Restaurant Take-aways, Snackbars & Co Untergang der sardischen Esskultur oder Bereicherung für Einheimische und Touristen?

Georgie

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Immer mehr entstehen in sardischen Orten sog. Take-aways und Snackbars, in denen man kleine Mahlzeiten direkt an Tischen einnehmen kann, nicht nur in touristischen Orten am Meer. Ist das der Untergang der sardischen Esskultur?

Restaurantbesuche sind für Touristen, besonders für Familien mit Kindern auf Sardinien immer ein gewisses Problem wegen der üblichen Öffnungszeit abends ab 20 h gewesen. Inzwischen ist man sich offensichtlich zunehmend des Problems bewusst, Pizzerien und Restaurants öffnen oft schon etwas früher , und es entstehen Take-aways und Snackbars mit Sitzmöglicheit, was noch vor einigen Jahren undenkbar war.

In Orosei z.B. gibt es jetzt einige Snackbars ohne Restriktionen der Öffnungszeiten und seit neuem sogar einen Top Döner Kebab-Imbiss. Wer jetzt den Kopf schüttelt und diese Entwicklung bedauert, könnte unrecht mit seiner ablehnenden Haltung haben. Dieser Kebab-Imbiss ist ein „Kebab sardo“, es wird ausschließlich sardisches Fleisch für Kebabs und Hamburger etc verwendet, die Rezepte sind so abgewandelt, dass man Sardinien immer noch schmeckt – sardisches Brot wie pane carasau, pane lentu, als Käse wird sardischer Pecorino und sardische Käsecremes verwendet. Geöffnet schon ab 19 h, mittags für ein schnelles, einfaches Mittagessen auch geöffnet.

Es gibt noch andere Möglichkeiten der schnellen kleinen Mahlzeiten. In einer Eisdiele in Orosei gibt es nicht nur Eis und traditionell Getränke, man kann auch zu jeder Tageszeit warme Snacks, sogar Primi, warme Toasts etc .in gewohnt guter sardischer Qualität bekommen, schnell nach dem Strandbesuch oder auch mal zwischendurch.

Ich finde, dass diese neue sardische Art der Schnellimbisse nicht die sardische Esskultur zerstört, sondern eine schon längst überfällige, zeitgemäße Sache ist, für junge Leute und auch einheimische Berufstätige, die nicht so viel Zeit aufs Essen verwenden wollen, und natürlich für Touristen. Ich denke, den lokalen Restaurants tuen diese Schnellimbisse keinen Abbruch. Wer nett abends aus essen gehen will, tut das trotzdem.
 
Im Crai Extra von Farci in Muravera gibt es auch seit einigen Monaten recht gute Küche - alles zum Mitnehmen: von Salaten bis Paella, von Hühnchen bis Fischgerichten oder Lasagne ist für jeden Geschmack etwas dabei (gekocht wird direkt vor Ort) und wird sowohl von Einheimischen als auch von Touristen gut angenommen.
 
Hi,

das einzig Beständige ist die Veränderung.

Auch auf Sardinien haben sich die Lebensumstände schon immer geändert, vielleicht etwas langsamer als in anderen Regionen aber Veränderungen gab es schon immer.

Wenn die Menschen das alte mögen und lieben wird es nicht komplett aussterben aber eben durch neues ergänzt und erweitert werden.
Das Angebot für Touristen ist ja immer dem aktuellen Trend unterworfen, aber wenn es die Einheimischen auch annehmen ist das doch eine positive Bereicherung.

Ich habe bei meinen Planungen einige "Food Trucks" gefunden, zumindest die sardische Variante davon.

Z.B. in Bosa -> Klick

Oder Villasimius -> Klick

Sieht für mich für eine schöne Ergänzung des bestehenden Angebots aus.

Ein klassisches Abendessen werden wir wegen der Kinder wohl wirklich nicht machen können, denn nach 20 Uhr womöglich noch über mehrere Stunden das würde einfach nur Stress bedeuten für die Kinder und für uns Eltern auch.


Gruß Tobias
 
Auch wenn ich grundsätzlich traditionelle Gerichte liebe finde ich es dennoch gut immer auch mal was neues auszuprobieren - also als Koch...
Wenn wir Menschen das nicht seit Urzeiten schon gemacht hätten, wären wir nie zu dem geworden, was wir heute sind.

Und gerade bei den Speisen kann man auf wunderbare Weise traditionelle und moderne Varianten verbinden. Sei es nun bei den Materialien oder den Herstellungsweisen.

Die Sachen vom Villasimius Food Truck sehen auf den Bildern schon sehr lecker aus... werde ich mir dann mal live anschauen müssen ^^
 
Mc Puddu ist in Cagliari und Santa Maria Navarrese mittlerweile ein sehr anerkannter Laden für (Chicken) Burger, aber eben im sardischen Stil. Finde ich nicht schlecht, da der klassische Restaurantbesuch mit primo und secondo für eine Familie schon ein richtiges Loch in die Urlaubskasse reisst und nicht jeder Lust hat, jeden Abend fein zu dinieren. Von daher sind die Junk-Food-Läden sicherlich eine Ergänzung, solange Sardinien nicht nur aus solchen besteht. Da habe ich aber keine Sorge.
 
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