Neu - Kurtaxe in Budoni

Beppe

Sehr aktives Mitglied
Laut eines Berichtes in der Nuova Sardegna vom heutigen Tag, wird die Gemeinde Budoni ab diesem Jahr eine Kurtaxe (tassa di soggiorno) erheben.

Die Kurtaxe wird pro Person und Tag im April, Mai, Juni, September und Oktober jeweils 0,50 Euro
und in der Hochsaison (Juli und August) jeweils 1,-- Euro pro Person und Tag betragen.

Der Bürgermeister Giuseppe Porcheddu (in Insiderkreisen auch "Schweinchen Schlau" genannt) erhofft sich so aufgrund der rund 12.000 Gästebetten in der Gemeinde für den Gemeindehaushalt Mehreinnahmen i.H.v. ca. Euro 400.000,-- pro Jahr.

Na, dann mal frohes Einnehmen Signor Sindaco!



Hier geht's zum Artikel in der La Nuova Sardegna ==>

http://lanuovasardegna.gelocal.it/r...orno-a-budoni-l-ora-delle-polemiche-1.8590896
 
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...so wie alles hier - die Gemeinde vertraut darauf, das alle ehrlich sind und ihre Gäste selbstverständlich pünktlich und vollständig anmelden :)
 
@Orientale Sarda

die Gemeinde oder der Gemeinderat müssen wohl komplett aus Paradisien eingeflogen worden sein und kennen daher wohl noch nicht ihre Landsleute und deren situative Ehrlichkeit.

Der Sindaco und der komplette Gemeinderat müssen einen an der Waffel haben, daß man in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten noch mit weiteren Kostenerhöhungen kommt, die die Urlaubskassen von Familien weiter plündern.

Die können sich doch direkt mit MOBY Lines u.ä in eine Reihe stellen.

In einem Land, wo zur Zeit aufgrund großer wirtschaftlicher Schwierigkeiten fast täglich ein Selbstmord verübt wird. In einem Land, wo sozial Bedürftige im Durchschnitt 18 Monate auf eine soziale Unterstützung warten müssen. etc. etc.

Das hat mich aber heute auf eine Marketing-Idee gebracht, die wohl hoffentlich zum Bumerang für die Gemeinde Budoni wird.

Nach mehreren Gesprächen heute hier im Großraum Costa Smeralda, überlegen wir z.Zt. gemeinsam mit Hotels, Ferienwohungsanbietern. Campingplätzen, Agriturismos, B&B etc. einen Preisnachlass von Euro 2,-- pro Person und Urlaubstag anzubieten, für jeden der anstatt in Budoni aber an der Costa Urlaub macht.

Das würde z.B. bedeuten, daß eine 5-Köpfige Familie bei einem 14-tägigen Urlaub hier anstatt in Budoni nämlich 5x 2,-- x 14 = 140,-- Euro + gesparte 70,00 Euro (von der Kurtaxe in Budoni) = total Euro 210,-- sparen würde.

Wenn man das plakativ in den Medien bewirbt, dann wird das für "Schweinchen Schlau" und leider auch alle anderen in Budoni zum Bumerang und Selbsttor des Jahres und zur zusätzlichen Einnahmevermehrung aller anderen Gemeinden, die bei der Aktion mitziehen.

Ich werd' weiter dran arbeiten.

Ci sentiamo
 
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Hallo Beppe,

bis vor einem Jahr habe ich ja Bons von Algherserischen Geschäftsleuten meinen DVD`s beigelegt. Da haben mir die Inhaber von Hotels gesagt, daß sie den großen Buchungskonzernen bis zu 20 % Provisionen zahlen müssen. Diese Provisionen habe ich an meine Kunden weitergegeben.

Wenn Ihr also die Werbung übernehmt, entfällt ja die Buchung bei "Tripadvisor" und Co. und Ihr könnt die Provisionen ( aushandeln ) weitergeben.

