Erfolgsgeschichten aus Sardinien

Forumarchiv

(Beitrag aus dem alten Forum übernommen)
Autor: Sandokan
Datum: 24.09.11 16:08

Werte Gemeinde,

immer wieder lese ich interessante Beiträge von Teilnehmern die ihre Zelte in Sardinien aufschlagen möchten und oftmals handelt es sich dabei um kleine Erfolgsgeschichten (oder eben auch grandiose Untergänge) die den Leuten trotz aller Widrigkeiten ermöglicht haben hier in Sardinien zu leben.

Sehr oft fehlt mir aber die Fortsetzung und ich würde gerne von Erfolgsgeschichten lesen und hören. Ich kenne hier ja doch einige sehr interessante Auswanderergeschichten: Große und Kleine. Es erstaunt mich ja dann doch immer wieder mit wie viel Eigensinn, Kreativität und Humor einzelne mit großer Courage sich in Sardinien durchgebissen haben und würde mich freuen von ihnen zu lesen.

Ich selbst kenne einige Geschichten doch liegt es nicht an mir, sie zu erzählen.

Freue mich über Meldungen und Erfolge, als auch Mißerfolge.

Marco
 
Autor: Evalein
Datum: 25.09.11 21:46

Ich waere neugierig zu wissen wie viele sind vom die Deutsche TV angeschrieben worden, fuer diese komische Auswandern und Rueckwandern Serie....
 
Autor: Silighesa
Datum: 01.10.11 23:48

Es ist schon Wahnsinn , wenn man das im TV so sieht , mit wieviel blauäugigkeit manche Menschen ins Ausland auswandern.
Auch ich lebe seit ca 2 Jahren in Sardinien , aber ich habe voe über 35 Jahren einen Sarden geheiratet und bin nachdem er über 46 Jahre in Deutschland gelebt hat , nun mit ihm hierher gezogen. Aber selbst für meinen Mann war es eine riesen Umstellung nach so langer Zeit fern der Heimat , denn Urlaub ist eines , aber auf dauer hier leben ist total anders .
Aber wir hatten es einfacher , wir haben Familie hier , ein eigenes zuhause und wir brauchten keinen Arbeitgeber mehr zu suchen . Selbst für einen gebürtigen Italiener gibt es nach so langem Aufenthalt ( anfangs ohne Italienisches TV ) in Deutschland , ettliche sprachprobleme und auch der Umgang mit Behörden oder Arztbesuchen , ist hier total anders .
Aber eines kann ich mit 100%iger Gewissheit sagen , für uns war es das beste was wir tun konnten .
Was mich jedoch total Überrascht hat , wie viele Deutsche anscheinend hier leben , würde mich sehr freuen , öfters mal was von euch zu lesen.
Anita
 
Autor: maripino
Datum: 02.10.11 12:51

Hallo Anita,schön das Du dich wohl fühlst auf der Insel und ins Forum gefunden hast...Ja es leben schon eine ganze Menge Deutsche auf Sardinien,viele auch in gemischten Beziehungen wie Du und dein Mann...Wo auf Sardinien lebt ihr? Sicher hast Du schon gelesen das es auch hin und wieder Treffen gibt und unter Plaudern Treffen kannst Du sehen ...Wer ist wann wo auf der Insel wer hier lebt und wer Urlaub macht....
Also Willkommen im Forum...
Lg.Mary
 
Autor: bo-ju
Datum: 02.10.11 22:12

Mich würde interessieren wie es Domenico geht, der vor seiner Auswanderung nach Sardinien hier viel gefragt hat, letztens sich nach Holzhäusern erkundigt hat und unterschreibt mit

Jetzt lebe ich, wo es sich zu leben lohnt (oder so ähnlich).

