Mangelnde Kreditzusagen verschärfen die wirtschaftliche Situation auf Sardinien

Beppe

Sehr aktives Mitglied
Mangelnde Kreditzusagen verschärfen die wirtschaftliche Situation auf Sardinien

Nach mehreren Berichten in der italienischen und sardischen Presse ist einer Untersuchung des CGIA (Verband der Handwerks- und Kleinbetriebe in Italien) zufolge, die Kreditvergabe in Italien nahezu blockiert mit folgenschweren wirtschaftlichen Gefahren auch für Sardinien.

Die verminderte Kreditvergabe der Banken sowie massive Lohn- und Gehaltspfändungen und die vermehrte Nutzung von Kreditkarten sollen zunehmend die wirtschaftliche Entwicklung belasten.

Die Situation ist auch auf Sardinien immer deutlicher zu spüren. Einer Untersuchung der CGIA zufolge haben die Banken an Haushalte und Unternehmen in Italien insgesamt rund 100 Milliarden Euro weniger an Krediten vergeben. Aufgrund der verminderten Geldmenge und steigender Arbeitslosenzahlen wird der wirtschaftliche Niedergang immer offensichtlicher und dramatischer.

In Sardinien sind so z.B. von insgesamt € 24.595.000,-- gewährter Darlehen, genau € 3.112.000,-- notleidend, was einem Prozentsatz von 12,6% entspricht. Ein Wert, der bei weitem zu hoch ist und Ausdruck einer schweren Wirtschaftskrise ist. Die Untersuchung der CGIA bestätigt auch den Bericht der Banca d’Italia für Sardinien vom Juni 2013, wonach die Finanzierung für die regionale Wirtschaft weiter reduziert worden ist und sich die Krise hierdurch verstärkt fortsetzt. Die Kreditnachfrage bleibt schwach und die Kreditqualität hat sich weiterhin verschlechtert.


Der wirtschaftliche Niedergang für Sardinien ist zwar nicht ganz vergleichbar mit Regionen wie Kampanien, Sizilien, Kalabrien und Apulien, wo ungehemmt Camorra, Mafia, N’drangheta und die Sacra Corona Unita agieren und zu denen man mittlerweile auch gleich noch die Region Molise hinzuzählen darf. Hierzu sollte man wissen, dass wenn Banken keine Kredite mehr vergeben, in diesen Regionen diese „ehrenwerten Gesellschaften“ immer noch Kredite „unter der Hand“ vergeben (zu Zinssätzen je nach Kreditrisikoeinschätzung zwischen 10-20% und mehr). Die Kreditrückzahlung und -eintreibung bei diesen Gesellschaften ist bekanntlich massiv und nachdrücklich und so funktioniert und floriert anscheinend das Geschäft bei diesen Gesellschaften in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wohl am Besten.

Aber auch in Sardinien machen sich zunehmend ähnliche Kredit- und Geldvergabepraktiken bemerkbar. Anscheinend erreichen entweder deren Krakenarme auch mittlerweile Gebiete außerhalb ihrer „Stammsitze“ bzw. bilden sich hier Organisationsformen nach den „Festlandsvorbildern“.

Das Geldverleihgeschäft der ‚ehrenwerten Gesellschaften’ läuft natürlich voll und ganz im Bereich der Schattenwirtschaft.

Lediglich in den Regionen des Nordens wie Ligurien, Emilia und Venetien sind die wirtschaftlichen Risken relativ gering, da dort das produktive Wirtschaftssystem funktioniert.

Will man die verantwortlichen Risikofaktoren benennen, dann sind dies:
Arbeitslosigkeit, Insolvenzen, Kreditproteste, Zinssätze, sowie die ungeheure Anzahl von Beschwerden, Eingaben und Anzeigen hinsichtlich Nötigung, Erpressung und Wucher im Rahmen von Kreditgeschäften und das krasse Missverhältnis von uneinbringlichen Forderungen und Darlehen.