Nur zur Vervollständigung; seit einem Jahr habe ich die Aktion mit der DVD abgebrochen, denn kaum hatte ich die Flyer fertig, da machten einige Inhaber zu. Im letzten Jahr waren es gleich 8. Das war mir dann zu aufwendig, jedes Jahr wieder neue Inhaber zu gewinnen.

Eure Idee finde ich gut und öffnet dem Bürgermeister ( hoffendlich ) die Augen.

Viel Erfolg

Dieter
 
Den Sindaco von Budoni kann man mit Hilmar Kopper in eine Tonne kloppen, denn
er macht sich (wie fast alle anderen) den geflügelten Kopper-Auspruch,

"alles nur Peanuts-Beträge"
zu eigen. Wenn dann aber alle Peanuts Beträge aufaddiert werden, dann sieht man erst, was so'n italienischer Festland-Familienpapa seiner Family eröffnen muss:

Tja liebe Family: Urlaub Sardinien ist dieses Jahr leider nicht drin, denn:

1. Wir müssen jetzt in Budoni Kurtaxe zahlen
2. Die Moby Lines hat wieder die Preise erhöht und will jetzt zusätzlich
sogar noch ne Reservierungs- bzw. Buchungsgebühr.
3. Die ganzen direkten + indirekten Steuererhöhungen dieses Jahr kosten uns schon fast 1 ganze Woche Urlaub deshalb wären sowieso nur noch 9 Tag drin.
4. Auf die Vorsteuer-Erstattung der Agenzia d'Entrate warte ich jetzt auch schon 3 Jahre.
5. Ob das Auto mit den Reifen die Fahrt durchhält, wage ich zu bezweifeln.
6. Meinen arbeitslosen Bruder muss ich auch noch durchfüttern
und meine getrennt lebende Schwester mit ihrer Tochter ebenfalls.
7. Die Autostrada ist ebenfalls teurer geworden.
8. Die Spritpreise sind sowieso schon höher als 1 Ltr. Wein.
9. Und für die Renten-Antragstellung meiner Mama muß ich im Juli auch noch
insgesamt 80,-- Euro Verwaltungstelekommunikationsgebühr zahlen.
10. und wenn jetzt noch jemand Zahnschmerzen bekommt, dann sind wir
spätestens beim Zahnarzt pleite.

So oder so ähnlich dürfte der Erklärungsansatz eines italienischen Babos sein,
der seiner Family Balkonia als ideales Urlaubsdomizil anempfiehlt.
 
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Mensch Beppe, das macht einem ja schon fast ein schlechtes Gewissen bei der wiederholten unbeschwerten Urlaubsplanung.
 
Im Gegenteil Feuerpferd, es sollte Dir eigentlich ein gutes Gewissen machen.
Mit Deiner Urlaubsplanung Richtung Sardinien tust Du eine Guttat.

Die Insel und ihre Bewohner sind mehr denn je auf Touristen angewiesen.

Die wirtschaftliche Situation war m.E. noch nie so desolat.
Mehr als 50% der Jugendlichen zwischen 15 und 35 Jahren sind arbeitslos.

Die Arbeitslosenrate bei älter 35 Jahren ist auch nicht viel besser und kratzt z.Zt.
an der 27% Marke.

Wenn ich mich hier im Großraum Costa Smeralda bis Olbia bewege, dann erscheint mir, dass mittlerweile jedes 4te Einzelhandelsgeschäft zugemacht hat, Nach den Einzelhandelsgeschäften folgen die Bars, Trattorias und dann die Restaurants.

An jeder 2. Ecke in zugemachten Geschäften das Schild: Vendesi oder Affittasi.

Die fiskalische Oppression wächst sich jedenfalls hier in immer mehr soziale Schichten aus.

Und wenn dann noch so ein unsensitiver, abgehobener und selbstgefälliger Politiker
wie dieser Giuseppe Porcheddu meint, sich vor seinem Gemeinderat in dieser Weise zu profilieren, dann sieht der m.E. in Analogie zum Waldbaumbestand in D hier vor lauter Wasser das Meer und die Realitäten nicht mehr.