Aber indiskret möchte ich keinesfalls sein. Jeder einzelne, der auf Sardinien lieber schweigt als viel zu erzählen, hat mein vollstes Verständnis. Ju
 
Autor: Silighesa
Datum: 04.10.11 01:18

Hallo Mary , habe mich über deine Antwort gefreut .Wir leben im beschaulichen örtchen Siligo.Eine wahnsinns Umstellung zur Großstadt in Deutschland .Aber für uns genau das richtige. Und zu was hat man schließlich ein Auto wenn einem mal der trubel feht.
Lg Anita
 
Autor: apixedda
Datum: 04.10.11 11:15

nun, Sandokan...ich will mal versuchen, den Anfang zu machen.
die Voraussetzung fuer eine Erfolgsgeschichte ist aber sicher die Definiton von Erfolg...
Mein kleiner persoenlicher Erfolg liegt darin, dass ich nun (nach knapp 9 Jahren Sardinien) gluecklich mit meiner sardischen Frau in einem schoenen Haus lebe, in dem wir auch noch Platz fuer Gaeste haben, und das kam so:

ich kam im Fruehjahr 2003 eher zufaellig nach Sardinien, da die Faehre nach Korsika gerade abgelegt hatte - das waere jetzt aber zu lang zu erklaeren.
Ich fand sofort einen Job als Koch in Canniggione und nach der Saison bot man mir auch gleich einen kleinen Winterjob an, also entschied ich, zu bleiben.
Schon im naechsten Freuhjahr traf ich meine jetzige Frau und also war die Sache klar - ich musste in Sardinien bleiben, denn in die Insel hatte ich mich auch vorher schon verliebt.
nach einigen eher schwierigen Jahren mit Saisonjobs und anderen kleinen Anstellungen haben wir uns entschieden, zurueck zu den Wurzeln zu finden und ein Haus in der Marmilla zu kaufen, eigenes Gemuese anzubauen und ein Gaestehaus zu eroeffnen - das war vor drei Jahren.
Nun leben wir gluecklich in der casaperta - wir brauchen keinen Ferrari und auch keinen Plasmafernseher, der Erfolg liest sich an unserem Laecheln ab, nicht an einem Bankkonto oder aehnlichem.
wir hatten dieses Jahr unser erstes gutes Jahr, was die Gaestezahl betrifft,
viele kommen schon das zweite oder dritte Mal zu uns und alle gehen aus der casaperta mit einer schoenen Erinnerung nach hause...

so ist es und so wird es sein, meine kleine Erfolgsgeschichte...

con saluti di sole dalla Sardegna
Apixedda di casaperta
 
Autor: Sandokan
Datum: 04.10.11 13:48

Danke Api,

wirklich klasse. Ich bin wie Du der Meinung daß Erfolg sich nicht an der Höhe eines Bankkontos messen lässt. Dennoch hast Du es mit Zähigkeit geschafft Deine Nische zu finden und Dein Familienglück zu finden.

Weiterhin viel Erfolg und Danke nochmal für Deinen Beitrag.

Marco
 
Autor: bo-ju
Datum: 05.10.11 20:09

Nicht ganz das, was Sandokan eigentlich gemeint hat, aber auch eine Erfolgsgeschichte in Sardinien.

Im Miniformat.

Daniel ist 4 Jahre alt, ein Viertelsarde (Großvater Deutscher) u. lebt in Sardinien.

Er konnte noch nicht richtig laufen, da nahm er mit seinem Großvater schon alte Wecker u. ä. auseinander, und begab sich mit Begeisterung auf die Technikschiene. Lehrerin - Mutter und Lehrerin - Grossmutter beantworten alle Fragen, die er sonst noch hat.

Nonna kaufte ihm eine Arbeitsjacke , auf die sie auch noch "Unternehmer" und "Elektriker" stickte. Zusammen mit einem Mini-Werkzeugkasten das ideale Geburtstagsgeschenk.

Nun kam Daniel in die Vorschule und bestand darauf, jeden Tag mit Montur u. Werkzeugkasten dorthin zu gehen.

Auf die gelegentlichen Bemerkungen seiner Mutter, man könne ja auch mal was anderes anziehen, meinte er nur: Non si sa mai...... (Man weiss nie, was kommt).

Ihr werdet es nicht glauben. Nach ein paar Tagen kam er aus der Schule, seelisch einen ganzen Kopf grösser u. verkündete den Seinen: Seht ihr, wie nützlich der Kasten ist? Der Strom fiel heute aus und ich konnte mit meiner Taschenlampe aushelfen!

Also wenn das keine Erfolgsgeschichte ist. Jeder fängt schliesslich mal klein an.

Und der Satz: non si sa mai... wird bei uns seither immer mit einem gewissen Grinsen gesagt.
 