Im gleichen Atemzug muß man aber auch das Rechtssystem (Prozessdauer) in Italien an den Pranger stellen, dass gerade kleine und mittlere Unternehmen bei der Durchsetzung ihrer Forderungen völlig im Stich lässt. Zivilprozesse mit einer Dauer von 6-8 Jahren für das Einklagen von Forderungen sind keine Seltenheit, sondern eher der Normalfall. Oft sind die Schuldner aber bis dahin insolvent, so dass dann effektiv nichts mehr zu holen ist. Der Verlust für den Staat ist die entgangene Umsatzsteuer sowie die auf einen etwaigen Gewinn beim Gläubiger anfallende Einkommens- oder Körperschaftssteuer. Ganz zu schweigen vom vollen Forderungsausfall bei den betroffenen Gläubigern, die aber gerade im Hinblick auf den Liefer- und Leistungsaustausch ihrerseits bereits zusätzliche Aufwendungen getätigt hatten. Dies führt teilweise zu einem Dominoeffekt, da hierdurch natürlich auch Gläubiger in wirtschaftlich prekäre Situationen geraten.

Der Hauptgeschäftsführer der CGIA – Bertolussi – warnt und gibt zu bedenken:
"Mit der bloßen Erfassung von Anzeigeneingängen allein bei den Justizbehörden wegen Wucherei, Kreditbetrug und Kreditungereimtheiten ist es nicht möglich, dem Phänomen des Kreditbetrugs zu begegnen geschweige denn zu bekämpfen."

Was viele Menschen in das Netzwerk von Kredithaien treibt, ist nicht nur die Wirtschaftskrise allein. Weitere ausschlaggebende Gründe sind die steuerlichen Fristen. Für abhängig Beschäftigte stellen sich bereits solche finanziellen Probleme bereits nach kurzer Krankheit ein. Dann kommt es u.U. trotz drastischer Ausgabenkürzungen bei den täglichen Lebenshaltungskosten auf ein Minimalniveau zu weiteren Fallstricken, bedingt durch immer höhere und weitere Zahlungen verschiedener Steuern und Abgaben. Ein Teufelskreis aus dem es fast kein Entrinnen gibt.

Des Weiteren darf man aber auch nicht vergessen, dass die italienischen Banken über Jahrzehnte die teuersten Banken der Welt waren. Jährliche Kontoführungsgebühren von weit über € 250,-- waren keine Seltenheit. Italienische Banken haben zudem ihre Kunden wie der verlängerte Arm einer staatlichen Finanzaufsichtsbehörde gegängelt und behandelt und der Kundenservice ist auch heute noch einfach mies, antiquiert, umständlich und teilweise herablassend und überheblich. Und selbst heute bei den niedrigen Kreditzinsen auf dem Weltmarkt werden von den Banken nach wie vor Zinsen von weit über 9% für Kredite verlangt. Kein Wunder, dass heute italienische Banken jammern. Nach Möglichkeit will am liebsten keiner was mit Banken zu tun haben. Deren Probleme sind hausgemacht! Der emanzipierte und kundige Italiener versucht schon seit langem - so weit irgendwie möglich - seine Finanzabwicklungen ohne die ‚geldgierigen’ und überteuerten Banken zu machen. Der Staat hat sein übriges dazu getan, indem er noch eine Finanztransaktionssteuer auf sämtliche Kontenbewegungen erhoben hat. Insofern hat der ‚kostenbewußte’ Italiener versucht, seine bargeldlosen Kontenbestände auf einem Minimum zu halten und zu bewegen und den ganzen Rest dann im Bargeldverfahren abzuwickeln. Insofern darf es auch nicht verwundern, dass die größte italienische Bank die „Banca Materasso“ ist.

Problem der Kreditproteste
Im Jahr 2013 fielen die gewährten Bankkredite in Sardinien um 3,5 Prozent; hierbei hat sich die Kreditvergabe an Unternehmen und an private Haushalte um 2,2% reduziert. Auf der Insel steigen die Kreditproteste (100 beträgt der nationale Index, der Index Sardiniens liegt bei 78,8) sowie Beschwerden und Anzeigen wegen Nötigung oder Wucher im Rahmen von Kreditgeschäften (58,7 von 100).

