Zoll für Lieferung aus Nicht-EU Ländern

Antarktis

Mitglied
Ihr Lieben, welche Erfahrung habt Ihr gemacht, wenn Ihr eine Lieferung aus einem Nicht-EU Land erhaltet auf Sardinien? Es geht konkret um Lampen aus Thailand, aber grundsätzlich - wie ist das mit dem Zoll, welche Gebühren zahlt Ihr dann und wie vergleicht es sich mit Deutschland und kommen die Sachen gut an? Danke für Eure Erfahrung!
 
Bei der Einfuhr aus Nicht-EU/EWR-Ländern nach Italien wird die IVA fällig, bei einem Warenwert über 150€ kommen Zollabgaben (dazi) hinzu, die Höhe richtet sich nach der Art der importierten Ware. Näheres zu den Regelungen und der Höhe der Abgaben finden sich auf der Seite der Agenzia Dogane.
 
Die Importware sollte auch entsprechenden Qualitätsmaßstäben entsprechen.

Auf jeden Fall für elektrische/elektronische Geräte eine Zertifizierung (vorher!) anfordern und nachweisen lassen, wie z.B. eine ISO 9001 oder CE-Zertifizierung (letztere z.B. auch zusätzlich durch TÜV oder auch VDE Zertifizierung). CE-Zertifizierung sollte übrigens grundsätzlich und immer (!) nachgewiesen werden.

Sicherstellen, daß die Importware keine nachgemachte Kopie ist!
Bei nachgemachten Waren können diese direkt vom Zoll konfisziert und vernichtet werden.
Dann um Gottes Willen, bloß die Sendung nicht noch annehmen (Annahme verweigern) / nicht akzeptieren (so kommt man dann zumindest noch um Zahlung der USt rum!) und um ein evtl. nachgängiges Verfahren!

Zollübergang (Ort/Land der erstmaligen Empfangs-/Bestimmungsannahme innerhalb der EU)

Warenpreis
+ Verpackungsgebühren
+ Versandkosten
= Netto-Importpreis (hierauf wird die USt berechnet: z.B. in Italien 22% USt /in D = 19% USt).

Im übrigen sollte man sich u.a. beim Import aus Fernost und anderen Nicht-EU-Ländern in die EU noch die folgenden Bestimmungen und Regelungen reinziehen und verinnerlichen:
CE Zertifizierung
RoHS-Konformität
WEEE-Konformität
Einfuhrerklärung
EORI-Nummer
Tarif-Code
Produktbeschriftung und -kennzeichnung

Auch alles im Detail nochmals nachzulesen auf:
 
Die oben verlinkten Richtlinien beziehen sich im wesentlichen auf Importe durch Unternehmen, die ausländische Waren in der EU in Verkehr bringen wollen. Z.B. ist die CE-Kennzeichnung für Privatimporte irrelevant, da die Waren nicht zum Verkauf in der EU bestimmt sind. Die Anforderungen für Privatimporte sind deutlich geringer. Mehrwertsteuer und Zollabgaben müssen natürlich auch von Privatpersonen geleistet werden. Produkte aus geschützten Materialien (z.B. Lampen aus Schildpatt) dürfen auch zur privaten Nutzung nicht eingeführt werden.

Persönlich bin ich der Auffassung, dass es in D/EU ausreichend Quellen für Waren z.B. aus Asien gibt, bei denen man sich nicht mit Zollregelungen herumplagen muss. Hat man im Urlaub einen Gegenstand gesehen, von dem man meint ihn unbedingt besitzen zu müssen, geht das i.d.R. ohne grössere Probleme. Wir durften sogar ein Blasrohr mit Pfeilen aus Malaysia mit an Bord nehmen (die Pfeile wurden von der Besatzung bis zum Ausstieg in Sicherheitsverwahrung genommen) und der Zoll hat sich die Teile interessiert angeschaut, aber auf eine waffenrechtlichen Beurteilung der Blasrohre verzichtet.
 
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