Fundgegenstände-Finden-Melden

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Sehr aktives Mitglied
Hallo,
habe vor 2Jahren beim Schnorcheln in Bari Sardo eine Kanone entdeckt.Sie liegt ca. 6 Meter tief und ist ungefähr 1,60m lang.
Ich habe im Ort gefragt wo man das melden kann.Die Leute waren sehr unschlüssig und konnten keine konkrete,verbindliche Antwort geben.Die einen sagten das für die Strandabschnitte die Forestale zuständig sind,andere nannten die Guardacosta,Municipio und Carabinieri.
Ich wandte mich dann an die Carabinieri.Ein junger,sportlicher und sehr engagierter Carabiniere besuchte uns daraufhin am besagten Strand um sich selbst ein Bild vor Ort zu machen.Erst nach Ende des hohen Wellenganges und der Wassereintrübung nach 5 Tagen war es ihm möglich die Kanone zu sehen.Es wurde daraufhin ein Bericht erstellt und ich blieb auch telefonisch mit den Carabinieri in Verbindung.
Mir wurde gesagt das alles weitergeleitet wurde und wahrscheinlich demnächst geborgen wird.Seit dem sind 2 Jahre vergangen,nicht`s ist geschehen.Mir wurde noch mitgeteilt das zur Zeit kein Geld für eine Bergung vorhanden sei und auch die Carabinieri nur über ein,in Cagliari stationiertes, Boot verfügen.Das wurde zwar angefordert aber kam nie.
Kann mir vielleicht jemand was dazu sagen bezügl. richtiger Meldung sowie Auffinden von Gegenständen am Strand bzw. in Strandnähe(Foto machen,Ausgraben oder nicht etc.)

MfG,Helmut
 
Da Dein Fund keine moderne Kanone sein dürfte, wäre die Archäologie/Museum die zuständige Stelle. Jedenfalls melde ich dort historisch relevante Gegenstände, wenn ich welche finde.
In BariSardo wird's sowas nicht geben, vielleicht kannst Du in Tortoli eine entsprechend Stelle erfragen. Kann aber auch sein, dass die schon genug Kanonen haben, dann bleibt sie liegen, wo sie ist.

peko

PS: Meldet sich der Verlierer binnen eines Jahres nicht, gehört sie Dir... ;)
 
Hallo peko,
Vielen Dank für deine Mitteillung,hätte aber noch folgende Fragen dazu und bitte dich so weit wie möglich zu antworten.
Ab wann beginnt die Frist für die 2 Jahre zu laufen,eventuell schon seit meiner Meldung bei den Carabiniere,die versichert haben das weiter zu leiten?
Ich habe letztes Jahr auch alte Messingnägel von Schiffsbeplankungen gefunden.Hab sie aber wieder verpuddelt da ich nicht wußte wo melden.Wie sieht es damit aus?Ausgraben und mitbringen oder liegenlassen und nur melden?
Wo meldest du? Für mich ist es kein Problem dort hin zu fahren,bin sowieso wieder ca.2 Monate auf der Insel,auch Cagliari komme ich 3-4x vorbei.Vielen Dank für deine Bemühungen,mfG,Helmut
 
Hallo Helmut

Rund um Sardinien gibt es allerlei mehr oder weniger Antikes im Meer - auch Kanonen - das nicht geborgen wird, nachzulesen zB auf div. Tauch-Sites...

Frag besser nicht, ob du irgendwas ausgraben sollst, mit sowas könntest Du allenfalls sogar Probleme kriegen. Wäre super, wenn Du hier schreiben könntest, was Du rausgefunden hast.

LG, Maren
 
Hallo Helmut

Rund um Sardinien gibt es allerlei mehr oder weniger Antikes im Meer - auch Kanonen - das nicht geborgen wird, nachzulesen zB auf div. Tauch-Sites...

Frag besser nicht, ob du irgendwas ausgraben sollst, mit sowas könntest Du allenfalls sogar Probleme kriegen. Wäre super, wenn Du hier schreiben könntest, was Du rausgefunden hast.

LG, Maren
 
In Italien ist die Sache mit gefundenen historischen Gegenständen etwas liberaler geregelt als in D, aber immer noch recht kompliziert bzw Grauzone.
In D gilt das "Schatzregal", d.h. alle derartigen Gegenstände, die im oder am Boden gefunden werden (sogenannte bewegliche und unbewegliche Bodendenkmäler) gehören automatisch und grundsätzlich dem Staat, ausgenommen in Bayern.
In Italien gilt die "Hadrian'sche Regelung" (wie auch in A), wonach die Hälfte dem Finder, die andere Hälfte dem Grundeigentümer gehört. Wie das wertmäßig gelöst wird, ist von Fall zu Fall zu entscheiden (was machst mit einer halben Kanone? Vordere oder hintere Hälfte? Oder schneidest sie längs durch?). So weit, so unklar.
ABER: Du bist verpflichtet, Fund-Gegenstände von kulturellem oder historischem Wert der Denkmalbehörde a) unverzüglich anzuzeigen b) zur wissenschaftlichen Auswertung zu überlassen (falls das zutrifft, auf jeden Fall offizielle Bestätigung/Quittung einfordern, andernfalls der Gegenstand möglicherweise nie bei der Behörde eingetroffen ist...) und c) gegebenenfalls das Vorkaufsrecht einzuräumen.
ABER 2: Was jedoch so ein Gegenstand ist, bestimmen die, und nicht Du.