Autor: domenico73
Datum: 05.10.11 22:05

Hi,

schöne Idee mit der Fortsetzung.....also wir leben jetzt seit einem Jahr hier und es war Anfangs nicht ganz einfach. Ich konnte zwar schon ein wenig italienisch, meine Frau etwas mehr ( sie ist Sardin), unsere Kinder fast gar nicht. Heute ist es so, das unsere Kinder uns berichtigen. Wir haben es einfacher wie viele andere, wir leben bei der Großmutter und dem Onkel meiner Frau, können ein bißchen Land beackern und haben immer noch Visionen und sind noch nicht am Boden zerstört. Jetzt haben wir 7 Katzen, 3 Hunde und ein Schwein. Wir sind von den Nachbarn und den Leuten sehr freundlich und lieb aufgenommen worden und wurden auch gleich in gemeinnützige Arbeit eingebunden , also wenn ihr mal auf einem Fest in Santa Magherita seit, dann könnt ihr bei mir auch auf deutsch bestellen......

In dem einem Jahr habe ich sehr viel renovieren müssen, denn seit mehr als 20 Jahren hat hier niemand was gemacht. In Deutschland habe ich 20 Jahre im Büro gesessen und Weltweit Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte verkauft, hier habe ich viel dazu gelernt: Maurern, Elektroinstallation, Fundamente giessen, Gas-/Wasserscheiße, Holzarbeiten,Trekker fahren, Acker Pflügen, usw.

So, was will ich denn mal hier erreichen ?

Jetzt läuft gerade unsere Anmeldung zum Bauern, auch wieder ein Bürokratiekrieg seinesgleichen, das ich nicht täglich die Farbe meiner Unterhose per Mail schicken muß ist alles,hahahahahahaaaa. Ich habe schon soviel gemacht, wer lust hat kann sich auch alles auf Facebook ansehen, ist einfach zuviel zum auflisten....Ich möchte auch gerne einen Großhandel hier für Sardinien machen, ich will Ferienwohnungen anbieten ( Privat an Privat), ich will einfach mein eigener Herr sein und das an einem der schönsten Orte der Welt, und ich habe schon einige sehr schöne gesehen......

Ich wünsche allen anderen alles Gute weiterhin, und ich stelle auch weiter noch mehr Fragen, und irgendwann kann ich sicherlich auch einige andere Fragen beantworten....Ciao Dominik

Achja, wenn jemand mal irgendetwas benötigt wie TV,Waschmaschine,Trockner ( ja, auch hier benötigt man ab und an `nen Trockner ), Küchenmaschine aller bekannten Marken und auch von Exklusivmarken, kann sich melden, ich habe immernoch ziemlich viele Kontakte in meine alte Branche . Wenn ich sowas hier nicht schreiben darf, dann sollte mir jemand das sagen......

Jetzt leben wir dort, wo es sich zu leben lohnt.
 
Autor: Sandokan
Datum: 06.10.11 21:28

Hallo Domenico,

ich habe Deinen spannenden Beitrag gelesen und wünsche Dir viel Kraft. Offensichtlich hast Du Dir Deinen Traum erfüllt und zwischendurch mal ein wenig "Kreide gefressen".

Freunde und Familie sind hier auf der Insel ein nicht zu unterschätzender Grund hier zu bleiben.

Euch weiterhin viel Glück.

Marco
 
Autor: bima
Datum: 18.11.11 16:51

hallo

wir sind zwar noch nicht körperlich ganz da ....aber ich denke doch das unser beginn vielleicht auch interessiert....


vor drei jahren stand unser entschluss sardinien als auswanderland zu wählen fest(der gedanke österreich zu verlasen schon lange)...
der zufall liess uns eine östereichische auswanderin kennenlernen...und sie machte sich auch auf die suche nach einem platz der unseren vorstellungen entspricht....einen platz wo wir autonom mit unseren tieren hühnern hunden katzen und hier dann ziegen esel und einem hausschwein zum liebhaben...viel platz für gemüse und obst...und möglichst in der pampas...unsere hähne krähen und das sollte niemanden stören...

drei grundstücke alle drei im prinzip okay aber immer irgend welche hindernisse liess uns im forum anfragen...da kam dann von klaus eine antwort....auch er machte sich auf die suche unbekannterweise..aber total lieb...

