12. Forumarchiv (Beitrag aus dem alten Forum übernommen)

    Autor: bo-ju
    Datum: 01.06.11 21:35

    Danke dir, Michaela, dass du dir die Mühe gemacht hast und Dank auch an Peter, dass er die Geschichten links hingestellt hat.
    Vielleicht interessiert sich jemand für die alten Geschichten. Mir jedenfalls hat es grossen Spass gemacht in den Erinnerungen zu kramen. Das Paradies, aus dem man nicht vertrieben werden kann. GLG Ju
  13. Forumarchiv (Beitrag aus dem alten Forum übernommen)

    Autor: Sandokan
    Datum: 02.06.11 00:54

    Che bello Bo-Ju.

    hai un'anima meravigliosa. Ja, diese Geschichten interessieren brennend und ich werde immer wieder dazu verdonnert, die von meinen Großeltern Ende der 60er und 70er Jahre angefertigten Alben herauszuholen und die vielen alten Geschichten neu zu erzählen.

    Das Schöne ist ja, daß man ständig Neue erlebt :)

    Marco
  14. Forumarchiv (Beitrag aus dem alten Forum übernommen)

    Autor: Georgie
    Datum: 02.06.11 11:13

    Danke an alle, die dazu beigetragen haben, uns das Sardinien dieser Zeit nahe zu bringen. Ich habe immer bedauert, dass ich erst in den 80ern nach Sardinien gekommen bin.
    Sardinienforum vom Feinsten!

    LG
    Georgie


  15. Forumarchiv (Beitrag aus dem alten Forum übernommen)

    Autor: maripino
    Datum: 02.06.11 11:22

    Das ist echt schön :)) hab ihr toll gemacht da spiegeln sich Geschichten aus den Erzählungen meines Vater wieder....
    Macht Spaß zu lesen Danke dafür.. Und dieser Roller so einen haben wir noch immer....
    Lg. Mary
  16. Forumarchiv (Beitrag aus dem alten Forum übernommen)

    Autor: Feuerpferd
    Datum: 04.06.11 00:28

    Ich habe übrigens meinen Jüngsten in das Dokument eingeschmuggelt. Es ist der Pimpf mit dem eisbekleckerten Gesicht auf Seite 10.

    Grüße aus dem Ruhrgebiet,
    Michaela

    Nachricht bearbeitet (04.06.11 00:30)
  17. daisyno Sehr aktives Mitglied

    ist hier der alte forumsbestand in vollem umfang übertragen?
    jedenfalls würde ich mich sehr freuen, hier noch mehr zu hören zu bekommen.
    gruß - daisy
  18. Forumarchiv (Beitrag aus dem alten Forum übernommen)

  19. daisyno Sehr aktives Mitglied

    ^^^^^^ mal hoffnungsvoll nach oben geschoben ...
  20. bo-ju Sehr aktives Mitglied

    Tja, Daisy,

    Was willst du hören? Die 60er und 70er Jahre des 20. Jahrhunderts sind nun lange vorbei. Was ist davon geblieben?

    Vor ein paar Wochen kam unverhofft ein Anruf aus Canada von einem Inder aus Goa, der damals, als wir wilde Gesellen waren, mit vielen Sarden, Afrikanern und anderen unseren "Treffpunkt des Ausländes" in Köln unsicher machten. Er wäre ein paar Tage in Köln und ob wir uns nicht sehen könnten. Es wäre sicher das letzte mal.

    Diese letzte Bemerkung riss uns vom Sofa und wir fuhren nach Köln. Ihr werdet es nicht glauben, aber in 2 Tagen bekamen wir 7 Leute von damals zusammen. Wäre die Zeit nicht so begrenzt gewesen, hätten wir noch 4 oder 5 andere dazuholen können.Die Kontakte waren ja nie ganz abgerissen.

    Äusserlich gesehen glichen wir den Bewohnern eines Alten- u. Pflegeheims mit sämtlichen vorstellbaren Alterszipperlein. Erspart mir bitte die genaue Beschreibung derselben. Aber wir setzten unsere Gespräche fast dort fort, wo wir sie damals beendeten.Und das Gelächter beim Raussuchen der alten Fotos!! Weisst du noch? Weisst du noch?

    Zwischendurch kam mir Sandokans Frage nach Erfolgsgeschichten in den Sinn. Schade, dass er keine Erfolgsgeschichten der Sarden in Deutschland meinte sondern der Deutschen in Sardinien. Denn die Sarden, die in Deutschland blieben, kamen oft besser voran als auf ihrer Insel. Und wenn Pietros Vater noch so oft zu seinem Sohn sagte: Una die ritornerai a sa pedra cagata (Eines Tages kommst du wieder zurück af den dreckigen Stein), Piè ging nie wieder zurück, nur noch zu kurzen Verwandtenbesuchen. Aber das ist eine andere Geschichte.

