Solaranlage

Forumarchiv

(Beitrag aus dem alten Forum übernommen)
Autor: -Markus-
Datum: 07.12.11 03:40

Hallo Zusammen

Hat schon ein User Erfahrung mit den Solaranlagen, welche von ENEL mit jeder KW/h subventioniert werden, gemacht?

Bekannte bekommen für jeden KW im ersten Jahr glaube ich 45cent, im 2. 43cent usw. allerdings leben sie hier. Mein Mann ist zwar Sarde aber wir leben im "Ausland". Das würde ja in unserem Fall Geld einspielen, soviel wie dann produziert wird können wir denke ich nicht verbrauchen.

Es Grüsst
Markus
 
Autor: Solar11
Datum: 11.12.11 22:24

Hallo Markus,
im Jahre 2012 bekommst Du lt. Conto Energia IV ca. 0,36 €/kWh für eine Anlage mit 5 kWp. Das ganze kannst Du finanzieren lassen über eine italienische Bank und hast immer noch Geld übrig, wenn Du die Finanzierungskosten (Zins+Tilgung) durch die regelmäßige Einspeisevergütung abträgst. Kannst Dich auch informieren über unsere Website www.pronet-energy.eu
Eine Wirtschaftlichkeitberechnung kann ich Dir auch zusenden, falls gewünscht.

Solar11

Autark durch Solar - die Chance für Sardinien
 
Autor: siyam
Datum: 15.12.11 15:45

na super, ein dt. Unternehmen, welches Solaranlagen in Italien nein, auf Sardinien anbietet. Gibt doch schon genug italienische Unternehmen, die seit Jahren damit beschäftigt sind, sich ihren Marktanteil hier zu sichern!
Oder kommt ein deutsches Unternehmen eher an die Genehmigung von ENEL, an einen Bankkredit - der von einer ital. Bank genehmigt werden soll - oder eventuell sogar eher an die Bezuschussung? Ich glaube wohl kaum!

Erst muss einmal ohnehin ein Antrag an die ENEL gestellt werden, es muss ein erreichbarer Strommast da sein um einspeisen zu können, wenn nicht muss der auch noch vorher aus eigener Tasche finanziert werden. Ein Vertreter von ENEL macht noch eine Ortsbegehung und ENEL legt fest bis zu wie viel KW man überhaupt draufbauen darf.
Hofft man auf Subvention ist man der Depp der Comune, der ENEL und der Regierung. Ständig werden diese gekürzt, auf Eis gelegt, kurzfristig auf bereits langwartende Investoren mal rasch zugeteilt, dann wieder still gelegt.
Will man sich das Geld von der Bank leihen, bekommt man dies ohnehin nur unter erschwerten Bedingungen und muss lang drauf warten. Hat man das Geld bereits oder muss gar nicht leihen ist man dennoch abhängig von der Comune und ENEL. Wenn die nämlich nicht wollen, dass man daran verdient, dann stellen sie sich ohnehin quer und lassen einen an der langen Hand verhungern.

Standort Sardinien zu erneuerbaren Energie: Daumen hoch!
Durchsetzung dieses Unterfangens: ein ganz starkes Nervenkostüm und genug finanzielle Mittel und viel Geduld.

LG
 
Autor: -Markus-
Datum: 15.12.11 15:57

@siyam
vielen Dank für die ehrlichen Worte.
Dann werde ich mal bei ENEL und der Comune Klingeln putzen gehen ;)

Nehme mal an, das nicht viele in diesem Forum dies machen. Wichtig wäre für mich gewesen ob ich als nicht Residenti dies überhaupt bewilligt bekomme.

LG
Markus
 
Autor: siyam
Datum: 15.12.11 20:45

@Markus,

weshalb ich mich eigendlich eingeklinkt hatte auf das Thema, war die Antwort, die ich dann vergass noch dazu zu geben.
Nein, als Nicht - Residente bekommt man keine Solaranlage genehmigt - aus steuertechnischen Gründen.
Wie gesagt - es ist ein Zusammenspiel zwischen ENEL - Comune - Regierung und evtl. Bank (wenn es um eine Finanzierung geht) und deshalb ist Grundvoraussetzung überhaupt eine angemeldete Residenz in dem Haus.

Ein Nicht - Residente kann nur als Investor auftreten.

Es ist alles etwas kompliziert. Schon allein die Bedingungen um eine Residenz anzumelden, wenn man noch den Hauptwohnsitz im Ausland behalten will ist seit einem halben Jahr schier unmöglich. Die Zeiten haben sich geänderten, die Gesetze ebenfalls und nun legt jede Comune ganz viel Augenmerk auf seine tatsächlichen Einwohner.