Private Konsumausgaben
Dieser Posten steht inhaltlich im völligen Widerspruch zum Anstieg der Verbraucherkredite in Sardinien und ist wesentlich höher als der nationale Durchschnitt. Dieser Trend ist insofern besorgniserregend, weil dies einhergeht mit einem gleichzeitigen und erheblichen Rückgang beim Kauf und der Finanzierung von langlebigen Wirtschaftgütern. Was bedeutet, dass die teuren ad-hoc Verbraucherkredite ausschließlich zur Finanzierung der direkten Lebenshaltungskosten verwendet werden und diese oft mit der italienischen Kreditregelungs-Besonderheit – der Abtretung bis zu 1/5 des Nettogehaltes (Cessione del quinto dello stipendio) finanziert werden.

Revolving-Kreditkarten großer Verkaufsketten
Aber dies ist noch nicht alles: Gleichzeitig hat sich auch die Verwendung von Revolving- Kreditkarten drastisch erhöht (dies sind Kredite bei denen eine Kreditlinie gewährt wird, die eben nicht in Relation zum Einkommen stehen). Hierbei tun sich besonders große Verkaufsketten hervor, die so quasi zu Banken werden, weil deren Kreditkarten so z.B. nur beim Einkauf in deren Supermarkt gelten und deren total überhöhte Zinsen so auch noch zum Einkauf von nunmehr total überteuerten Grundnahrungs-Lebensmitteln verwendet werden.
 
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Italien geht pleite. Mittlerweile haben die die 2 Billionen Schulden Schallmauer durchbrochen.
Der Schulden BIP Index steht bei 164%. Wirtschaftswachstum -0.2%. Inflationsrate 0.00 %,
was heisst, dass wir uns quasi vor einer deflationären Phase befinden bzw. schon drin sind.

Wird wohl ein heisser Herbst - auch für die EU.
 
Mamma mia! Dann muss/soll die EU bald mal schnell Italien retten???

Das wird dann aber ein wesentlich härteres Stück Arbeit als mit Griechenland ... */include/Traurig/smilie_tra_026.gif
 

Eine Verkürzung der Prozessdauer
liest sich wie ein unspektakulärer Reformpunkt, scheint aber immens wichtig für Italiens Wirtschaft zu sein. Die lange Prozessdauer hindert ausländische Firmen daran, in Italien zu investieren und inländische Firmen gehen pleite, weil sie ihre Forderungen wegen der langen Prozessdauer nicht einklagen können oder wollen.

Für die Regierung des neuen Ministerpräsidenten Matteo Renzi ist das langsame Justizsystem daher eines der dringendsten Probleme, die angegangen werden müssen. Renzi wird voraussichtlich ganzes Paket von Reformvorschlägen die italienische Justiz betreffend vorstellen.
Das Weltwirtschaftsforum führt Italien immer noch auf Platz 145 unter 148 Ländern, wenn es um die Effizienz des Rechtssystems geht.

Woher ich meine Weisheiten habe? Ich habe letzte Woche einen Vortrag hierüber im Radio gehört und außerdem kann man hier bei Interesse lesen:
http://www.wsj.de/nachrichten/SB10001424052970203622804580119273843844824?mg=reno64-wsjde

Ob es Renzi gelingt, Reformen durchzusetzen? Hoffen wir das Beste für Italien und Sardinien.
 
Was bis jetzt zur Justiz-Reform bekannt geworden ist, ist nur ein Sammelsurium an Vorschlägen. Ein schlüssiges Konzept der Regierung Renzi ist nicht erkennbar.
 
Die EU kann und wird Italien nicht retten. Wenn es soweit kommen sollte, dann war´s das für alle.
Die AfD wird es freuen.

Dass die Mühlen langsam mahlen, konnte ich letztes Jahr erleben.
Nachdem mir der Vermieter auf seinem Grundstück in mein stehendes, geparktes Auto fuhr, weil er eben hinten keine Augen hat, war die Schuldfrage eigentlich geklärt.
Nur hat es trotz italienischem Anwalt, selber den Schaden beheben lassen und in Vorrechnung tretend, geschlagene 6 Monate gedauert, bis die Kohle, immerhin ca 3000€, überwiesen wurde. Die ganzen Zwischenstationen möchte ich hier nicht auflisten, die würden ein kleines Buch füllen.

Das Land braucht mehr als eine Agenda, nur niemand hat den Mut, auch so eine typische Mentalität, die immer wieder auftaucht.
Das sind dann mal die negativen Seiten des schönen Südens.
 
