Hallo, ich war das erste Mal auf Sardinienund zum charakter der sarden

soluna

Neues Mitglied
.. mit meiner kleinen Familie. Nachdem wir schon länger eine permanente Urlaubsdestination suchen (zum kaufen), und bisher von Kroatien und den Kanaren irgendwann abgeschreckt wurden, haben wir uns nahezu verliebt in Sardinien, und direkt angefangen wegen Immobilien zu schauen.

Aber als wir wieder zurückkamen, kamen wir drauf dass es steuerlich eher ungünstig wäre und noch etwas zweites, was vielleicht fürs Forum lustig ist zu hören und weswegen ich eigentlich diesen Beitrag schreibe : wir haben dann italienische enge Freunde besucht, die wir schon viele Jahre kennen- bisher haben die immer nur uns in Österreich besucht. Und diese Leute haben uns zusätzlich ernüchtert, weil sie meinten dass die Einwohner auf Sardinien einen schwierigen Charakter haben, und zB im späten 20. Jahrhundert andauernd Touristen enführt wurden, was ein so großes Problem wurde, das die italienische Regierung das ganze mit einem Gesetz stoppen musste (was erfolgreich gelang... Sobald jemandes Name im Zuge einer Entführung Polizeibekannt wurde, wurden sämtliche Gelder aller Verwandten des Opfers eingefroren. ) Wenn nun nicht dieses Gesetz gewesen wäre, wäre es wohl so weitergegangen. Es gibt auch einen berühmten italienischen Song über die Entführer von Supramonte.. Diese Generation ist nun zwar schon in den 50ern und 60ern, aber eine völlige charakterliche Veränderung hätte nicht stattgefunden, und auch heute wären die Bewohner von der südlichen Hälfte Sardiniens, neben den Mafiosi von Neapel, die am wenigsten vertrauenswürdigsten Leute von italien.

Klar für als Österreicher uns hört sich das befremdlich an, ganze Landstriche so über einen Kamm zu scheren, aber ich kenne das so von meinen 2 italienischen Freunden dass die da recht locker sind. Sie betonten auch immer, das die Leute aufSardinien sehr süß und lieb sind in ihrer Art, aber paralell dazu eben nicht vertrauenswürdig und betrügerisch .

Der zweite Grund warum es nun wohl bei Sardinien als reines Campingland bleiben wird, ohne gekauftes Haus, ist dass die Steuersituation in italien für uns nicht gut ist , und wir eher in ein Land mit niedrigen Steuern (halbjährlich) auswandern sollten, wen überhaupt. Tja schade irgendwie . Naja, ich erstelle mal diesen Beitrag, auch wenn es etwas chaotisch ist , vielleicht ist das was wir gehört haben für jemanden von interesse.

lg soluna
 
geh mal ins südliche Bayern in entlegenere Gebiete, da ist es mit der Vertrauenswürdigkeit auch nicht weit her...und das kann man sicher auf viele andere Gegenden übertragen.
Für mich ist die Haupteigenschaft der Sarden ihre unfassbare Sturheit "Das haben wir lmmer schon so gemacht" und selbst wenn ihre Art zu machen erkennbarerweise fragwürdig ist, es gilt oblger Satz!
 
Wir lernten sie in erster Zeit etwa so kennen; zurückhaltend, verschwiegen, vorsichtig.........nach ein paar Jahren sich kennen; offen, hilfsbereit, interessiert und sehr freundschaftlich.
Wir wurden in einigen Familien als 'Mitglieder' genannt und haben Kontakte die über 30ig Jahre dauern, wie auch von den Kindern der Freunde aufrecht gehalten werden.

Wie überall, es gibt total liebenswerte Menschen und auch solche, die man lieber nicht kennt.
 
Es gibt solche und solche. Solche, die man auf privater Ebene kennenlernen darf, oder die man über private Kontakte auf privater Ebene trifft, sind fast ausnahmslos zugänglich, freundlich, hilfsbereit und gastfreundlich.
Wir sind jetzt seit 2 Jahren hier, haben inzwischen über 100.000 Euro an hier ansässige Handwerksbetriebe vergeben. Fazit: es wird viel versprochen, sehr wenig gehalten, Termine sind Schall und Rauch, die Qualifikationen sind eher unterdurchschnittlich, es wird betrogen und gelogen und grundsätzlich werden für Stranieri horrende Preise aufgerufen.
Wir lebten vorher in Bayern und sind viele von den o.g. Punkten schon gewöhnt.
Man braucht ein dickes Fell und ein ebenso dickes Portemonai.
Trotzdem ist es hier lebenswerter. Spätestens,wenn man die Sprache beherrscht und sich auch mal deutlicher verständlich machen kann, versuchen sie es nicht mehr so dreist.
 