letzten november rief er uns an ..sofort kommen er hat den!! grund gefunden...wir hin und bevor wir bei klaus waren zu unsere freundin ihr einen überraschungsbesuch abstatten...große freude und gleich gekränkt..ich!!!hab euren grund gefunden diesmal wirklich absolut perfekt....gut wir besichtigen den platz.......es war mystisch ..liebe auf den ersten blick..zumindest bei mir bigi..mein mann stoppte und sagte wir sind wegen klaus seinem platz hier als beruhig dich..

gut besichtigung mit klaus.....enttäuschung pur auf allen seiten....ein windiger steinhaufen ohne erde nur felsen steil mit dem auto nicht fahrbar ..keine einzige oliven.....klaus war selber sauer weil er den platz empfohlen bekommen hatte...

also zurück auf "mein" traumplätzchen........was soll ich sagen ....ein fleck wie er schöner nicht sein kann....ein kleines tal wir alleine mit 150 wirklich alten bäumen...seit 30 jahren wurde das 6 ha fleckchen nicht mehr belebt....olivenbäume waren nur mehr wildwuchs ....wilde brombeeren die das tal in einen dornröschenschlaf versetzten.....aber eine aura das man das gefühl hat..dieser fleck hat all die jahre nur auf uns gewartet....

zusammenkunft mit verkäufer..hochangesehener mann im ort..einigung auf allen seiten....preislich alle zufrieden...

im sommer zum vorvertrag, davor hat unsere freundin alle grundbuchauszüge gesichtet mit landvermesser alles nachkontrolliert..alles paletti...also wir im juli nach orosei...dort einen "kleinen " zwischenstopp auf der gemeinde mit unsere bereits gefundenen sardischen wunderbaren freunden.....dort haben wir in unserer zukünftigen gemeinde GEHEIRATET....romantisch wunderschön...dann ab auf unseren fast grund und schnell schnell rettungsversuch der besonderst schlimm verwachsenen olivenbäume........

allein wie sich unser fleck da schon entpuppte war sureall......die bäume die wir entkleideten "begrüssten sich und uns"...klingt komisch war aber so...

blutenden herzens nach drei wochen retour...mit dem versprechen im november dann alles dingfest zu machen...notar usw...

jetzt(november) waren wir grad auf unserem!!!! platz...zusammenarbeit mit notar gemeinde bürgermeister bank steuerberater landwirschaftkammer....
innerhalb einer woche wurden wir zu waschechten hochoffiziellen neosarden......und unsern grund haben wir zwei wahnsinnigen in 10 stundenschichten schweisstreibend rund um unser häuschen ausgeputzt...

...ach bevor ich vergesse...unser start im november war sehr typisch für uns zwei tiroler...wir gondeln mit unserem uraltcamper und meinem betagtem toyota auf unser grundstück...zu unserem einzigem nachbaren einen alten schafbauern namens luiggi......großer jubel bei ihm bei uns und seinen und unseren hunden..laut und sardisch...inzwischen kam ein auto von oben(wobei oben is nix ausser unser grund mit kaputter strasse...)
der schreit was sardisches wir nix verstanden unser luiggi ihn ignorierend....plötzlic zieht der das hosen bein hoch.....eine wunde wie ich sie noch nie gesehen hab......ein schnitt tiefklaffend...von fußgelenk quer über die wade bis zum knie....ich hab schnell die autoapotheke rausgefischt und gemeinsam mit meinem mann ihn mehr oder weniger fachmännisch zugebunden..er ins auto ab in die klinik..

am nächsten tag treffen wir unseren verkäufer( hohes tier auf der ortsbank..)und der erzählt der verletzte war bei ihm in der bank und erzählt im gesamten ort herum...die tiroler haben ihm das leben gerettet(wohlgemerkt der gute hat auf unserem grund wildernderweise ein schwein angeschossen und das hat sich gerächt, braves schwein!!) er wurde mit 85 stichen genäht...)....

......ich seh grad ich bin sehr lang..also wir kommen sobald meine wohnung verkauft is...hoffentlch bald und wir wissen wie unsere flatterkinder (hühner)mitkönnen

liebe grüße die tiroler

martl und biggi

Nachricht bearbeitet (18.11.11 17:46)
 
Autor: Evalein
Datum: 23.11.11 16:00

Es tut sich wenig Marco und es wird sich weniger tun in Punkto Erzaehlung.