Ja ich glaube da brauche ich jetzt nichts mehr dazu sagen, weil das übersteigt meine Vorstellungskraft, Beppe.

Hans
 
Auch hier wird die EU bzw. werden die anderen EU Staaten z.T. helfen.
Nicht etwa, weil sie so sozial eingestellt sind.
Nein, sondern weil die anderen Staaten dann richtig viel Geld verdienen.
Beispiel Griechenland: Deutschland gewährt Griechenland einen Kredit in Höhe xxx€.
Die Bevölkerung in D schreit auf, Milliarden gehen weg ( Wo bleiben wir in D ? genug eigene Sorgen) . Fakt ist, es fließt kein Geld direkt. D nimmt einen Kredit vom Weltmarkt zu 1% und verkauft Griechenland einen Kredit zu 3% ( Die % Werte dienen nur als Beispiel ). Griechenland hätte einen Kredit zu 10% oder gar keinen Kredit bekommen.
2,3, 4 oder 5 % Zinsen mal eben für nix zu verdienen, bei einigen Milliarden an sogenannten Hilfen ist schon ne Hausnummer. Unter diesen Bedingungen kann man auch nachvollziehen, das man hier und da, mal die Schulden erläßt. Der Geld gebende Staat hat die Kohle bereits im Sack. Und dabei reichlich verdient. So sozial ist unsere EU. Insoweit, wird auch jeder EU Staat hilfen bekommen.

in diesem Sinne
Karl
 
@Su Corvu

das in den letzten 10 Jahren im Rahmen der Justizreformen in Italien nix passiert ist, stimmt so nicht ganz.Die Auseinandersetzungen im Rahmen der strukturellen Reformen sind natürlich auch immer von politischen Auseinandersetzungen geprägt.

Ein interessante Abhandlung in Deutsch hierzu von Maike Weber über "Legitimität und Unabhängigkeit"
Auseinandersetzungen um Reformen zwischen Justiz und Politik in Italien - die Abhandlung ist erschienen
im PIFO - Politische Italien Forschung - Institut der Justus -Liebig Universität in Giessen.


als PDF Datei zum lesen auf:
http://www.uni-giessen.de/cms/fbz/f...formen-zwischen-justiz-und-politik-in-italien

Aber genau wie Georgie schreibt, wird es langsam mal Zeit, das der Staat seine Steuerzahler und Bürger
in erheblicherem Maße schützt - sei es aus Eigennutz oder sei es aus staatspolitischer Verantwortung. Jedenfalls gleicht die Lösung des Prozessdauerproblems einem ungeheuren Klimmzug oder quasi der Quadratur des Kreises. Jedenfalls läßt sich eine solche Lösung nicht nur mit einem einfachen Gesetz umsetzen, sondern es müssen auch die organisatorischen und personellen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Aber auch der Staat selbst geht mit seinen Zahlungsverpflichtungen mit einem äußerst schleppenden Zahlungsbeispiel voran und wird so quasi zum "Mittäter" in seinem volkswirtschaftlich schädigenden Verhalten.


Aber das beste Gesetz der Welt nützt nix, wenn sich vor allen Dingen nix in den Köpfen der Italiener zur allgemeinen "Zahlungsmoral" etwas ganz gewaltig ändert.
 
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Hallo, bin schon von Aktien auf Forexmanagedaccount von http://www.forexmanagedaccount.biz ausgewichen, da der auch mit fallenden Kursen Gewinn machen kann, da es bereits das ganze Jahrtausend laufend die nächsten Krisen gibt, es reißt nicht ab und scheint ein Problem bewältigt, sind zwei neue da.
 
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@Helvenius

in dem Thread hier geht's weder um Wetten auf fallende oder steigende Kurse noch um Ein- oder Ausstieg ins Aktiengeschäft sondern
ganz simpel um Kreditaufnahmen in Sardinien.

Hast Du denn Deine Wettleidenschaft auf fallende Kurse mit einem Kredit in Sardinien finanziert?
Wenn ja - wäre interessant hierüber mehr zu erfahren.
Wenn nein können wir eigentlich Deinen und diesen meinen Beitrag hier wieder löschen!
 