Laß Dich jedenfalls von Deiner unbeschwerten Urlaubsplanung nicht abbringen.
 
Die Taxe ist in sehr vielen Orten in Italien eingeführt worden, falls folgende Liste stimmt:

http://www.expert-travel.it/it/tassa-di-soggiorno-in-italia.php

Das stellt sich die Frage: Sind die Gästezahlen in Villasimius und Pulai, die diese Taxe offenbar seit anfangs 2012 haben, im Jahr 2012 und 2013 mehr zurückgegangen als die Gästezahlen in Gemeinden, die sie nicht haben?

In Hamburg haben wir übrigens, sofern ich mich richtig erinnere, 3 Euro pro Nacht und Person bezahlt.

Grüsse, Maren
 
"Schweinchen Porcheddu" kenne ich natürlich auch. Seine Idee ist sehr produktiv: Seit gut drei Jahren ist in Budoni ohnehin Tourismus-Flaute, nach den Medien ca. 50 %er Einbruch. Genaue Zahlen erfährt man nicht. So trägt die Kurtaxe weiter dazu bei, dass die Hauptstrasse von Budoni (Via Nazionale) auch in der Hochsaison nur noch wenig Verkehrsaufkommen haben wird, was die Einheimischen freut! Dazu kommen die Parkgebühren - ohne erkennbare Serviceleistung - auch eine gelungenes Abschreckungsmanöver.

Günther
 
Auf Sylt bezahlt man seit Jahren, je nach dem in welchem Ort du wohnst, Kampen ist natürlich teurer als List
zwischen damals waren es 2,50 - 4,50 .
Die Kurkarte wir kontrolliert,wenn man an der Strand möchte,aber es gibt grosse gepflegte Blumenbeete,....etc. in allen Kurorten.
Hier gibt es nicht mal mehr eine Rettungswacht am Strand und Mülleimer an den Parkplätzen auch nicht.

Bea2

P.s man kann nicht alles haben;)
 
Hallo Bea,

das kann ich für Alghero nicht bestätigen.
Blumenkästen überall.
An jedem Strand die Rettungswacht, die ist Pflicht, sobald ein Kiosk dort aufmacht......und das ist an jedem Strand der Fall.
Mülleimer bzw. Container überall im Stadtgebiet und an den Stränden.
Das alles, außer Parkgebühren in der Saison.
Was ich so täglich sehe: Alghero tut viel für den Tourismus.

Du siehst, es geht auch ohne Kurtaxe.

Hallo Ihr Leute aus Budoni,
wenn Ihr es richtig findet, daß Kurtaxe erhoben werden soll, ok,
wenn nicht, wozu gibt es Wahlen?????

LG

Dieter
 
...ich war ne Weile nicht hier - kann im Moment nur sporadisch...
Natürlich wird das zu einem Boomerang für Budoni, etspricht aber - leider - ziemlich dem erlebten sardischen Geschäftssinn...

Wenn nämlich die Wohnungen im Vergleich zum letzten Jahr zu 20% leer stehen, werden für das nächste Jahr eben 20% oder besser 25%, man braucht ja eine Reserve - draufgeschlagen.

Das sich die Katze so in den sprichwörtlichen Schwanz beißt - wen wunderts.
Was wir brauchen sind Vermieter, die die Zeichen der Zeit erkennen und sich gegen den Trend stellen, das heisst, mit attraktiven Preisen an den Markt gehen. DANN hat die Insel eine Chance sich auch wieder zu erholen.

Die Zeiten, in denen du Häuser mit "Meerblick" für 2000€ die Woche vermieten konntest sind vorbei, von dem Standard der teilweise dann auch noch geboten wird ganz zu schweigen...