Und wer hier lebt, und selbstaendig ist, weiss es genau wie umgehen soll.
Erfolgsgeschichten in Sardinien sind normalerweise kein Thema , fuer eine Diskussion. Weil hier auf die Inseln die Regeln einfach anders sind.

Erfolg zeigen, oder ueber das Erfolg vom andere Reden, kann das Neid hochziehen. .
Und was das NEID macht, auf die Inseln, kennen wir alles.

Aber damit wir es nicht vergessen ,koennten wir eine Gedanke senden an

Giovanni Antonio Sechi, 49 Jahren, umgebracht den 21 Novembre 2011
Er hat zahlen muessen dass Idee, Arbeitslust, und Erfolg hatte.
Das er etwas erreicht hatte, dass die andere nicht geschafft hatten.
Leider koennte sein Projekt nicht starten.

Wie mehrere andere Kollegen, (weil jede dass selbstaendig ist, ist ein Kolleg ) die dieses 2011 schon mit den Leben bezahlt haben.

Eva
 
Autor: Urlaubreif
Datum: 08.12.11 19:10

Hallo Sandokan,
ich bin ein Neuling in der Forumgemeinde und möchte auch meine Erfolgsgeschichte erzählen.Nach einem arbeitsreichen Leben und
30 JahrenSelbstständigkeit habe ich meine Gesundheit so ziemlich
ruiniert.2 KrebsOP dann noch Blutkrebs also das volle Programm.
Als ich vor 4 Jahren das 1.Mal Urlaub hier machen konnte,merkte ich
schon nach kurzer Zeit,dass ich mich besser,wesentlich besser fühlte.
Die Knochen taten weniger weh,das Essen schmeckte besser.ich konnte
wieder durch schlafen usw.Meine Besuche auf Sardinien dehnte ich aus,
und jetzt lebe ich schon seit 5 Monaten hier im eigenen Häuschen
und es geht mir wieder gut,saugut.
Das nenne ich Erfolg für den es sich lohnt weiter zu machen.
liebe Grüße an die ganze Forum Gemeinde
euer wolfgang
 
Autor: Sandokan
Datum: 08.12.11 19:13

Hallo Wolfgang,

danke für Deine schöne Geschichte. Kann ich alles ziemlich gut nachvollziehen und ich danke Dir für Deine kleine Geschichte.

Marco
 
Autor: Yoshiham
Datum: 08.12.11 19:23

Hallo Wolfgang,

danke für Deine "Erfolgsgeschichte" und weiterhin alles erdenklich Gute.

Wo wohnst Du denn auf der Insel?

Liebe Grüße

Dieter
 
Autor: Costarei
Datum: 08.12.11 19:41

das kann man Erfolgs nennen.
Weiter so

Der Sinn des Reisens besteht darin, die Vorstellungen mit der Wirklichkeit auszugleichen, und anstatt zu denken, wie die Dinge sein könnten, sie so zu sehen, wie sie sind.

Samuel Johnson
 
Autor: Urlaubreif
Datum: 08.12.11 19:47

Hallo Marco und Dieter,

herzlichen Dank für Eure Feedbacks.Zu Deiner Frage Dieter : in der Nähe von Arzachena.

Wolfgang
 
Autor: apixedda
Datum: 11.12.11 19:34

Naja, nun ist doch eher wenig zusammen gekommen, was Erfolgsgeschichten angeht - ob das nun an der Panikmache von Eva liegt, die ja so gut Bescheid weiss ueber die Insel, oder daran, dass es auf/ in Sardinien tatsaechlich keinen Erfolg gibt mit dem, was man anpackt.... ich weiss es nicht...
vielleicht weiss es ja ein anderer?
ich jedenfalls habe meinen kleinen Erfolg ohne Panik und Verfolgungswahn aufgezeigt - ist da draussen kein anderer mehr?

Ich kenne viele weitere, die selbiges tun koennten, aber wie schon Sandokan sagt, ist es nicht an ihm oder an mir, sondern an denjenigen - also:

raus mit der Wahrheit!

con saluti di sole dalla Sardegna
Apixedda di casaperta
 
Autor: bo-ju
Datum: 11.12.11 22:08

Raus mit der Wahrheit?