Einige Probleme könnte man regeln, wenn jemand mal genug Hintern in der Hose hat, und das Bankenrecht und Aktiengesetz reformiert.
So, wie es jetzt ist, können nur die ganz großen Industrien überleben. Alle anderen sind im Würgegriff der Banken. Es zählt leider nur der Profit. Die großen können aufgrund ihrer Größe, restruktruieren, und andere Bilanzen darstellen. Das können kleinere Betriebe leider nicht.
 
Ach Karl,

wenn's denn so einfach wäre! Das Bilanzrichtlinien und -steuerrecht gilt mehr oder weniger für Große und Kleine!

Dann mußte möglicherweise nicht nur Aktiengesetz sondern auch GmbH Gesetz, HGB, Publizitätsgesetz und vieles weitere ändern.
Da mußte schon genauer werden und des Pudels Kern konkret nennen und nicht nur populistische Allgemeinplätze hier anführen.

Es sind sowieso teilweise in der EU die Rechnungslegungsvorschriften nach wie vor noch unterschiedlich. Zudem ergeben sich dann auch noch Unterschiede in Handelsbilanz und Steuerbilanz.

Natürlich hast Du teilweise Recht. Seit Basel 1,2,3, sind die Finanzierungskriterien massiv stringent gworden.
Hierdurch ist insgesamt der Zugang zu den Kreditmärkten wesentlich schwieriger geworden mit teilweise fatalen Folgen
für Unternehmensneugründungen, - finanzierungen, -erweiterungen, -restrukturierungen oder auch Projetkfinanzierungen.

Aber wir haben nicht nur bilanzpflichtige Unternehmen sondern auch Unternehmen, die einfach nur eine Einnahmüberschußrechnung machen und das ist der Großteil der Unternehmen (wie z.B. Handwerksbetriebe, Freiberufler und Gewerbetreibende) und auf die ist das Bilanzrecht so ggflls. nicht anwendbar bzw. nutzt die Änderung des Akiengesetzes alleine recht wenig.

Das ist aber langfristig politisch so gewollt. Die Banken sind insoweit bereits nur noch eine disziplinarisch vorgeschobene "Staatsaufsichtsbehörde".




 
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Wie in mehreren Mitteilungen der europäischen Presse in den letzten Tagen zu lesen ist, stieg mittlerweile die
Summe der "faulen Kredite" in Italien auf ein Allzeitrekordhoch von 173,9 Millarden Euro, was rund 11%
der italienischen Wirtschaftsleistung ausmacht.

Von faulen Krediten besonders betroffen so laut Meldungen sind die Bank Monte di Paschi di Siena und die
börsennotierte Banca Popolare di Milano. Der Zuwachs bei den "faulen Krediten" entspreche einem Plus von rund 20 Prozent
gegenüber dem Vorjahresmonat und einem Allzeit-Hoch.

Immer mehr italienische Kreditnehmer – private wie auch geschäftliche - sehen sich außer Lage, ihre Kreditverpflichtungen zu verfüllen.

Die Banken leiden darunter, dass die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone dieses Jahr wohl erneut schrumpfen werde.
Aufgrund der schlechten Wirtschaftslage platzen immer wieder Kredite. Zugleich werden immer weniger Darlehen an Firmen und private Haushalte vergeben.
 
Da können wir hier auf Sardinien noch froh sein, daß wir nicht soooo große Aktiengesellschaften haben. Die Heuschrecken lauern!!!!!!
 
Dieter,

augenscheinlich verkennst Du den Ernst der Lage. Wenn ich nach "links und rechts" schaue,
dann bedarf es weder Heuschrecken noch Aktiengesellschaften.

Wenn ich mich recht erinnere, dann haben in Alghero mehr als 170 Einzelhandelsgeschäfte in den
letzten 12 Monaten zugemacht. Hier bei uns im kleinen Arzachena sind es rund 60.

Noch Fragen bitte?
 
Hallo Beppe,

mit der Schließung von 150 Betrieben (siehe meinen Bericht vom 20. März) , insgesamt, also nicht nur Geschäfte, stehen wieviele Übernahmen bzw. Neueröffnungen gegenüber? Das stand leider nicht im Zeitungsbericht. Hier vor Ort kann ich dieses gut beobachten.