LG Simone
 
Autor: **Ingrid**
Datum: 15.12.11 21:08

Es gibt Mittel und Wege. Du muesstest jemanden kennen, bei dem Du Deinen Wohnsitz anmeldest, bzw. unter dessen Adresse Du dann Deinen Codice Fiscale erhalten kannst.

Der Rest stimmt, wie beschrieben, der Weg ist mehr als steil und holprig, kaum eine Genehmigung bekommt man einfach so, diejenigen, die damit arbeiten erteilen meist einem ansaessigen Ingenieur mit Beziehungen oder Bekanntschaften bei Gemeinde/Enel/Provinz/Regione usw. den jeweiligen Auftrag all diese Dinge gegen Geld fuer sie zu erledigen.

Einfach ist dieses Unterfangen sicher nicht und der Satz von Siyam passt wie die Faust aufs Auge:

ein ganz starkes Nervenkostüm und genug finanzielle Mittel und viel Geduld....

Gruss aus Cagliari
Ingrid
 
Autor: Solar11
Datum: 18.12.11 04:17

Also nochmal für alle "Experten" hier.
Das Conto Energie IV regelt die Einspeisevergütung in Bezug auf die unterschiedlichsten Photovoltaikanlagen in Italien. Sehr shön nachzulesen bei:
http://www.tis.bz.it/doc-bereiche/ren_doc/pdf/4.-conto-energia-de.pdf auf Deutsch.
Blödsinn ist eine "Bezuschussung", denn was soll die auch, wenn der Nutzer seinen Strom verkauft. Zusätzlich zu der Einspeisevergütung gibt es aus dem Stromverkauf de GSE “Ritiro Dedicato” einen Satz von:
Leistung der Anlage pro Jahr bis 500.000 kWh 0,1034 €/kWh
Eine 5 kWp-Anlage bringt im Jahr ca. 7.000 kWh pro Jahr und der Nutzer erhält somit 7000 kWh x 0,3504 € = 2.452,00 €(p.a und das 20 Jahre lang. Eine Anlage dürfte in diesem Rahmen höchstens ca. 13.000 € kosten komplett mit Montage.
Nimmt der Nutzer ein Darlehen auf, benötigt er meist 20% Eigenkapital, je nach Bank. Dies finanzieren fast alle italienischen Banken. Nur nicht für Deutsche, die dort kein Konto haben, weil diese Banker halt träge sind und die Banken mit einem System aus dem vorigen Jahrundert arbeiten sowie jede Anfrage mehr Arbeit bedeutet bei gleichem Gehalt. Dies haben besonders die Sarden nicht so gerne.
Genauso ist es bei den Mitarbeitern der ENEL. Ist aber auch alles eine Frage der Mentalität von Süditalienern. Wenn man jedem Italiener das Handy wegnehmen würde, wäre das BIP doppelt so hoch. Die ENEL ist allerdings verpflichtet 30 Tage nach Fertigstellung die Anlage anzuschliessen, sonst müssen die Strafe zahlen. (Das hat noch Berlusconi fertiggebracht)
Sie btauchen eine Steuernummer, ohne die Sie hier kein Mensch sind, weil die Einspeisevergütung hier mit 31% versteuert werden muß. Die Anlage können Sie auch nicht selbst planen und anschliessen, weil dies ein eingetragenes Fachunternehmen, genau wie in Deutschland machen muß, was auch vollkommen in Ordnung ist. Auch benötigen Sie keinen "Strommast" in der Nähe, weil der Einspeisezähler, direkt neben dem üblichen Stromzähler gesetzt wird und auch dort eingespeist wird. Hier verwechselt man das wieder mit gtroßen Anlagen, wobei 15-20 KV-Leitungen erforderlich sind.
Gehen Sie am besten zu einem italienischen Photovoltaikbetrieb, der bei der ENEL eingetragen ist, der Ihnen die Planung, Lieferung und Montage durchführt. Somit haben Sie keinen Stress, Lauferei und Ärger.