    Ju
    Beppe gefällt dies.
  21. Andreas S. Aktives Mitglied

  22. daisyno Sehr aktives Mitglied

    schöne geschichte, ju.
    na, an den alterszipperlein führt leider für alle, die aus den 60er und 70er jahren geschichten aus einem damals schon erwachsenen leben erzählen können, kein weg vorbei. :(
    gruß - daisy
  23. Su Corvo Aktives Mitglied

    Ju, Daisy & alle!
    Ich bin Jahrgang 46, aufgewachsen in einem dt.-nationalen (das war damals in der Nachkriegszeit FDP, sage nur MENDE). Elternhaus. Unser Leben mit seinen Erfahrungen ist ja nicht auf dem Müll der Geschichte gelandet, sondern lebt. Jedenfalls in mir u. euch, hoffe ich. Und vieles hat sich in der BRD seit den 68ern verändert, z.b. die Kindererziehung. Als Dozent in MZ habe ich immer versucht, diese Geschichte zu vermitteln. Nicht ohne Erfolg, eine junge Studentin hat dann bei ihren Eltern A.S. Neill ausgegraben.
    Über "Antiautoritäre Erziehung" habe ich übrigens mal einen kl. Artikel geschrieben, schicke ich euch gerne auf Anfrage per Mail.

    Günther
  24. Georgie Mitglied

    Hallo Günther,

    ich war damals glühende Anhängerin von A.S. Neills "Summerhill"., das meinst du doch, oder? Das waren Zeiten wirklicher Aufbruchstimmung aus der verkrusteten Erziehungslandschaft. Schön war's und faszinierend. Nach Sardinien waren diese "neumodischen" Erziehungsgedanken sicherlich nicht übergeschwappt - da herrschte wahrscheinlich die über allem schwebende, übermächtige Mamma.

    Gruß
    Georgie
  25. daisyno Sehr aktives Mitglied

    hat jetzt nichts mit "sardinien in den 60er ..." zu tun, aber geht mir bloss wech mit "summerhill"!
    wir hatten uns für die erziehung unserer tochter eine eigene mischung aus den theorien von a.s. neill und boris nikitin zusammengebastelt.
    in einem schulaufsatz in der 6. klasse mit dem thema "was würde ich bei meinen kindern anders machen als meine eltern" schrieb unsere tochter sinngemäß "ich hatte eine schwere kindheit, weil meine eltern mir nie grenzen gesetzt haben. das finde ich doof".
    mpf!!

    lasst uns lieber geschichten über sardinien hören.
  26. Su Corvo Aktives Mitglied

    Unser Sohn ist hier im Dorf vor bald 20 Jahren in die Grundschule gegangen - die Lehrerinnen waren freundlich, aber autoritär. Und so ist es auch heute noch. In der Kindergartenlandschaft (scuola materna) sah u. sieht es anders aus. Ich habe viele Kindergärten von innen gesehen, nicht nur in der Emilia Romagna (die sog. Reggio-Pädagogik ist da eher nicht sinnstiftend!), sondern auch auf Sardinien u. war immer angetan davon, dass vorschulisches Lernen u. Förderung von Kreativität, kein Gegensatz sein müssen.

    Übergeschwappt ist nach Sardinien aber in den 70er Jahren die von Franco Basaglia angestossene Psychiatriereform, auf Sardinien wurden mit die ersten "autonomen" Wohngruppen realisiert. Deren Ende kam mit der pseudosozialistischen Craxi-Regierung, die den Projekten den Geldhahn zudrehte.
  27. Su Corvo Aktives Mitglied

    Hallo Georgie, daisyno & u. alle anderen,

    "Geschichten von u. über Sardinien" aus den 1960er u. 70er Jahren (diese Jahre sind doch kein Museum, sondern wichtig im Gegenwartsbezug) können auch welche von uns im Jahr 2012 u. unserer persönlichen Biografie wichtige sein, wenn sie einen Bezug zum Thema haben. Z.b. die Frage von Georgie, ob "antiautoritäre" Erziehungskonzepte auch auf Sardinien eine Rolle gespielt haben. Das ist doch im dt.- Ital./sard.Vergleich spannend.

    Daiysy, ich sage mal: Der Aufsatz eurer Tochter ist doch ein Zeichen für den Erfolg eurer "freien" Erziehung. Rebellion gegen die Eltern. :)

    Mein Freund Arnfrid Astel, Dichter aus dem Saarland, hat es in einem seiner Epigramme mal so formuliert:
    "Wir hatten schlechte Lehrer, das war eine gute Schule!"

    Günther

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