Sard. Essen Was denkt der höchst dekorierte Koch Sardiniens über die sardische Esskultur?

Hans-Peter Bröckehoff

Sehr aktives Mitglied
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In einem ausführlichen Interview geht Sterne-Koch Roberto Pezta kritisch auf gastronomischen Entwicklung auf der Insel ein und erklärt die Bedeutung, die die Ausgangsprodukte aus der Heimatregion für seine kreative sardische Küche sind


Es sind wieder neue Beitrag auf www.sardinien-auf-den-tisch.eu erschienen. Neben dem Interview mit Roberto Petza (http://www.sardinien-auf-den-tisch....-erbe-spitzenkoch-roberto-petza-im-interview/) gibt noch zwei neue Nachrichten – eine über zwei Preise, die das sardische Bier Ichnusa bei einer großen Verkostung ind Belgien gewonnen hat und einer über der Relaunch der Website sardinen.com.


Außerdem noch der Hinweis: Wer regelmäßig über die Neuigkeiten auf www.sardinien-auf-den-tisch.eu informiert werden möchte, sollte sich für den Newsletter der Website (www.sardinien-auf-den-tisch.eu/newsletteranmeldung/) eintragen.


Buone feste

Hans-Peter Bröckerhoff
 
Die Einlassungen zum Essen und dem Verhältnis zu den industriell produzierten Nahrungsmitteln sind klasse!

Gegen diese Entwicklung bräuchten wir eine Agrarpolitik, die es bis heute noch nicht gibt. In jeder Wahlperiode (der Regionalregierung) wird eine andere, sich von der der vorhergehenden unterscheidenden Agrarpolitik umgesetzt, ohne darüber nachzudenken, was wir wirklich brauchen. Und pünktlich jedes Jahr kommen die selben Probleme wieder auf den Tisch, und es erhöht sich die Zahl der Landwirte weiter, die ihre Arbeit nur noch tun, um Zuschüsse vom Staat oder von der EU zu erhalten. Das Übel Sardiniens ist, seit zu vielen Jahren mit Unterstützungsleistungen überlebt zu haben. Diese Form der Politik verdirbt jede Lust, selbst etwas zu unternehmen. Nehmen Sie nur Siddi, wo ich das Restaurant eröffnet habe, hier lebt 65% der Bevölkerung von der Arbeitslosenunterstützung. Das ist ein echtes Generationsproblem, und ich denke, es wird mindestens fünf weitere Generationen brauchen, um eine Änderung der Subventions-Mentalität in Gang zu bringen.

Was das angeht, springt er mir ein wenig zu kurz ... gerade, was die Agrarpolitik angeht und ihre folgen auf die Menschen vor Ort angeht, halte ich es für fraglich, ob eine einzelne Region in einem Staatsgebilde so viel bewegen kann (dass es besser geht, als derzeit, ist unbestritten). Aber das sind Fragenstellungen, für die es die EU braucht. Allerdings auch Fragestellungen, in denen die EU seit Jahren völlig versagt ... :rolleyes:
 
Die Agrarpolitik in der EU wird doch seit Jahrzehnten nicht mehr wesentlich von den Mitgliedsstaaten oder gar deren Regionen bestimmt. Alle hängen am Tropf der EU-Fonds. Aber jeder Mensch hier auf der Insel ist doch frei, auf seinem Grundstück (zu privaten Zwecken) Acherbau und Viehzucht zu betreiben wie er will. Nur haben die jüngeren Leute darauf keinen Bock mehr. Obwohl sehr viele ohne Arbeit sind. Sie "überwintern" lieber im "hotel mamma".
Und wenn R. Petza über den Verlust des "gastronomischen Erbes" jammert, kann ich nur sagen, so ist es nicht. Die sog. Ausgangsprodukte gibt es, aber viele Restaurants wollen oder können daraus keine sardische Küche mehr machen. Dann sollen diese Gaststätten eben eingehen, habe kein Mitleid.
Ich kenne aber auch Gegenbeispiele, für meine Region unter "Essen u. Trinken" oder z.b. im Fohrer-Reiseführer Sardinien erwähnt.
 
Lieber @Hans-Peter Bröckehoff
erst durch deinen Beitrag im "Sardinian Cookbook" habe ich mich intensiver mit deinem Thema hier beschäftigt. Vielen Dank. Ich habe mich sofort für die Zusendung des Newsletters angemeldet. Super. Ich freue mich.

Buon anno nuovo
Georgie
 
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