Siyam
Wir brauchen keine Marktanteile, denn wir bauen hier richtige Photovoltaikanlagen im 2 stelligen MW-Bereich, genauso wie in Deutschlandund und Spanien.
Was Solarthermie oder anderen Energiemix betrifft habe ich mir das "Missionar" spielen abgewöhnt bei den Südeuropäern. Wegen mir können die im Sommer die elektrischen Klimaanlagen bis zum Anschlag aufdrehen und im Winter Gasflaschen schleppen oder Elektoheizungen anwerfen und somit die Umwelt aufheizen, obwohl genug Energie das ganze Jahr kostenlos vorhanden ist. Es gibt ja hin und wieder auch intelligente Hausbesitzer oder Industriebetriebe, sowie Hotels, die eben auf keinen Komfort verzichten wollen und dies eine Frage der Existenz ist, wenn man 90% Energie einsparen kann.

Solar11

Autark durch Solar - die Chance für Sardinien
 
Autor: siyam
Datum: 18.12.11 14:29

zitat:"Siyam
Wir brauchen keine Marktanteile, denn wir bauen hier richtige Photovoltaikanlagen im 2 stelligen MW-Bereich, genauso wie in Deutschlandund und Spanien."

Wo in Sardinien? Welche von den - an einer Hand abzählbaren Anlagen - wurde von Ihrem Unternehmen gebaut?

weiteres Zitat: "Wegen mir können die im Sommer die elektrischen Klimaanlagen bis zum Anschlag aufdrehen und im Winter Gasflaschen schleppen oder Elektoheizungen anwerfen und somit die Umwelt aufheizen, obwohl genug Energie das ganze Jahr kostenlos......."usw. samt dem restlichen Satz:
Meine Antwort: das lässt sich so leicht daher sagen, weil man ja in Deutschland noch nie was von Atomkraft gehört hat, dort natürlich den Strom aus Kuhdung und Baumwolle produziert und deshalb zeigt man auf ein Land in dem es keine Atomkraftwerke gibt und brüstet sich als ÖkoApostel.
Die Sarden sind dumm, weil sie sich keine Photovoltaik auf das Dach setzen und so weiter und so fort..... Schon mal hinter die Kulisse geschaut SOLAR11?
Warum sollte ENEL jeden mit einen Blumenstrauß empfangen und Gelder zahlen und so den eigenen Gewinn schmälern, wenn die selbst das Monopol haben und Millarden von Euro in Windkraft investiert haben und so den Großteil des Stromes produzieren? An jemanden nun der daher kommt auf den Umweltverschutzer Sardinien zeigt und sagt nur Photovoltaik ist das einzigste erneuerbare richtige Ding? Klar sind die Resourcen da, klar sind die von der Natur gegebenen Bedingungen hervorragend dafür, gar keine Frage. Aber geht es nicht immer um den Gewinn?

Keine Sorge, ich bin absolut für Photovoltaik und andere erneuerbare Energie. Zwischen Wunschvorstellung und Realität - kostenlose Energiegewinnung die auch noch einen Verdienst einbringt - liegt oft ein Meer. In diesem Fall das Mittelmeer. Auch ich weiß, dass der produzierte Strom aus Windkraft kommt (hier in Sardinien) der, der aber aus meiner Steckdose ist vom franz. Atomkraftwerk. Das wissen auch ganz viele Sarden und die sind nicht blöd.

Das ist nicht der springende Punkt. Weshalb ich jetzt leicht angepinkelt bin ist: warum bietet sich ein dt. Unternehmen an in Sardinien Photovoltaik - Anlagen zu installieren?
Die Frage von Markus war: hat jemand bereits damit Erfahrung? Meine habe ich geschrieben! Wenn man eine Kostenaufstellung aufführt und sich anbietet diese persönlich zuzuschicken, will heißen, man ist an einem Auftrag interessiert und will eine Anlage verkaufen. Spricht nichts dagegen, aber gibt es nicht in Deutschland noch genug Reservoir abzudecken?
Auch hier gibt es genug Firmen, die patent und technisch versiert sind und durchaus in der Lage, eine Photovoltaikanlage zu installieren samt allen Papierkrieg.
Meine Frage wurde nämlich nicht beantwortet: hat Ihre Firma dieses Kontakte zu einer ital. Hausbank beispielsweise, Zusammenarbeit mit ENEL, etc.?
Eine Hausanlage ist etwas anderes, das weiß ich auch und diese kann eben Markus nicht installieren, da er keine gemeldete Wohnhaft hier hat. Demzufolge keine Steuernummer, etc.
An mich dann aber direkt eine solche Antwort zu schreiben, finde ich schon merkwürdig und zickt mich an. Ich will keine Anlage verkaufen. Habe aber genug Erfahrungen damit gesammlt, denn es gibt genügend in meinem näheren Umfeld, die gerne Photovoltaik auf ihr Dach möchten und auch die, die eine große Anlage wollen um damit zu verdienen. Noch fast niemand hat seine installiert, geschweige denn in Betrieb. Manche warten schon fast 2 Jahre auf Genehmigungen.