Es schließen aber nicht Betriebe mit mehr als 100 Mitarbeitern, wie es diese Heuschrecken immer vorhaben.

Neeee, sonst keine Fragen.

LG

Dieter
 
Ciao Dieter,

man muß ja nicht immer gleich alles schließen.

Aber wenn ich mir nur z.B. die Planung der Banken hier in Sardinien ansehe, so wollen die in den nächsten
2-3 Jahren ca. 2.500 Mitarbeiter híer "frei" setzen und ca. 150-200 Standorte auf Sardinien schließen.

Langfristig >6 Jahre ist sogar eine Verminderung der Mitarbeiter im Sektor von bis zum Doppelten beabsichtigt.
 
Nachtrag:

Zu den Betrieben, die geschlossen haben, gehört auch z.B.
- mein Friseur, der aus Altesgründen das Geschäft aufgegeben hat, das er bis dahin allein geführt hat. Nun ist das Geschäft übergeben an einen jungen Friseur, der auch gleich zwei Mitarbeiter eingestellt hat.
- Die Baustoffhandlung, die mitten in der Stadt lag und keine Parkplätze hatte????
- Das Gleiche bei einen Schreiner, mitten in der Stadt, da ist nun ein Chinese drin mit 3 Mitarbeitern ( angemeldet??)
- Die Bar "Bunga-Bunga" hatte wohl nicht das richtige Konzept und schloß nach wenigen Monaten.
- und.......und......und......

Vieles ist hausgemacht. Bei Opa wars gut, bei Papa hat es auch geklappt, warum soll ich etwas anders machen.

Der Bankensektor war (ist) ohnehin zu sehr "aufgeblasen.

Mensch, Beppe, bin ich froh, daß ich schon so alt bin und den ganzen Driss nicht mehr mitmachen muß, der da wie eine Walze auf uns zurollt.

LG und Kopf hoch, sonst kannst Du die Sterne nicht sehen,

Dieter
 
Vielleicht auch ein Grund??

Fiat verlegt seinen Hauptsitz nach London. Ist also dann nicht mehr in Piemont ansässig. Aus Steuergründen zwar Hauptsitz in London, die Firma wird aber nach niederländischen Recht verwaltet.

An die neue Abkürzung FCA müssen wir uns jetzt gewöhnen. Steht aber nicht für den FC Augsburg.
 
Dieter,

der Friseur hat möglicherweise ne Übergabe in Betracht gezogen, da Du mit Deinem vormals fülligen Haupthaar
als Kunde nunmehr weggebrochen bist.

Die Baustoffhandlung, hat möglicherweise zugemacht, seitdem die wissen, daß Du Dein Haus verkaufen willst.

Und bei nem chinesischen Schreiner da kriegste Du wahrscheinlich nur Mandelaugen-Eßstäbchen.
Die 3 Mitarbeiter sind natürlich nicht angemeldet, die sind nur statistisches Füllwerk.
Wo sollen denn sonst die ganzen Chinesen hin?

Die "Bunga-Bunga" Bar war genial - konnte man dort ungemein viele Kontakte zur zugereisten Damenwelt aus der Ukraine, aus Moldavien, Rumänien, Weißrußland und Polen knüpfen.
Den Schließungsprozeß kreide ich Dir hierfür sogar persönlich an.

Aber mach Dir nix draus. Die Madels der Bunga-Bunga Bar arbeiten fast alle nunmehr im Azzurra-Night Club hier an
der Costa Smeralda, da geht das Konzept augenscheinlich voll auf - die haben sogar ein Faible für Opas und Papas
solange die Kohle stimmt.

Den Bankensektor in Italien sparen wir uns lieber sowieso voll aus und insofern caro Dieter - nach uns die Sintflut!

Also lieber Dieter eigentlich eher Zeit, daß wir mal wieder auf die Walz gehen - es gibt bestimmt noch ein paar Sternchen für uns zu pflücken !

Ci sentiamo
 
Immer ich. An allen bin ich Schuld. Dabei habe ich extra ein T-Shirt gedruckt, da steht dann in vier Sprachen drauf: " Ich war das nicht! :):eek:
 
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