Lieber Friedemann, sei dankbar, dass du deine Nische gefunden hast und es dir gut geht. Ich freue mich für jeden, von dem ich das Gleiche höre. Aber bitte: rede nicht so viel darüber in der Öffentlichkeit.

Eva macht nicht in Panik, Eva weiss, wie der Hase läuft. Auch im Fenosu-Thread hat sie viel Wichtiges erzählt, was aber wahrscheinlich garnicht wahr- oder nicht für Voll genommen wurde.

Für meinen Teil weigere ich mich, die Misserfolgsgeschichten meiner "Adoptivfamilie" (schöner Ausdruck von Norax für seine unmittelbaren Freunde) zu erzählen. Sie werfen ein zu schlechtes Licht auf Sardinien, das ich immer noch liebe. Ich schäme mich für so eine Insel, die ihre Bewohner derart schlecht behandelt, dass sie sich freiwillig für den Krieg in Afghanistan bewerben, obwohl sie ihn für sinnlos halten, nur um einen Teil des Geldes wieder zu verdienen, das ihnen ihre unfähige und bösartige Comune abgeluchst hat.

Vielleicht in einem neuen von Peter errichteten Politikforum..

Da erschrecken die Neulinge dann nicht so, weil sie garnicht erst reinschauen. Wahrheit? Wer will die schon genau wissen? Sie übersteigt das Verständnis derjenigen, die immer noch in einem geordneten Deutschland leben können u. Sardinien nur als Urlaubsland sehen.

Nichts für ungut. Ju
 
Autor: Quadfreak
Datum: 18.12.11 14:57

Hallo zusammen,

ein paar nette (Erfolgs)-Geschichten hier zu lesen. Schön zu lesen das es auch anders geht.

Der neid ist wahrlich ein Problem, wir haben festgestellt das dieser nichtmal in der eigenen Familie halt macht. Die meiste Kraft hat es gekostet sich dieser zu "entledigen", nicht ganz einfach wenn diese sich im selben "Dorf" befindet. Es klingt albern aber ohne taktische Kriegsführung wäre dieses Problem nicht zu überwinden gewesen.

Nach nun fast 3 Jahren besteht unser größter "Erfolg" darin lügen und Intriegen ausgemerzt zu haben.

Das was andere als Erfolg sehen würde war bei uns eher immer eine Verkettung glücklicher umstände, zur rechten Zeit am rechten Ort sein sowie kontinuierlich hart zu arbeiten.

Trotz aller Wiedrigkeiten haben wir es nicht eine Sekunde bereut den Schritt über das Meer getan zu haben. Langsam nimmt alles Formen an.

Grüße
Alex
 
Autor: Feuerpferd
Datum: 18.12.11 15:27

Hallo Alex,

dann ist es auf Sardinien trotz "paradisischem Umfeld" doch so wie im echten Leben. Ein bisschen Glück, zur rechten Zeit am rechten Ort sein sowie kontinuierlich hart zu arbeiten gehören eben in der Regel dazu, um aus einer Idee einen Erfolg werden zu lassen. Und was es mit der Familie so alles auf sich hat, wird sich ja in den kommenden Weihnachtstagen wieder hautnah zeigen.

Grüße aus dem Ruhrgebiet,
Michaela

Nachricht bearbeitet (18.12.11 15:28)
 
Autor: CiaoCiaoSardegna
Datum: 18.12.11 15:40

Ciao Alex,

na, das ist doch mal eine ziemliche Erfolgsmeldung. Aber dass das mit den Ortsansässigen und auch Familienangehörigen echt so krass ist, das ist schon heftig!

Aber klasse, dass ihr das in den Griff bekommen habt. Wichtig ist doch eigentlich "nur", sein EIGENES Ziel nie aus den Augen zu verlieren.

In diesem Sinne -

weiterhin viel Erfolg!

LG - Barbara
 
Autor: Sandokan
Datum: 18.12.11 16:03

Hallo Alex,

ein wenig sprichst Du mir aus der Seele und ich freue mich sehr für jeden persönlich, der sich in diesem schwierigen Umfeld durchgebissen hat. Man stelle sich vor in ein völlig fremdes Land mit einer archaischen Kultur zu kommen und sich durchzubeißen.