@soluna
als Landsmann muss ich Dir sagen, dass Du (GottseiDank) völlig unrecht hast.
1) zwischen (Fetslands)Italienern, sogenannten continentali, und den Sarden besteht seit je her ein gespanntes Verhältnis, viele Sarden sehen Italien immer noch als okkupierende Fremdmacht. Andererseits betrachten Italiener Sardinien vielfach als rückständigen Hinterhof der Nation, und die Sarden als, na sagen wir mal sehr schlichte Hinterwäldler. Man findet nicht oft Italiener, die gut über die Sarden reden, und umgekehrt. Dementsprechend vertrauenswürdig sind solche Aussagen. Man muss sich schon selbst ein Bild machen.
2) auch aus dieser Situation heraus und geprägt durch jahrhundertelange Fremdherrschaften haben die Sarden (wie viele Inselbewohner) ein gesundes Misstrauen gegenüber allem entwickelt, was nicht von der Insel stammt. Das heißt, sie sind vorerst einmal reserviert, zurückhaltend, und warten einmal ab, was da so kommt. X Generationen lang galt: "Wer übers Meer kommt, bestiehlt uns" - das kann man nicht von heute auf morgen abschütteln. Das Vertrauen der Sarden muss man sich erst mal verdienen.
3) die angesprochenen Entführungen sind Jahrzehnte her, Entführer und Entführte sind mittlerweile alte Herren, und die Jungen haben andere "Traditionen"
4) Wie auch @Piri haben wir hier über Jahre hinweg mit lokalen Handwerkern, Kaufleuten, Geschäften zu tun - Das einzige, was da passiert ist, war, dass man uns überall entgegengekommen ist und geholfen hat. Natürlich: wie man in den Wald reinruft, so schallt es zurück - viele continentali haben nun mal eine schrille Stimme und wundern sich über das Echo.
5) Klar, auch auf Sardinien gibt's schräge Vögel wie überall auf der Welt, die nehmen, was sie kriegen. Da liegt es am Einzelnen, ob er sich bedackeln (ösisch: betrügen) lässt. Zum Betrügen gehören immer zwei.
6) da wir hier (auf Sardinien) kein Einkommen erwirtschaften müssen, bin ich über die Steuersituation hier nicht im Detail informiert, halte sie aber mit Österreich durchaus vergleichbar, vielleicht sogar für günstiger (so beträgt die MWSt in Ösiland generell 20%, die entsprechende IVA in Italien nur 10%). Suchst Du bessere Steuerverhältnisse, musst Dich auf dem Balkan oder in exotischen Ländern umschauen. Dass eine Umsiedlung (Umschreiben von Dokumenten, Autokennzeichen etc) einen Haufen Extrageld kostet, hat nix mit den "Alltagssteuern" zu tun.
7) mit all den von Deinen italienischen Freunden verursachten Vorbehalten wirst Du Dich auf Sardinien nicht wirklich wohlfühlen. Es sei denn, es gelingt Dir, Dir ein eigenes Bild zu verschaffen.
 
Hm, im Grund sind solche schlimmen Taten ja auch heute noch real und in fast jedem Land...
Allein schon in den letzten Tagen las man von Entführungen und Morden bei der Auffindung der Gesuchten.

Nebst dem, hinter diesen Informationen wohl auch Familienfeden waren. Klar Stellung beziehen kann man kaum, da nicht aktiv dabei!

@peko genial geschrieben, danke
 
geh mal ins südliche Bayern in entlegenere Gebiete, da ist es mit der Vertrauenswürdigkeit auch nicht weit her...und das kann man sicher auf viele andere Gegenden übertragen.
Für mich ist die Haupteigenschaft der Sarden ihre unfassbare Sturheit "Das haben wir lmmer schon so gemacht" und selbst wenn ihre Art zu machen erkennbarerweise fragwürdig ist, es gilt oblger Satz!
Da hast Recht!
Ich sehe durchaus bei den Sarden Parallelen zu uns Allgäuern
"Des hot ma immr sch so gmacht"
 
Also wir haben in Sardinien 2 grosse Häuser gebaut.
Die Leute waren immer pünktlich uns zuverlässig.
Sie wussten auch, dass sie immer sofort bezahlt werden.

Ich weiß nicht, wo jemand das Wissen bezieht, nach einem Urlaub?

Ich lebe hier seit 17 Jahren und alles ist gut.

Bea2
 
.. mit meiner kleinen Familie. Nachdem wir schon länger eine permanente Urlaubsdestination suchen (zum kaufen), und bisher von Kroatien und den Kanaren irgendwann abgeschreckt wurden, haben wir uns nahezu verliebt in Sardinien, und direkt angefangen wegen Immobilien zu schauen.