Was die Provisionen angeht - ich kann es verstehen.
Um die Wohnungen an den Mann respektive die Frau zu bringen muss man einen enormen Aufwand betreiben. Werbung, Telefon, Büro u.s.w. und leben möchte man ja auch noch.
Wenn ich dann Vermieter "erwische" wie sie den Gästen dann hintenrum sagen, wenn sie im nächsten Jahr direkt bei ihnen buchen krigen sie einen "besseren" Preis kriege ich - entschuldigt den Ausdruck - das kalte Kotzen.

Na wie auch immer, wir werden sehen wie es weitergeht. Zum Glück ist Sardinien eine Insel und damit unsinkbar - sonst hätte bestimmt schon jemand ein Loch reingebohrt...
 
Ach, deshalb habe ich vor ein paar Jahren einen verrosteten Erdbohrer von unserem Gartenvorgänger verborgen aus den Büschen gezogen. Wir verstecken ja alles, was nicht geklaut werden soll, unter den Büschen, wo es keiner vermutet.
Dieser Bohrer war einer von Hand zu bedienender, sehr schwer und sehr zerschunden. Da hat wohl wer das Loch versucht und aufgegeben. Stellt euch vor, er hätte Erfolg gehabt! Ne, besser nicht.
 
...das war der "Bohrlusconi"...
 
Mit und bei diesem Giuseppe Porcheddu hatte ich schon vor 12 Jahren ein sauungutes Gefühl!
Insofern mußte ich heute in der Nuova Sardegna lesen:


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Skandal in Budoni und in der Gallura:

20 Personen wegen Unterschlagung und Betrug unter Verdacht, darunter auch der ehemalige Bürgermeister Giuseppe Porcheddu Jedenfalls fehlen € 5 Millionen in der Gemeindekasse von Budoni. Durchsuchungen durch die Finanzpolizei.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Nuoro erschüttern seit Monaten die Gemeinde Budoni. Derzeit gibt es mindestens 20 Verdächtige, darunter Angestellte der Stadtverwaltung an der Piazza Giubileo und Unternehmer, die Firmen mit Sitz in Sardinien oder auf dem Festland besitzen. In den letzten Tagen wurden die Ermittlungen deutlich intensivert und laut neuesten Meldungen tauchen auf der Liste der Verdächtigen auch ehemalige Gemeindevertreter auf, wie der ehemalige Bürgermeister Giuseppe Porcheddu. Ein prominenter Name: Der ehemalige Bürgermeister soll offiziell in das Register der Verdächtigen aufgenommen und dessen Wohnhaus unlängst deshalb auch durchsucht worden sein.

In dem von der Staatsanwaltschaft Nuoro eingeleiteten Ermittlungsverfahren werden den Verdächtigen in unterschiedlicher Funktion eine Reihe von Straftaten vorgeworfen, die von Unterschlagung über Bestechung bis hin zu Betrug und ungerechtfertigter Bereicherung reichen. Insbesondere rückt hierbei der ehemalige Bürgermeister Giuseppe Porcheddu – der die Gemeinde Budoni von 2013 bis 2023 leitete und nun das Amt an den damaligen Vizebürgermeister Antonio Addis übergeben hat – ins Rampenlicht.

Es soll sich hierbei um Unterschlagungen handeln, d. h. um die Entnahme und/oder Umleitung von Geldern aus der Gemeindekasse, um einigen Gemeindemitarbeitern so z.B. ungerechtfertigte Prämien zu zahlen. Jedenfalls eine Reihe von Unregelmäßigkeiten, die sich auf den Zeitraum 2016–2024 beschränken und laut Anklage zu einem Fehlbetrag von € 5 Millionen in der Gemeindekasse geführt haben sollen.

Genau derjenige Betrag, für den die Gemeindeverwaltung von Budoni vor einem Jahr deshalb offiziell ein Haushaltsdefizit gemeldet hatte und deshalb nicht so ganz ohne Kontroversen, für die Bürger einen schmerzhaften Sanierungsplan mit Kürzungen bei Dienstleistungen etc. sowie einen notwendigen Zugriff auf einen speziellen regionalen Rettungsfond bei Notfällen vorsieht.

Quelle:
 
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