Soviel mal zum was.
Das wie ist in Italien uneinheitlich geregelt. In manchen Provinzen (zB Venetien, Friaul, Lazio) ist das gezielte Suchen nach Antiquitäten u. a. mit techn. Hilfsmitteln streng verboten. In Sardinien darf man generell zB mit einem Metalldetektor suchen gehen, ABER nicht in archäologischen Zonen, ausgewiesenen Sperrgebieten, Ausgrabungsgelände etc. Meist weiß da auch die Exekutive nicht wirklich bescheid und man muss es ihnen möglichst freundlich erklären. In oder bei einem Nuraghen solltest Dich allerdings eher nicht erwischen lassen.

Auf Deine Kanone angewandt bedeutet das: die Kanone beim Tauchen zu entdecken, ist ein Zufallsfund, auf den mMn die Hadrian'sche Regelung anzuwenden wäre (1/2 Du, 1/2 der Grundeigentümer Hoheitsgewässer=Staat). Bei den Messingnägeln, so Du sie in der Nähe der Kanone gefunden hast (und "Nähe" ist da ein relativer, seeeehr dehnbarer Begriff) wirst Du Dir schwertun nachzuweisen, dass Du nach dem Kanonenfund nicht weitergesucht und sie deshalb gefunden hast. Das gleiche gilt natürlich auch für die 147 goldenen Dublonen, die in der Kiste mit den Messingnägeln waren ...;).

Das mit der Jahres-Frist, in der sich der Verlierer zu melden hat, gilt natürlich nur für "zuordenbare" Funde wie zB eine Brieftasche, Schmuck oder Geldbetrag.
Ein "herrenloser" Fund (=Schatz) unterliegt der oben genannten Regelung, wobei ich nicht garantieren kann, dass die Behörde das genauso sieht (bin ja kein Jurist, und schon gar kein italienischer). Wenn Du die Sache weiterverfolgen willst, frag im Municipio in BariSardo, evtl auch in Tortoli nach, wo & wer für den Denkmalschutz in der Region zuständig ist und melde dann dort Deinen Fund, möglichst mit Fotos, Koordinaten, Datum etc. Deine Meldung vor 2 Jahren vergiss, wenn Du nix schriftliches in der Hand hast.

Und noch was: was mag so eine rostige Kanone wert sein? Keine Ahnung! Kann aber wohl nicht viel sein, sonst wären die Kanone beim Turm von BariSardo Marina oder die vielen Kanonen auf der Stadtmauer von Alghero schon längst geklaut...

peko

PS: Ausgraben oder nicht: Wenn Du der Archäologie einen Dienst erweisen willst, lass die Dinge liegen, wo sie sind. Wir als Laien haben keine Ahnung, worauf es beim Ausgraben ankommt und zerstören unwissentlich die Fundzusammenhänge. Oft können die Fachleute aus der Lage, dem Umfeld, den Beifunden oder den Schichtungen mehr herauslesen als aus dem Fundgegenstand selbst. Wenn's Dir abe nur um den materiellen Wert geht ...
 
Hallo peko,
erstmals vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht.Finde ihn sehr aufschlußreich und interessant.Zu den Nägeln muß ich noch Folgendes ergänzen.Diese fand ich an Land,ca.20 Meter von der Wassergrenze entfernt.Aus deinem Bericht entnehme ich folgernd dass der "Nagelfund" dann rechtens wäre,oder nicht?Dürfte ich die Nägel dann behalten oder sind die abzugeben?
Nochmals herzlichen Dank,mfG,Helmut

P.s.:
Im municipio war ich schon,wurde aber an keine Stelle verwiesen,vielmehr sagte man mir dass die Meldung bei den Carabinieri in Ordnung sei.
 
Im municipio war ich schon,wurde aber an keine Stelle verwiesen,vielmehr sagte man mir dass die Meldung bei den Carabinieri in Ordnung sei.
No na. Spart denen Arbeit und Scherereien.

Deine Nägel sind genau so ein Fall der Grauzone, bzw eine Ermessensfrage. Stell Dir vor, sie stammen von einem kleinen Fischkutter von 1890. Niemanden interessiert's. Und jetzt stell Dir vor, sie stammen von der Titanic oder von dem Kahn, mit dem Odysseus seine Odyssee gesegelt ist ...

Übrigens bin ich bei dem Begriff "Messing" ein wenig skeptisch. Ich versteh zwar nix vom Schiffsbau und der Nautik, aber Messing scheint mir in der Herstellung zu aufwendig und zu weich für simple alte Plankennägel. Oder sind es (Zier-) Beschläge?

Aber generell: am Papier bist Du auf jeden Fall verpflichtet, Funde von "historischem, archäologischem oder kulturellem" Interesse oder Wert zu melden (muss nicht heißen abliefern). Kannst Du das beurteilen (Fischkutter oder Titanic?). Behältst Du die Dinger einfach, dann rede nicht (öffentlich) darüber. Oder Du gehst den korrekten Weg und meldest sie, dann bist Du auf der sicheren, legalen Seite. Wenn es die Archäologen/Historiker nicht interessiert (weil eben Fischkutter, die erkennen das), dann komplimentieren (schmeißen) sie Dich eh mitsamt Deinen Nägeln raus.

Versuch's mal da, vielleicht reichen die Dich weiter:
Museo diocesano dell'Ogliastra

Lanusei
Via Roma, 106 - 08045 Lanusei
tel. 0782 42158

peko
 
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