Beisetzung in Sardinien
Herzlichen Dank Bea.

Ein in der CH lebender Sarde schilderte uns dies ähnlich wie du beschreibst. So seien heute die Angehörigen insgeheim manchmal fast froh, wenn der Mensch im Spital stirbt, vor allem, wenn es eine bekannte Persönlichkeit war, damit man zu Hause etwas mehr Ruhe habe.
 
Hallo Bea, ich bin ganz ergriffen von deiner Schilderung. Alles liebe und Gute für dich und ich hoffe, das wir uns dieses Jahr treffen können Tina
 
@nonna, ja das ist so. Wenn die Totenglocken vom Kirchturm ertönen, fragt einer den anderen "chi è morto? - Wer ist gestorben?" Das spricht sich in Windeseile im Dorf rum und dann geht alles seinen Gang wie Bea geschildert hat. Deshalb wartet die Familie des Verstorbenen oft etwas, bis sie den Pfarrer über den Tod des Familienmitglieds informiert, damit das Totengeläut etwas raus geschoben wird und die Familie ein bisschen Zeit für sich hat, um sich auf das was kommt vorbereiten zu können.
Auf Sardinien hat man ein anderes Verhältnis zum Tod, der Tod ist nicht so ein Tabuthema wie bei uns oft und es gibt keine Scheu, bei dem Sarg Totenwache zu halten und den Toten zu berühren. Es werden auch die Kinder mitgenommen. Deshalb sind die Menschen es von kleinauf gewöhnt, vor den Toten keine Scheu zu haben. Wenn ich von meiner Scheu ja sogar Angst spreche, versteht man das nicht. Ich wünschte mir auch für uns diese Selbstverständlichkeit im Umgang mit dem Tod.
 
ja, @Georgie, an das Fensteröffnen und "Chi è?" nach ertönen der Totenglocke kann ich mich noch gut erinnern. Die Totenglocke gibts noch, aber von Einheimischen vor 30 Jahren im Centro Storico von Castelsardo sind nicht mehr viele da...
 
Danke Bea2 ! Viele Gepflogenheiten sind für uns Deutsche unbekannt und man traut sich nicht zu fragen wie es hier gehandhabt wird, aber irgendwann trifft es ja jeden und man macht sich ja schon so seine Gedanken was dann. Wenn man nicht katholisch ist kennt man sich erst recht nicht aus wie hier damit umgegangen wird und ich war etwas überfordert als hier im Dorf ein guter Bekannter gestorben ist. Ich habe mich fast nicht hingetraut. Vor Angst mich falsch zu verhalten....
 
Liebe Bea,
vielen Dank für deine offene Schilderung. Das "getragen werden" von der Gemeinschaft hört sich sehr tröstlich an und aus deiner Schilderung erkennt man eine große Wertschätzung ggü. dem Verstorbenen und seinen Angehörigen - das finde ich sehr schön.
 
Meine Eltern sind nach Sardinien ausgewandert- innerhalb von 11 Jahren leider beide dort verstorben. Mit der Beerdigung meines Vaters, der als letzte verstarb war ich im Dorf als eine der ihren aufgenommen. Selten habe ich eine Kirche so voll gesehen- die nächsten 2'wochen brachte mir jeden Tag ein anderer Nachbar etwas zumessen oder nur zum reden einen Besuch. Immer wenn ich zum Grab komme sind frische Blumen dort. Es schmerzt mich sehr, Abschied zu nehmen. Leider verkaufe ich das Haus jetzt aus gesundheitlichen gründen aber ich werde immer wieder hin müssen - und vor allem wollen! Zu meinen Freunden und meiner Familie die sie dort für mich geworden sind....
Ciao
 
Das Thema haben wir erst angesprochen in der Familie, somit ist mein Wunsch klar, sollte ich auf Sardinien sterben, so werde ich auch dort beerdigt, ansonsten in Landshut. ;)

Gruß
Lorenz
 
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