Noch was: Das Wort, oder besser meine Wortwahl: Bezuschussung als Blödsinn zu bezeichen. Gemeint sind Zuschuss - Subvention auf ital. suvvenzione oder incentivi ...= Prämie, nur weil ich nicht im Fachjargon schreibe, heißt das nicht, dass ich weniger Ahnung habe.

Für mich ist das Thema damit beendet.
Simone


 
Autor: Solar11
Datum: 18.12.11 16:23

Siyam

kann es sein, daß wir vielleicht von unterschiedlichen Inseln sprechen. Also ich beziehe die ganze Sache auf Sardinien. Wer 2 Jahre auf eine Einspeisevergütung wartet, der muss wohl etwas falsch gemacht haben.
Die ENEL wird zwar keinen mit einem Blumenstrauß empfangen - darauf stehe ich absolut nicht- aber die Einspeisevergütung muß gezahlt werden, weil dies nämlich gesetzlich verankert ist. Photovoltaik-Anlagen werden täglich hier angeschlossen und es sind mittlerweile Anlagen im 3 Stelligen Megawattbereich in Betrieb.
Nun bin ich absolut kein Ökoapostel, sondern mache nur meinen Job als Ingenieur. Außerdem kenne ich Sardinien schon aus meiner früheren Zeit als Soldat in Decimomanu und muß nicht hinter die Kulissen schauen um fest zu stellen wie die Sarden ticken. Ebenfalls muß ich mir die Menatlität auch nicht aneignen und mich anbiedern, sonst ist eine Firma schneller pleite als sie denken. Es gibt weiß Gott schönere Arbeitsplätze als Sardinien womit ich nicht die Umgebung meine. Allerdings lerne ich gerne auch willige Sarden an und schaffe denen auch Arbeitsplätze. Vor allem suche ich hier keine Aufträge, damit bin ich für die nächsten Jahre versorgt und wenn ich eine Wirtschaftlichkeitsberechnung anbiete, die ich in 5 min erledigt habe, so möchte ich dem Schreiber einen Durchblick verschaffen. Soll es auch noch geben. Empfohlen habe ich auch eine einheimische Firma, damit alles glatt geht.
Die Frage mit der Hausbank kann ich Ihnen auch beantworten. Gute einheimische sardische Firmen machen die Zwischenfinanzierung, wobei der Endkunde dann das Darlehen der italienischen Bank übernehmen kann. Einfach mal hingehen und Fragen.

Autark durch Solar - die Chance für Sardinien
 
Autor: Haustechnik-Toskana
Datum: 19.12.11 16:22

Hallo alle zusammen,
ich finde die Diskussion sehr spannend, kann aber nicht verstehen wer die Fachfirma ist und wer aus Erfahrung spricht. Wir verkaufen und installieren überwiegend in der Toskana Fotovoltaikanlagen und erledigen die gesammte Bürokratie.

wie schon gesagt worden ist gibt es in zwei verschiede Vergütungsvarianten für den erzeugten Strom. (privat und gewerblich)
Für die meisten Hausbesitzer ist die private Variante (cambio sul posto) die bessere. Die Anlage wird an Hand des zu erwartenden Jahresstrombedarfs des Haushaltes ausgelegt. Die meisten privaten Hauser (Ein Familienhaus) benötigen zwischen 3 bis 6 kwp Anlagen.
Es gibt wie Tarife welche zusammengerechnet werden.
1. Der verbrauchte Strom wird mit dem Produzierten Strom verrechnet Kw per Kwp, solange die Anlage arbeitet. Hochwertige Module leben länger.
2. Für jedes getauschte kw gibt es eine Vergütung, die richtet sich nach Anlagengröße und wird immer mal nach unten angepasst.
Wenn das alles beachtet ist, ist die Anlage ihre Inversionskosten nach 7 bis 8 Jahren wieder eingespielt.


Wer Interesse hat an einen gut funktionieren Anlage, für den werden wir gern auch auf der Insel tätig. (cavi in mono) wie man so sagt.
unsere Firm abaut nach bauen nach deutschem Standard udn ist in Italien und Deutschland eingetragen udn zugelassen.

Viele Grüße und ein schönes Weihnachtsfest.



Nachricht bearbeitet (20.12.11 10:23)
 
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