Aber als wir wieder zurückkamen, kamen wir drauf dass es steuerlich eher ungünstig wäre und noch etwas zweites, was vielleicht fürs Forum lustig ist zu hören und weswegen ich eigentlich diesen Beitrag schreibe : wir haben dann italienische enge Freunde besucht, die wir schon viele Jahre kennen- bisher haben die immer nur uns in Österreich besucht. Und diese Leute haben uns zusätzlich ernüchtert, weil sie meinten dass die Einwohner auf Sardinien einen schwierigen Charakter haben, und zB im späten 20. Jahrhundert andauernd Touristen enführt wurden, was ein so großes Problem wurde, das die italienische Regierung das ganze mit einem Gesetz stoppen musste (was erfolgreich gelang... Sobald jemandes Name im Zuge einer Entführung Polizeibekannt wurde, wurden sämtliche Gelder aller Verwandten des Opfers eingefroren. ) Wenn nun nicht dieses Gesetz gewesen wäre, wäre es wohl so weitergegangen. Es gibt auch einen berühmten italienischen Song über die Entführer von Supramonte.. Diese Generation ist nun zwar schon in den 50ern und 60ern, aber eine völlige charakterliche Veränderung hätte nicht stattgefunden, und auch heute wären die Bewohner von der südlichen Hälfte Sardiniens, neben den Mafiosi von Neapel, die am wenigsten vertrauenswürdigsten Leute von italien.

Klar für als Österreicher uns hört sich das befremdlich an, ganze Landstriche so über einen Kamm zu scheren, aber ich kenne das so von meinen 2 italienischen Freunden dass die da recht locker sind. Sie betonten auch immer, das die Leute aufSardinien sehr süß und lieb sind in ihrer Art, aber paralell dazu eben nicht vertrauenswürdig und betrügerisch .

Der zweite Grund warum es nun wohl bei Sardinien als reines Campingland bleiben wird, ohne gekauftes Haus, ist dass die Steuersituation in italien für uns nicht gut ist , und wir eher in ein Land mit niedrigen Steuern (halbjährlich) auswandern sollten, wen überhaupt. Tja schade irgendwie . Naja, ich erstelle mal diesen Beitrag, auch wenn es etwas chaotisch ist , vielleicht ist das was wir gehört haben für jemanden von interesse.

lg soluna


Selten so ein Blödsinn gelesen .


;))
 
Es ist doch eine gute Entscheidung von Soluna. Jeder muss wissen und fühlen, was er bei so einer wichtigen Frage sich und seiner Familie zumuten kann bzw. will. Und vieles ist ja auf Sardinien anders als in D oder sogar in Italien. Ob man das „anders“ als positiv oder negativ empfindet ist eine sehr persönliche Geschichte.

Besser so als große Enttäuschungen, die auch hier im Forum immer wieder artikuliert werden.

p.s. Entführungen gibt es auch in D immer wieder. Eine schlimme Erfahrung, gleich ob hier oder dort
 
@peko, du sprichst mir aus der Seele. Ich kam vor 40 Jahren das erste Mal nach Sardinien - in das Haus meines (damals noch) Freundes und wurde von seiner Mutter mit offenen Armen empfangen. Ich habe mich nicht 1 Minute hier fremd gefühlt,. sondern immer zu Hause. Mein Schwiegervater hatte bereits nach ein paar Tagen im Ort herumerzählt wie stolz er auf seine österreichische Schwiegertochter ist, obwohl wir noch gar nicht die Absicht hatten zu heiraten. Alle Freunde und Familielenangehörige hatten mich freundlich und offen empfangen, ob ich jetzt irgendwo in einem Tourismusort oder im Hinterland war. Ich fühlte mich und fühle mich noch immer auf der Insel daheim, viel mehr als in Graz, meiner Geburtststadt. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass ich seit meiner Kindheit italienisch und mittlerweile auch sardisch (campidanese) spreche.
Mittlerweile lebe ich seit fast 3 Jahren fix hier und hatte natürlich auch mit der Bürokratie zu kämpfen, alles dauert ewig, aber schließlich und endlich hat man was man braucht bzw. will. Andere Dinge gehen wieder recht einfach und schnell. In einem Punkt muss ich peko widersprechen: die Einkommenssteuern sind hier etwas höher als in Österreich, da die ersten 10.000 Euro nicht steuerfrei sind, sondern 23 % bis 28.000 Euro. Danach ist die Steuerkurve etwas flacher. Allerdings gibt es im Moment ja die Steuerzuckerl für "Einwanderer" in die südlichen Regionen und Kleinstädte mit einer Einkommmens-Steuer von 7 % insgesamt.
Auch in Punkt 4 kann ich peko vollkommen zustimmen: wir hatten mit Handwerkern nie Probleme, es hat halt manchmal etwas gedauert, aber man muss sich hat aus ein bissal der langsameren Gangart hier anpassen. Auch haben wir continentales zB Mailänder erlebt, die mit einer Selbstverständlichkeit an allem herumgemäkelt haben und denen nichts recht war und den armen Angestellten im Supermarkt als Idioten hinstellten, mein Mann hat dann was gesagt und die "Dame" hat mit ihrem Mann das Geschäft schnell verlassen. Sollen sie doch in Mailand bleiben, wenn ihnen bei uns nix passt.

Ich kann auch nur sagen, soluna lerne erst einmal italienisch und erkunde die Insel für dich, ohne Vorbehalte und Vorurteile.
 
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