Ich kenne einige schöne, erfolgreiche Geschichten von Leuten, die sich aufgrund ihrer Bescheidenheit hier sicherlich niemals melden würden. Ein "filo conduttore e logico" ist ihnen trotzdem immerhin anheim: Sie leben mit (!) dieser Gesellschaft und nicht ohne sie.

Gegen Intrigen, Feindschaften, Neid und Missgunst habe ich mir in den Jahren einen erheblichen Schutzpanzer und Korsett angeschafft und verbitte mir jegliche Einmischung, so wenig wie ich Kommentare und Urteile von mir gebe. Ich denke, daß ich mindestens genauso hartnäckig in der Sache sein kann wie die Sarden und mindestens genauso bockig, zäh und unnachgiebig wie sie.

Nach etlichen Jahren Durststrecke höre ich von den mir umgebenden Sarden Sätze wie: "Tu non sei continentale ma sei diventato sardo" (Du bist keiner aus dem Festland, Du bist mittlerweile Sarde !) und wie auf dem letzten Fest: "Magari ci fossero 100 come te !"

Das beschämt mich, habe ich doch reichlich Kreide fressen müssen und Rückschläge erlitten, aber nun fühle ich mich irgendwo angekommen und habe den Respekt vor ihnen nicht verloren.

Dummerweise passe ich aber inzwischen nicht mehr nach Deutschland und fühle mich fremd. Allein die Vorstellung ich müsse Sardinien verlassen und via Fähre oder Flugzeug für einige Tage verlassen verursacht mir eine nicht unerhebliche Panik. Ganz ehrlich mag ich diese traurigen Gesichter, Straßenzüge und Hektik nicht mehr sehen.

Ich bin froh nach einigen Jahren am "Mal di Sardegna" zu leiden und weiß, daß ich mich in einem Zelt am Strand wohler fühle als in einer Vorstandsetage und Penthousewohnung in Frankfurt.

Acqua passata.

Ich wünschte mir noch mehr solcher Geschichten, das würde mich nur umsomehr in meinem Vorhaben bestärken hier zu bleiben, wo ich Mitmenschen, Leidensgenossen und Mitstreiter gefunden habe, die so denken wie ich.

Marco
 
Autor: Quadfreak
Datum: 18.12.11 17:39

Hallo,

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Nach etlichen Jahren Durststrecke höre ich von den mir umgebenden Sarden Sätze wie: "Tu non sei continentale ma sei diventato sardo" (Du bist keiner aus dem Festland, Du bist mittlerweile Sarde !
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Ja, derartige Sätze entgleiten ihnen spätestens wenn Sie bemerken das man selbst entscheidet wo es lang geht und nicht bestimmen lässt wo man lang zu gehen hat. Für andere ist und bleibt man aber immer "der deutsche". Ich weis nicht woher sie diese überzeugung nehmen das jemand der stark und zielstrebig ist ein Sarde geworden ist. Das ist ein wiederspruch in sich ;).


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Allein die Vorstellung ich müsse Sardinien verlassen und via Fähre oder Flugzeug für einige Tage verlassen verursacht mir eine nicht unerhebliche Panik. Ganz ehrlich mag ich diese traurigen Gesichter, Straßenzüge und Hektik nicht mehr sehen.
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Das kann ich nachvollziehen, wir waren letztes Jahr kurzfristig im Februar in D, allein die Landung mit dem Flieger hat mich schon nah ans erbrechen gebracht. Die 100km Autobahn waren danach auch nicht viel besser, alles Grau und bääh. Ich war so froh als wir auf dem Rückweg endlich Genua erreicht haben. Beim Betreten der Fähre kam sofort das Gefühl "Endlich, gleich sind wir zuhause"


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Ich wünschte mir noch mehr solcher Geschichten, das würde mich nur umsomehr in meinem Vorhaben bestärken hier zu bleiben, wo ich Mitmenschen, Leidensgenossen und Mitstreiter gefunden habe, die so denken wie ich.
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Dies wiederum verstehe ich nicht, wozu bestärken lassen wenn Du den staubigen teil bereits hinter Dir hast. Ich habe von Anfang an, trotz allem Ärger, gesagt "In D möchte ich nichtmal mehr tot über dem Gartenzaun hängen". Alleine der Gedanke daran ich müsse aus welchem Grund auch immer, kurz oder langfristig, nochmal nach D bestärkt mich für meinen teil genug.


 
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